Schönwölkau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schönwölkau
Schönwölkau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schönwölkau hervorgehoben
Koordinaten: 51° 30′ N, 12° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Nordsachsen
Verwaltungs­gemeinschaft: Krostitz
Höhe: 105 m ü. NHN
Fläche: 49,15 km²
Einwohner: 2427 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04509
Vorwahl: 034295
Kfz-Kennzeichen: TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 280
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Parkstraße 11
, OT Wölkau
04509 Schönwölkau
Webpräsenz: www.schoenwoelkau.de
Bürgermeister: Volker Tiefensee (CDU)
Lage der Gemeinde Schönwölkau im Landkreis Nordsachsen
Arzberg Bad Düben Beilrode Belgern-Schildau Cavertitz Dahlen Delitzsch Doberschütz Dommitzsch Dreiheide Eilenburg Elsnig Großtreben-Zwethau Jesewitz Krostitz Laußig Liebschützberg Löbnitz Mockrehna Mockrehna Mügeln Naundorf Wiedemar Oschatz Rackwitz Belgern-Schildau Schkeuditz Schönwölkau Mügeln Taucha Torgau Trossin Wermsdorf Wiedemar Torgau Zschepplin WiedemarKarte
Über dieses Bild

Schönwölkau ist eine Gemeinde im Landkreis Nordsachsen im Freistaat Sachsen. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Krostitz. Schönwölkau entstand 1995 durch Zusammenschluss von fünf Gemeinden.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schönwölkau wird durch die großen ebenen Felder der Leipziger Tieflandsbucht geprägt. Sie liegt ca. 17 km nordöstlich von Leipzig, 10 km südöstlich von Delitzsch und 15 km nordwestlich von Eilenburg.

Schönwölkau liegt im Bereich des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes. Die Bahnstrecke Halle–Eilenburg verläuft durch das Gemeindegebiet. Ein Haltepunkt liegt in der Ortschaft Hohenroda, ein Bahnhof kurz hinter der Gemeindegrenze in Krensitz. An beiden halten täglich alle zwei Stunden Züge der Mitteldeutschen Regiobahn (Veolia Verkehr). Hinzu kommen einzelne Züge der DB Regio Südost zur Hauptverkehrszeit.

Die Bundesstraße 2 führt durch die Gemeinde. Die Gemeinde ist auch über die Anschlussstelle Leipzig-Mitte (ca. 10 km) der Bundesautobahn 14 erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönwölkau ist eine am 1. Januar 1995 durch den Zusammenschluss der zuvor eigenständigen Gemeinden Badrina, Brinnis, Hohenroda, Lindenhayn und Wölkau entstandene Gemeinde.[2] 1999 kam der zuvor zur Gemeinde Krippehna gehörende Ort Göritz als Siedlungsbereich des Ortsteils Wölkau zur Gemeinde Schönwölkau. Zur Geschichte der einzelnen Ortsteile siehe die entsprechenden Ortsartikel.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile, die sich 1995 als bis dahin selbständige Gemeinden zu Schönwölkau zusammengeschlossen haben und ihrerseits durch vorherige Eingemeindungen weitere Dörfer umfassten. Es sind dies:

Ortschaft Ortsteile
Badrina Badrina und Scholitz
Brinnis Brinnis, Luckowehna und Wannewitz
Hohenroda Hohenroda und Mocherwitz
Lindenhayn Gollmenz und Lindenhayn
Wölkau Boyda, Göritz und Wölkau (früher Groß- und Kleinwölkau)

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Badrina 1. Januar 1995 Zusammenschluss zu Schönwölkau
Boyda 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Wölkau
Brinnis 1. Januar 1995 Zusammenschluss zu Schönwölkau
Göritz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Krippehna, am 1. Januar 1999 Umgliederung nach Schönwölkau
Gollmenz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Lindenhayn
Groß-Wölkau 1. Juli 1950 Zusammenschluss zu Wölkau
Hohenroda 1. Januar 1995 Zusammenschluss zu Schönwölkau
Klein-Wölkau 1. Juli 1950 Zusammenschluss zu Wölkau
Lindenhayn 1. Januar 1995 Zusammenschluss zu Schönwölkau
Luckowehna 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Brinnis
Mocherwitz 1. Dezember 1973 Eingemeindung nach Hohenroda
Scholitz 1. April 1936 Eingemeindung nach Badrina
Wannewitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Brinnis
Wölkau 1. Januar 1995 Zusammenschluss zu Schönwölkau

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 54,7 % (2009: 49,9 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
60,7 %
18,7 %
3,8 %
7,7 %
n. k.
2,4 %
6,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+6,5 %p
+0,2 %p
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-0,3 %p
-3,2 %p
+2,4 %p
+6,7 %p
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Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 11 Sitze
  • LINKE: 3 Sitze
  • Badrina-Scholitzer Heimatverein e.V. (BSH): 1 Sitz
  • SPD: 1 Sitz

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Wölkau: Das Rittergut Wölkau gelangte 1659 an Christoph Vitzthum von Eckstädt (1633–1711). Er ließ hier ab 1660 die größte Schlossanlage Nordsachsens erbauen. Im Süden liegt der Schlosshof, im Norden der unmittelbar anschließende Wirtschaftshof. Sein Sohn, Friedrich I. Vitzthum von Eckstädt (1675–1726), geheimer Kabinettsminister unter August dem Starken und seit 1711 Reichsgraf, ließ 1711 den Mitteltrakt in hochbarocken Formen umgestalten, vermutlich durch einen italienischen Architekten, der in Warschau tätig war. Seine Witwe Rahel Charlotte, geborene Gräfin von Hoym, die ihren im Duell umgekommenen Gemahl um 27 Jahre überlebte, ließ den Ausbau der Innenräume vornehmen, darunter des großen Festsaals im Obergeschoß. Sie erbaute um 1730 auch das Barockschloss in Otterwisch. Das Gut Schönwölkau blieb bis zur Enteignung 1945 im Besitz der Grafen Vitzthum von Eckstädt. 1998 erwarb eine private Gesellschaft von vier Investoren, darunter Justus Frantz, das intakte Anwesen, um hier ein Kulturzentrum einzurichten, doch blieben die versprochenen Investitionen aus, obwohl die Erwerber zu Vertragsstrafen verurteilt wurden[4]. Das barocke Kleinod, für das der Berliner Geschäftsmann Wolfgang Hamma verantwortlich ist[5], befindet sich seither in zunehmendem Verfall.[6] Es steht zum Verkauf.
  • Schlosspark Wölkau mit alten Baumbestand
  • Patronatskirche in Wölkau: zwischen 1680 und 1684 erbaut
  • historische Apotheke in Wölkau
  • Bockwindmühle in Hohenroda und Ruine einer Bockwindmühle in Mocherwitz
  • Wassermühle in Badrina
  • Lindenhayner Kirche St. Mauritius: im 12. Jahrhundert als Wehrkirche erbaut und in den 1990er Jahren renoviert
  • Orchideenwiese bei Lindenhayn

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Stammer (* 1881 in Scholitz), Landrat in Bitterfeld und Wittenberg
  • Friedemann Steiger (* 1938 in Gebesee), Pfarrer i.R. und Schriftsteller, Ehrenbürger von Schönwölkau (5. Februar 2005)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  3. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  4. Oberlandesgericht Dresden 2007
  5. Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 15. Januar 2013
  6. FAZ vom 25. September 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schönwölkau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien