Krostitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Krostitz
Krostitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Krostitz hervorgehoben
51.46222222222212.453333333333127Koordinaten: 51° 28′ N, 12° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Nordsachsen
Verwaltungs­gemeinschaft: Krostitz
Höhe: 127 m ü. NHN
Fläche: 43,06 km²
Einwohner: 3730 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04509
Vorwahlen: 034295, 034241 (Mutschlena), 034294 (Beuden, Hohenossig, Kletzen, Zschölkau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 150
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dübener Str. 1
04509 Krostitz
Webpräsenz: www.krostitz.de
Bürgermeister: Wolfgang Frauendorf (CDU)
Lage der Gemeinde Krostitz im Landkreis Nordsachsen
Arzberg Bad Düben Beilrode Belgern-Schildau Cavertitz Dahlen Delitzsch Doberschütz Dommitzsch Dreiheide Eilenburg Elsnig Großtreben-Zwethau Jesewitz Krostitz Laußig Liebschützberg Löbnitz Mockrehna Mockrehna Mügeln Naundorf Wiedemar Oschatz Rackwitz Belgern-Schildau Schkeuditz Schönwölkau Mügeln Taucha Torgau Trossin Wermsdorf Wiedemar Torgau Zschepplin WiedemarKarte
Über dieses Bild

Krostitz ist eine Gemeinde im Landkreis Nordsachsen, Freistaat Sachsen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Krostitz an.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Krostitz liegt in der Leipziger Tieflandsbucht etwa 15 Kilometer nordöstlich von Leipzig, zehn Kilometer südöstlich von Delitzsch und zehn Kilometer westlich von Eilenburg. Die B 2 führt durch die Ortsteile Krensitz und Krositz und die Bahnstrecke Halle (Saale)–Eilenburg durch den Ortsteil Krensitz. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Leipzig an der A 14 - Leipzig Mitte. Es bestehen regelmäßige Busverbindungen nach Delitzsch, Eilenburg, Taucha, Rackwitz, in die weiteren Ortsteile, Bad Düben und nach Leipzig.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde setzt sich aus den folgenden Ortsteilen zusammen:

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Beuden 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Kletzen
Hohenossig 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Zschölkau
Großkrostitz vor 1925 Zusammenschluss zu Krostitz
Hohenleina 1. April 1939 Eingemeindung nach Krostitz
Kleinkrostitz vor 1925 Zusammenschluss zu Krostitz
Kletzen 1. Januar 1994 Zusammenschluss zu Kletzen-Zschölkau
Kletzen-Zschölkau 1. Januar 1999 Eingemeindung nach Krostitz
Krensitz 1. März 1994 Eingemeindung nach Krostitz
Kupsal 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Priester
Lehelitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Krostitz
Mutschlena 1. März 1994 Eingemeindung nach Krostitz
Niederossig 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Krensitz
Priester 1. Januar 1997 Eingemeindung nach Krostitz
Pröttitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Krostitz
Zschölkau 1. Januar 1994 Zusammenschluss zu Kletzen-Zschölkau

Geschichte[Bearbeiten]

Krostitz wird als Rittergut 1349 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1534 verlieh Herzog Georg von Sachsen seinem Getreuen Hans Wahl das Braurecht auf dem Rittergut zu Crostitz. Während des Dreißigjährigen Krieges weilte im Jahr 1631 Gustav II. Adolf König von Schweden als Gast im Rittergut zu Krostitz und war der Legende nach von dem hier gebrauten Bier begeistert. Die heutigen Ortsteile Kletzen und Priester waren 1657–1668 von Hexenverfolgung betroffen.[2]

Die Orte Groß- und Klein-Krostitz gehörten bis 1815 zum kursächsischen Amt Delitzsch.[3] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen beide Orte zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1952 gehörten.[4] Vor 1925 erfolgte die Vereinigung von Groß- und Klein-Krostitz zur Gemeinde Krostitz. Am 1. April 1939 wurde Hohenleina in die Gemeinde Krostitz eingegliedert.[5] Lehelitz, Nieder Ossig und Pröttitz kamen am 1. Juli 1950 hinzu.

Im Zuge der Kreisreform in der DDR von 1952 wurde Krostitz dem neu zugeschnittenen Kreis Delitzsch im Bezirk Leipzig zugeteilt, welcher 1994 im Landkreis Delitzsch aufging. Krensitz und Mutschlena wurden am 1. März 1994 Ortsteile von Krostitz.[6] Die ehemalige Gemeinde Priester mit dem am 1. Juli 1950 aufgenommenen Ort Kupsal wurde am 1. Januar 1997 eingegliedert.[7] Das am 1. Januar 1994 zusammengefügte Kletzen-Zschölkau mit Kletzen, Zschölkau, Hohenossig und Beuden folgte am 1. Januar 1999.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Dorfkirche St. Laurentius in Krostitz wurde in den Jahren 1206 bis 1208 im spätromanischen Stil aus Feldsteinen errichtet. Um 1500 wurde sie umfangreich umgebaut, so ist der zusammengebrochene Kirchturm in seiner jetzigen Form aufgebaut und 1504 der Altarraum angebaut worden. Die Turmhaube stammt aus dem Jahr 1678. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges war die Kirche das einzige erhaltene Gebäude des Ortes. Der jetzige barocke Altar stammt von 1705 und wurde von einem Eilenburger Meister angefertigt, die ebenfalls barocke Kanzel stammt von 1726 und wurde in Taucha hergestellt. Im Turm der Kirche befinden sich zwei Glocken, die aus dem 16. Jahrhundert stammen. In den 1980er und 1990er Jahren ist die Kirche renoviert worden.[9][10]

Eine Gedenktafel am gegenüberliegenden Pfarrhaus erinnert daran, dass der Pfarrer Zachäus Faber, der 1601 das Lied Fröhlich wir nun all fangen an geschaffen hat, in Krostitz wirkte.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[11]
Wahlbeteiligung: 46,7 % (2009: 52,9 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
62,3 %
17,9 %
12,1 %
7,8 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,0 %p
+4,4 %p
-1,3 %p
+1,2 %p
-3,2 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Freundeskreis Krostitz

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 12 Sitze
  • SPD: 3 Sitze
  • LINKE: 2 Sitze
  • Freie Wählervereinigung (FWV): 1 Sitz

Wirtschaft[Bearbeiten]

Brauerei

Der bedeutendste Betrieb in der Gemeinde ist die Krostitzer Brauerei.

Bildung[Bearbeiten]

In Krostitz bestehen eine kommunale Kindertagesstätte mit einer Zweigstelle im Ortsteil Hohenossig, eine Grundschule sowie eine Oberschule.

Freizeit[Bearbeiten]

In Krostitz gibt es einen Sportplatz und ein vom DFB gesponsertes Mini-Spielfeld, eine Turnhalle, welche aktiv von der Ober- bzw. der Grundschule genutzt wird, sowie das Freizeitzentrum Blaue Lagune mit Bademöglichkeit.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krostitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 481 und 498.
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.
  4. Der Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900
  5. Verwaltungsgeschichte Landkreis Delitzsch
  6. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  9. Kirchenkreis Eilenburg: Spuren im Stein – Kirchen im Kirchenkreis Eilenburg, Leipzig 1997, ISBN 3-00-001722-4
  10. Informationen zur Dorfkirche auf den Seiten der Gemeinde Krostitz
  11. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014