Adligenswil

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Adligenswil
Wappen von Adligenswil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1051i1f3f4
Postleitzahl: 6043
UN/LOCODE: CH ADI
Koordinaten: 670375 / 213709Koordinaten: 47° 4′ 14″ N, 8° 21′ 55″ O; CH1903: 670375 / 213709
Höhe: 538 m ü. M.
Fläche: 6,99 km²
Einwohner: 5352 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 766 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
10,3 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.adligenswil.ch
Karte
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Adligenswil (in hochalemannischer Mundart: [ˌɑdligəʃˈʋiːl]/[ˌɑdligənsˈʋiːl], kurz [ˈɑdligə], ausgesprochen Adligeswil/Adligeschwil, kurz Adlige)[3] ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adligenswil ist eine Streusiedlung, die östlich der Stadt Luzern, auf der Nordseite des Würzenbachtals liegt. Der Würzenbach fliesst drei Kilometer weiter südwestlich in den Vierwaldstättersee. In Richtung Westen wird das Gemeindegebiet zum Rontal hin entwässert. Die Hauptsiedlung Adligenswil befindet sich in einer Senke zwischen dem Dietschiberg und dem Dottenberg, Stuben liegt an der westlichen Gemeindegrenze und Dottenberg am Hang des gleichnamigen Hügels. Das Dorf liegt abseits der grossen Verkehrswege, das Zentrum der Stadt Luzern ist jedoch mit Bus oder Auto in 15 Minuten erreichbar.

Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf dem Dottenberg auf 750 m ü. M., der tiefste am Würzenbach an der Gemeindegrenze zu Luzern auf 458 m ü. M.

Von der Gemeindefläche sind 54,5 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 24,3 % Wald und Gehölz und 19,5 % Siedlungsfläche. Nachbargemeinden sind Dierikon im Norden, Udligenswil im Nordosten, Küssnacht am Rigi im Osten, Meggen im Süden, Luzern im Südwesten und Ebikon im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 1243 als Adelgeswiler erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist zusammengesetzt aus dem ahd. Personennamen Adalgis und dem bei alamannischen Gründungen häufigen Hinterglied -wīlāri zur Bezeichnung neuer Hofsiedlungen. [3]

Bis ins 13. Jahrhundert stand Adligenswil wie auch die nächste Umgebung von Luzern unter der Obhut des Stiftes Luzern und des elsässischen Klosters Murbach. Im Jahr 1291 fiel Luzern an die Habsburger. Der Meierhof Adligenswil wurde 1291 durch das Kloster Murbach an Habsburg verkauft und 1395/1406 von Luzern erworben. In der Zeit zwischen der Schlacht am Morgarten (1315) und der Schlacht bei Sempach (1386) ging der habsburgische Einfluss nach und nach zurück. 1406 erwarb Luzern die Grundherrschaft über die Vogtei Habsburg, zu der auch Adligenswil gehörte. 1861 wurde Adligenswil eine eigene Pfarrei.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1798 bis 1970 wuchs die Bevölkerung nur langsam von 433 auf 953 Einwohner an und Adligenswil bewahrte so den Charakter eines ländlichen Bauerndorfes. Anfangs der 1970er setzte die erste Bautätigkeit ein, die sich ab 1975 immer mehr verstärkte und bis 2010 dauerte. Seither sinkt die Einwohnerzahl leicht. Ende 2015 zählte die Gemeinde 5'348 Einwohner. Davon waren 4'797 Schweizer Staatsangehörige und 551 (=10,3 %) ausländischer Herkunft. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Deutschland (197 Menschen), Österreich (29), Portugal (25), Rumänien und Spanien (je 22) sowie Italien (21 Personen). Mit seinen rund 5'500 Einwohnern ist Adligenswil überschaubar und hat sich den ländlichen Charme erhalten. Die Leute kennen sich und pflegen Kontakt untereinander. Typisch für das Dorf sind die zahlreichen Wohnsiedlungen ohne Durchgangsverkehr. Dank dieser einmaligen Lage abseits der grossen Verkehrsachsen und der Stadtnähe geniesst Adligenswil grosse Beliebtheit als Wohngemeinde.

Quellen: 1798–1837: Helvetische und kantonale Volkszählungen[4]; Bundesamt für Statistik; 1850 bis 2000 Volkszählungsergebnisse, 2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis weit ins 20. Jahrhundert war in Adligenswil eine ausschliesslich römisch-katholische Bevölkerung beheimatet. Bei der Volkszählung im Jahr 2000 gehörten noch 64,29 % zur römisch-katholischen Kirche. Religiöse Minderheiten bilden die 19,98 % evangelisch-reformierten Christen, die 1,82 % Muslime und die 9,66 % Konfessionslosen.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2015 zählte die Gemeinde 5'348 Einwohner. Davon waren 4'797 Schweizer Staatsangehörige und 551 (=10,30 %) ausländischer Herkunft. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Deutschland (197 Menschen), Österreich (29), Portugal (25), Rumänien und Spanien (je 22), Italien (21), Polen (20), den Niederlanden (18), Grossbritannien (17) sowie dem Kosovo (16 Personen).[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Adligenswil in der Amtsperiode 2016–2020 setzt sich seit den Wahlen vom 1. Mai/5. Juni 2016[6][7] wie folgt zusammen:

  • Ursi Burkart-Merz (CVP): Gemeindepräsidentin
  • Peter Stutz (FDP): Bauvorsteher
  • Pascal Ludin (SP): Finanzvorsteher
  • Ferdinand Huber (SVP): Sozialvorsteher
  • Felicitas Marbach-Lang (CVP): Bildungsvorsteherin

Hinzu kommen der Gemeindeschreiber Othmar Zihlmann (parteilos) und der Geschäftsführer Lucas Collenberg[8].

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Adligenswil: SVP 26,06 %, FDP 19,60 %, SP (mit Juso) 18,18 %, CVP (mit JCVP) 18,13 %, GPS (mit JG) 8,80 %, glp 8,01 %, BDP 1,05 % und EVP 0,17 %.[9]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 3'840 Wahlberechtigten beteiligten sich 2'136 Personen oder 55,6 % an der Wahl.[10] Bei diesen Wahlen betrugen die Wähleranteile in Adligenswil: SVP 27,7 %, SP 20,7 %, FDP 18,7 %, CVP 14,5 %, GPS 8,8 %, glp 7,3 %, BDP 1,0 %, EVP 0,7 % und übrige Parteien 0,6 %.[11]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2014 gab es 344 Arbeitsstätten mit 1'625 Arbeitsplätzen in Adligenswil. Der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Die Landwirtschaft bietet nur noch 3,8 % der Erwerbstätigen (62 Personen) in 21 Betrieben eine berufliche Existenz. Weit bedeutender sind heute Industrie und Gewerbe mit 42 Betrieben und 426 Arbeitsplätzen und der Dienstleistungsbereich mit 281 Arbeitsstätten und 1'137 Beschäftigten. Die grössten Arbeitgeber sind die Druckerei Ringier und das Marktforschungsinstitut DemoScope. Insgesamt gibt es in Adligenswil 2'730 Erwerbstätige. Dennoch fällt die Pendlerbilanz mit 1'933 Wegpendlern (davon 51,8 % in die Stadt Luzern) und nur 897 Zupendlern (meist aus den Nachbargemeinden) negativ aus.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adligenswil ist durch die Postautolinie 73 zwischen Luzern und Rotkreuz sowie die VBL-Buslinie 26 (Luzern Brüelstrasse–Adligenswil Dorf-Ebikon Ottigenbühl) erschlossen. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Emmen-Süd, Rontal und Luzern-Zentrum.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Adligenswil besuchten (Schuljahr 2016/2017) 88 Kinder die sechs Kindergartenklassen im Sigristenhaus, Dorf und Chriesibüel. Die Schulhäuser Dorf, Kehlhof und Obmatt boten 339 Primarschülern (in 18 Klassen) und 201 Oberstufenschülern (in 12 Klassen) eine Bildungsmöglichkeit. Für den Besuch von Mittelschulen und der Universität pendeln die Lernenden in die Nachbargemeinde Luzern.

Lernende mit Schulort Adligenswil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuljahr
(2016/2017)
Kindergarten Primarschule Sekundarstufe,
alle Niveaus
Gesamthaft
Abteilungen 6 18 12 36
Lernende 88 339 201 628

aus der Gemeinde und Nachbargemeinden; Quelle LUSTAT[12]

Lernende mit Wohnort Adligenswil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuljahr
(2015/2016)
Kindergarten Basisstufe Primarschule Sekundarstufe,
Niveau A/B
Sekundarstufe,
Niveau C
Integrierte
Sekundarschule
Gesamthaft
Lernende 77 0 368 121 32 9 607

in der Gemeinde wohnhaft; Quelle LUSTAT[13]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1825 bis 1827 von den Brüdern Josef und Franz Händli erbaute Kirche St. Martin mit klassizistischen Altären und einem Chorgestühl aus dem Biedermeier sowie die von Wilhelm Keller 1863 in neugotischem Stil erbaute Kapelle St. Jost (St. Jodokus) mit Altargemälden von Melchior Paul von Deschwanden sind die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten. Dazu kommen verschiedene Bauernhäuser am Dottenberg, deren Architektur von nationaler Bedeutung ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Gemeinden des Kantons Luzern. Hochdorf/Basel/Luzern 1949
  • Die Luzerner Gemeinden und ihre Wappen. Chapelle-sur-Moudon 1987. ISBN 2-88114-006-8
  • Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Basel 1946
  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116). ISBN 978-3-906131-90-0. S. 27–45.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adligenswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017; abgerufen am 20. September 2017.
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. a b Andres Kristol: Adligenswil LU (Luzern) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 75.
  4. Quelle:Robert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern.Schluss Tabelle 1
  5. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  6. Ergebnis 1. Wahlgang
  7. Ergebnis 2. Wahlgang
  8. Gemeinderat Adligenswil
  9. Parteistärke bei den Kantonsratswahlen 2015
  10. Nationalratswahlen 2015: Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016; abgerufen am 17. November 2016.
  11. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016; abgerufen am 17. November 2016.
  12. Anzahl Klassen und Lernende
  13. LUSTAT, Seite 239