Bissingen (Bayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Bissingen
Bissingen (Bayern)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Bissingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 43′ N, 10° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen an der Donau
Höhe: 454 m ü. NHN
Fläche: 64,21 km2
Einwohner: 3595 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86657
Vorwahlen: 09084, 09089
Kfz-Kennzeichen: DLG, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 117
Adresse der
Marktverwaltung:
Am Hofgarten 1
86657 Bissingen
Webpräsenz: www.bissingen.de
Bürgermeister: Michael Holzinger (FW / FWU / WGU / CWB / WGO)
Lage des Marktes Bissingen im Landkreis Dillingen an der Donau
Baden-Württemberg Landkreis Augsburg Landkreis Donau-Ries Landkreis Günzburg Aislingen Bachhagel Bächingen an der Brenz Binswangen Bissingen (Bayern) Blindheim Buttenwiesen Dillingen an der Donau Finningen Glött Gundelfingen an der Donau Haunsheim Höchstädt an der Donau Holzheim (bei Dillingen an der Donau) Laugna Lauingen (Donau) Lutzingen Medlingen Mödingen Schwenningen (Donau) Syrgenstein Villenbach Wertingen Wittislingen Ziertheim Zöschingen ZusamaltheimKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Bissingen ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau.

Blick auf Schloss und Pfarrkirche
Evangelische Kirche
St. Laurentius im Ortsteil Unterringingen
Katholische Pfarrkirche Peter und Paul

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bissingen liegt in der Region Augsburg und grenzt an den Landkreis Donau-Ries. Durch Bissingen und einige seiner Teilorte fließt die Kessel.

Es existieren folgende Gemarkungen: Bissingen, Buggenhofen, Burgmagerbein, Diemantstein, Fronhofen, Gaishardt, Göllingen, Hochstein, Kesselostheim, Leiheim, Oberliezheim, Oberringingen, Stillnau, Thalheim, Unterbissingen, Unterringingen, Warnhofen, Zoltingen.

Zu Bissingen gehören auch die Weiler Buch am Rannenberg, Hochdorf, Kallertshofen, Kömertshof, Obermagerbein und Tuifstädt.

Geologisch gehört das Gemeindegebiet zur Riesalb, dem östlichsten, nur mehr hügeligen Ausläufer der Schwäbischen Alb.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bissingen, Donauwörth, im Jahr 1947, Zeichnung Walter Kittel

Alemannische Reihengräberfunde weisen auf eine frühe Besiedelung des Ortes hin. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Bissingen um das Jahr 1140 in einer Schenkungsurkunde für das Chorherrenstift Berchtesgaden. Schon 1281 wurde der Ort erstmals als Markt bezeichnet. Bissingen war Bestandteil und später auch Sitz der Herrschaft Hohenburg-Bissingen, die schon vor dem Jahr 1281 mit weiten Teilen des Kesseltals in den Besitz der Grafen von Oettingen gelangt war. Seit 1327 hatten der Ort und die Herrschaft wechselnde Besitzer. Einer von ihnen, der Söldnerführer Sebastian Schertlin von Burtenbach, ließ in den Jahren 1558/59 das heutige Schloss Bissingen erbauen.

1661 fielen der Markt Bissingen und die Herrschaft, die jetzt Hohenburg-Bissingen genannt wurde, zurück zum Fürstentum Oettingen-Wallerstein. Bissingen wurde Sitz eines Obervogtamts. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. 1818 wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern ein fürstliches Herrschaftsgericht eingerichtet, das in den Revolutionsjahren 1848/49 aufgelöst bzw. in ein Landgericht umgewandelt wurde. Dieses wurde 1862 nach Höchstädt verlegt.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche in Bissingen wurde in den Jahren 1858 bis 1860 auf den Mauern der alten, 1682 errichteten Kirche, neu erbaut. Der 45 m hohe Zwiebelturm blieb erhalten und ist ein Wahrzeichen Bissingens.

1906 entdeckte der Apotheker Max Premauer in Bissingen eine Heilquelle, die sogenannte Bissinger Auerquelle. Dies führte auch zur Entstehung mehrerer Kurhäuser in Bissingen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige
Gemeinde
Einwohner
(1970)
Datum Anmerkung
Buggenhofen 64 01.07.1971[2]
Burgmagerbein 98 01.07.1971[2]
Diemantstein 247 01.01.1972[2]
Fronhofen 163 01.01.1972[2]
Gaishardt 69 01.07.1971[2]
Göllingen 119 01.07.1971[2]
Hochstein 167 01.07.1971[2]
Kesselostheim 143 01.07.1971[2]
Leiheim 69 01.07.1971[2] Eingemeindung nach Unterringingen
Oberliezheim 181 01.05.1978[3]
Oberringingen 188 01.07.1971[2] Eingemeindung nach Unterringingen
Stillnau 194 01.05.1978[3]
Thalheim 101 01.01.1972[2]
Unterbissingen 271 01.07.1971[2]
Unterringingen 124 01.05.1978[3]
Warnhofen 145 01.01.1972[2]
Zoltingen 115 01.07.1971[2] Eingemeindung nach Unterringingen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1959 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 3769 3426 3129 3039 2876 4061 3432 3359 3244 3346 3493 3610 3616 3465 3595

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 16 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2014 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen:

  • CSU/Bürgerblock: 2 Sitze
  • CBU / Christliche Bürger unteres Kesseltal: 1 Sitz
  • Christlicher Wählerblock Oberes Kesseltal: 2 Sitze
  • BwB - Bürger wählen Bürger: 2 Sitze
  • Freie Wähler: 2 Sitze
  • SPD: 1 Sitze
  • Wählergemeinschaft Unterringingen: 2 Sitze
  • Freie Unabhängige Wähler Unteres Kesseltal: 1 Sitze
  • FDP/Freie Bürger: 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft Oberliezheim: 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft Stillnau: 1 Sitz

Bürgermeister ist seit 1990 Michael Holzinger (FW/CWB/WGU/FWU/WGO)

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 3.653.000 €, davon waren 1.993.000 € Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten; vorne geschacht von Gold und Rot, hinten in Blau ein senkrecht stehendes, goldenes Pferdegebiss mit Kinnkette.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde von Bissingen ist Oberwiera in Sachsen.

Schloss Bissingen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2011 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft fünf, im produzierenden Gewerbe 620 und im Bereich Handel und Verkehr 90 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 125 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1373. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 95 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 3347 ha. Davon waren 2356 ha Ackerfläche und 987 ha Dauergrünfläche.

Siehe auch: Molkerei Gropper

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in Bissingen einen Kindergarten mit 100 Kindergartenplätze und 84 betreuten Kindern (Stand 2012) sowie zwei Volksschulen, in denen 189 Schülerinnen und Schüler von 13 Lehrkräften unterrichtet werden (Schuljahr 2011/12).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Danner († 1686 in Unterbissingen), Baumeister des Barock
  • Friedrich von Schreiber (1819–1890), von 1875 bis 1890 Erzbischof von Bamberg, in Bissingen geboren
  • Alban Haas (1877–1968), katholischer Priester und Prälat, Heimat- und Kirchengeschichtler, geboren im Ortsteil Diemantstein

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bissingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f g h i j k l m n Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 446.
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 770.