Ebikon

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Ebikon
Wappen von Ebikon
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1054i1f3f4
Postleitzahl: 6030
UN/LOCODE: CH EIN
Koordinaten: 668472 / 214923Koordinaten: 47° 4′ 54″ N, 8° 20′ 25″ O; CH1903: 668472 / 214923
Höhe: 426 m ü. M.
Fläche: 9,68 km²
Einwohner: i13'106 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 1354 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
21,0 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.ebikon.ch
Karte
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Ebikon (schweizerdeutsch: Äbike) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebikon liegt im Rontal und ist eine bedeutende Vorortsgemeinde der Stadt Luzern. Zum Gemeindegebiet gehört neben dem oberen Rontal auch der grösste Teil des Rotsees und der Ortsteil Rathausen, der an der Reuss liegt.

Im Westen liegt der Hundsrücken mit dem Sedelwald. Nördlich davon fliesst die Reuss vorbei und bildet die nördliche Gemeindegrenze. Der Ausfluss des Rotsees heisst Ron und gibt dem Tal den Namen. Die Ron fliesst stets in nordöstlicher Richtung dem ganzen Dorf entlang, parallel zur weiter nördlich fliessenden Reuss.

Südlich von Ebikon erheben sich der Hombrig (684 m ü. M.), Ebrüti (552 m ü. M.), Ob. Ebrüti (694 m ü. M.) und der Dottenberg (750 m ü. M.). Der höchste Punkt der Gemeinde liegt etwas oberhalb der Ob. Ebrüti auf 694 m ü. M., der tiefste am Rotsee auf 419 m ü. M. Von der Gemeindefläche wird 38,4 % landwirtschaftlich genutzt, weitere 23,9 % sind bewaldet. Der Rest von 30,3 % ist Siedlungsfläche.

Ebikon grenzt an die Stadt Luzern, Emmen, Buchrain, Dierikon und Adligenswil.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 532
1860 932
1870 878
1888 1'210
1910 1'430
1930 2'240
1950 3'007
1960 4'956
1970 7'770
1980 8'679
1990 11'068
2000 11'322
2010 12'116
2013 12'543

Die Einwohnerzahl wuchs bis 1860 unaufhörlich an (1798–1860: +75,2 %). Nach einem Rückgang im Jahr 1870 folgte ein bis heute andauerndes Bevölkerungswachstum. Bis 1910 war dieses eher mittelmässig (1880–1910: +57,8 %), dann bis 1950 mittelstark (1910–1950: +110,3 %). Anschliessend folgte bis 1990 ein extremes Wachstum und die Gemeinde verstädterte (1950–1990: +8'061 Personen oder +268,1 %). Mittlerweile leben 13'106 Personen in Ebikon (Stand: 31. Dezember 2015)[3].

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung 2000 gaben 86,50 % Deutsch, 3,02 % Serbokroatisch und 2,92 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung war bis zur Gründung der modernen Schweiz geschlossen römisch-katholisch. Durch Einwanderung aus anderen Kantonen der Schweiz und aus dem Ausland hat sich dies gewandelt. 61,15 % der Bevölkerung sind Römische-Katholiken, 12,72 % Evangelisch-Reformierte und 0,18 % Christkatholiken. Daneben gibt es 11,16 % Bekenntnislose und 14,96 % Gläubige anderer Religionen (Stand Ende 2009).

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 12'781 Einwohnern 10'127 Schweizer und 2'654 (= 20,8 %) Ausländer.[4] Die Einwohnerschaft bestand aus 79,2 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (17,6 %), Serbien inklusive Kosovo (17,4 %), Italien (13,1 %), Portugal (7,6 %), der Türkei (6,1 %) und Spanien (1,7 %). 24,0 % stammten aus dem übrigen Europa und 12,6 % waren aussereuropäischer Herkunft.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

853 schenkte Ludwig der Deutsche dem Kloster Fraumünster in Zürich, dem seine Tochter Hildegard als Äbtissin vorstand, ausgedehnte Ländereien. Dazu gehörte u. a. das Gebiet der heutigen Gemeinde Ebikon. Die marcha abinchova war ursprünglich das Land des alemannischen Siedlers Ebo und seiner Sippe. Aus „marcha abinchova“ (lateinisch) wurde im lokalen Dialekt Ebinkofen (Höfe der Ebinger) oder Ebinkon (Sippe des Ebo).

Im 14. Jahrhundert stand Ebikon unter der Herrschaft von Habsburg-Österreich. Die Stadt Luzern dehnte sich immer mehr aus und ab 1415 setzte sie in Ebikon offiziell einen Vogt ein. Im Jahr 1417 empfing Ebikon den deutschen Kaiser Sigismund, ein Ereignis, von dem noch heute das „Sigismundkreuz“ zeugt. Zwischen 1472 und 1848 stand Ebikon unter der Hoheit von Luzern.

Im Jahr 1805 wurde das erste Schulhaus gebaut und 1819 der erste Gemeinderat gewählt. Während des Sonderbundskrieges wurde Ebikon 1847 militärisch besetzt. 1863 wurde das neue Schulhaus gebaut, das heute noch die Schuldienste beherbergt.

Im Ortsteil Rathausen entstand 1245 ein Zisterzienserkloster, das 1848 im Zuge der Säkularisation aufgehoben wurde. Das Gebäude wurde von 1849 bis 1867 als kantonales Lehrerseminar genutzt. 1883 wurde im ehemaligen Kloster die Erziehungsanstalt Rathausen eingerichtet, die sich zu einem der grössten Kinderheime der Schweiz entwickelte. Ende der 1980er-Jahre wurde der Heimbetrieb eingestellt.

In den 1950er Jahren entwickelt sich Ebikon von einem stattlichen Bauerndorf zu einem Industriedorf. 1957 baut Schindler seine Fabrik zur Herstellung von Aufzugsanlagen in Ebikon. 1972 wurde der erste Baumarkt der Schweiz in Ebikon eröffnet.

Ab 1987 konnte sich Ebikon als Stadt bezeichnen (Erreichen der Marke von 10'000 Einwohnern).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebikon, als Gemeinde des seit dem 18. Jahrhundert eher christlich-konservativen Kantons Luzern, ist immer noch eine Stammgemeinde der CVP. Zudem gilt Ebikon als die politische Durchschnittsgemeinde der Schweiz, da die Abstimmungsergebnisse seit 1981 fast immer dem Ergebnis auf nationaler Ebene entsprechen.[6]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Ebikon setzt sich wie folgt zusammen:

  • Daniel Gasser (CVP): Gemeindepräsident
  • Ruedi Kaufmann (FDP): Bildungsvorsteher
  • Herbert Lustenberger (CVP): Finanzvorsteher
  • Andreas Michel (parteilos): Sozialvorsteher
  • Peter Schärli (SP): Bauvorsteher

Ab dem 1. September 2016 besteht der Gemeinderat von Ebikon aus:

  • Daniel Gasser (CVP): Gemeindepräsident
  • Hans Peter Bienz (parteilos)
  • Ruedi Kaufmann (FDP)
  • Andreas Michel (parteilos)
  • Susanne Troesch-Portmann (CVP)

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Ebikon: CVP 28,3 %, SVP 28,1 %, SP 14,7 %, FDP 14,1 %, GPS 7,8 %, glp 5,0 %.[7]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Ebikon: SVP 30,2 %, CVP 20,4 %, FDP 16,5 %, SP 15,4 %, Grüne 8,1 %, glp 6,3 %, BDP 1,6 %.[8]

Verkehr & Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebikon hat eine Bahnhaltestelle an der Bahnstrecke Zug–Luzern, die einen Teil des Orts für den Öffentlichen Verkehr erschliesst. Bedeutender, vor allem für den Pendlerverkehr, sind allerdings die vier Buslinien. Vor allem die Linien 22 (Luzern Bahnhof-Ebikon-Buchrain-Perlen/Inwil) und 23 (Luzern Bahnhof-Ebikon-Dierikon-Root) der Verkehrsbetriebe Luzern, sowie die Nachtstern-Linie N3 (Luzern Bahnhof-Ebikon-Perlen-Inwil-Gisikon-Root). Die Linie 26 (Brüelstrasse-Adligenswil Dorf-Unterlöchli-Ebikon-Ottigenbühl) erschliesst die restlichen Quartiere.

Ebikon liegt an der Hauptstrasse Luzern-Zug. Diese ist vor allem in den Verkehrsspitzen völlig überlastet. Um die Hauptstrasse zu entlasten, hat das Luzerner Stimmvolk am 25. September 2005 zugestimmt, an der A14 für 100 Millionen Franken einen Autobahnanschluss Rontal zu bauen. Der Anschluss und die Zubringerstrecke mit dem 891 m langen Tunnel gingen am 22. Juni 2011 in Betrieb.

Die Ebikoner Stimmbürger haben sich im Februar 2005 für die Umzonung eines Industriegebietes an der Grenze zu Dierikon ausgesprochen und somit den Bau eines überregionalen Freizeit- und Einkaufkomplexes Ebisquare gutgeheissen. Nach dem Rückzug des französischen Hauptinvestors 2009 übernahm 2011 die Halter AG die Rechte für die Realisierung des Projekts. Das Projekt erfuhr daraufhin einige Anpassungen und wurde in Mall of Switzerland umbenannt.[9] Der Spatenstich für das Einkaufszentrum, dass rund 140 Geschäfte, Restaurants und Bars, sowie 12 Kinosääle und einen Wellness-, Fitness- und Spa-Bereich enthalten wird, war am 11. Juni 2014.[10] Die Eröffnung ist für Herbst 2017 geplant, als Ankermieterin soll die Migros auftreten, welche neben dem Supermarkt auch ein Sportgeschäft und das Fitnesscenter betreiben soll.[11] Zur Erschliessung der Mall of Switzerland ist per 2022 die Verlängerung der Trolleybuslinie 1 zum Einkaufszentrum geplant.[12]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit über 70 Vereinen verfügt die Gemeinde über ein breites Angebot an Freizeitmöglichkeiten. Typisch für eine Luzerner Gemeinde sind die zahlreichen Guggenmusigen, die an verschiedensten Anlässen während der Fasnacht auftreten. Seit 1979 besitzt Ebikon eine Bibliothek, in der zurzeit über 20'000 Medien zur Verfügung stehen.

Der Verein Kunst.Kultur veranstaltet Kammerkonzerte in der Kunstkeramik Ebikon.[13]

Zu Beginn des Jahres 2008 wurde das Jugendhaus Phönix eröffnet. Seinen Namen erhielt das Jugendhaus von einem Ebikoner Drittsekschüler, dessen Vorschlag die Jury überzeugt hatte.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Kinder und Jugendlichen besteht in der Gemeinde ein grosses Angebot an Schulräumen. Es gibt sieben Kindergärten (Feldmatt, Fildern, Höfli, Innerschachen, Sagen, Schmiedhof und St. Anna) und fünf Schulhäuser (Feldmatt, Höfli, Sagen, Wydenhof und Zentral). Mittelschule und Universität können in der Nachbargemeinde Luzern besucht werden.

Zusätzlich zu den öffentlichen Schulen bestehen in Ebikon die Privatschulen Rey Schule und das Gymnasium St. Klemens.

Schuljahr
(2009/2010)
Kindergarten Primarschule
(Regelklasse)
Primarschule
(Kleinklasse)
Sekundarstufe
(Niveau A)
Sekundarstufe
(Niveau B)
Sekundarstufe
(Niveau C)
Sekundarstufe
(Niveau D)
Abteilungen 8 33 5 6 6 6 3
Lernende 140 658 55 113 131 116 38

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist die Walliser Gemeinde Embd.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das wohl markanteste Gebäude in Ebikon ist der zum Inventar der Gebäude mit nationaler Bedeutung gehörende Turm der Aufzugsfabrik Schindler.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Hennig, André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band II: Das Amt Luzern. Die Landgemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 116). ISBN 978-3-906131-90-0. S. 77–122.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ebikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Ebikon
  6. 20 Minuten - So wie Ebikon stimmt der Rest der Schweiz ab
  7. LUSTAT: Gemeindeprofil Ebikon
  8. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 31. Mai 2016.
  9. Neue Zürcher Zeitung: Mall of Switzerland kurz vor Baubeginn - Schindler steigt aus (30. Mai 2014) auf nzz.ch
  10. 20 Minuten: Jetzt wird die Mall of Switzerland gebaut (11. Juni 2014) auf 20min.ch
  11. Neue Luzerner Zeitung: Die Migros zieht in die Mall of Switzerland (18. Dezember 2014) auf luzernerzeitung.ch
  12. öV‐Konzept AggloMobil tre Verkehrsverbund Luzern, 12. Mai 2015
  13. Kammerkonzerte in der Kunstkeramik Ebikon, Website des Vereins Kunst.Kultur, abgerufen am 15. Februar 2016