Sergei Alexandrowitsch Karaganow

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Sergei Karaganow (2017)

Sergei Alexandrowitsch Karaganow (russisch Сергей Александрович Караганов, geboren am 10. September 1952 in Moskau) ist ein russischer Politikwissenschaftler, der den Rat für Außen- und Verteidigungspolitik leitet, eine von Witali Schlykow gegründete Denkfabrik für Sicherheitsanalysen. Er ist außerdem Dekan der Fakultät für Weltwirtschaft und internationale Angelegenheiten an der Wirtschaftshochschule Moskau. Karaganow war ein enger Mitarbeiter von Jewgeni Primakow sowie auch Berater der Präsidenten Boris Jelzin und Wladimir Putin.[1] Er soll sowohl Putin wie dem Außenminister Sergei Lawrow nahestehen.[2]

Seinen Vorstellungen wird eine enge Verbindung zur Außen- und Sicherheitspolitik Putins und zum Konflikt um die Ukraine zugeschrieben.[3]

Er ist seit 1998 Mitglied der Trilateralen Kommission. Seit 1983 ist er stellvertretender Direktor des Europa-Institutes an der Russischen Akademie der Wissenschaften.[4]

Leben und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den biographischen Angaben auf dem englischsprachigen Teil seiner Webseite zufolge[5] wurde Karaganow am 12. September 1952 geboren und studierte an der Staatlichen Universität Moskau, wo er 1974 im Fachbereich Ökonomie graduierte. Von 1974 bis 1978 war er Promotionskandidat am Institut für US- und Kanadastudien der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften, 1976 bis 1977 dazu Trainee an der diplomatischen Vertretung der UdSSR bei den Vereinten Nationen. 1978 bestand er das dem Doktorgrad vergleichbare Kandidatenexamen und wurde mit der Dissertation «The Role and Place of Transnational Corporations in the U.S. Foreign Policy» (Rolle und Stellenwert Transnationaler Firmen in der Außenpolitik der Vereinigten Staaten) promoviert. Von 1978 bis 1988 arbeitete er als Wissenschaftler am Institut für US-und Kanada-Studien und stieg zum Sektionsleiter auf. 1989 verteidigte er eine mit der Habilitation vergleichbare Doktorats-Dissertation über „The Role and Place of Western Europe in U.S. Strategy Towards the USSR (1945-1988)“ (Rolle und Stellenwert Westeuropas in der US-Strategie gegenüber der UdSSR). Ab 1988 arbeitete er im Europa-Institut der Sowjetischen (heute:Russischen) Akademie der Wissenschaften, 2010 wurde er dessen Vizedirektor. Seit 2006 ist er Dekan der Fakultät für Weltwirtschaft und Weltpolitik an der Wirtschaftshochschule Moskau.

Karaganow ist Mitglied zahlreicher Gremien, darunter der wissenschaftliche Beirat des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, der wissenschaftliche Beirat des russischen Außenministeriums und der Menschenrechtsrat beim russischen Präsidenten. Er ist Mitherausgeber der Fachzeitschrift Russia in Global Affairs und Mitgründer des Waldai-Klubs.

Er ist verheiratet und hat eine Tochter.

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karaganow-Doktrin und Neo-Imperialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karaganow entwickelte nach dem Zusammenbruch der UdSSR die sogenannte Karaganow-Doktrin, nach der Moskau sich als Verteidiger der Menschenrechte ethnischer Russen im näheren Ausland, wie etwa der baltischen Staaten, ausgeben sollte, um in diesen Regionen politischen Einfluss zu gewinnen.[6]

2005 vertrat er in einem Aufsatz, dass die Staatsbildung an zahlreichen Orten der Welt – etwa in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion oder der Dritten Welt – gescheitert sei und darum mächtige Staaten abgestimmt "neo-imperial" Ordnungsfunktionen übernehmen müssten. Viele Staaten die sich herausgebildet hätten seien oft nicht oder nur unzureichend funktionsfähig, ermangelten auch der ökonomischen Entwicklungsfähigkeit und würden deswegen eine Gefahr für die internationale Stabilität darstellen. Terroristen oder kriminelle Gruppen könnten sich in ihnen festsetzen und durch Spill-Over-Effekte ganze Regionen destabilisieren. Dort wo die Staatsbildung lange schon gelungen sei wäre eine Hinwendung zu supranationalen Organisationen wie der EU feststellbar, die ausgehend vom Konzept begrenzter Souveränität des Einzelstaates Ressourcen für gemeinsame Ziele bündele. Auch dies gefährde die westfälische Ordnung seit dem dreißigjährigen Kriege, die von der Vorstellung staatlich umfassender Souveränität geprägt gewesen sei. Karaganow plädierte darum für eine "neo-imperiale Allianz", in der ein "Konzert" wahrhaft souveräner Mächte – definiert dadurch, dass sie nicht durch Bündnisse ihrer Nachbarstaaten wirksam eingeschränkt werden könnten – entscheide. Die Vorstellung der USA, durch Demokratisierung funktionsfähigere und damit doch souveräne Staaten zu schaffen sei nicht erfolgreich, westliche Hilfe würde eher zu Korrumpierung von Regierungen und Bevölkerungen führen als zu echter Entwicklung. Diese Staaten – er verwies auf Afrika und den Nahen Osten – seien semi-feudale Rohstoffexporteure, geprägt von parasitischer Mentalität und Stagnation. Andere wie die Tigerstaaten seien erfolgreicher, das verlange aber große eigene Anstrengungen. Die UN könne die Entwicklungsdefizite nicht auffangen, Terrorismus und die mögliche Verbreitung von Massenvernichtungswaffen seien zu große Gefahren um ignoriert zu werden. Lösung sei darum eine multipolare Welt mächtiger Staaten, Problem dabei sei der Versuch der USA sich als einziger Pol durchzusetzen, was faktisch auf ein "amerikanisches Imperium" hinauslaufe. Die USA müssten jedoch einsehen, dass ihre Kraft – selbst wenn ihre militärische Macht noch unerreicht sei – dazu nicht mehr ausreiche, ihre Wirtschaft sei nicht mehr so umfassend dominant und vital wie in den neunzehnhundertvierziger Jahren. Multipolarität alleine sei allerdings eher konfliktverursachend, es müsste zusätzlich noch ein Konsens der Mächte erreicht werden, ein "kollektiver Neo-Imperialismus", der Interventionen wie gegenüber Transnistrien durch Russland oder Jugoslawien durch die USA und Europa verregle. Dafür solle die UN-Charta überarbeitet werden, es müsste wieder die Möglichkeit von Mandatsgebieten geschaffen werden, damit die entwickelten Staaten direkt in unterentwickelten eingreifen dürften, um ihnen bei der Modernisierung zu helfen.[7]

Eurasien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karaganow ist Vertreter des Eurasismus. Er plädiert für eine enge Zusammenarbeit Russlands mit China und eine Zusammenführung der Eurasischen Wirtschaftsunion mit dem Projekt der neuen Seidenstraße.[8]

Russland habe die Chance, sich nicht mehr als Staat mit einigen asiatischen Besitzungen zu verstehen, sondern zu einem eurasischen Zentrum zu werden, das als Exporteur von Rohstoffen, Produzent energieintensiver und einiger hochtechnischer Produkte und als Hauptanbieter von Sicherheit für den Kontinent fungieren könne.[9] Das russische Militär sei kleiner als das frühere sowjetische, aber - wie in Syrien bewiesen - „ziemlich effizient“ („quite efficient“)[10]. Wahrscheinlich werde ein Wirtschaftsraum, der die Eurasische Wirtschaftsunion, die Staaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, die ASEAN-Staaten, die Türkei, Israel, den Iran und Ägypten umfasse und Indien, Süd-Korea und Japan einbeziehe. Die EU würde sich möglicherweise auch noch anschließen. Dieser Raum würde auf Hegemonialmächte wie die USA verzichten und dem von der UN mal vertretenen Prinzip der Gleichberechtigung entsprechen, das von den USA zugunsten globaler Hegemonie verlassen worden sei. Die Konzeption eines Groß-Eurasien könne die von den USA verursachten Konflikte und die – nach Karaganow – „natürliche“ russische Gegenbewegung überwinden, das sei aber an den USA zu entscheiden.[9] Das Schwergewicht wirtschaftlicher Aktivität verschiebe sich nach Asien und damit nach Eurasien, der die politische Integration Eurasiens noch behindernde Gegensatz Indiens und Chinas sollte in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit aufgehoben werden. Ein Groß-Eurasien werde einem Groß-Amerika gegenüberstehen, Russlands relative ökonomische Schwäche werde durch die wirtschaftliche Stärke Eurasiens ausgeglichen.[11]

Sowjetunion und Autoritarismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Rückkehr zur Sowjetunion lehnt Karaganow ab, diese habe ein "schreckliches Trauma" hinterlassen. Die besten Leute seien in ihr getötet worden, die Herrschenden hätten für alle gedacht und entschieden, dies wirke nach. Russland müsse stärker werden um demokratischer werden zu können. Jedoch sei der Autoritarismus Russland nicht auferlegt, sondern Ausdruck seiner Bedürfnisse und des Willens seiner Menschen. Er sei immer notwendig gewesen um das riesige Reich mit seinen zahlreichen Grenzen gegen landräuberische Angreifer zu verteidigen. Nicht-autoritäre Herrscher seien gescheitert und entthront worden, es sei ein Wunder dass das Land das Jahr 1991 langfristig überlebt habe. Wladimir Putin sei ein autoritärer Führer geworden, weil das Land es verlangt hätte. Demokratie sei nur ein möglicher – und langfristig instabiler – Weg komplexe Gesellschaften zu regieren, er gehe davon aus dass Europa autoritärer und Russland demokratischer werde. Hybride Mischformen würden sich durchsetzen, allein die USA seien als demokratisches Land entstanden und würden diesem Erbe wohl verhaftet bleiben. Russlands Vorstellung von Demokratie sei nicht universalistisch, sondern dass jedes Land sein System selbst bestimmen solle. Kapitalistische Entwicklung sei nicht an die Demokratie gebunden, sondern an Gesetzesherrschaft, wie die legalen Traditionen Chinas und seine momentane starke Entwicklung es zeigten. Autoritäre Systeme seien effektiver und könnten langfristiger planen, ihre Gefahr sei aber die Stagnation.[12] Russland bewege sich auf einen nicht-westlichen Typ der Demokratie zu, es werde in Zukunft demokratischer sein als viele heutige westliche Länder. Die Mentalität des russischen Volkes jedoch sei im Kern autoritär, das könne bedauert, aber nicht geändert werden und sei ein Erbe der Mongolenherrschaft.[13]

Nuklearwaffen, Russland als Großmacht und Gegnerschaft zur NATO und den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 warnte er vor dem Gedanken, dass nukleare Abrüstung zu mehr Sicherheit führe, weniger Nuklearwaffen würden nukleare Kriege eher leichter führbar machen, da man dann auf Abwehrmöglichkeiten hoffen könne. Der Gedanke nuklearer Vernichtung sei zwar unmoralisch, habe aber große Kriege verhindert. Atomwaffen seien das Feld, auf dem Russland nach wie vor als „Supermacht“ agieren könne und in internationalen Verhandlungen ernst genommen werden müsse.[14]

2012 begrüßte er die konventionelle und atomare Aufrüstung Russlands, die zur Statuserhaltung notwendig sei. Zwar könne ein großräumiger Angriff auf die Atommacht Russland ausgeschlossen werden, keine der anderen Mächte sei diesbezüglich eine reelle Bedrohung. Aber für niedrigschwellige Konflikte, wie etwa der Westen sie verantworte, brauche man ein mobiles und hochprofessionelles konventionelles Militär, dessen Konzeption nicht mehr auf große Landkriege ausgerichtet wäre. Die entsprechenden Reformen verliefen sehr erfolgreich und Russlands nehme wieder eine Rolle als Schlüsselgarant des internationalen Friedens ein. Zwar wäre es sehr viel besser, auch technologisch, wirtschaftlich, kulturell und spirituell Stärke zu haben, das sei aber eine spätere Aufgabe. Zuerst müsse das Militär reformiert werden.[15]

2016 führte er nach Warnungen an die Adresse der NATO aus: „Wir wollen eine weitere Destabilisierung der Welt verhindern. Und wir wollen den Status einer Großmacht. Wir können darauf leider nicht verzichten - dieser Status ist in den vergangenen 300 Jahren zum Teil unseres Erbguts geworden. Wir möchten das Zentrum eines großen Eurasien sein, einer Zone von Frieden und Zusammenarbeit. Zu diesem Eurasien wird auch der Subkontinent Europa gehören.“ Die Verlegung von Waffen und Militäreinheiten ins Baltikum sei "idiotisch", im Falle eines Konfliktes würden sie vernichtet, denn Russland werde nie wieder auf eigenem Territorium kämpfen. Sollte die NATO eine Aggression gegen die Atommacht Russland beginnen, werde sie bestraft werden.[16]

„Die NATO ist ein aggressives Bündnis. Sie macht auch viele Länder unsicherer, weil sie sie automatisch zu Feinden macht und anti-russische Gefühle stärkt. Die NATO ist ein Problem, eine Krankheit Europas, die geheilt werden sollte.“[17]

2017 hielt er fest, dass er mit weiteren nuklear bewaffneten Staaten rechne, darunter Staaten wie Ägypten oder Japan. Das würde die Sicherheit weltweit nicht erhöhen, die Gefahr von Konfrontationen steige. Man müsse zu Abreden und Verträgen kommen, die die Situation moderierten. Der Westen habe einen neuen Kalten Krieg begonnen, und zwar dadurch dass er "gierig" die Hand nach früheren Besitztümern der Sowjetunion ausgestreckt habe und versuche Chinas Aufstieg einzudämmen. Die jetzige Zeit sei gefährlicher als im vergangenen Kalten Krieg, China und Russland seien aber die neuen Garanten weltweiter Sicherheit, China auf ökonomischer Ebene, Russland auf militärischer. Staaten wie Indien oder Brasilien oder Ägypten würden diese Machtverschiebung begrüßen. Die USA hingegen destabilisierten die Lage. Mit Eurasien und den USA würden sich letztendlich zwei Hauptzentren der Macht herausbilden, während Europa kein solches Zentrum werden könne. Teile Europas würden sich vielmehr Eurasien anschließen, andere Teile den USA. Dadurch dass es gelungen sei, westliche Pläne zu kontern, die Ukraine zu einem NATO-Mitglied zu machen, hätte Russland einen Krieg verhindert.[18]

Russland habe durch Entwicklung neuer strategischer Waffen wie hypersonischen Trägersystemen für Nuklearwaffen gegenüber den USA eine Überlegenheit erreicht, ohne sich wie früher die Sowjetunion auf einen ökonomisch schädigenden Rüstungswettlauf überhaupt einzulassen. Damit ließen sich militärische Neuentwicklungen im Vorfeld kontern und bereits bestehende Kapazitäten der USA wie beispielsweise ihre Flugzeugträger verlören an Wert, da sie nun deutlich verwundbarer wären.[19] Damit sei jeder Gedanke an hegemoniale Oberhoheit („Supremacy“) gegenstandslos.[20]

Covid-Pandemie und die Schwäche der Demokratie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Covid-Pandemie bewertete er als in ihren destabilisierenden Folgen kaum zu überschätzen, alle Länder würden mit Einbußen zu tun haben, in den reichen Ländern des Westens würde die Mittelschicht schrumpfen, in ärmeren Ländern würde Hunger einkehren und Regierungen fallen. Eine Zeit des Chaos stehe bevor, und autoritäre Systeme würden – was allerdings nicht für alle gelte – mit der Pandemie erkennbar effektiver zurechtkommen. Es würde deutlich, dass Demokratie nur für reiche Länder eine Option wäre und auch Demokratien nicht unter externem Stress funktionieren würden. Alle Demokratien seien in der Geschichte immer verschwunden, sie hätten sich stets in autoritäre Systeme verwandelt. Demokratie sei das Ergebnis von Wohlstand, nicht umgekehrt, und ein Churchill unwahrscheinlicher als populistische Führer und Oligarchien. Es gelte, autoritären Willen mit persönlicher Freiheitsliebe zu verbinden. Historisch sei das russische Imperium – von beiden angetrieben – expandiert. Russischer Elitenpessimismus sei darum fatal, junge Leute seien weder an Langweile noch an Unfreiheit interessiert. Im Westen hingegen zerstöre Politische Korrektheit die Gedanken- und Ausdrucksfreiheit, die europäische Zivilisation erodiere. Wohlstand und nuklear gesicherter Frieden hätten die tatsächlichen Probleme wie Territorium, Daseinsvorsorge, Lebenskampf und die wahren Werte wie Patriotismus, Glaube und Familie zugunsten von Schein-Ideologien wie LGBT, Black Lives Matter oder der Bewegung gegen den Klimawandel überlagert. Damit habe der oft erwartete Abstieg Europas tatsächlich eingesetzt. Zwar setzten westliche Konsolidierungsbemühungen ein und zwar durch bewusst verschärfte Gegnerschaft mit Russland, diese seien aber erwartbar nur kurzfristig, weil die inneren Widersprüche der USA bereits zu tief seien. Russland müsse sich auch darum nach dem vitaleren Asien orientieren. Insgesamt sei die Situation aufgrund multipolarer Konstellation und inneren Konflikten der Gesellschaften sehr gefährlich, die Krise könne aber zu einer Reinigung und besser ausbalancierten Weltordnung führen.[21]

Übergang zu Groß-Eurasien, Ende amerikanischer Hegemonie und China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karaganow sah 2021 die Weltpolitik an einer Wasserscheide, es entscheide sich welche Staaten zu einem Groß-Eurasien und welche zu einem Groß-Amerika gehören werden. Ein neuer Kalter Krieg habe bereits begonnen, jedoch würden Russland und China vereint ihn gewinnen. Die größte Frage sei, wozu Deutschland gehören werde. Mit China verbinde Russland fast eine Allianz, jedoch habe Russland auch gute Beziehungen zu Indien, den arabischen Staaten, dem Iran und den EU-Staaten Österreich und Ungarn aufgebaut. Man dürfe Souveränität allerdings nicht an China verkaufen, wie Europa es gegenüber den USA getan habe, Russen hätten jedoch ein starkes Souveränitätsgefühl und er hoffe auf die Klugheit der chinesischen politischen Klasse, niemals etwas gegen Russland zu unternehmen.[22] Er sorge sich nicht um eine chinesische Gefahr, darum störe Russland sich auch nicht an der chinesischen Militärbasis in Tadschikistan. Jeder der Russland dominieren wollte sei gescheitert, von Karl XII. bis Hitler. Man könne Russland nicht beherrschen.[17]

Sollte China aufgrund seiner Macht die Zahl seiner benachbarten Vasallenstaaten irgendwann imperialistisch ausdehnen wollen, würde es auf den Widerstand größerer Staaten treffen, darunter die Türkei, Indien, der Iran, wie bisher schon die USA und auch Russland selbst. Solange es aber nur um die Erlangung eines China zustehenden Status gehe, liefen die Interessen Chinas und Russlands parallel und ein Bündnis sei Russlands größte außenpolitische Ressource. Die USA, die nach 1990 zum globalen Hegemon geworden wären, hätten sich durch drei Fehler geschwächt, darunter die Ablehnung Russlands als enger Alliierter des Westens und die sinnlosen Kriege in Afghanistan und dem Irak. Vor allem aber sei der Irrglaube zu nennen, wirtschaftliche und von den USA stark unterstützte Entwicklung Chinas würde zu dessen Demokratisierung und Zugehörigkeit zum Westen führen. Als die USA diesen schweren Fehler begriffen hätten, sei es bereits zu spät gewesen. Binnen kurzer Zeit würde China nuklear genauso stark sein wie die USA und das wäre das Ende ihrer Hegemonie. Drei Hauptmächte würden am Ende übrigbleiben, wobei die USA eine starke Position behalten und ihre Machtreduktion in den nächsten fünfzehn Jahren unter Aufgabe ihres "liberalen Imperialismus" zugunsten eines Gleichgewichtes akzeptieren würden. Andere Staaten würden sich nach Groß-Eurasien orientieren. Der Westen hätte sich darin geirrt zu glauben, dass wirtschaftliche Interessen allein handlungssteuernd seien, und andere Antriebe wie Sicherheitsbedürfnis, Selbstbehauptung, Werte und Ideale unterschätzt. Russland wiederum habe nach dem Untergang der UdSSR auf eine russische Ideologie zur Selbstvergewisserung verzichtet, dies gelte es zu korrigieren, da große Mächte nicht ohne Ideen existieren könnten. Für Russland müsse diese Idee die Entwicklung Sibiriens werden und die Erkenntnis, dass man historisch Teile seiner Kultur nicht Europa verdanke, sondern den Mongolen und damit Asien. Die europäische Epoche Russlands sei vorbei, die eurasische beginne. Man müsse Peter dem Großen für die Europäisierung danken, die eine große Kultur und die russische Armee geschaffen habe, aber nun wirklich zu Eurasien werden. Man brauche nichts mehr von Europa, auch keinen Rat.[23]

„Sammeln der Länder“ und Putin-Doktrin - Zerstörung und Ersetzung der nach dem Kalten Krieg entstandenen Ordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz vor der Invasion in die Ukraine begrüßte er die Hilfestellung durch Truppen für die kasachische Regierung, zeigte sich aber sehr besorgt über die Schwäche von Verbündeten wie Armenien, Belarus und Kasachstan. Er hätte gedacht dass deren innere Destabilisierung erst einige Jahre später auftauchen würde, es zeigte sich dass sich dort keine tragfähigen Staaten entwickelt hätten. Die Frage würde sich stellen, wie man sie über Wasser halten könne, das sei eine "Frage eines neuen Sammelns der Länder" ("a question of new gathering of the lands"). Die Sowjetunion hätte sich durch den Drang eine Supermacht sein zu wollen überfordert, großangelegte Unterstützungsleistungen für die Dritte Welt, Osteuropa und Sowjetrepubliken seien dafür ebenso wie ein vollkommen überdimensioniertes Militär verantwortlich gewesen. Die jetzige geostrategische Position der Russischen Föderation sei – insbesondere durch die Freundschaft mit China an der nunmehr sicheren Ostgrenze – insofern besser. Stabilisierung von Nachbarstaaten berge aber die Gefahr die Entwicklung Sibiriens und des russischen Asiens zu vernachlässigen.[24]

Mittels konstruktiver Zerstörung solle die bisherige Sicherheitsarchitektur Europas aufgehoben werden, dieses Vorgehen lasse sich als Putin-Doktrin verstehen. Die Ende 2021 im Rahmen der Ukrainekrise erfolgte ultimative Aufforderung an die NATO, den Aufbau militärischer Strukturen nahe Russland generell zu unterlassen und auf jede Erweiterung im Osten zu verzichten, sei der Beginn dieser konstruktiven Zerstörung der seit 1990 bestehenden Ordnung in Europa, die durch eine andere Art von Beziehungen mit dem Westen ersetzt werden solle. Die Charta von Paris und die Nato-Russland-Grundakte seien aus russischer Schwäche geborene Fehler gewesen.[25]

Ukrainekrise und Krieg 2022[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karaganow gilt als einer der ideologischen Vordenker innerhalb russischer Führungskreise, dessen Vorstellungen über die Ukraine und die Entstehung des Konfliktes mit denen Wladimir Putins eng verwandt sind.[26] Er gab den verschiedenen NATO-Erweiterungen die Schuld für den Konflikt und die Invasion der Ukraine 2022 und führte nach Kriegsbeginn aus, dass er das nukleare Schutzversprechen der USA für Europa für wenig glaubhaft halte und dass Russland sich eine Niederlage nicht leisten könne und darum militärisch eine "Art von Sieg" auf jeden Fall erreichen müsse, sonst drohe eine weitere Eskalation und ein direktes Aufeinandertreffen mit der NATO. Ziel der Militäroperation seien "Denazifizierung" und Demilitarisierung der Ukraine, der er nur sehr eingeschränkte nationale Traditionen und Staatlichkeit zusprach. Denkbar sei darum eine Aufteilung der Ukraine unter verschiedenen Staaten, er gehe von einer Teilung aus.[27]

Die Krise hatte er zuvor als sehr gefährlich bewertet, die Gefahr eines Weltkrieges mit thermonuklearer und Cyperkriegführung sei real. Dann würde alle Geschichte enden und es würde keinen vierten Weltkrieg mehr geben.[28]

Kurz vor Invasionsbeginn hatte er eine Eroberung der Ukraine und Herrschaft über ein zerstörtes Land mit feindlicher Bevölkerung noch ein "Worst-Case-Scenario" genannt und angegeben, dass nicht Russland mit militärischen Feindseligkeiten beginnen würde und keinen Krieg wolle. Die Ukraine solle ein Pufferstaat sein. Es gehe darum, eine mögliche Situation wie am 22. Juni 1941 (Hitlers Überfall auf die UdSSR) im Vorhinein zu verhindern, die NATO sei ein "Krebs", der "metastasiere" und eine ständige Konfrontation zur Eigenstabilisierung brauche, ein möglicher NATO-Aufmarsch in der Ukraine eine existentielle Bedrohung, die man besser früher als später angehe. Durch die NATO-Mitgliedschaft seien die baltischen Länder und Polen immer unfreundlicher geworden. Die damalige sowjetische Zustimmung zum Recht eines jeden europäischen Staates sich seine Allianzen frei wählen zu dürfen in der Charta von Paris sei ein Fehler gewesen. Mit dem Westen sei ein freundschaftliches Auskommen möglich, solange dieser nicht von "Ultra-Feminismus" und "LGBT-Kult" regiert werde. Hoffentlich würden "vernünftige Kräfte" den Westen vor dem Fall in einen "moralischen Abgrund" bewahren. Trotz der festen Verbindung mit China sei nach einem Ausgleich mit dem Westen in einigen Jahren ein zusätzlicher Partner kein Schaden, zumal das eigene Ungleichgewicht mit China sich noch verstärken werde. Russland und China gemeinsam könnten aber auch harte westliche Sanktionen kontern, im Cyberkrieg könnten beide vereint die USA hart treffen. Er glaube nicht dass tatsächlich russische Pläne bestünden in die Ukraine einzumarschieren, Russland baue lediglich eine Drohkulisse auf um den Donbas vor einem Angriff zu schützen. Dies habe die USA bereits dazu bewogen, diplomatisch durch Anerbieten von Gesprächen über Rüstungskontrolle auf Russland zuzugehen.[29][30] Er sei sicher, dass keine Invasionspläne bestünden, die Eroberung und die Besetzung einer erbitterten und ökonomisch zerstörten Ukraine sei das schlechtest denkbare Szenario.[31] Die Ukraine werde nicht bedroht, sondern sei ein "Freund Russlands", man habe selbst genug Land und außerdem sei sie faktisch ein "Bettler Europas", da sie durch ihre Eliten und den Westen ausgehöhlt worden sei, der Truppenaufmarsch solle allein den Westen nervös machen.[17] Der Gedanke, Russland würde nach Kiew vorstoßen wollen, sei gänzlicher „Nonsens“.[30]

Drei Wochen nach Invasionsbeginn - während der Schlacht um Kiew - gab er an, dass er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj „natürlich nicht“ für einen Nazi halte,[32] jedoch könne Nationalsozialismus nicht allein mit Antisemitismus identifiziert werden, sondern generell mit der Herabwürdigung anderer Nationen. Dies eben geschehe in der Ukraine, die sich seiner Meinung nach in die gleiche Richtung wie Hitlerdeutschland entwickle. In Europa gleiche die Russophobie seit längerem dem Antisemitismus zwischen den Weltkriegen, die gesamte russische Kultur werde verteufelt und "gecancelt". Man sei faktisch bereits im Krieg mit dem Westen. Der Ukrainekonflikt werde auch Auswirkungen auf die russische Gesellschaft haben, man werde diese im nationalen Sinne militant umformen und nicht-patriotische Elemente aus der russischen Elite entfernen. Die Ukraine dürfe nach Konfliktende nur begrenzt und im Rahmen der Zustimmung Russlands bewaffnet bleiben. Die gesamte Sicherheitsarchitektur Europas nach 1990 sei "illegitim" und müsse nach den Interessen Russlands umgearbeitet werden, die frühere russische Zustimmung zu NATO-Ost-Erweiterungen sei ein schwerer Fehler gewesen. Russische Truppen in der Ukraine gingen mit großer Schonung der Zivilbevölkerung vor, das Massaker von Butscha hätte gar nicht stattgefunden, sondern sei gestellt und eine "Provokation". Karaganow gab zu, dass Russland im Binnenverhältnis gegenüber China abhängiger werde, jedoch glaube er nicht, dass Russland eine Marionette Chinas werden könne. Anders als die Staaten Europas, die bereits Marionetten der USA seien, hätten die Russen einen Sinn für Unabhängigkeit und seien den Chinesen kulturell auch nicht ähnlich. Allerdings sei das Verhältnis sehr eng, der eine gebe dem andern Stärke.[33] China würde der große Gewinner des Konfliktes werden, die Ukraine der große Verlierer, ihr Land würde irgendwie geteilt werden müssen, damit Russland in irgendeiner Form siegreich bliebe, wie immer das auch aussehe. Ein vollständiger Sieg über die Ukraine wäre wegen der damit verbundenen Schwierigkeiten der Besatzung nämlich kein Sieg. Verlieren werde auch Europa– und auch Russland. China sei technologisch und ökonomisch weit überlegen, diese überwältigende Stärke mache ihm für das kommende Jahrzehnt große Sorgen. Er hätte durch Lösung der Ukraine- und NATO-Problematik eine starke Position gegenüber China angestrebt, nun werde es viel schwerer für Russland, Chinas Macht zu widerstehen. Die Annäherung Europas an Eurasien werde nun erstmal nicht stattfinden, womöglich aber in zehn Jahren. Man erlebe eine wichtige Zeit, die Globalisierung sei beendet und die Demokratie in Europa würde in bekannter Form aufgrund absehbar fortgesetzter Schocks wohl nicht überleben.[32]

Anders als der amerikanische Stratege Zbigniew Brzeziński geglaubt habe, sei der Besitz der Ukraine gar nicht die Bedingung für ein russisches Imperium; dies sei vielmehr der Besitz Sibiriens. Die Ukraine sei lediglich eine auszuschaltende Gefahr und eine Last für Russland, für die man keine ökonomischen Ressourcen verschwenden solle. Der Aufbau Sibiriens aber würde Siedler aus der ehemaligen Sowjetunion anziehen, darunter auch Ukrainer. Strategie des aktuellen Vorgehens, welches lediglich ein Anfang wäre, sei, mittels sogenannter konstruktiver Zerstörung die bisherige Sicherheitsordnung zu überwinden, die Bedeutung internationaler Organisationen wie etwa der OSZE aufzuheben oder mindestens stark zu minimieren, sich von einem im Niedergang befindlichen Europa abzuwenden und sich China und dem sich entwickelnden Asien zuzuwenden und später über den Wiederaufbau freundlicher Beziehungen zu europäischen Staaten deren Integration in ein größeres Eurasien möglicherweise zu befördern. Das könne man als Putin-Doktrin verstehen. Die USA würden niemals tatsächlich Atomwaffen gegenüber einer Atommacht nutzen, um Europa zu schützen.[34] Würde Russland allerdings entgegen seinen Erwartungen im Ukraine-Krieg einen „Nichtsieg oder eine vermeintliche Niederlage“ davontragen, so bedeute das eine existenzielle Bedrohung für Russland, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine direkte Konfrontation mit den USA eskalieren würde. Atomwaffeneinsatz sei dann nicht auszuschließen und liege in der Logik eines solchen Konflikts.[32]

Im Juni 2022 bekräftigte er, dass der Krieg von Russland als existentiell angesehen werde. Im Falle einer Niederlage drohe der Zerfall des Landes, worauf westliche Kräfte auch hinarbeiteten. Deswegen sorge er sich um eine Eskalation, eine Aufnahme Schwedens und Finnlands in die NATO würde die Schwelle zur nuklearen Eskalation weiter senken. Ein russischer Sieg könne in einer Übernahme von ukrainischen Gebieten im Süden und Osten der Ukraine gesehen werden, wohingegen eine Integration des ukrainischen Gesamtstaates eine von ihm nicht gewünschte zu große Last für Russland darstellen würde. Sollte Russland verlieren, würde China vollkommen verwundbar sein, die Chinesen verstünden dies. Strategisches Ziel sei die Sicherung der Westgrenze Russlands, die westliche Dominanz könne nicht wieder hergestellt werden, was zu größerer Unsicherheit aber auch zu einer freieren Welt führen würde. Anfangs würde Russland zwar verstärkt von China und dem Osten abhängig sein, aber in zehn Jahren wäre man in einer veränderten Welt und man könne beginnen ein Groß-Eurasien in Form eines „Commonwealth“ von Shanghai bis Lissabon oder Paris zu schaffen.[35]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karaganow hält seine eurasischen Vorstellungen für realistische Geopolitik, genau daran gibt es aber auch in Russland Zweifel. Nadeshda Arbatova vom Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen und Direktorin am Europa-Institut der Russischen Akademie für Wissenschaften hält seine Ideen für genauso überoptimistisch und überspannt ("fanciful") wie jene westlichen Ideen, die er und andere Eurasier kritisieren. Ob China oder Indien sich der von Karaganow erhofften führenden Rolle Russlands anschließen würden, sei ähnlich ungewiss und spekulativ, wie eine Zustimmung in den ASEAN-Staaten oder in Japan und Süd-Korea.[36]

Thomas F. Remington vom Davis Centre for Russian and Eurasian Studies der Universität Harvard weist auf Widersprüche in Karaganows Hoffnungen hin. Karaganow sehe in Russland eine Brücke zwischen einem verfallenden Europa und einem aufstrebenden China und Asien, die über bloße Logistik hinausgehe und auch industriell und kulturell ein Gewicht besitze, das auf der Erschließung und Anbindung Sibiriens beruhe, mit Russland als dem Hauptgewährleister militärischer Sicherheit und des Friedens in Eurasien. Jedoch gebe es keinerlei Hinweise darauf, dass China bereit sei, in ein mit Russland geteiltes Kondominium einzutreten oder die verkehrstechnische Erschließung Sibiriens in seine One Belt, One Road-Strategie zu integrieren oder zu bezahlen. China setze auf bilaterale Verständigung mit einzelnen Staaten, ohne auf den russischen Wunsch nach multilateralen regionalen Organisationen einzugehen.[37]

Der russische Oppositionspolitiker Andrei Piontkowski hielt Karaganow 2017 für einen versteckten Warner vor einer zu aggressiven Politik gegenüber der Ukraine. Karaganow habe in einem Artikel Putin für die Annexion der Krim überschwänglich gelobt und seinen politischen Genius gepriesen, ihn aber gleichzeitig aufgerufen, weiterhin dafür zu sorgen, dass ein Versuch des Westens, Russland in einen Krieg mit der Ukraine zu verwickeln, scheitern müsse. Das sei Hinweis darauf, dass der kremlnahe Karagonow zu jenen gehöre, die keinen russisch-ukrainischen Krieg wollten.[38]

Gesehen werden Ähnlichkeiten zwischen dem Denken Karaganows und seiner Kreise mit dem Großraum-Denken Carl Schmitts.[39]

Wladislaw Inosomzew forderte nach der Invasion der Ukraine den Westen auf, Karaganow neben anderen großrussischen Ideologen zu sanktionieren.[40]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sergey Karaganov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Putin's Foreign Policy a Private Affair. Abgerufen am 12. April 2022.
  2. “Russia cannot afford to lose, so we need a kind of a victory”: Sergey Karaganov on what Putin wants. In: New Statesman. 2. April 2022, abgerufen am 12. April 2022 (amerikanisches Englisch).
  3. Hans Monath: „Die Demokratie in ihrer jetzigen Form wird im Großteil Europas nicht überleben“. In: Der Tagesspiegel Online. 6. April 2022, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 13. Mai 2022]).
  4. Gregory Feifer: Putin's Foreign Policy a Private Affair. In: The Moscow Times, 2. April 2002. Abgerufen am 12. April 2022. Vorlage:Cite news/temporär
  5. С. А. Караганов. Abgerufen am 20. Juni 2022.
  6. David J. Smith: The Baltic states : Estonia, Latvia and Lithuania. London 2002, ISBN 978-1-136-48304-2, S. 161.
  7. Inozemtsev, Vladislav und Sergei Karaganov. “Imperialism of the Fittest.” The National Interest, NR. 80 (2005): Seiten 74–80. http://www.jstor.org/stable/42895760.
  8. Young-Chan Kim: China and the Belt and Road Initiative : trade relationships, business opportunities and political impacts. Cham 2022, ISBN 978-3-03086122-3, S. 232.
  9. a b Sergei Karaganow: From East to West, or Greater Eurasia. In: Russia in Global Affairs. Abgerufen am 12. April 2022 (englisch).
  10. Sergey Karaganov: The new Cold War and the emerging Greater Eurasia. In: Journal of Eurasian Studies. Band 9, Nr. 2, 1. Juli 2018, ISSN 1879-3665, S. 85–93, doi:10.1016/j.euras.2018.07.002 (sciencedirect.com [abgerufen am 25. April 2022]).
  11. Sergey Karaganov: The new Cold War and the emerging Greater Eurasia. In: Journal of Eurasian Studies. Band 9, Nr. 2, Juli 2018, S. 85–93, doi:10.1016/j.euras.2018.07.002 (elsevier.com [abgerufen am 25. April 2022]).
  12. Anna Mahjar-Barducci: Contemporary Russian Thinkers Series – Part I – Renowned Russian Academic Sergey Karaganov On Russia And Democracy. In: Inquiry & Analysis #1480. MEMRI, 28. Oktober 2019, abgerufen am 17. April 2022 (englisch).
  13. Former Kremlin Advisor Karaganov: Our People Are Anti-Western; Authoritarianism Is Not Imposed On Us From Above, History Shaped Our Genetic Code. In: Special Dispatch No. 7730. MEMRI, 25. Oktober 2018, abgerufen am 17. April 2022 (englisch).
  14. Sergei Karaganov: Nuclear disarmament goal a harmful myth. In: Japan Times. 5. Mai 2010, abgerufen am 24. April 2022 (amerikanisches Englisch).
  15. Sergei Karaganov: Why Russia needs to build up its military strength. 26. November 2012, abgerufen am 25. Mai 2022 (amerikanisches Englisch).
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