Jesewitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Jesewitz
Jesewitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Jesewitz hervorgehoben
51.42222222222212.5625139Koordinaten: 51° 25′ N, 12° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Nordsachsen
Verwaltungsverband: Eilenburg-West
Höhe: 139 m ü. NHN
Fläche: 52,29 km²
Einwohner: 3003 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04838
Vorwahl: 034241
Kfz-Kennzeichen: TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 140
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alte Dorfstraße 1
04838 Jesewitz
Webpräsenz: www.jesewitz.de
Bürgermeister: Ralf Tauchnitz (Wählervereinigung Liemehna)
Lage der Gemeinde Jesewitz im Landkreis Nordsachsen
Arzberg Bad Düben Beilrode Belgern-Schildau Cavertitz Dahlen Delitzsch Doberschütz Dommitzsch Dreiheide Eilenburg Elsnig Großtreben-Zwethau Jesewitz Krostitz Laußig Liebschützberg Löbnitz Mockrehna Mockrehna Mügeln Naundorf Wiedemar Oschatz Rackwitz Belgern-Schildau Schkeuditz Schönwölkau Mügeln Taucha Torgau Trossin Wermsdorf Wiedemar Torgau Zschepplin WiedemarKarte
Über dieses Bild

Jesewitz ist eine Gemeinde im Landkreis Nordsachsen in Sachsen. Sie gehört dem Verwaltungsverband Eilenburg-West an.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Jesewitz liegt ca. 15 Kilometer nordöstlich von Leipzig und 5 Kilometer südwestlich von Eilenburg. Die B 107, die B 87 und die Bahnstrecke LeipzigCottbus (siehe: Bahnstrecke Leipzig–Eilenburg und Bahnstrecke Halle–Cottbus) führen durch die Gemeinde. Im Westen grenzt die Gemeinde an die Stadt Taucha, im Osten beim Ortsteil Groitzsch an Eilenburg im Muldetal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Mit seinen 15 Ortsteilen war die Gemeinde Jesewitz die ortsteilreichste Gemeinde des ehemaligen Landkreises Delitzsch. Die Ortsteile sind:

Ortschaft Ortsteile
Gotha Gostemitz, Gotha, Groitzsch, Kossen
Jesewitz Bötzen, Gordemitz, Jesewitz, Jesewitz-Bahnhof, Weltewitz, Wölpern
Liemehna Gallen, Liemehna, Ochelmitz
Pehritzsch Pehritzsch, Wöllmen

Geschichte[Bearbeiten]

Die Orte sind wie aus den Namen ersichtlich meist slawischen Ursprungs. Die Ortsteile Bötzen, Gordemitz, Gostemitz, Groitzsch, Weltewitz und Wölpern werden im Jahre 1156 erstmals in einer Urkunde erwähnt, als der Wettiner Markgraf Konrad dem Kloster auf dem Petersberg bei Halle/Saale verschiedene Dörfer schenkte. Der Ortsteil Liemehna wird erstmals im Jahr 1238 als „Lumene“ urkundlich erwähnt. Der Ortsname kommt aus dem slawischen und bedeutet so viel wie „Leute am Steinbruch“. Jesewitz war 1700 von Hexenverfolgung betroffen. Hans Buchheim geriet in einen Hexenprozess.[2]

Jesewitz und seine heutigen Ortsteile gehörten bis 1815 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Eilenburg.[3] Einzig Gallen gehörte als Exklave im Amt Eilenburg zum Amt Wurzen des Stiftsamts Wurzen unter kursächsischer bzw. königlich-sächsischer Oberhoheit.[4] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen die Orte zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1952 gehörten.[5] Im Zuge der zweiten Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Jesewitz dem Kreis Eilenburg im Bezirk Leipzig angeschlossen, welcher 1994 im Landkreis Delitzsch aufging.

Im Jahre 1993 haben sich die ehemaligen Gemeinden Gotha, Jesewitz, Liemehna und Pehritzsch auf freiwilliger Basis zu der Großgemeinde Jesewitz zusammengeschlossen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bötzen 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Jesewitz
Gallen 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Liemehna
Gordemitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Jesewitz
Gostemitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Gotha
Gotha 1. März 1994 Zusammenschluss zur Großgemeinde Jesewitz
Groitzsch 1. Oktober 1972 Eingemeindung nach Gotha
Jesewitz 1. März 1994 Zusammenschluss zur Großgemeinde Jesewitz
Kossen 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Groitzsch
Liemehna 1. März 1994 Zusammenschluss zur Großgemeinde Jesewitz
Ochelmitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Liemehna
Pehritzsch 1. März 1994 Zusammenschluss zur Großgemeinde Jesewitz
Weltewitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Jesewitz
Wöllmen 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Pehritzsch
Wölpern 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Jesewitz

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 55,9 %
 %
40
30
20
10
0
26,5 %
20,5 %
32,8 %
8,0 %
6,9 %
5,2 %
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Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 12 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Wählervereinigung Liemehna (WVL): 4 Sitze
  • Wählervereinigung Pehritzsch (WVP): 3 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Jesewitz (FWGJ): 3 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Wölpern (FWGW): 1 Sitz
  • CDU: 1 Sitz

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dorfkirche Gostemitz
Bürgerhaus Jesewitz
  • Kirche Gostemitz um 1200 erbaut
  • Kapelle Groitzsch von 1889
  • Kirche Liemehna von 1209, 1658–1660 nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut.
  • gotische Kirche Wöllmen um 1500 erbaut, mit altem Wallfahrtskreuz
  • romanische Kirche Wölpern aus dem 12. Jahrhundert (1837/1838 umgebaut)
  • Schloss von Gotha; Stammsitz der Herren von Groitzsch
  • Kapelle Pehritzsch
  • Dorfteich Gotha
  • Kirche Weltewitz
  • Alte Schule Weltewitz
  • Grundschule Weltewitz

Kulturverein Jesewitz[Bearbeiten]

Der Kulturverein Jesewitz e. V. ist ein Verein, der in der Gemeinde Jesewitz durch diverse Veranstaltungen versucht das (Kultur)leben in der Gemeinde zu intensivieren. Neben verschiedenen Lesungen und Konzerten ist das vom Kulturverein organisierte Sommerfest der Höhepunkt der Volksfeste, die meist in der Sommerzeit in der Gemeinde abgehalten werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jesewitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 509
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.
  4. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 88 f.
  5. Der Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900
  6. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014