Rhein-Wupper-Bahn

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RB 48 Rhein-Wupper-Bahn
Strecke der Rhein-Wupper-Bahn
Kursbuchstrecke (DB): 455, 470
Streckenlänge: 100 km
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Verkehrsunternehmen National Express
Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Verlauf
   
0 Wuppertal-Oberbarmen (bis 12/2007, seit 12/2015)
   
3 Wuppertal-Barmen (bis 12/2007, seit 12/2015)
   
7 Wuppertal Hbf ICE, IC
   
14 Wuppertal-Vohwinkel
   
18 Gruiten
Haltepunkt, Haltestelle
22 Haan
   
25 Solingen Hbf ICE, IC
Bahnhof, Station
31 Leichlingen
Bahnhof, Station
34 Opladen
Bahnhof, Station
38 Leverkusen-Schlebusch
   
46 Köln-Mülheim
   
52 Köln Messe/Deutz ICE
   
54 Köln Hbf THA, ICE, IC
Bahnhof, Station
62 Köln West
Bahnhof, Station
65 Köln Süd
Bahnhof, Station
70 Hürth-Kalscheuren (seit 12/2015)
Bahnhof, Station
74 Brühl
Bahnhof, Station
78 Sechtem
Bahnhof, Station
82 Roisdorf
   
87 Bonn Hbf ICE, IC
Haltepunkt, Haltestelle
Bonn UN Campus (nur Richtung Bonn-Mehlem)
Bahnhof, Station
95 Bonn-Bad Godesberg
   
97 Bonn-Mehlem
   
Landesgrenze NRW / RLP
   
102 Rolandseck (bis 12/2003, bis 12/2015 1× am Tag)
   
104 Oberwinter (bis 12/2003, bis 12/2015 1× am Tag)
   
109 Remagen (bis 12/2003, bis 12/2015 1× am Tag) IC

Die Rhein-Wupper-Bahn ist eine Regionalbahn-Linie (RB 48) im Schienenpersonennahverkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie verbindet die Großstädte Wuppertal, Solingen, Leverkusen, Köln und Bonn und wird seit Dezember 2015 von National Express betrieben.

Zuglauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Züge der RB 48 Rhein-Wupper-Bahn halten mit Ausnahme von S-Bahnhöfen an allen Personenbahnhöfen und Haltepunkten der Strecke. Sie verkehren täglich von 4 bis 21 Uhr im Halbstundentakt zwischen Bahnhof Wuppertal-Oberbarmen und Bahnhof Bonn-Mehlem. Außerhalb der Hauptverkehrszeiten endet jede zweite Fahrt in Köln Hbf. Zwischen 21 Uhr und 0 Uhr endet die erste Fahrt in der Stunde in Köln Hbf und die zweite Fahrt in der Stunde fährt nur auf dem Abschnitt Köln Hbf bis Bonn-Mehlem. Samstags und Sonntags sind einige weitere Fahrten verkürzt.

Der Abschnitt zwischen Wuppertal Hauptbahnhof und Wuppertal-Oberbarmen wurde zwischen Dezember 2007 und Dezember 2015 aufgrund gekürzter Regionalisierungsmittel nicht mehr bedient. Auf dem bis 2003 von der Linie bedienten Abschnitt in Rheinland-Pfalz fuhr bis Dezember 2015 abends ein Zug nach Remagen und morgens wieder zurück.

Tarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Fahrten bis Solingen Hauptbahnhof gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), für Fahrten darüber hinaus gibt es den Verbundtarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS). Außerdem findet der landesweite NRW-Tarif Anwendung.

Zugmaterial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Dezember 2015 werden Triebzüge vom Typ Bombardier Talent 2 eingesetzt. Diese verkehren regulär in Doppeltraktion aus einem fünf- und einem dreiteiligen Triebzug. Des Weiteren hält National Express für den Betrieb auf der RB 48 zwei Ersatzgarnituren aus Reisezugwagen und Lokomotiven der Baureihe 182 vor.[1]

Die Rhein-Wupper-Bahn mit der DB-Baureihe 111 im Umsteigebahnhof Köln Hauptbahnhof auf dem Weg nach Wuppertal

Auf der Rhein-Wupper-Bahn wurde bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2007 zumeist ein lokbespannter Wendezug eingesetzt. Dieser bestand im Normalfall aus fünf n-Wagen (ehemalige Silberlinge) und wurde planmäßig von einer Elektrolokomotive der Baureihe 111 bespannt. Häufig kamen auch Loks der Baureihe 110 und seltener Triebwagen der Baureihe 425 in Doppeltraktion zum Einsatz.

Ab Dezember 2007 verkehrte die RB 48 zunächst durchgehend mit Baureihe 425 in Doppeltraktion. Dazu kommen Triebzüge zum Einsatz, die aus den verlorenen Ausschreibungen mit Abellio und der Westfalenbahn frei wurden. Zwischen dem kleinen Fahrplanwechsel im Juni 2009 und dem regulären Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wurde ein Umlauf erneut mit Loks der Baureihe 110 mit fünf bis sechs n-Wagen erbracht, da bedingt durch Software-Anpassungen an den Triebzügen ansonsten nicht genügend Fahrzeuge zur Verfügung gestanden hätten. Bis November 2015 wurde täglich ein Umlauf aus einer Lok der Baureihe 111 und fünf n-Wagen gebildet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RB 48 mit Baureihe 425 in Köln-West
RB 48 mit Baureihe 111 und n-Wagen in Köln-West

Die Rhein-Wupper-Bahn ersetzte im Dezember 2002 den bisherigen Rhein-Wupper-Express (RE 6) zwischen Koblenz und Wuppertal, der im nordrhein-westfälischen Teil des Zuglaufs ebenso wie die heutige RB 48 alle Halte mit Ausnahme von Hürth-Kalscheuren bediente. Der Rhein-Wupper-Express bestand ursprünglich aus sechs n-Wagen ohne Steuerwagen, gezogen von Loks der Baureihe 110. Ab 2001 wurde auf Triebwagengarnituren aus zwei Triebwagen der Baureihe 425 und einem der Baureihe 426 umgestellt.

Die Rhein-Wupper-Bahn hatte anfangs den Zuglauf Remagen–Wuppertal-Oberbarmen und wurde mit Triebwagen der Baureihe 425 in Doppeltraktion gefahren. Im Dezember 2003 wurde sie bis zur Landesgrenze nach Bonn-Mehlem verkürzt, da die Zugkilometer in Rheinland-Pfalz von keinem der beiden Bundesländer getragen wurden.

Nachdem die Triebwagen der Baureihe 425 im Herbst 2003 mit massiven Bremsproblemen zu kämpfen hatten, wurde die Rhein-Wupper-Bahn im Zuge des Programms H'04 Anfang September 2004 auf lokbespannte Wendezüge aus fünf n-Wagen und Loks der Baureihe 110 umgestellt. Die für Dezember 2004 angekündigte Rückumstellung wurde drei Jahre später, Ende 2007, durchgeführt. Seitdem verkehrt sie in Doppeltraktion.

Im Dezember 2007 wurde die Rhein-Wupper-Bahn von Wuppertal-Oberbarmen zum Hauptbahnhof verkürzt. Dadurch konnten die bislang getrennten Umläufe Bonn–Wuppertal und Köln–Wuppertal verknüpft werden, womit eine Zuggarnitur eingespart wurde. Zeitweise fuhren noch früh morgens (Richtung Bonn) und spät abends (Richtung Wuppertal) Züge von/bis Wuppertal-Oberbarmen, da diese dort über Nacht abgestellt werden. Seit Dezember 2015 fahren die Züge wieder generell von/bis Wuppertal-Oberbarmen.

Gemäß Qualitätsbericht 2007 des VRR hatten die Zugfahrten der Rhein-Wupper-Bahn im Jahre 2007 eine durchschnittliche Verspätung von 2,8 Minuten und lagen damit weit über dem Durchschnitt der RB-Linien im VRR. Die Quote der nicht vorhersehbaren Zugausfälle lag bei etwa 3,1 % aller Zugfahrten, auch hier liegt die Linie weit über dem Durchschnitt der anderen RB-Linien im VRR.[2]

Ausschreibung des Betriebs ab 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Talent 2 der National Express am 18. November 2015 bei Schulungsfahrt in Bonn-Mehlem

Die Rhein-Wupper-Bahn wurde zusammen mit dem Rhein-Münsterland-Express ab Dezember 2015 ausgeschrieben.[3] Eine Bietergemeinschaft von National Express Rail und IntEgro Verkehr erhielt bei der Ausschreibung den Zuschlag.[4][5] Die Deutsche Bahn als Unterlegene machte von einer Einspruchsmöglichkeit Gebrauch, die Vergabekammer bei der Bezirksregierung Münster stellte jedoch keinen Vergaberechtsverstoß fest.[6]

Diese Leistungen werden von National Express Rail mit bei Bombardier Triebzügen vom Typ Talent 2 erbracht.[7]

Mit der Neuausschreibung wurde die Rhein-Wupper-Bahn (erneut) rückwärtig bis Wuppertal-Oberbarmen verlängert, außerdem werden die bislang in Köln endenden Fahrten im Berufsverkehr montags bis freitags je dreimal morgens und nachmittags bis Bonn verlängert und in dieser Zeit ein 30-Minuten-Takt geschaffen.[8] Zudem wird seit Dezember 2015 der Bahnhof Hürth-Kalscheuren und ab 1. November 2017 der Haltepunkt Bonn UN Campus (nur in Fahrtrichtung Bonn-Mehlem) bedient.[9]

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt Planungen, die Rhein-Wupper-Bahn zur S-Bahn auszubauen. Diese soll dann im 20-Minuten-Takt verkehren. Vorgesehen ist eine geänderte Linienführung zwischen Leverkusen-Opladen und Köln-Mülheim in Anlehnung an die bestehende Güterzugstrecke über Morsbroich. Hieraus ergäbe sich eine bessere Erschließung der Stadtteile Dünnwald und Höhenhaus. Es bestünde die Möglichkeit, die Linie als S 16 weiter bis Bonn zu führen, hierzu müsste allerdings die linke Rheinstrecke viergleisig ausgebaut werden (Kölner S-Bahn-Westring).

Ebenso besteht die Möglichkeit, die neue S 16 in Köln enden zu lassen und die aus Essen kommende S 6 nach Bonn zu verlängern. Die Nachfolgelinie der Rhein-Wupper-Bahn trägt nur im Zielnetz des VRS die Liniennummer S 16, im Zielnetz des VRR wird sie als S 14 geführt, die jedoch nicht mit der im VRS-Zielnetz enthaltenen S 14 (laut aktuellem NVP NVR S 15[10]) von Brügge nach Jünkerath zu verwechseln ist.[11]

Im aktuellen Nahverkehrsplan des NVR ist für das Zielnetz 2030Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren (+) vorgesehen, die RB48 zwischen Köln und Bonn-Mehlem durch die Linie S 17 zu ersetzen.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rhein-Wupper-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ersatzzüge im Einsatz. Website von National Express, abgerufen am 31. Dezember 2015.
  2. Qualitätsbericht 2007 des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (pdf)
  3. Ausschreibung TED 2012/S 83-136430. 28. April 2012, abgerufen am 9. Februar 2013.
  4. Deutsche Bahn verliert Bahnlinien. Kölnische Rundschau, 30. Januar 2013, abgerufen am 6. Februar 2013 (dpa-Meldung).
  5. Neues Gesicht bei den Nahverkehrsbetreibern in NRW. Zweckverband Ruhr-Lippe, 6. Februar 2013, abgerufen am 7. Februar 2013.
  6. Vergabekammer Münster: Schienenpersonennahverkehr auf den Linien RE 7 und RB 48 – Vergabe verstieß nicht gegen Vergaberecht. Bezirksregierung Münster, 22. März 2013, abgerufen am 22. März 2013.
  7. Bombardier erhält Auftrag über die Lieferung von TALENT 2 Triebzügen für National Express. Bombardier, 4. Juni 2013, abgerufen am 4. Juni 2013 (Pressemitteilung).
  8. Eckpunkte für das Wettbewerbsverfahren RE 7/RB 48. NVR, abgerufen am 31. Dezember 2014 (Beschlussvorlage zur Ausschreibung, Drucksachen Nr. 2-12-12-1.3).
  9. Barbara Cepielik: Alle 30 Minuten nach Bonn. Kölner Stadt-Anzeiger, 13. Februar 2013, abgerufen am 21. Mai 2013.
  10. a b SPNV-Nahverkehrsplan NVR 2016. NVR, 2016, abgerufen am 7. Juni 2016 (PDF).
  11. Bauvorhaben in der S-Bahn Rhein/Ruhr