Schwarzenberg LU

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LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Schwarzenbergf zu vermeiden.
Schwarzenberg
Wappen von Schwarzenberg
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1066i1f3f4
Postleitzahl: 6013 (Eigenthal)
6103 (Schwarzenberg)
Koordinaten: 655912 / 207478Koordinaten: 47° 0′ 58″ N, 8° 10′ 26″ O; CH1903: 655912 / 207478
Höhe: 831 m ü. M.
Fläche: 39,31 km²
Einwohner: 1690 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 43 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
6,7 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.schwarzenberg.ch
Karte
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Schwarzenberg ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weite Teile von Schwarzenberg sind von Wald bedeckt. Sie ist flächenmässig die grösste Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land und mit 39,31 km² siebtgrösste Gemeinde im Kanton Luzern. Von der gesamten Fläche sind 0,63 km² Siedlungsgebiet und 19 km² Wald. Das Ortszentrum liegt auf 831 m ü. M., der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf 2075 m ü. M., der tiefste auf 588 m ü. M. Die Pilatuskette dominiert das Bild der Gemeinde. Der Ortsteil Eigenthal und das Eigental sind für die Region Luzern ein wichtiger Erholungsraum im Sommer wie im Winter.

Schwarzenberg grenzt an Entlebuch, Kriens, Malters und Werthenstein im Kanton Luzern – sowie an Alpnach im Kanton Obwalden und Hergiswil im Kanton Nidwalden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1798 und 1850 kam es zu einer regelrechten Bevölkerungsexplosion in Schwarzenberg (1798–1850: +957,7 %). Aus einer kleinen Siedlung wurde ein Dorf. Dieser Zuwachs ist aussergewöhnlich. Da Schwarzenberg bis 1845 nur ein Ortsteil der Gemeinde Malters war, kann sich die Zuordnung der Bevölkerung zu den beiden Gemeindeteilen geändert haben. Die folgende grosse Abwanderungsbewegung aus dem Bergdorf Schwarzenberg hinunter ins Tal und in die Industriezentren verringerte die Einwohnerzahl von 1850-1930 erheblich (1850–1930: −28,7 %). Nach einem Wachstum zwischen 1930 und 1950 (1930–1950: +10,0 %) fiel die Bevölkerung wieder und pendelte bis 1980 um die Marke von 1'000 Einwohnern. Die drei Jahrzehnte nach 1980 waren geprägt von einem starken Wachstum (1980–2010: +64,0 %). Mehrere Gründe waren massgebend für diese starke Bevölkerungszunahme: Die (vergleichsweise) günstigen Bodenpreise, die zunehmende Mobilität durch zunehmenden Autobesitz und die Seehöhe. Da mittlerweile fast alle Haushaltungen ein Auto besitzen sind vermehrt in der Agglomeration Luzern arbeitende Pendler zugezogen. Und da der Ort hochgelegen ist, führt dies dazu, dass Schwarzenberg oft über der Nebeldecke ist. Auch heute noch hält das Wachstum an – allerdings in einem verlangsamten Tempo. Im Jahr 2017 kam es erstmals zu einem geringen Bevölkerungsrückgang.

Quellen: 1798–1837: Helvetische und kantonale Volkszählungen[3]; Bundesamt für Statistik; 1850 bis 2000 Volkszählungsergebnisse, 2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 97,65 % Deutsch, 1,21 % Serbokroatisch und 0,95 % Albanisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigenthal, Marienkapelle mit Pilatus

Früher war die ganze Einwohnerschaft Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland und dem Kirchenaustritt mehrerer Dutzend Bewohner hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Situation wie folgt aus. Es gibt 80,46 % römisch-katholische, 10,14 % evangelisch-reformierte und 1,07 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 5,04 % Konfessionslose. Die wenigen Orthodoxen sind beinahe gänzlich Serben und Montenegriner.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2017 zählte die Gemeinde 1'690 Einwohner. Davon waren 1'566 Schweizer Staatsangehörige und 124 (=7,34 %) Menschen anderer Staatszugehörigkeit. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Deutschland (51 Menschen), Afghanistan (16), Ungarn (10) sowie Italien (9 Menschen).[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzenberg ist erst seit dem 12. September 1845 eine eigenständige Gemeinde. Vorher gehörte es als Ortsteil zur Gemeinde Malters. Ein erstes Abtrennungsgesuch von Malters im Jahr 1837 war vom Kantonsparlament abgelehnt worden. Die tatsächliche Unabhängigkeit erfolgte auf Wunsch der Leute im Tal. Denn die Einwohner von Malters wählten katholisch-konservativ, die Schwarzenberger hingegen waren liberal gesinnt. Der Name Swarzenberg taucht erstmals im Zinsrodel des Klosters Rathausen im frühen 14. Jahrhundert auf.

Der Ortsteil Eigenthal wiederum hat eine ganz andere Geschichte. Erst gehörte er dem Kloster im Hof in Luzern (dieses wiederum war Besitz des Klosters Murbach im Elsass). Dann kauften im Jahr 1291 die Habsburger Oeyenthal/Eyenthal. Die Stadt Luzern erwarb das Gebiet im Jahr 1453 und behielt es bis zum 13. August 1846 in ihrem Besitz. Dann wurde das Eigental Schwarzenberg angeschlossen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzenberg bei Luzern

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Schwarzenberg besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Marcel Gigon: Gemeindepräsident; Präsidiales
  • Anita Aregger: Soziales
  • Doris Ott-Emmenegger: Bildung
  • Ueli Spöring: Finanzen
  • Peter Zurkirchen: Bau und Umwelt

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Schwarzenberg: SVP 31,8 %, CVP 30,6 %, FDP 23,7 %, SP 6,2 %, GPS 4,6 %, glp 1,4 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Schwarzenberg: SVP 34,4 %, CVP 31,6 %, FDP 18,9 %, SP 8,2 %, glp 2,7 %, GPS 2,3 %, BDP 1,2 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzenberg von der Pilatus-Luftseilbahn aus gesehen

Das Dorf Schwarzenberg ist durch die Postautolinie Malters–Schwarzenberg–Lifelen–Eigenthal durch den Öffentlichen Verkehr erschlossen. Malters hat eine Haltestelle an der Bahnlinie Luzern–Bern. Der Ortsteil Eigenthal ist ebenfalls durch die Postautolinie Luzern–Kriens–Eigenthal ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 gab es 146 Arbeitsstätten mit 463 Beschäftigten in Schwarzenberg. Der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft ist zwar in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen - bleibt aber bedeutend. Die Landwirtschaft bietet immer noch 30,02 % der Erwerbstätigen (139 Personen) in 55 Betrieben eine berufliche Existenz. Industrie und Gewerbe mit 20 Betrieben und 100 Beschäftigten und der Dienstleistungsbereich mit 71 Arbeitsstätten und 224 Beschäftigten bieten mittlerweile aber der Mehrheit eine Einkommensquelle. Zudem pendeln viele Menschen an Arbeitsplätze in anderen Gemeinden der Region.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schwarzenberg besuchten (Schuljahr 2017/2018) 20 Kinder die einzige Kindergartenklasse im Dorf. Die Schulhäuser Dorf und Eigenthal boten 121 Primarschülern in 7 Klassen eine Bildungsmöglichkeit. Die Sekundarschule besuchen die Schülerinnen und Schüler in der Nachbargemeinde Malters, die Mittelschule entweder an der Kantonsschule Alpenquai in Luzern oder an der Kantonsschule Reussbühl.

Lernende mit Schulort Schwarzenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuljahr
(2017/2018)
Kindergarten Primarschule Sekundarstufe,
alle Niveaus
Gesamthaft
Abteilungen 1 7 0 8
Lernende 20 121 0 141

aus der Gemeinde und Nachbargemeinden; Quelle LUSTAT[7]

Lernende mit Wohnort Schwarzenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuljahr
(2017/2018)
Kindergarten Basisstufe Primarschule Sekundarstufe,
Niveau A/B
Sekundarstufe,
Niveau C
Integrierte
Sekundarschule
Gesamthaft
Lernende 20 0 124 34 18 0 196

in der Gemeinde wohnhaft; Quelle LUSTAT[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116), ISBN 978-3-906131-90-0, S. 440–458.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwarzenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Memento des Originals vom 1. Januar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Quelle:Robert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern.Schluss Tabelle 1
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Schwarzenberg (Memento des Originals vom 8. Mai 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lustat.ch
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.
  7. Anzahl Klassen und Lernende
  8. LUSTAT, Seite 242