Maximilian Krah

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Maximilian Krah (2016)

Maximilian Eugen Krah (* 28. Januar 1977 in Räckelwitz, Kreis Kamenz) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Politiker der Alternative für Deutschland. Er ist stellvertretender Vorsitzender der AfD Sachsen und seit 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments.

Familie und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krah wurde als jüngstes von drei Kindern eines Ingenieurs und einer Sonderschulpädagogin in der Oberlausitz geboren, wuchs aber in Dresden auf. Sein Vater Peter Krah ist CDU-Mitglied und war nach 1990 Referent im sächsischen Innenministerium.[1] Er legte 1995 das Abitur am Dresdner Kreuzgymnasium ab. Nach dem Wehrdienst studierte Krah ab 1996 Rechtswissenschaften an der Technischen Universität Dresden. Er legte 2002 und 2004 die beiden juristischen Staatsexamen ab. Krah promovierte 2011 mit einer rechtsvergleichenden Arbeit zum Unternehmenskauf[2] zum Doktor iuris.[3] Von 2010 bis 2012 absolvierte er ein postgraduales MBA-Studium, das gemeinsam von der London Business School und der Columbia Business School (New York) getragen wurde.[3]

Er ist katholisch, verwitwet und hat sechs Kinder.[1][4]

Rechtsanwalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krah ist seit 2005 als Rechtsanwalt zugelassen und betreibt mit Kollegen eine eigene Kanzlei in der Dresdner Innenstadt.[5]

Krah übernahm eine Reihe politisch brisanter Fälle. So hat er die Männer vertreten, die 2016 vor einer Kaufhalle im sächsischen Arnsdorf einen irakischen Flüchtling an einen Baum fesselten.[1] Eine weitere Mandantin Krahs war Susanne Dagen, Dresdner Buchhändlerin (Buchhaus Loschwitz) und Stadträtin der Freien Wähler, die gegen ihren Ausschluss von einem Workshop zu „rechten Netzwerken“ im Hygiene-Museum klagte.[6][7] Des Weiteren vertrat Krah den als „Hutbürger“ bekannt gewordenen ehemaligen LKA-Mitarbeiter und Pegida-Anhänger Maik G. in seinem Verfahren gegen das ZDF.[8][9][10]

Nach Unterlagen, die dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel vorliegen und die Krah dem Magazin gegenüber bestätigte, wurden von Krah jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen der Piusbruderschaft getätigt. Im Zuge einer Erbschaftsübernahme errichtete Krah eine Firma in Liechtenstein, eine Privatstiftung in Wien sowie eine Aktiengesellschaft in der Schweiz zum Zweck der Steuervermeidung. Wie Krah dem Magazin sagte, sei es damals darum gegangen, „eine elegante und verschwiegene Möglichkeit zu finden, das Erbe im Sinne der Bruderschaft zu verwalten“. Auch in der Affäre um den wegen Volksverhetzung verurteilten ehemaligen Bischof der Bruderschaft Richard Williamson, der den Holocaust geleugnet hatte, war Krah als Anwalt aktiv.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CDU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wiedervereinigung trat Krah 1991 als 14-Jähriger der Jungen Union und 1996 der Christlich Demokratischen Union bei. Während seines Jura-Studiums war er Vorsitzender des lokalen RCDS und Studentenvertreter im Fachschafts- und Fakultätsrat. 1998 war er studentischer Mitarbeiter bei der CDU-Bundestagsabgeordneten Christa Reichard und hatte verschiedene Parteiämter inne.

Krah trat im September 2016 aus der CDU aus. Dabei schaltete er eine Homepage, um andere CDU-Mitglieder dazu zu bewegen, es ihm gleich zu tun.[12]

AfD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2016 trat er der AfD bei und wurde im Februar 2018 zum stellvertretenden Vorsitzenden der AfD Sachsen gewählt.[13][14]

Im Juni 2019 äußerte er auf einem Parteitag der AfD Sachsen: „Wir schießen den Weg frei. Es gibt nur uns – ansonsten geht alles den Bach runter.“[15]

In einem Videokommentar kritisierte Krah Papst Franziskus und sprach davon, dieser sei nach Afrika gefahren, um dort „Stiefel zu lecken“. Außerdem werde, so Krah, heutzutage in den Kirchen über alles gepredigt, nur „nicht über die Ewigkeit, nicht über Gott und nicht über Jesus Christus“.[16]

Krah publiziert auf dem AfD-nahen Internetportal Deutschland-Kurier unter dem Titel Hier kräht der Krah.[16]

Mitglied des Europäischen Parlaments[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2018 wurde Krah von der Europawahlversammlung der AfD in Magdeburg auf den Listenplatz 3 der Wahlliste für die Europawahl 2019 gesetzt[17] und im Mai 2019 wurde er für die Alternative für Deutschland als Abgeordneter ins Europaparlament gewählt.[18] Dort gehört Krah der Fraktion Identität und Demokratie (ID) an, ist Mitglied im Ausschusses für internationalen Handel (INTA) und Delegierter für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten.[19] Er ist stellvertretender Vorsitzender der AfD-Delegation im Europaparlament.

Krah beschäftigt seit 2019 Guillaume Pradoura, der eine langjährige Vergangenheit in der rechtsextremen Szene Frankreichs hat und im Jahr 2007 in Marseille eine Gruppe der Identitären Bewegung gründete.[20] Vor Anstellung bei Krah war Pradoura von der französischen Rassemblement National als Mitarbeiter gekündigt und aus der Partei ausgeschlossen worden. Auslöser war ein Foto, das Pradoura als Karikatur eines orthodoxen Juden verkleidet zeigt. Seine Pose ähnelte dabei antisemitischen Darstellungen aus der NS-Zeit. „Das Bild ist nicht schön, aber ich kann darin kein Fehlverhalten sehen“, sagte Krah der taz,[21] auf Twitter bezeichnete er die Verkleidung seines Mitarbeiters als „Karnevalsgag“.[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Doreen Reinhard: Radikaler Aufsteiger. In: Zeit Online, 16. Mai 2019.
  2. Maximilian Krah: Die Nachfolgehaftung beim Unternehmenskauf. Überlegungen zu einer Reform unter Berücksichtigung des US-amerikanischen Rechts. Peter Lang, 2012, ISBN 978-3-653-02014-4 (peterlang.com [abgerufen am 30. Juni 2019]).
  3. a b Kurzbiographie Dr. Maximilian Krah, MBA, Website der Kanzlei Weiler Krah Petersen, abgerufen am 30. August 2019.
  4. AfD.de: Europawahlkandidaten
  5. Weiler Krah Petersen LLP. Abgerufen am 30. Juni 2019.
  6. Urteil im Prozess um Dagens Rauswurf. Sächsische Zeitung 28. Juni 2019
  7. Monika Löffler: Rauswurf der Buchhändlerin Dagen aus Seminar im Hygiene-Museum war rechtswidrig. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 28. Juni 2019.
  8. AfD-Vize vertritt Maik G. – "Hutbürger" will Entschädigung vom ZDF. N-tv, 14. Juni 2019.
  9. Pegida: „Hutbürger“ fordert vom ZDF Entschädigung – mit AfD-Anwalt. In: Berliner Morgenpost, 14. Juni 2019
  10. Joachim Huber: "Sie haben mich ins Gesicht gefilmt" – "Hutbürger" will Entschädigung. In: Der Tagesspiegel, 14. Juni 2019
  11. Umstrittene Kleriker: AfD-Europakandidat managte Millionentransaktionen für Piusbrüder. www.welt.de, 18. Mai 2019
  12. Lars Wienand: Ein Schwuler und ein Rechtsaußen werben für den CDU-Austritt. In: Berliner Morgenpost. 20. September 2016, abgerufen am 30. Juni 2019.
  13. Einst CDU-Rechtsaußen, nun AfD-Vize. In: Saechsische.de. 13. Juli 2018, abgerufen am 30. Juni 2019.
  14. AfD Sachsen - Landesvorstand. Abgerufen am 30. Juni 2019.
  15. AfD visiert in Sachsen 30 plus x an – Urban: „Wir wollen regieren“. In: Leipziger Volkszeitung. 2. Juni 2019, abgerufen am 12. Juli 2019.
  16. a b Ann-Katrin Müller, Sven Röbel, Veronika Völlinger, Steffen Winter: AfD-Spitzenmann half den Piusbrüdern beim Steuersparen. www.spiegel.de, 17. Mai 2019
  17. AfD-Kandidatinnen beklagen "EU-Albtraum". In: Zeit Online. 18. November 2018, abgerufen am 30. Juni 2019.
  18. Alphabetisches Verzeichnis aller Gewählten - Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  19. Eintrag zu Maximilian Krah in der Abgeordneten-Datenbank des Europäischen Parlaments
  20. Melitta Mangare: Europaparlament: Maximillian Krah stellt französischen antisemitischen IB-Mitbegründer ein. In: Belltower.News. 31. Juli 2019, abgerufen am 23. Mai 2020.
  21. Sabine am Orde: AfD-Mitarbeiter im Europaparlament: Für Le Pen zu rechts, für AfD nicht. In: taz. 2. August 2019, abgerufen am 23. Mai 2020.
  22. Maximilian Krah: Offizielles Twitter-Profil. 1. August 2019, abgerufen am 23. Mai 2020.