Schachtanlage Rheinpreußen 4

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Schachtanlage Rheinpreußen 4
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Bundesarchiv B 145 Bild-F015014-0008, Moers, Kohlebergbau.jpg

Schachtanlage 1959
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Betriebsbeginn 1904
Betriebsende 1964
Nachfolgenutzung Industriedenkmal
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Steinkohle
Geographische Lage
Koordinaten 51° 27′ 17″ N, 6° 39′ 49″ O51.4547222222226.6636111111111Koordinaten: 51° 27′ 17″ N, 6° 39′ 49″ O
Schachtanlage Rheinpreußen 4 (Regionalverband Ruhr)
Schachtanlage Rheinpreußen 4
Lage Schachtanlage Rheinpreußen 4
Standort Scherpenberg
Gemeinde Moers
Kreis (NUTS3) Wesel
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier
p0
p2

Die Schachtanlage Rheinpreußen 4 ist ein ehemaliges Bergwerk in Moers.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Schachtanlage Rheinpreußen 4 wurde in den Jahren 1900 bis 1904 als Anschlußanlage der Zeche Rheinpreußen in Moers östlich der Römerstraße niedergebracht. Sie war von vornherein als eigenständige Förderanlage konzipiert und wurde daher mit einem Doppelbockfördergerüst zur Förderung und Seilfahrt ausgestattet. Weiterhin wurde auf der Anlage eine Kokerei eingerichtet.

Gemeinsam mit der benachbarten Anlage Rheinpreußen 5 wurde ab Betriebsbeginn der mechanische Ausbau der Gewinnungsbetriebe durchgeführt. So erfolgte 1905 der Einsatz der ersten Schüttelrutsche. Die Schachtanlage 4 entwickelte sich wirtschaftlich gut und konnte bald eine Förderung von fast 1 Million Tonnen Kohle jährlich aufweisen. Die 1914 und 1925 stillgelegten Schachtanlagen 1/2 und 3 der Zeche Rheinpreußen in Homberg wurden an die Anlage angeschlossen, und fortan als Außenanlagen weitergeführt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die bergrechtliche Gewerkschaft Rheinpreußen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Durch diese wurden umfassende Maßnahmen zur Zusammenfassung der Förderung vorgenommen. Diese wurden Zug um Zug durchgeführt. So wurde 1954 ein Teil des Südfeldes wegen der dortigen Anthrazitvorkommen an die Zeche Diergardt verpachtet. Weiterhin wurde der nicht mehr benötigte Schacht 2 abgeworfen und verfüllt. 1954 wurde die Kokerei zugunsten des Neubaus einer Zentralkokerei auf der Schachtanlage Pattberg außer Betrieb genommen. Ab 1958 wurde im Zuge der Rationalisierung die schrittweise Verlagerung des Abbaus aus den Südbereichen in das zentrale Grubenfeld durchgeführt. Dies führte zur Verfüllung des nicht mehr benötigten Schachtes 1 im Jahre 1960.

Nach Fertigstellung des neuen Zentralförderschachtes 9 auf der Schachtanlage Rheinpreußen 5/9 1962 wurde die Einstellung der Förderung auf Rheinpreußen 4 eingeleitet. Diese wurde 1964 vollzogen. Schacht 3 wurde verfüllt, Schacht 4 wurde als Wetter- und Wasserhaltungsschacht der Schachtanlage Rheinpreußen 5/9 zugeordnet. Nach endgültiger Verfüllung des Schachtes 4 im Jahre 1990 wurde das Zechengelände saniert und das Fördergerüst restauriert und in altem Zustand wiederhergestellt.

Es ist als Industriedenkmal erhalten und gehört zur Route der Industriekultur.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. 6. erweiterte und aktualisierte Auflage, Verlag Karl Robert Langewiesche, Nachfolger Hans Köster KG, Königstein i. Taunus 2006, ISBN 3784569943.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schachtanlage Rheinpreußen 4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien