Malters

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Malters
Wappen von Malters
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1062i1f3f4
Postleitzahl: 6102
Koordinaten: 656594 / 209725Koordinaten: 47° 2′ 10″ N, 8° 11′ 0″ O; CH1903: 656594 / 209725
Höhe: 512 m ü. M.
Fläche: 28,57 km²
Einwohner: 7108 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 249 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
11,5 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.malters.ch
Malters

Malters

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Malters ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malters liegt 10 km westlich der Stadt Luzern. Von der Kleinen Emme führt die Gemeindegrenze dem Renggbach entlang bis Renggloch. Dort schwenkt sie nach Westen – dem stark bewaldeten Nordhang des Blatterbergs entlang. Die grössten Waldgebiete an diesem Nordhang sind der Blattenwald, Sitenwald, Gspanwald und weiter westlich der Vogelwald. Bis zum Rümlig verläuft die Gemeindegrenze dann in südwestlicher Richtung. Sie folgt dann nordwärts bis zur Einmündung des Rümlig in die Kleine Emme dessen Bachlauf. Sie geht in der Kleinen Emme kurz westwärts, ehe sie bei Muffenhus den Flusslauf verlässt und nach kurzem Norddrall entlang des Hinteren Emmenbergs nach Osten abbiegt. Bei der Holzhubelhöhe (763 m ü. M.) dreht sie bis zum Hellbühler Rotbach in nördliche Richtung ab. Nach kurzem Grenzverlauf entlang dieses Gewässers geht's südostwärts bis zum Thorenbergkanal westlich des Elektrizitätswerks Thorenberg. Danach noch zur Kleinen Emme im Südwesten und in dieser westwärts zurück bis zur Einmündung des Renggbachs in die Kleine Emme.

Das Dorf Malters liegt südlich der Kleinen Emme an der Strasse Luzern-Wolhusen und ist mit den früheren Weilern Feld und Schachen zusammen gewachsen. Der Ortsteil Blatten (479 m ü. M.) liegt 3 km östlich des Dorfs[3]. Noch weiter östlich liegt der Weiler Rengg (4,2 km; 539 m ü. M.).

Im Westen des Dorfs, an der Strasse nach Wolhusen, finden sich die Weiler Ettisbühl (1,5 km; 507 m ü. M.; durchflossen vom Kesselbach), Ennigen (2,3 km; 513 m ü. M.) und direkt östlich des Rümligbachs Zil (3 km vom Dorf entfernt; 520 m ü. M.).

Ein nicht unbedeutender Teil des Gemeindegebiets liegt nördlich der Kleinen Emme. Für kurze Zeit (1798–1803) bildete dieses die selbständige Gemeinde Brunau. Es besteht aus Dutzenden von Weilern, Häusergruppen und Einzelhöfen. Bis auf den grossen Buggenringerwald und die kleineren Waldstücke Gischwald und Brüschwald ist die Gegend gerodet worden. Die drei grössten Siedlungen sind Zinggen (2,7 km nordnordöstlich des Dorfs; 654 m ü. M.), Buggenringen (3,7 km nordöstlich; 562 m ü. M.) und Brunauerhof (2,3 km nordöstlich; 478 m ü. M.).

Vom Gemeindeareal wird 64,7 % landwirtschaftlich genutzt. Rund ein Viertel (24,7 %) ist von Wald bedeckt und knapp ein Zehntel (9,5 %) Siedlungsfläche.

Malters grenzt an Entlebuch, Kriens, Luzern, Neuenkirch, Ruswil, Schwarzenberg und Werthenstein.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1798 und 1850 stieg die Bevölkerung sehr stark an (1798–1850: +72,5 %). Malters war 1850 nach der Stadt Luzern und Ruswil die drittgrösste Gemeinde des Kantons Luzern. Im Gefolge der allgemeinen Landflucht aufgrund der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlor Malters bis 1888 einen bedeutenden Teil seiner Einwohner (1850–1888: −16,6 %). Bis 1970 folgte dann ein Anstieg der Einwohnerzahlen mit mehreren starken Wachstumsphasen zwischen 1888 und 1910, den 1920er–Jahren sowie 1950 bis 1970 (1888–1970:+73,5 %). In den 1970er–Jahren kam es zu einem Bevölkerungsrückgang. Seit 1980 wächst die Anzahl Bewohner ständig (1980–2016:+45,1 %). Dieser Zuwachst beruht auf der Zugehörigkeit zur Region Luzern mit seinem starken wirtschaftlichem Wachstum.

Quellen: 1798–1837: Helvetische und kantonale Volkszählungen[4]; Bundesamt für Statistik; 1850 bis 2000 Volkszählungsergebnisse, 2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 93,16 % Deutsch, 2,79 % Albanisch und 0,82 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus. Es gibt 75,91 % römisch-katholische- und 9,53 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 4,98 % Konfessionslose, 3,84 % Muslime und 1,01 % Angehörige anderer nichtchristlicher Bekenntnisse. Die Muslime sind abgesehen von wenigen Bosniaken Albaner aus dem Kosovo und Mazedonien. Bei den Angehörigen anderer nichtchristlicher Bekenntnisse handelt es sich um Hindus tamilischer Herkunft.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2016 waren von den 7'108 Einwohnern 6244 Schweizer und 864 (= 12,16 %) Ausländer.[5] Ende 2016 stammten die zehn wichtigsten Migrationsgruppen aus Deutschland (228 Menschen; 3,21 %), Mazedonien (97 Menschen; 1,36 %), Kosovo (93 Menschen; 1,31 %), Portugal (56 Menschen; 0,79 %), Italien (54 Menschen; 0,76 %), Eritrea (50 Menschen; 0,70 %), Serbien (32 Menschen; 0,45 %), Sri Lanka (31 Menschen; 0,44 %) und Österreich (18 Menschen; 0,25 %). Ende 2015 waren insgesamt 12,4 % der Zugewanderten aussereuropäischer Herkunft.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malters wird geschichtlich erstmals um 840 in einer Urkunde des Benediktinerklosters im Hof in Luzern unter dem lateinischen Namen Maltrensi marcha (Mark Malters) erwähnt. In einer in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts verfassten Urkunde schenkten zwei Adlige ihre Güter in Malters dem Benediktinerkloster Luzern[7]. Später – vor 1135 – ging es zusammen mit dem Kloster Luzern in den Besitz des Klosters Murbach im Elsass über. 1291 erwarben die Habsburger die Gemeinde und teilten sie dem Amt Rothenburg zu. Nach der Schlacht von Sempach verlor Habsburg die Kontrolle. Die Familien von Moos und später Mantzet herrschten über die Gemeinde. 1477 erwarb die Stadt Luzern den Ort. Zusammen mit Littau war Malters von 1481 bis 1798 eine Landvogtei. Seit 1803 gehört es zum Amt Luzern. Die Luzerner Regierungstruppen besiegten in der Nacht vom 30. auf den 31. März 1845 die fliehenden Truppen der Freischaren (siehe Gefecht bei Malters). Da das im Talboden gelegene Malters konservativ war und der obere Ortsteil liberal, wurde letzterer durch Parlamentsbeschluss zur selbständigen Gemeinde Schwarzenberg gemacht und von Malters getrennt. Der schweizerische Familienname Bucheli stammt ursprünglich aus Malters.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Malters besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Sibylle Boos-Braun (FDP): Gemeindepräsidentin
  • Marcel Lotter (CVP): Gemeindeammann
  • Christine Buob (CVP): Sozialvorsteherin
  • Hans Wyss (parteilos)
  • Dani Wyss (FDP)

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Malters: CVP 32,4 %, SVP 24,6 %, FDP 23,4 %, SP 7,5 %, GPS 7,1 %, glp 4,0 %.[8]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Malters: SVP 30,7 %, CVP 24,4 %, FDP 18,0 %, SP 10,7 %, GPS 6,6 %, glp 5,6 %, BDP 1,2 %.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Strecke Luzern-Langnau i. E.-Bern und hat einen eigenen Bahnhof. Der Bahnhof Malters wird zu den Hauptverkehrszeiten alle 20 Minuten bedient, zu Randzeiten im Halbstundentakt. Der Bahnhof besteht aus einer zweigleisigen Anlage mit einem Mittelperron, das durch eine Unterführung zu erreichen ist. Im Bahnhofsgebäude sind ein Kiosk und ein Coiffeur untergebracht. Täglich steigen in Malters 1400 Personen ein und aus. 2005 wurde der Bahnschalter aufgehoben und der Bahnhof automatisiert. Seither wird er von Luzern aus ferngesteuert. Ab Herbst 2010 wurde der Bahnhof für 15 Millionen Franken saniert.[10] Die Einweihung erfolgte am 17. November 2011, seither bietet der Bahnhof eine behindertengerechte Unterführung zum neu geschaffenen und teilweise überdachten Mittelperron mit Wartesaal.[11]

Folgende Züge halten am Bahnhof Malters:

  • RegioExpress Langnau i. E.-Bern
  • S7 (S-Bahn Luzern) Luzern-Wolhusen-Willisau(-Huttwil-Langenthal). Verkehrt als Flügelzugkonzept mit Regioexpress Luzern-Bern nach und von Wolhusen wo getrennt und vereinigt wird.
  • S6 (S-Bahn Luzern) Luzern-Wolhusen-Huttwil-Langenthal sowie Luzern-Wolhusen-Schüpfheim-Langnau i. E. (verkehrt im Flügelkonzept, wird in Wolhusen jeweils geteilt und wieder zusammengeführt)(Fahrzeit nach Luzern ca. 10 Minuten)
  • S61 (S-Bahn Luzern) Luzern-Schachen LU (Nur in Hauptverkehrszeiten)

Vom Bahnhof Malters aus verkehrt stündlich eine Postautolinie nach Schwarzenberg und Eigenthal. Malters liegt an der Hauptstrasse Luzern-Wolhusen(-Bern) und besitzt eine Einfahrt zur Autostrasse zwischen Littau und Werthenstein. Der nächste Autobahnanschluss in Emmen an der A2 ist 12 km entfernt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Siegwart (* 25. April 1865; † 10. Juli 1938 in Luzern), Bildhauer und Medailleur
  • Ignaz Burri (* 12. September 1872; † 13. März 1958 in Malters), Politiker
  • Julius Voegtli (* 29. März 1879; † 21. November 1944 in Biel/Bienne), Maler
  • Oskar Burri (* 16. Januar 1913; † 23. April 1985 in Zumikon), Architekt und Innenarchitekt
  • Silvana Bucher (* 3. Februar 1984), Skilangläuferin, Junioren-Weltmeisterin
  • Ramona Bachmann (* 25. Dezember 1990), Fussballspielerin, Schweizer Nationalspielerin

Weitere Persönlichkeiten in Verbindung mit Malters[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Ochsenbein (* um 11. November 1811 in Schwarzenegg; † 3. November 1890 in Port), Schweizer Politiker und General; Freischärler-Anführer im Gefecht bei Malters
  • Jakob Stämpfli (* 23. Februar 1820 im Janzenhaus bei Wengi; † 15. Mai 1879 in Bern), Jurist, Journalist, Politiker und Bundespräsident; Freischärler im Gefecht bei Malters
  • Josef Leopold Brandstetter (* 2. April 1831 in Beromünster; † 15. April 1924 in Luzern), Arzt und Gelehrter; ordinierte in Malters
  • Armin Meili (* 30. April 1892 in Luzern; † 21. Oktober 1981 in Zürich), Architekt und Politiker; schuf die Siedlung Daheim in Malters
  • Thomas Lötscher aka «Veri» (* 1960 im Entlebuch LU), Kabarettist; lebt in Malters
  • Miriam Wettstein (* in Basel), Sängerin (Mezzosopran); unterrichtet Sologesang an der Musikschule Malters

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Blatten steht die Wallfahrtskirche St. Jost. Aus einer Kapelle (1391) entstand durch verschiedene An- und Ausbauten im Laufe der Zeit die heutige, vom Rokoko geprägte Kirche[12].

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Reinle: St. Jost in Blatten. (Schweizerische Kunstführer, Band 521). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1992, ISBN 3-85782-521-9.
  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. (Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 116). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009, ISBN 978-3-906131-90-0, S. 301–348.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Malters – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. (Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 116). Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009, ISBN 978-3-906131-90-0, S. 323–347.
  4. Quelle:Robert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern.Schluss Tabelle 1
  5. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  6. LUSTAT: Gemeindeprofil Malters
  7. Die Kunstdenkmäler des Kanton Luzern, Neue Ausgabe Band II: Das Amt Luzern, die Landgemeinden, Seite 301
  8. LUSTAT: Gemeindeprofil Malters
  9. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.
  10. Andreas Töns: Bahnhof Malters: Den Kredit gibts trotz Kritik. In: „Neue Luzerner Zeitung“ vom 22. März 2010.
  11. SBB News: Malters: SBB weiht neuen Mittelperron ein.
  12. Adolf Reinle: St. Jost in Blatten. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 521). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1992, ISBN 978-3-85782-521-7.