Wiedemar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wiedemar
Wiedemar
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wiedemar hervorgehoben
51.46666666666712.203611111111115Koordinaten: 51° 28′ N, 12° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Nordsachsen
Höhe: 115 m ü. NHN
Fläche: 93,52 km²
Einwohner: 5184 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04509
Vorwahlen: 034202, 034207, 034602, 034954
Kfz-Kennzeichen: TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 340
Gemeindegliederung: 17 Ortsteile
Webpräsenz: www.wiedemar.de
Bürgermeisterin: Ines Möller (parteilos)
Lage der Gemeinde Wiedemar im Landkreis Nordsachsen
Arzberg Bad Düben Beilrode Belgern-Schildau Cavertitz Dahlen Delitzsch Doberschütz Dommitzsch Dreiheide Eilenburg Elsnig Großtreben-Zwethau Jesewitz Krostitz Laußig Liebschützberg Löbnitz Mockrehna Mockrehna Mügeln Naundorf Wiedemar Oschatz Rackwitz Belgern-Schildau Schkeuditz Schönwölkau Mügeln Taucha Torgau Trossin Wermsdorf Wiedemar Torgau Zschepplin WiedemarKarte
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Wiedemar ist eine Gemeinde im Landkreis Nordsachsen, Freistaat Sachsen.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wiedemar liegt im westlichsten Zipfel des Landkreises an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Halle (Saale) liegt ca. 17 km westlich und Delitzsch 13 km nordöstlich des namensgebenden Ortsteils Wiedemar. Die A 14 (im Süden) und die A 9 (zentral von Norden nach Süden) führen durch das Gemeindegebiet und kreuzen sich im Schkeuditzer Kreuz auf dem Gemeindegebiet. Erstere ist über den Anschluss Gröbers, letztere ist über den Anschluss Wiedemar erreichbar. Die Gemeinde wird durch die großen, ebenen Felder der Leipziger Tieflandsbucht geprägt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wiedemar gliedert sich in drei Ortschaften entsprechend den bis zum 31. Dezember 2012 bestehenden einzelnen Gemeinden mit jeweils mehreren Ortsteilen:[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Doberstau 1950 Eingemeindung nach Zschernitz
Flemsdorf mit Ettelwitz 1936 Eingemeindung nach Zwochau
Gördenitz 1934 Eingemeindung nach Pohritzsch
Grabschütz 1950 Eingemeindung nach Zwochau; 1985 durch Braunkohletagebau Delitzsch-Südwest devastiert
Grebehna 1950 Eingemeindung nach Zwochau
Großkyhna 1936 Zusammenschluss zu Kyhna
Großlissa 1950 Zusammenschluss zu Lissa
Kleinkyhna 1936 Zusammenschluss zu Kyhna
Kleinlissa 1950 Zusammenschluss zu Lissa
Klitschmar 1994 Zusammenschluss zu Wiedemar
Kölsa 1994 Zusammenschluss zu Wiedemar
Kyhna 1994 Zusammenschluss zu Neukyhna
Lissa 1994 Zusammenschluss zu Neukyhna
Neukyhna 1. Januar 2013 Zusammenschluss zur Einheitsgemeinde Wiedemar
Peterwitz 1950 Eingemeindung nach Klitschmar
Pohritzsch 1994 Zusammenschluss zu Neukyhna
Quering 1950 Eingemeindung nach Kyhna
Rabutz 1950 Eingemeindung nach Wiesenena
Schladitz 1936 Eingemeindung nach Zwochau
Serbitz 1950 Eingemeindung nach Zaasch
Werlitzsch 1950 Eingemeindung nach Wiesenena
Wiedemar 1. Januar 2013 Zusammenschluss zur Einheitsgemeinde Wiedemar
Wiesenena 1994 Zusammenschluss zu Wiedemar
Zaasch 1994 Zusammenschluss zu Neukyhna
Zschernitz mit Nösselwitz 1994 Zusammenschluss zu Neukyhna
Zwochau 1. Januar 2013 Zusammenschluss zur Einheitsgemeinde Wiedemar

Geschichte[Bearbeiten]

Wiedemar wurde erstmals als Villa Wedemar im Jahr 1272 urkundlich erwähnt. Wiesenena wurde erstmals 1342 als Besitz des Ritters Hermann von Wiesenena und Klitschmar erstmals als Gliczene im Jahr 1349 urkundlich erwähnt. Der Name kommt ebenfalls aus dem Slawischen und dürfte so viel wie „Ort an der Quelle“ bedeuten.

Alle heutigen Ortsteile Wiedemars gehörten bis 1815 zum kursächsischen Amts Delitzsch.[3] Einzig Kölsa bildete eine zum Amt Schkeuditz gehörige Enklave im Amt Delitzsch.[4] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen die Orte einschließlich Kölsa zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1952 gehörten.[5] Im Zuge der Kreisreform in der DDR 1952 wurden sie dem Kreis Delitzsch im Bezirk Leipzig zugeteilt, welcher 1994 im Landkreis Delitzsch aufging.

Zum 1. Januar 2013 schloss sich die bisherige Gemeinde Wiedemar mit den Gemeinden Neukyhna und Zwochau zur neuen Einheitsgemeinde Wiedemar zusammen.[6] Die Gemeinden arbeiteten bis dahin im Verwaltungsverband Wiedemar zusammen, der mit dem Gemeindezusammenschluss aufgelöst wurde. Als Sitz der Verwaltung wurde der Ortsteil Kyhna festgelegt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 45,9 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
60,1 %
13,4 %
1,9 %
14,3 %
10,3 %

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 11 Sitze
  • Freie Wählervereinigung Wiedemar (FWVW): 2 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Heimatverein "Sächsischer Nordzipfel" (HV): 1 Sitz

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Ein Gedenkstein aus dem Jahre 1964 auf dem Dorfplatz erinnert an den kommunistischen Widerstandskämpfer Willi Grübsch, der nach Gefängnis- und Zuchthausaufenthalt 1944 im KZ Sachsenhausen ermordet wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dorfkirche Kölsa
Kirche Wiedemar
Dorfkirche Klitschmar
  • spätgotische Kirche Wiedemar aus dem 14. und 15. Jahrhundert
  • Kirche in Kölsa von 1522 mit romanischem Turm
  • Dorfkirche in Klitschmar, vermutlich aus dem 15. Jahrhundert

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Bruno Garlepp (1845–1916), Schriftsteller,
  • Willi Grübsch (1907–1944), kommunistischer Widerstandskämpfer, Opfer der NS-Diktatur,
  • Werner Peters (1918–1971), Theater-, Film- und Fernsehschauspieler und Synchronsprecher,
  • Christian Friedrich Petzold (1743–1788) Rektor der Universität Leipzig,
  • Christoph Gottfried Ringe (1713–1797) Anhalt-Köthenscher Hofporträtmaler,
  • Carl Gottlob Küttner d.J. (1755–1805) bedeutender Reiseschriftsteller,
  • Christian Salomaon Pollmächter (1756–1826) Theologe und Historiker,
  • Theodor Fritsch (1852–1933), antisemitischer Verleger und Politiker

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiedemar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Öffentlich-rechtliche Vereinbarung über die Umwandlung des Verwaltungsverbandes Wiedemar und seiner Mitgliedsgemeinden Neukyhna, Wiedemar und Zwochau zur neuen Einheitsgemeinde Wiedemar. www.wittlich.de, abgerufen am 4. Januar 2013
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.
  4. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 84 f.
  5. Der Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900
  6. Freiwillige Gemeindezusammenschlüsse. www.medienservice.sachsen.de, 28. Dezember 2012.
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014