Kriens

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum deutschen Mediziner siehe Otto Kriens.
Kriens
Wappen von Kriens
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1059i1f3f4
Postleitzahl: 6010 (Kriens)
6012 (Obernau)
UN/LOCODE: CH KRS
Koordinaten: 663949 / 209640Koordinaten: 47° 2′ 5″ N, 8° 16′ 48″ O; CH1903: 663949 / 209640
Höhe: 490 m ü. M.
Fläche: 27,31 km²
Einwohner: i27'045 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 990 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
17,6 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.kriens.ch
Kriens

Kriens

Karte
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Über dieses Bild
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Kriens, in der schweizerdeutschen Ortsmundart gesprochen Chrien(d)s [χriənds], [χriəns],[3] ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Schweizer Kantons Luzern. Sie liegt am Fusse des Pilatus und ist ein westlicher Vorort der Stadt Luzern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriens besteht aus dem (verstädterten) Dorf mit diversen Quartieren, dem Ortsteil Obernau westlich davon, dem Weiler Hergiswald (5 km westlich des Dorfs; 790 m ü. M.) an der Strasse Kriens-Eigenthal und zahlreichen Einzelgehöften am Berghang zum Pilatus.

Die Grenze zum östlichen Nachbarort Luzern geht quer durch das Gelände der Brauerei Eichhof. Von dort in nordwestlicher Richtung durch den Gigeliwald und verläuft dann westlich des Stadtluzerner Quartiers Obergütsch und des Gütschwalds bis zum Gehöft Böschenhof. Von dort geht sie in leicht südwestlicher Richtung stets dem Nordhang des Sonnenbergs und des Blattenbergs entlang bis zum Gehöft Gspan. Dort dreht sie nach Südosten ab. Dabei trennt sie den Weiler Holderchäppeli (935 m ü. M.), geht über die Würzenegg (1'164 m ü. M.), den Chraigütsch (1'081 m ü. M.) und den Höchberg (1'162 m ü. M.) bis zur Lauelenegg (1'442 m ü. M.) nordwestlich des Pilatus. Von dort führt die Gemeindegrenze über die Fräkmüntegg (1'469 m ü. M.) und den Bieli (1'373 m ü. M.) bis in den Hochwald in nordöstlicher Richtung. Sie führt von dort zum Steinibach und in dessen Lauf bis kurz vor den Bahnhof Horw. Von dort gehts entlang der Bahnlinie von Horw nach Luzern in nördlicher Richtung zurück zum Gelände der Brauerei Eichhof.

Der östliche Teil von Kriens Dorf liegt in einem Talboden (die Quartiere Kupferhammer bzw. Grosshof bei der Stadt Luzern und Kuonimatt bei Horw). Vom Kupferhammer weg steigt dann das Gelände in westlicher Richtung sanft an bis nach Obernau (Höhendifferenz Kupferhammer–Obernau weniger als 90 Meter; 468 m ü. M. bis 554 m ü. M.).

Im Norden des Dorfs liegt der im Krienser Teil wenig bewaldete südwärts gerichtete Sonnenberg. Der Hang südlich des Dorfs liegt in nördlicher Richtung und heisst Schattenberg.

Der Schattenberg ist der erste Anstieg zum Pilatus. Im unteren Teil ist er gerodet und teilweise überbaut. Der Grossteil des Geländes westlich von Obernau und südlich des Dorfs ist Waldgebiet. Westlich der Linie KriensereggFräkmüntegg gibt es grosse Flächen Sumpfland. In ihm entspringen zahlreiche Bäche (u. a. der Tschuggenbach, der Weissbach, der Rotbach und der Renggbach). Das ganze Gelände bildet den Nordabhang des Pilatus.

Von Bedeutung ist der Untere Krienbach, der vor seiner Verbauung oft Unwetterschäden anrichtete. Er fliesst durch das Dorf und mündet (überdeckt) in der Burgerstrasse (Stadt Luzern) von links in die Reuss. Richtung Horw und weiter in den Vierwaldstättersee fliessen der Schlundbach und der bereits erwähnte Steinibach.

Vom Gemeindeareal von 2734 ha ist knapp mehr als die Hälfte (50,5 %) von Wald und Gehölz bedeckt. Knapp ein Sechstel (16,9 %) sind Siedlungsfläche und 31,6 % werden landwirtschaftlich genutzt.

Kriens grenzt im Süden an Hergiswil, im Süden und Osten an Horw, im Norden und Osten an die Stadt Luzern, im Nordwesten an Malters und im Westen an Schwarzenberg.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 1'956
1837 2'663
1850 2'693
1888 4'319
1910 7'157
1920 7'247
1930 7'424
1950 9'821
1960 14'029
1970 20'409
1980 21'097
1990 23'079
2000 24'742
2005 25'329
2010 26’324
2013 26’800
Bevölkerung nach Nationalität (Volkszählung)
Nationalität Anzahl
ohne Doppelbürger
Anzahl
mit Doppelbürger
Schweiz 19'907 21'105
Italien 724 1'158
Serbien-Montenegro 928 994
Deutschland 293 403
Sri Lanka 228 264
Spanien 197 244
Bosnien-Herzegowina 221 234
Mazedonien 161 171
Portugal 148 158
Kroatien 135 146
Österreich 93 134
Türkei 86 103

Seit 1798 wächst die Einwohnerzahl von Kriens ständig. Nur 1837 bis 1850, 1910 bis 1920 und 1970 bis 1980 gab es drei kurze Phasen nahe der Stagnation. Besonders stark war das Wachstum zwischen 1888 und 1910 und zwischen 1930 und 1970. Im Jahr 1951 konnte in Kriens der 10'000. Einwohner gefeiert werden - 1970 bereits der 20'000. Heute ist Kriens die drittgrösste Gemeinde im Kanton Luzern und steht an 24. Stelle sämtlicher Schweizer Städte und Gemeinden. Per 1. Januar 2010 waren von den 26'238 ständigen Einwohnern der Gemeinde Kriens 21'929 Schweizer und 4'309 (= 16,42 %) Ausländer aus 107 Nationen. Der weibliche Anteil der Wohnbevölkerung überwiegt mit 13'459 gegenüber der männlichen (12'779 Männer).

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 89,36 % Deutsch, 2,55 % Italienisch und 1,92 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Gallus im Zentrum von Kriens

Früher war die Bevölkerung geschlossen Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus: Es gibt 66,79 % römisch-katholische, 15,82 % evangelisch-reformierte, 2,22 % orthodoxe und 0,19 % christkatholische Christen. Daneben findet man 7,44 % Konfessionslose, 3,28 % Muslime, 0,76 % Anhänger anderer nichtchristlicher Bekenntnisse und 0,57 % Juden. Die Muslime sind in der Mehrheit Albaner und Bosniaken; daneben finden sich etliche andere Volksgruppen. Die Orthodoxen sind meist Serben und Montenegriner. Die Juden sind grösstenteils Anhänger der (orthodoxen) chassidischen Richtung des Judentums und Schweizer.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 27'229 Einwohnern 22'418 Schweizer und 4'811 (= 17,7 %) Ausländer.[4] Die Einwohnerschaft bestand aus 82,3 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (19,2 %), Italien (13,1 %), Serbien inklusive Kosovo (13,1 %), Portugal (7,3 %), Spanien (3,9 %) und der Türkei (3,0 %). 21,1 % stammten aus dem übrigen Europa und 19,2 % waren aussereuropäischer Herkunft.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ältesten Urkunden des Benediktinerklosters im Hof in Luzern wird Chrientes als einer ihrer 16 Dinghöfe aufgeführt. Das Kloster hatte das Gebiet als Geschenk zweier adeligen Schwestern erhalten. Die Originale der Urkunde stammen ungefähr aus dem Jahre 840 n. Chr. Im Jahr 1291 erwarben die Habsburger die Gemeinde. Sie blieb bis nach der Schlacht bei Sempach als Teil des Amtes Rothenburg in deren Besitz. Im Jahr 1392 übernahmen die (Stadt-)Luzerner die Rolle der Lehnsherren. Kriens gehörte zusammen mit Horw und dem Eigenthal von 1421 bis 1798 zur Vogtei Horw-Kriens. 1653 erhoben sich auch hier die Bauern unter Leitung von Hans Spengler. Bis 1803 war es Teil des Distrikts Luzern und gehört seither zum Amt Luzern. Wie zu Zeiten des Einmarschs der Franzosen in der Schweiz war Kriens auch in der Zeit der Freischaren und des Sonderbunds von kriegerischen Handlungen betroffen.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Schauensee

Der Ursprung wie auch die Bedeutung des Ortsnamens Kriens ist nicht eindeutig feststellbar. Vermutlich stammt der Name vom indoeuropäischen Wort *krei, was so viel wie «scheiden» oder «trennen» bedeutet. Vermutlich von dieser Wurzel wurde mit einem Suffix -nt ein alter europäischer Gewässername *crientas gebildet, der sich über gallorömische Formen bis zum heutigen Kriens entwickelt hat und dabei von einem Gewässer auf den Ort übertragen wurde.[6] Die erste urkundliche Erwähnung von Kriens erfolgt in einer Urkunde des 9. Jahrhunderts als in Chrientes.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerrat (Legislative)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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7
Von 30 Sitzen entfallen auf:

Die Anliegen der Bevölkerung werden durch einen Einwohnerrat vertreten. Er besteht aus 36 Mitgliedern und wird alle vier Jahre im Proporzwahlverfahren gewählt. Bis zu den Wahlen 2008 bestand der Einwohnerrat aus 30 Mitgliedern. Seit der Volksabstimmung vom 8. März 2015 wird der Einwohnerrat ab 2016 (für die Legislatur 2016–2020) von 36 auf 30 Mitglieder verringert.[7]

Partei 2016 * 2012 2008 2004
SVP 7 8 10 6
CVP 6 8 7 6
FDP 6 7 7 6
SP 5 6 6 6
Grüne 4 3 4 4
JCVP 1 1 1 1
Junge Grüne 0 1 0 0
GLP 1 1 0 0
JungsozialistInnen und Junge Linke 0 1 0 0
Groupe Politique 60 Plus 0 0 1 1
Chance21 0 0 0

* Verkleinerung des Einwohnerrats von 36 auf 30 Mitglieder

Gemeinderat (Exekutive)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Kriens besteht aus fünf Mitgliedern. Die Gemeindepräsidentin, der Gemeindeammann und der Sozialvorsteher im Vollamt sowie zwei Mitglieder im Nebenamt. Die Gemeinderäte werden alle vier Jahre im Majorzverfahren gewählt.

Die fünf Gemeinderäte der Legislaturperiode 2016–2020 sind:

  • Cyrill Wiget (GPS): Gemeindepräsident
  • Matthias Senn (FDP): Gemeindeammann
  • Lothar Sidler (CVP): Sozialvorsteher
  • Judith Luthiger-Senn (SP): Gemeinderätin
  • Franco Faé (CVP): Gemeinderat[8]

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Kriens: SVP 25,5 %, CVP 20,3 %, FDP 17,1 %, SP 16,6 %, GPS 12,7 %, glp 5,7 %.[9]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Kriens: SVP 27,7 %, SP 19,8 %, CVP 16,7 %, FDP 16,1 %, Grüne 10,3 %, glp 6,4 %, BDP 1,2 %.[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ItalienItalien San Damiano d’Asti, Piemont, (Italien)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Drittel der Arbeitsplätze gehören zum Dienstleistungssektor. Kriens bietet in 958 Arbeitsstätten 12'120 Arbeitsplätze an. Mit dem Pilatusmarkt Kriens steht in der Gemeinde das drittgrösste Einkaufszentrum der Zentralschweiz, hinter dem Seedamm Center in Pfäffikon und dem Emmen Center in Emmenbrücke LU.

Die Pilatus-Bahnen AG haben hier ihren Hauptsitz.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregional[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war Kriens durch die Bahn erschlossen. Die Kriens-Luzern-Bahn hat den Personenverkehr allerdings schon vor Jahrzehnten eingestellt. Im Jahr 2004 wurden die Geleise vom Kupferhammer ins Dorf anlässlich einer Sanierung der Hauptstrasse entfernt. Ende 2009 stellte die KLB ihren Betrieb gänzlich ein und wurde liquidiert. Die Haltestelle Kriens-Mattenhof an der Bahnlinie Luzern-Hergiswil-Engelberg/Interlaken Ost der Zentralbahn wurde im Dezember 2004 in Betrieb genommen. Sie liegt allerdings näher bei Horw als beim Dorf Kriens und erschliesst in Kriens nur das Kuonimatt-Quartier.

Kriens hat beim Grosshof (südlich des Sonnenbergtunnels) einen eigenen Autobahnanschluss an die A2. Ein weiterer Anschluss an die A2 existiert im Quartierbereich Schlund (in der Nähe des Pilatusmarktes) und wird vor allem von den Bewohnern der Nachbargemeinde Horw genutzt.

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quartierbus der Linie 15 bei der Pilatusbahn. Im Hintergrund das Schloss Schauensee

Das Haupttransportmittel des Öffentlichen Verkehrs zwischen Luzern und Kriens/Obernau sind Trolleybusse. Die Linie 1 des Trolleybus Luzern, sie wird von den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) bedient, führt vom Maihofquartier Luzern über den Bahnhof Luzern nach Kriens-Obernau. Die Autobus-Linien 15 (Quartierbus Kriens) und 16 (Kriens – Mattenhof – Kuonimatt – Horw Zentrum – Horw Spitz) erschliessen verschiedene Quartiere von Kriens durch den Öffentlichen Verkehr. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 führt die Autobus-Linie 21 von Luzern über Kastanienbaum und Horw Zentrum über den Pilatusmarkt bis nach Kriens Busschleife. Auch die Autobus-Linie 14 wird seit diesem Datum neu geführt und fährt von Horw Zentrum über das Einkaufszentrum Pilatusmarkt, das Krienser Gewerbegebiet Schlund und der östlichen Grenze von Kriens entlang nach Luzern und weiter zur Klinik St. Anna (Luzern) und ins Würzenbachquartier in Luzern. Damit wird das auf Krienser Gemeindegebiet gelegene Luzerner Kulturzentrum «Südpol» direkt an den Bahnhof Luzern angebunden. Seit 2005 hatte die damals neue eingeführte Autobus-Linie 31 (Pilatusmarkt Kriens – Südpol – Luzern, Kasernenplatz Luzern) das Kulturzentrum erschlossen, dabei musste jedoch umsteigen, wer ins Zentrum von Luzern wollte. Deshalb wurde diese Verbindung mit der Einführung der Verlängerung der Linie 14 aufgehoben.

Mit der Postautolinie 71 gelangt man von Luzern über Kriens ins Eigental. Seit Fahrplanwechsel im Dezember 2011 werden zusätzlich einige «Eilkurse» auf der Strecke Luzern Bahnhof – Kriens Busschleife gefahren, der Einstieg und Ausstieg ist an allen Haltestellen der Linie 71. Es handelt sich eigentlich um Überführungsfahrten von Postautos vom Busdepot in Kriens nach Luzern, welche bis anhin leer durchgeführt worden waren. Dieses zusätzliche Angebot soll die stark belastete VBL-Linie 1 etwas entlasten.

Am 11. Dezember 2016 ist die Einführung einer tangentialen Buslinie 5 von Kriens über den Pilatusplatz (Luzern) nach Emmenbrücke Seetalplatz geplant, unter anderem um die Linie 1 und auch den Busbahnhof Luzern zu entlasten.[11]

Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kriens gibt es zwölf Schulzentren der Primarstufe und drei Schulzentren der Sekundarstufe I. Neben der Primarschulklassen der 1. bis 6. Stufe werden die Kleinklassen A, B und C sowie das Lernstudio für Hochbegabte angeboten. An der Sekundarstufe werden die Niveaus A, B, C und D unterrichtet. Zusätzlich gibt es in Kriens vier Klassen der Brückenangebote des Kantons Luzern. Im Ortsteil Obernau befindet sich die Schweizerische Talmud-Hochschule 'Jeschiwah'.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Sommermonaten wird die Krienser Badi täglich, besonders an den Wochenenden, von den Einwohnern und Gästen frequentiert. Das Freibad hat eine grosse, gepflegte Liege- und Spielwiese. Ein 50 m langes Schwimmbecken, das auch für Schwimmwettbewerbe genutzt wird, Spiel- und Planschbecken, Sprung- und Rutschtürme sind ebenso vorhanden, wie eine Beachvolleyball-Anlage. Ein grosser Grillplatz und ein Selbstbedienungsrestaurant sorgen für das leibliche Wohl der Besucher.

Das bekannteste Wandergebiet der Region ist der Pilatus mit seinen Ausläufern. Es gibt mehrere Möglichkeiten den Berg zu entdecken. Die sportlichste Variante ist das Wandern, die bequemere eine Fahrt mit der Pilatusbahn. Von der Talstation Kriens aus führt eine Panorama-Gondelbahn bis zur Station Fräkmüntegg (Fahrtdauer ca. 30 Minuten auf 1'416 m ü. M.), auf der man auf die Luftseilbahn umsteigt, um auf den Pilatus Kulm (2'132 m ü. M.) zu gelangen. Auf der Zwischenstation Krienseregg steigen zumeist Familien mit kleineren Kindern aus, um die grosse Spielanlage unterhalb der Seilbahnstation zu nutzen. Grillplätze erweitern dieses familienfreundliche Angebot. Im Sommer bietet die Bahnstation Fräkmüntegg einige Attraktionen. Gleich neben der Station ist der grösste Kletterpark in der Zentralschweiz, der Pilatus Seilpark, gebaut worden und ein besonderes Erlebnis ist die mit 1350 m längste Sommerrodelbahn der Schweiz, ebenfalls in unmittelbarer Nähe der Bahn. Im Winter bieten die Pilatusbahnen ein kostenloses Schlittelerlebnis an. Auf der Station stehen Schlitten zur Mitnahme bereit. Bei guten Schneebedingungen kann man fast bis zur Talstation rodeln.

Ein besonderes Erlebnis ist die Fahrt mit der «steilsten Zahnradbahn der Welt», der Pilatusbahn, die ihren Ausgangsbahnhof in Alpnach Dorf hat. Vorbeifahrend an einer beeindruckenden Landschaft, legt die Bahn 4618 m bis zum Pilatus Kulm zurück. Diese Bahn fährt von Mai bis November.

Des Weiteren verkehrt eine über hundertjährige (mittlerweile 113 Jahre [Stand 2015]) Standseilbahn von Kriens auf den Sonnenberg.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bekannteste Sportverein der Gemeinde ist der Fussballverein SC Kriens, der zeitweise in der Nationalliga A antrat. Mittlerweile ist er in die 1. Liga abgestiegen (Saison 2013/14). Er ist allerdings auf dem besten Weg den direkten Wiederaufstieg in die 3. höchste Liga der Schweiz, der Promotion League, zu schaffen (Saison 2014/15). Im Handball spielt der HC Kriens-Luzern in der höchsten Spielklasse. Daneben gibt es weitere Vereine, wie der Veloclub oder der Turnverein Kriens, die für das sportliche Leben in Kriens wichtig sind.

Kultur und Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster und grösser alljährlich stattfindender Anlass ist die Krienser Fasnacht mit ihren typischen Krienser Holzmasken. Diese wird jeweils von der lokalen Galli-Zunft, den Krienser Guggenmusigen und freien Fasnachtsgruppen auf die Beine gestellt. Sie findet am Fasnachts Samstag auf dem Dorfplatz in Kriens statt. Höhepunkt ist der grosse Umzug am Güdisdienstag, der Vergleiche mit den grossen Umzügen im benachbarten Luzern nicht scheuen muss.

Ein weiteres wichtiges Brauchtum ist das sogenannte Geisslechlöpfe. Jeweils in der Zeit zwischen Anfang November und dem St. Nikolaustag am 6. Dezember wird in Kriens auf Strassen und Plätzen mit grossen Geisseln geklöpft – oft auch in organisierten Gruppen. Ein ähnlicher Brauch existiert auch in Bayern und Österreich mit dem Goaßlschnalzen, allerdings werden in Kriens keine Fuhrmannspeitschen benutzt, sondern an einem dickeren Holzstab befestigte Hanfseile. Diese werden nach aussen hin immer dünner und enden in einem sogenannten Zwick. Der Chlöpfer schwingt nun die Geissel im Kreis über seinem Kopf und bringt sie mit einer abrupten Gegenbewegung zum Knallen. Diese Bewegung wird dann abwechslungsweise nach links und rechts ausgeführt, ohne dabei dazwischen eine ganze Drehung durchzuführen. Das Brauchtum ist auch bei Kindern und Jugendlichen heute noch sehr beliebt und wird rege praktiziert.

Als kleines Wahrzeichen der Gemeinde Kriens etablierte sich das «Schlössli» Schauensee auf einer Anhöhe des Schattenberges im Süden von Kriens. Es gehört seit 1963 der Gemeine Kriens und wird als Kultur- und Begegnungsstätte genutzt.

Überregional bekannt ist das Krienser Museum im Bellpark, ein Forum für zeitgenössische Kunst, Fotografie und Geschichte. Des Weiteren befand sich zwischen 2006 und 2015 das Militärmuseum Luzern in einem Luftschutzbunker auf Gemeindegebiet.

Kriens besitzt zwei Theatersäle im Dorfzentrum: Den Pilatussaal und die kleinere Lokalität im ehemaligen Kino Scala. Letztere ist unter anderem Stammbühne der lokalen Theatervereine Theater Paprika und Bunte Bühne Kriens[12]. 2014 wurde mittels einer Volksabstimmung die Komplettsanierung des Dorfkerns beschlossen. Infolgedessen die beiden Lokalitäten Pilatussaal und Scala komplett abgerissen und durch moderneren Gebäude ersetzt werden. Ersatzweise soll auf dem Areal der heutigen Feuerwehr Kriens ein Konzertsaal entstehen. Die Feuerwehr seinerseits zieht in einen ebenfalls zum Projekt gehörenden Neubau im Gebiet Eichenspes um. Viele kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen finden ausserdem in der multifunktionellen, auch als Dreifachturnhalle nutzbaren Krauerhalle statt. Im Herbst 2006 wurde im Krienser Süden das privat betriebene Le Théâtre Kriens-Luzern im Schweighof eröffnet. Ebenfalls privat betrieben wird im Obernau die Kulturwerkstatt, ein Veranstaltungsraum für verschiedene kulturelle Anlässe.

Auf dem Gebiet der Gemeinde Kriens, im Gebiet Arsenal, befindet sich zudem das Kulturzentrum der Stadt Luzern Südpol.

Hergiswald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau in Hergiswald

Oberhalb des Ortes, am Fusse des Pilatus, befindet sich im Weiler Hergiswald die 1662 geweihte Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau. Es handelt sich um eine frühbarocke Kirche, die um den Nachbau der Casa Santa von Loreto aus dem Jahre 1643 herum errichtet wurde. In dieser Kapelle befindet sich als Wallfahrtsbild eine Schwarze Madonna. Bemerkenswert ist die gewölbte Kassettendecke mit 324 Feldern, die alle von Kaspar Meglinger mit Mariensymbolen bemalt wurden. Es ist weltweit der grösste Zyklus dieser Art.

Nahe bei der Wallfahrtskirche befindet sich ein Restaurant. Auf dem Weg zur Wallfahrtstätte passiert man eine gedeckte Holzbrücke von 1792, die trotz einer nachträglichen Erhöhung nur eine Durchfahrtshöhe von 3,20 m hat. Die Brücke mit dem Namen Hergiswaldbrücke wurde nun durch eine neue, unüberdachte Brücke entlastet. Sie steht noch immer auf ihrem angestammten Platz, ist allerdings für den Verkehr nicht mehr befahrbar.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Waltraud Hörsch: Kriens im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Waltraud Hörsch: Hergiswald im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Dieter Bitterli: Schweizerische Kunstführer GSK, Band 675–677: Die Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau in Hergiswald. Bern 2000, ISBN 3-85782-675-4.
  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116). ISBN 978-3-906131-90-0. S. 195–270.
  • Hilar Stadler (Hrsg.): Kriens für Zeitgenossen. Brunner, Kriens 2003. ISBN 3-905198-70-3.
  • Sonnenberg – Hotel, Bahn, Flüchtlingsheim... Museum im Bellpark Kriens und Autoren 2002, Publikation erschien zur Ausstellung im MiB, ISBN 3-9521018-6-9.
  • Emil Vogt. Luzerner Architekt um 1900. Museum im Bellpark Kriens und Autoren 1998, Publikation erschien zur Ausstellung im MiB, ISBN 3-9521018-1-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kriens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Material des Sprachatlasses der deutschen Schweiz. Die Aussprache [kχriəns], die als einzige im Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen, S. 489 f., genannt wird, wird nur von Auswärtigen verwendet.
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Kriens
  6. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, ISBN 3-7193-1308-5, S. 489 f.
  7. Internetauftritt der Gemeinde Kriens: Nachrichtenportal: Abstimmungsergebnis: Kirchbühl-Sanierung mit Pellet-Heizung, Einwohnerrat wird verkleinert
  8. Franco Faé wurde am 27. September 2015 als Ersatz für Paul Winiker (SVP) gewählt, der im Mai 2015 in den Luzerner Regierungsrat gewählt worden war. Franco Faé ist neuer Krienser Gemeinderat, Neue Luzerner Zeitung, 27. September 2015
  9. LUSTAT: Gemeindeprofil Kriens
  10. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 31. Mai 2016.
  11. Kriens ab Dezember mit neuer Buslinie 5, Meldung vom 25. Februar 2016 auf der Website der Gemeinde Kriens, abgerufen am 9, März 2016
  12. Sigi Blarer: Bunte Bühne Kriens, Kriens LU. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Band 1, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 301 f.