Steven Seagal

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Steven Seagal in Arizona am 27. Oktober 2012

Steven Frederic Seagal (* 10. April 1952 in Lansing, Michigan)[1] ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Filmproduzent, Regisseur, Musiker, Polizist und Kampfsportler. Bekannt wurde Seagal vor allem durch seine Rollen in Martial-Arts-Filmen. Er ist Träger des 7. Dan in Aikidō (Aikikai Honbu Dōjō) und Aikidō-Shihan.

Leben[Bearbeiten]

Werdegang[Bearbeiten]

Steven Seagal lebte seit etwa 1973/74 in Japan. Dort unterrichtete er Englisch und übte Zen, Aikidō, Kendo, Judo und Karate. Der 1,93 m große Seagal hat als erster Nicht-Asiate in Japan eine Kampfkunst-Schule in Ōsaka geführt und dort gelehrt. Ursprünglich war es die Kampfkunst-Schule seines Schwiegervaters.

Seit rund 20 Jahren ist er als Deputy Sheriff bzw. Reserve Deputy Chief Sheriff in Jefferson Parish (Louisiana) tätig. Als Mitglied des Sheriff-Büros nimmt er unter anderem an Patrouillen teil und erteilt seinen Kollegen Schießunterricht. Diese Tätigkeit ist in der Reality-TV-Serie Steven Seagal: Lawman dokumentiert.

Seagal erreichte während seiner Zeit in Japan den sechsten Dan. Nach fünfzehn Jahren kehrte Seagal in die USA zurück und eröffnete ein eigenes Aikidō-Dojo im San Fernando Valley, einem nördlichen Vorort von Los Angeles, Kalifornien, USA. Mittlerweile besitzt Seagal bereits den 7. Dan und Titel eines Shihans (Lehrmeister, Meister, Lehrer der Lehrer, Großmeister) der nur ehrenhalber im Aikikai vergeben wird.

Schauspieler, Produzent und Regisseur[Bearbeiten]

Einer seiner Schüler war Michael Ovitz, ein Filmagent, der Seagal den Weg in die Filmbranche ebnete, indem er ihm die Hauptrolle in Nico verschaffte. In diesem Film spielt Seagal einen Polizisten, der sich mit der CIA anlegt und dabei seine ganz eigenen Ermittlungsmethoden anwendet. Seagals folgende Filme waren Hard to Kill, Zum Töten freigegeben und Deadly Revenge – Das Brooklyn Massaker, welche alle Handlungsstränge nach ähnlichem Muster aufwiesen. Bereits 1990 kam Seagal der Gedanke, selbst Filme zu produzieren oder sich an Produktionen zu beteiligen. Zu diesem Zweck gründete er die Produktionsfirma Steamroller Productions, mit welcher er bis heute noch Filme produziert. Steven Seagals fünfter Film Alarmstufe: Rot wurde kommerziell ein Erfolg und ist noch heute einer seiner bekanntesten Filme. Drei Jahre später folgte Alarmstufe: Rot 2.

1994 tat sich Seagal mit Julius R. Nasso zusammen, um eine weitere Produktionsfirma, über welche sein Regiedebüt Auf brennendem Eis und weitere Filme produziert werden sollten, zu gründen. Doch die Beziehung hielt nicht lange, so dass Seagal und Nasso sich nach einiger Zeit wieder trennten. 1995 wurde er für sein Regiedebüt mit der Goldenen Himbeere als Schlechtester Regisseur ausgezeichnet.

Ende der 90er wurde es ruhig um Seagal, da seine letzten Filme Fire Down Below und The Patriot – Kampf ums Überleben an den Kinokassen keine großen Erfolge hatten. 2001 gelang ihm mit Exit Wounds – Die Copjäger ein Comeback. Seitdem dreht er wieder vermehrt B-Movies, die zum größten Teil direkt auf DVD erscheinen (Direct-to-Video). Für diese ist er oft auch als Drehbuchautor sowie als Produzent bzw. Executive Producer aktiv. 2010 spielte Seagal eine der Hauptrollen in Robert RodriguezMachete, was gleichzeitig seine erste Rolle in einem Kinofilm seit fast zehn Jahren war.

In vielen Filmen (bis 1994) wurde Steven Seagal von Kurt Goldstein synchronisiert. Danach wechselten die Synchronsprecher des Öfteren. Am markantesten dürfte hier noch die Stimme von Ekkehardt Belle sein.

Musik-Karriere[Bearbeiten]

Steven Seagal bei einem Auftritt als Musiker (2007)

Neben seiner Karriere als Schauspieler versucht Steven Seagal, ebenfalls im Musikgeschäft Fuß zu fassen. Nachdem er einige einzelne Lieder, zumeist Country-Songs, veröffentlicht hatte, stellte er 2004 sein erstes vollständiges Album Songs from the Crystal Cave vor. Dieses Album wurde nicht in Deutschland veröffentlicht, war aber ein Erfolg in Frankreich. Der vorherrschende Musikstil auf diesem Album ist eine Art Mischung aus Country und Reggae. Am 26. Oktober 2005 stellte er sein neues Album vor, das vor allem aus Blues besteht. Gemeinsam mit der Gruppe Thunderbox erschien in Frankreich sein zweites Album Mojo Priest. Die Lizenz für den Vertrieb und Produktion besitzt die Firma EMI Music France, welche 2006 das Album veröffentlichte. Inzwischen (Januar 2007) ist auch in Deutschland die CD Mojo Priest mit anderem Cover/Artwork und einem zusätzlichen Titel erschienen. Neben drei Blues-Klassikern (Hoochie Coochie Man, Dust my Broom, Red Rooster) sind ausschließlich Eigenkompositionen von Steven Seagal (Gitarre und Gesang) enthalten. Die Begleitband besteht überwiegend aus Musikern der früheren Muddy Waters Band.

Privatleben[Bearbeiten]

Steven Seagal wurde als Sohn einer irischstämmigen Mutter und eines aschkenasischen Juden geboren. Inzwischen ist er zum vierten Male verheiratet; von 1975 bis 1986 war er mit Miyako Fujitani liiert, mit der er zwei Kinder hat, von 1984 bis 1987 mit Adrienne La Russa (seine erste Scheidung war erst 1986 abgeschlossen), von 1987 bis 1996 mit der Schauspielerin Kelly LeBrock, mit der er drei Kinder hat. Des Weiteren lebte er mit seinem und LeBrocks ehemaligem Kindermädchen Arissa Wolf zusammen, mit der er eine Tochter hat. Seit 2009 ist er mit der Mongolin Erdenetuya Batsukh (mong. Эрдэнэтуяа Батсүх), genannt Elle, verheiratet. Die beiden haben einen Sohn.

Seagal ist Vegetarier, Anhänger des Tibetischen Buddhismus und praktizierender Buddhist. Außerdem ist er ein geweihter Priester der Ōmoto und spricht fließend Japanisch.

Seit 20 Jahren ist er Reserve Deputy Chief Sheriff in Jefferson Parish, Louisiana.

Kurioses[Bearbeiten]

Steven Seagal wurde 2002 nach den Dreharbeiten von Exit Wounds von der italoamerikanischen Mafia in New York erpresst. Sie forderten einen Anteil von 150.000 Dollar von jedem seiner zukünftigen Filmprojekte. Es kam schließlich zu einer Gerichtsverhandlung, in der die Mafiosi zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden.

In den meisten seiner Filme benutzt er einen Colt M1911. Von diesem besitzt er privat mehrere Exemplare in seiner Waffensammlung. In Zusammenarbeit des hawaiischen Messermachers Ken Onion und Steven Seagal entstand das Messer Kershaw 1680 Steven Seagal; dieses benutzt er auch in einigen seiner Filme.

1997 wurde er von dem tibetischen Lama Penor Rinpoche als Wiedergeburt des Tertön Chungdrag Dorje erkannt und trägt somit den Titel eines Tulku.[2][3] Es gab dazu auch eine CBS-Dokumentation namens The Buddha from another planet: action star Steven Seagal has now been officially anointed an action lama.

Im März 2013 wandte sich die russische Regierung an Seagal, vertreten durch den stellvertretenden Ministerpräsidenten Dmitri Rogosin, um ihn als Lobbyisten für die russische Waffenindustrie zu gewinnen. Seagal sollte helfen die amerikanischen Beschränkungen aufzuheben, die russischen Kleinwaffenherstellern den Export von modernen Gewehren in die USA verbieten.[4]

Anfang Juni 2013 führte Seagal eine Delegation der US-amerikanischen Republikaner unter der Leitung von Dana Rohrabacher bei einem Besuch des Schauplatzes der Geiselnahme von Beslan von 2004. Seagal hatte angeboten die mitgereisten Abgeordneten auch zu einem Besuch bei Präsident Ramsan Kadyrow in der Provinz Tschetschenien zu begleiten, was diese aber wegen diverser Menschenrechtsverstösse, die Kadyrow zur Last gelegt werden, ablehnten.[5]

Kritik[Bearbeiten]

Seagal wurde in manchen Kreisen amerikanischer und europäischer Aikidōka wegen seiner Filme kritisiert, weil sie im Gegensatz zur pazifistischen Grundhaltung der Kampfkunst Aikidō stünden; teilweise wurde ihm unterstellt, die Aikidō-Ethik verkauft zu haben. Dieser Kritik wurde mit dem Hinweis begegnet, dass es sich um typische Unterhaltungsfilme handelt, die dementsprechend der üblichen Hollywood-Dramaturgie unterworfen sind, wie man sie aus vielen Karate- und Kung-Fu-Actionfilmen kennt.

Angebliche Berichte früherer Stuntmen, die nach Dreharbeiten mit Seagal dessen Fähigkeiten als Kampfsportler angezweifelt haben sollen, wurden von diesem dementiert. Inzwischen hat Seagal auch in Frankreich Lehrgänge in Aikidō veranstaltet, auf denen er demonstrierte, dass sein technisches Können im Aikidō seiner Graduierung durchaus entspricht. Auch die Kritiker seiner Filme bestätigen, dass er nicht nur die harten Actionfilm-Techniken beherrscht, sondern ebenso die im Aikidō weiche Technik des Aufnehmens und Mitgehens mit dem Angreifer.

Filmografie[Bearbeiten]

als Schauspieler

als Regisseur

als Produzent

als Drehbuchautor

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1999 wurde Seagal der PETA Humanitarian Award verliehen.[6]

Goldene Himbeeren[Bearbeiten]

  • Gewonnen:
  • Nominiert:
    • 1995: Goldene Himbeere: Schlechtester Hauptdarsteller für Auf brennendem Eis
    • 1995: Goldene Himbeere: Schlechtester Film für Auf brennendem Eis
    • 1997: Goldene Himbeere: Schlechtester Nebendarsteller für Einsame Entscheidung
    • 1998: Goldene Himbeere: Schlechtester Hauptdarsteller für Fire Down Below
    • 1998: Goldene Himbeere: Schlechtester Song für Fire Down Below mit Mark Collie
    • 1998: Goldene Himbeere: Schlechtester Film für Fire Down Below
    • 1998: Goldene Himbeere: Schlechtestes Team für Fire Down Below (Steven Seagal und seine Gitarre)
    • 2003: Goldene Himbeere: Schlechtester Hauptdarsteller für Halbtot

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steven Seagal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.stevenseagal.com/?page_id=26
  2. http://www.palyul.org/docs/statement.html
  3. http://www.shambhalasun.com/index.php?option=com_content&task=view&id=2027
  4. Russia Asks Hollywood’s Seagal for Help With Rifle Exports. RIA Novosti, 20. März 2013, abgerufen am 20. März 2013.
  5. Will Englund:"Russia’s foe is America’s, say GOP visitors" Washington Post vom 2. Juni 2013, gesichtet am 2. Juni 2013
  6. Julian C. Dunn: Paul McCartney's World Exclusive Performance at PETA's Party Of The Century and Humanitarian Awards. In: The Sea of Waking Dreams, 18. September 1999. Abgerufen am 7. Mai 2006.