Rita Moreno

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Rita Moreno (2011)

Rita Moreno (* 11. Dezember 1931 als Rosita Dolores Alverio in Humacao) ist eine puerto-ricanische Schauspielerin und Sängerin. In ihrer über 70-jährigen Karriere feierte sie sowohl am Broadway als auch in Hollywood Erfolge. Moreno zählt zu den wenigen Künstlern, die mit dem Oscar, dem Grammy, dem Emmy, dem Tony Award und dem Golden Globe alle der wichtigsten Preise der amerikanischen Unterhaltungsindustrie gewonnen haben.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von fünf Jahren zog Moreno mit ihrer Mutter nach New York City. Mit elf Jahren synchronisierte sie amerikanische Filme ins Spanische. Mit 13 Jahren hatte sie ihre erste Broadway-Rolle, mit der sie die Aufmerksamkeit von Talentsuchern aus Hollywood erregte, wo sie 1950 in So jung und so verdorben an der Seite von Paul Henreid ihr Filmdebüt gab. Im folgenden Jahrzehnt spielte sie in mehreren Filmen, war allerdings mit ihren stereotypischen Rollen unzufrieden – meist spielte sie heißblütige, naive Latinas in Nebenrollen.[1] Einen kleinen Auftritt übertrug man ihr 1951 als Stummfilmstar Zelda Zanders in Singin’ in the Rain, einem der erfolgreichsten Filmmusicals aller Zeiten. Ihre wahrscheinlich beste Filmrolle während der 1950er-Jahre hatte sie in Der König und ich an der Seite von Yul Brynner und Deborah Kerr.

1961 spielte sie die Figur der puerto-ricanischen Einwandererin Anita, deren Freund durch Bandenkonflikte stirbt, im Filmmusical West Side Story und gewann als erste Schauspielerin hispanischer Abstammung einen Oscar (in der Kategorie Beste Nebendarstellerin). Die Rolle machte Moreno weltweit bekannt, allerdings fielen die Rollenangebote in Hollywood weiterhin eher einseitig aus, weshalb sie an den Broadway zurückkehrte und dort auftrat.[2] Erst gegen Ende der 1960er-Jahre übernahm sie wieder Nebenrollen im Hollywood-Kino, so neben Marlon Brando in Am Abend des folgenden Tages und James Garner in Marlowe (beide 1969). 1975 wurde sie am Broadway für ihren Auftritt in Terrence McNallys Komödie The Ritz mit dem Tony Award ausgezeichnet, diese Rolle spielte sie auch ein Jahr später in der gleichnamigen Verfilmung.

Rita Moreno (1998)

Im Fernsehen wirkte Moreno zwischen 1971 und 1977 an der in den USA bis heute populären Kinderserie The Electric Company mit. In dieser Sendung, die Grundschülern durch komische Sketche Bildung vermitteln sollte, war Moreno Ensemblemitglied. Mit dem Soundtrack-Album der Electric Company gewann Moreno 1972 einen Grammy Award. Den Emmy Award in der Kategorie Outstanding Individual Performance in a Variety or Music Program erhielt sie 1977 für ihren Gastauftritt in der Muppet Show. In den 1980er-Jahren war sie Hauptdarstellerin der Sitcom 9 to 5, die auf dem gleichnamigen Kinofilm basierte. Zwischen 1997 und 2003 war sie in der Fernsehserie Oz – Hölle hinter Gittern in einer wiederkehrenden Rolle als Nonne und ausgebildete Psychologin Schwester Reimondo zu sehen. Seit 2017 gehört Moreno zur Hauptbesetzung der preisgekrönten Netflix-Comedy One Day at a Time, sie verkörpert darin die lebenslustige Matriarchin einer kubanisch-amerikanischen Familie. Stand November 2018 soll Moreno bei der geplanten Neuverfilmung von West Side Story durch Steven Spielberg eine Rolle verkörpern und ebenfalls als Mitproduzentin fungieren.[3]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1959 veröffentlichte Moreno mit Warm, Wild, Wonderful ihre erste LP.[4] Im Jahr 1998 wirkte sie in dem von Prince veröffentlichten Musikvideo The One mit, bei dem dessen damalige Ehefrau Mayte Garcia Regie führte. Moreno verkörpert im Video die Mutter von Garcia. 2000 erschien nach 49 Jahren ihr zweites Studioalbum Rita Moreno mit Pop- und Jazz-Standards.[5] 2015 folgte Una vez más in spanischer Sprache.[6]

Privat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rita Moreno (1963)

Ab Mitte der 1950er-Jahre hatte Moreno eine etwa achtjährige Affäre mit Marlon Brando.[7] Als sie schwanger wurde, wurde sie von Brando zu einer Abtreibung überredet, woraufhin sie einen Suizidversuch unternahm.[8] Moreno datete ebenfalls Elvis Presley.[9]

Am 18. Juni 1965 heiratete Moreno den Kardiologen Lenny Gordon (1920–2010), mit dem sie bis zu dessen Tod verheiratet blieb und der zugleich ihr Manager war.[10] Sie haben eine gemeinsame Tochter.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rita Moreno erhält die Presidential Medal of Freedom durch George W. Bush

Moreno gehört seit ihrem Emmy-Gewinn 1977 zu dem nur 15 Künstler umfassenden Kreis, der mit Oscar, Emmy, Tony und Grammy Award die wichtigsten Preise der US-Unterhaltungsindustrie in ihren jeweiligen Bereichen Kino, Fernsehen, Theater und Musik gewinnen konnte.

1995 erhielt sie einen Stern auf dem Walk of Fame auf dem Hollywood Boulevard.[11] US-Präsident George W. Bush überreichte Moreno 2004 die Freiheitsmedaille („The Presidential Medal of Freedom“), die höchste zivile Auszeichnung in den USA. 2009 wurde sie von Präsident Barack Obama mit der National Medal of Arts geehrt. 2013 bekam sie auch den Screen Actors Guild Life Achievement Award für ihr Lebenswerk zugesprochen und hat damit alle wichtigen amerikanischen Filmpreise gewonnen. 2015 erhielt sie den Kennedy-Preis.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rita Moreno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rita Moreno on Who Helped Change Hollywood. Abgerufen am 17. März 2019 (englisch).
  2. Rita Moreno overcame Hispanic stereotypes to achieve stardom. Abgerufen am 17. März 2019.
  3. Rita Moreno returns to West Side Story. 28. November 2018 (bbc.com [abgerufen am 17. März 2019]).
  4. Rita Moreno - Warm, Wild Wonderful. Abgerufen am 22. März 2020.
  5. Rita Moreno - Rita Moreno | Songs, Reviews, Credits. Abgerufen am 22. März 2020 (amerikanisches Englisch).
  6. Una vez mas bei Allmusic
  7. After Trying Hollywood, Brando and Suicide, Rita Moreno Has Settled Down. Abgerufen am 17. März 2019 (englisch).
  8. Susannah Cahalan: Rita Moreno tells all about her ‘near-fatal’ affair with Marlon Brando in memoir. In: New York Post. 17. Februar 2013, abgerufen am 17. März 2019 (englisch).
  9. Hilary Weaver: Rita Moreno Used Elvis to Make Marlon Brando Jealous. Abgerufen am 17. März 2019 (englisch).
  10. Todesanzeige
  11. http://projects.latimes.com/hollywood/star-walk/rita-moreno/
  12. Rita Moreno, the Isley Brothers, Lucian Grainge, Milton Nascimento Honored at Commencement | Berklee College of Music. Abgerufen am 17. Mai 2020 (englisch).