Reimlingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Reimlingen
Reimlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Reimlingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 49′ N, 10° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Verwaltungs­gemeinschaft: Ries
Höhe: 438 m ü. NHN
Fläche: 9,54 km2
Einwohner: 1323 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86756
Vorwahl: 09081
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 203
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstr.1
86756 Reimlingen
Webpräsenz: reimlingen.de
Bürgermeister: Jürgen Leberle
Lage der Gemeinde Reimlingen im Landkreis Donau-Ries
Dornstadt-LinkersbaindtDornstadt-LinkersbaindtEsterholz (gemeindefreies Gebiet)Rain (Lech)Münster (Lech)Holzheim (Landkreis Donau-Ries)Oberndorf am LechMertingenDonauwörthAsbach-BäumenheimGenderkingenNiederschönenfeldMarxheimTagmersheimRöglingMonheim (Schwaben)KaisheimBuchdorfDaitingFremdingenAuhausenOettingen in BayernHainsfarthEhingen am RiesTapfheimMarktoffingenMaihingenMegesheimMunningenWolferstadtWallersteinNördlingenReimlingenEderheimForheimAmerdingenWemdingWechingenHarburg (Schwaben)HohenaltheimDeiningenAlerheimOttingFünfstettenHuisheimMönchsdeggingenMöttingenBaden-WürttembergLandkreis AnsbachLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis EichstättLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis AugsburgLandkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Reimlingen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ries mit Sitz in Nördlingen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reimlingen liegt am südlichen Rand des Rieskraters, etwa 3 km von Nördlingen entfernt. Nachbargemeinden sind Nördlingen, Herkheim, Schmähingen, Balgheim, Hohenaltheim und Möttingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname[2][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In verschiedenen Epochen findet sich die Ortsbezeichnung Riumlingen, Rumheringen, Rumeringa und Rumelingen. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts ist Unter- und Oberreimlingen und ab 1848 nur noch Reimlingen gebräuchlich. (In alten Urkunden wird Oberreimblingen bzw. Unterreimblingen mit b geschrieben) Die Ur- und Frühgeschichte: Auf Reimlingens Flur – wie übrigens im ganzen Ries – ist durch Grabungen und Funde eine sehr frühe Besiedelung nachgewiesen. Es sind dies die drei Epochen: das Neolithikum und die Hallsteinzeit. Gelegentlich werden auch heute noch in der Feldflur bearbeitete Steine (Beile und Pfeilspitzen) aus jener Steinzeit gefunden. Zwei römische Landhäuser (Villa Rustica) sind in Reimlingen durch Grabungen bestätigt.

Ortsgeschichte[2][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch wenn Reimlingen nur eine etwas über 1225-jährige Geschichte belegen kann, so ist es sicher viel älter. Anders ist nicht zu verstehen, wenn der Frankenkönig Pippin und sein Sohn Karl der Große ein großes Besitztum dem hl. Bonifaz (Kloster Fulda) schenkt. Dies sind sehr wahrscheinlich die ehemaligen Besitzungen der Herzöge von Schwaben, nachdem dieses Herzogtum durch Pippin aufgehoben und die Güter eingezogen wurden. Hierdurch erfährt Reimlingen seine bisher bekannte erste urkundliche Erwähnung. Auch hatte das Benediktinerkloster Lauresheim (Lorsch an der Bergstraße) Besitzungen. Die Grafen von Spitzenberg hatten im 12. und 13. Jahrhundert die Ortsherrschaft. Der Deutsche Orden erwarb sie 1283 und baute sie durch Zukauf oder Tausch stetig aus. 1531 erhielt er die Erlaubnis von Kaiser Karl V  ein befestigt Herrenhaus (Schloss) zu errichten. nach Querelen mit der Reichsstadt Nördlingen und den umliegenden Grafen wird es schließlich 1595 fertig gestellt. Bei der Schlacht am Albuch war es Hauptquartier der Kaiserlichen. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Ort durch vielfältige Baumaßnahmen des Deutschen Ordens neu geprägt. Unter anderem wurde die Pfarrkirche St. Georg umgestaltet, das Pfarrhaus entstand, das Schloss wurde aufgestockt und neu eingefriedet. Hierbei entstanden auch die jetzigen Tore und die Kavaliershäuschen.

Nach dem 1. Weltkrieg: Neue richtungsweisende Impulse erhielt Reimlingen in den Jahren der Inflation durch die Ansiedlung der Mariannhiller Missionare. 1922/23 erbauten sie das Seminargebäude (heute Bildungshaus St. Albert) und nutzten das Schloss, bauten das Missionshaus St. Josef mit einer Druckerei und richteten im Bereich der Dampfbrauerei des Oberst Lutz einen landwirtschaftlichen Großbetrieb ein.

Nach dem 2. Weltkrieg: Durch  Flüchtlinge aus dem Osten platzt Reimlingen aus allen Nähten. Die ersten Nachkriegsbauten entstehen. Das Ortsbild ändert sich nach und nach nicht zuletzt durch das Aufstocken der Wohngebäude. Die eingeschossige Bauweise wird durch die zweigeschossige Bauweise abgelöst und die Höfe werden ‚modernisiert’. Durch die Flurbereinigung 1955–58 fallen der Gemeinde ortnahe Grundstücke zu. Es werden die ersten Baugebiete an der Berg- und Ostenstraße ausgewiesen. Diese sind schnell verbraucht. Ständig werden weitere Erschließungen notwendig. 1968 wird Riedweg und Am Keller, 1974 die Fürschwelle, 1980 Reimlingen Süd und 1993 der Mittelweg als Baugebiet ausgewiesen. Auch ein Gewerbegebiet ist entstanden. Parallel hierzu wird das Schulhaus 1966 neu errichtet, die Ortskanalisation eingebracht, Kläranlagen gebaut und die Straßen ausgebaut. Ein Feuerwehrgerätehaus mit Gemeindeverwaltung (jetzt als Haus der Vereine genutzt), ein neuer Kindergarten und vieles mehr entsteht. Neues ist auf Reimlingen zugekommen. Der Erwerb des Schlosses 1997 und seine Renovierung in den letzten Jahren, der Bau der Umgehungsstraße und die Sanierung des Kanalsystems werden gemeistert. Der Rückbau der Innerortstraßen, die behutsame Umgestaltung der alten Gebäude ehemaliger landwirtschaftlicher Kleinbetriebe im Ortskern und deren sinnvolle Nutzung als Wohnraum oder für Gewerbezwecke, sowie die Erweiterung des Kindergartens sind die gegenwärtigen Aufgaben. Reimlingen mit seinen Bürgern – ob alteingesessen oder zugezogen – wird dies meistern. Hierfür ist auch ein integrierendes intensives Vereinsleben und ein vielfältiges Engagement von Reimlinger Bürgern ein Garant.

Wappen[3][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Grün zwei aus rotem Dreiberg aufwachsende gekreuzte goldene Ähren, belegt mit einem Schild, darin in Silber ein durchgehendes schwarzes Kreuz.

Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das schwarze Kreuz ist das Zeichen des Deutschen Ordens, der seit 1283 wichtigster Grundherr, Patron der Ortskirche sowie Inhaber des Dorfgerichts in Reimlingen war. Im 18. Jahrhundert unterhielt der Orden im Ort ein Oberamt. Die Dinkel- bzw. Gerstenähren stellen den landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde dar. Der Dreiberg symbolisiert den im Gemeindegebiet liegenden Adlerberg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 0920 Einwohner
  • 1970: 1100 Einwohner
  • 1987: 1069 Einwohner
  • 1991: 1140 Einwohner
  • 1995: 1174 Einwohner
  • 2000: 1261 Einwohner
  • 2005: 1339 Einwohner
  • 2010: 1338 Einwohner
  • 2015: 1350 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Jürgen Leberle. Der Gemeinderat besteht aus 12 Mitgliedern.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FrankreichFrankreichBourgueil, in Frankreich, seit 1975

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St.Georg

Schloss Reimlingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Reimlingen wurde 1595 erbaut. 1634 war es Sitz und Hauptquartier der Kaiserlichen bei der Schlacht bei Nördlingen. Von 1733 bis 1736 wurde es um ein Geschoss erhöht und von 1745 bis 1748 erhielt es neue Mauern und Tore. 1806 wurde das Schloss säkularisiert. Seit 1997 ist es im Besitz der Gemeinde Reimlingen und wird von dieser als Rathaus genutzt.

Schlosspark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Georg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Georg wurde 1147 erstmals erwähnt. 1729/30 wurden Kirche und Turm im Barockstil neugebaut.

Stephanskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stephanskirche

Die Filialkirche St. Stephan wurde 1372 erstmals erwähnt. Ihre heutige Form und Gestalt erhielt sie um 1700.

Die Kapelle im Bildungshaus St. Albert

Bildungshaus St.Albert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria-Hilf-Kapelle Reimlingen
Maria-Hilf-Kapelle

Neubarockes Seminargebäude, dreigeschossiger Mansardwalmdachbau mit schmalem Seitenrisalit mit Schweifgiebel, Vorzeichen mit flachem Walmdach und Eckfenster im ersten Obergeschoss, 1922/23 von den Marianhiller Missionaren erbaut. Heute beherbergt es das Tagungshaus Reimlingen, ein Tagungshotel der Kolping-Gruppe. Die Hauskapelle ist ein Satteldachbau mit eingezogenem, halbrund geschlossenem Chor, kurzen, rechteckigen Seitenarmen mit Volutengiebeln und Ecklisenen und oktogonalem Dachreiter mit Haubendach, erbaut 1922/23. Sie befindet sich im ersten Obergeschoss über dem Speisesaal.

Maria-Hilf-Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saalbau mit wenig eingezogenem halbrunden Schluss, Dachreiter und reich gegliederter Giebelfassade mit Schweifgiebel und Vasenaufsätzen über Pilastern, wohl von Franz Joseph Roth, 1730.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 535.000 €, davon waren 71.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 17, im produzierenden Gewerbe 74 und im Bereich Handel und Verkehr sechs sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 38 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 425. Im verarbeitenden Gewerbe gab es neun, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 24 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 631 ha, davon waren 540 ha Ackerfläche und 81 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten St.Georg mit Kindertagesstätte
  • Grundschule Reimlingen (etwa 80 Schüler)
  • Bildungshaus St. Albert (Tagungshaus Reimlingen)
  • Jugendtagungsstätte des Kreisjugendringes Donau-Ries in Reimlingen (Selbstversorgerhaus für bis zu 40 Personen)
  • Pfarr- und Familienbücherei Reimlingen (im Georgihaus)
  • VHS Nördlingen, Geschäftsstelle Reimlingen
  • Mittelschule, Wirtschaftsschule, Realschule und ein Gymnasium befinden sich in Nördlingen

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reimlingen liegt direkt an der St 2212 (Nördlingen - Höchstädt a. d. D.) und ist mit zwei Auffahrten an die B 25 (Feuchtwangen - Donauwörth) angeschlossen. Über Nördlingen, das nur 3 km entfernt liegt, sind auch die Bundesstraßen 29 (Waiblingen - Nördlingen) und B 466 (Mühlhausen - Schwabach) schnell erreichbar. Augsburg liegt 70 km entfernt und ist in ca. 50 Minuten zu erreichen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Die Geschichte der Gemeinde Reimlingen - Gemeinde Reimlingen. In: Gemeinde Reimlingen. (reimlingen.de [abgerufen am 7. Mai 2018]).
  3. Haus der Bayerischen Geschichte - Bayerns Gemeinden. Abgerufen am 7. Mai 2018 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reimlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien