Sully (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Sully
Originaltitel Sully
Sully Movie Logo.png
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2016
Länge 96 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Clint Eastwood
Drehbuch Todd Komarnicki
Produktion Clint Eastwood,
Frank Marshall,
Tim Moore,
Allyn Stewart
Musik Christian Jacob
Kamera Tom Stern
Schnitt Blu Murray
Besetzung

Sully ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Clint Eastwood aus dem Jahr 2016. Der Film, welcher von der spektakulären Landung des US-Airways-Flug 1549 auf dem Hudson River in New York handelt, kam am 9. September 2016 in den Vereinigten Staaten in die Kinos; in den deutschen Kinos startete er am 1. Dezember 2016.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein großes Passagierflugzeug fliegt durch die Häuserschluchten von New York und stürzt ab. Aus diesem Albtraum erwacht der Pilot Chesley „Sully“ Sullenberger, der sich zusammen mit seinem Co-Piloten Jeff Skiles vor der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde National Transportation Safety Board (NTSB) verantworten muss. Die beiden hatten wenige Minuten nach dem Start vom New Yorker Flughafen LaGuardia aufgrund von Problemen mit den Triebwerken nach Vogelschlag eine Notwasserung auf dem Hudson River durchgeführt. Alle 155 Personen an Bord hatten überraschenderweise überlebt. Der Fluglotse hatte zuvor vorgeschlagen, nach La Guardia zurückzukehren oder auf dem nahen Flughafen Teterboro notzulanden. Sullenberger schätzte die Zeit hierfür wegen der geringen Flughöhe der Maschine als zu knapp ein. Die Behörde ist dagegen der Meinung, dass eine Landung auf den beiden Flughäfen möglich gewesen wäre, und sieht sich durch Computersimulationen des Flugzeugherstellers Airbus bestätigt. Die Untersuchung soll nun aufklären, ob Sullenberger die Passagiere womöglich unnötig in Gefahr gebracht und das Flugzeug zum Totalschaden ruiniert hat. Für die Öffentlichkeit ist „Sully“ dagegen ein Held. Er hat Mühe, sich des Ansturms auf seine Person zu erwehren. Die beiden in einem Hotel einquartierten Piloten verschaffen sich durch Joggen und einem Auftritt bei Talkmaster David Letterman Abwechslung. Derweil sorgt sich Sullenbergers Frau um die Zukunft, als er ihr telefonisch von der Untersuchung berichtet, da die Familie wegen einer nicht vermietbaren Immobilie finanzielle Probleme hat.

Auf Betreiben Sullenbergers beschleunigt Airbus die Nachstellung des Unglücksflugs mit realen Piloten, sodass diese in Toulouse durchgeführten Simulationen bei der entscheidenden Anhörung live eingespielt und auf Anforderung mit anderen Parametern wiederholt werden können. Die Simulationen ergeben zunächst, dass die Maschine auf beiden Flughäfen sicher gelandet werden kann. Durch Nachfragen von Sullenberger und Skiles stellt sich allerdings schnell heraus, dass den Simulator-Piloten gesagt worden war, dass sie sofort mit ihren Anflügen zu dem jeweiligen Flughafen beginnen sollten, und dass die Piloten die Simulation vorher mehrfach hatten üben können. Sullenberger argumentiert, dass somit der „menschliche Faktor“ unberücksichtigt bleibe, denn auf solch eine Situation – beidseitiger Triebwerksausfall in nur 900 Meter Höhe – sei kein Pilot vorbereitet. Skiles und er seien von dem Vogelschlag völlig überrascht worden. Sie hätten Zeit benötigt, erst einmal die Situation zu erfassen, die Alternativen abzuwägen und eine Entscheidung zu treffen. In dieser Phase habe das antriebslos segelnde Flugzeug natürlich stetig weiter an Höhe verloren. Sullenberger wirft dem Untersuchungskomitee unterschwellig vor, das Ermittlungsergebnis „menschliches Versagen“ bewusst anzustreben. Daraufhin wird von den Untersuchungsleitern zugestanden, dass die Simulatorpiloten erst 35 Sekunden nach dem Vogelschlag mit ihren Maßnahmen beginnen dürfen. Mit dieser Vorgabe gelingen beide Notlandungen im Simulator dann nicht mehr. Schließlich wird die Kommunikation des Originalfluges abgespielt. Alle sind beeindruckt, mit welcher Professionalität die Crew die Notsituation bewältigt hat. Sullenberger und Skiles sind rehabilitiert.

Der Flug wird im Film einmal nach Beginn der Untersuchung gezeigt, mit Fokus auf den Flugbegleiterinnen und den Passagieren, von denen einige vorgestellt werden; zudem werden die anschließenden Rettungsmaßnahmen dargestellt. Und ein zweites Mal, als bei der Anhörung die Gesprächsaufzeichnungen abgespielt werden, mit der Handlung im Cockpit.

Während des Abspanns wird das Zusammentreffen der echten Crew mit Passagieren vom US-Airways Flug 1549 im Carolinas Aviation Museum gezeigt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flug 1549 nach der Notlandung im Hudson River

Das Drehbuch basiert auf der Autobiografie des Piloten Chesley B. Sullenberger Man muss kein Held sein: Auf welche Werte es im Leben ankommt.[2]

Die Dreharbeiten zum Film begannen am 28. September 2015 in New York City.[3] Am 15. Oktober wechselte die Crew nach Atlanta, wo ein Gebäude in der Innenstadt zu einem New Yorker Hotel umfunktioniert wurde.[4] Gefilmt wurde außerdem in North Carolina, Los Angeles und Kearny, New Jersey. Die Dreharbeiten endeten am 29. April 2016.[5] Der Film wurde ausschließlich mit IMAX-Kameras gedreht.[6]

Die Premiere fand am 2. September 2016 im Rahmen des 43. Telluride Film Festivals statt.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Nachdem Eastwood in seinem Vorgängerfilm 'American Sniper' (2014) einen Scharfschützen auf widerwärtige Weise zum Militärhelden verklärt hatte, huldigt er nun also einem Helden des Alltags, der vor Pflichtgefühl, Ordnungsbewusstsein und Ehrlichkeit nur so strotzt. Mehr noch: Man kann 'Sully' als einen menschlichen Superhelden-Film verstehen. Als wollte uns Eastwood zurufen: Leute, was braucht ihr Captain America, wenn ihr Captain Sully habt?“

Julian Hanich: Spiegel Online[8]

„Man kann Eastwood jedoch immer wieder nur bewundern, wie er aus einer Story, deren Verlauf und Ausgang jeder Zuschauer kennt, einen unerwarteten Spannungsbogen entwickelt. Viel Plot ist da ja nicht. Deshalb kommt alles darauf an, wie man mit Raum und Zeit umgeht, wie man die Chronologie aufbricht, zu welchem Zeitpunkt man das Ereignis, die spektakuläre Landung, zeigt, wie Hindernisse und Widerstände konstruiert werden, die sich dem Helden in den Weg stellen.“

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem Budget von 60 Millionen US-Dollar[10], nahm der Film rund 235 Millionen US-Dollar[11] ein.

Auszeichnungen und Nominierungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National Board of Review[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palm Springs International Film Festival[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscar 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Sully. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Chesley Sullenberger, Jeffrey Zaslow: Man muss kein Held sein: Auf welche Werte es im Leben ankommt. Bertelsmann Verlag, München 2009, ISBN 3-570-10049-9 (englisch: Highest Duty: My Search for What Really Matters. New York 2009. Übersetzt von Michael Bayer).
  3. Clint Eastwood and Tom Hanks Begin Production on Sully. In: comingsoon.net, 30. September 2015. Abgerufen am 2. Oktober 2015. 
  4. ‘Sully’, starring Tom Hanks, moves from NYC to Atlanta. In: onlocationvacations.com, 15. Oktober 2015. Abgerufen am 26. Oktober 2015. 
  5. Tom Hanks claims he put £100 bet on Leicester to win the Premier League. In: The Daily Telegraph, 26. April 2016. 
  6. Clint Eastwood Shooting ‘Sully’ Almost Entirely With Imax Cameras. In: Variety, 21. April 2016. 
  7. The Telluride Film Festival. 43rd show. National Film Preserve, Ltd, abgerufen am 8. September 2016 (englisch).
  8. Julian Hanich: Der Heilige vom Hudson River. In: Kultur. Spiegel Online, 28. November 2016, abgerufen am 1. Dezember 2016: „Der Film versucht sich als Traumatherapie 15 Jahre nach 9/11.“
  9. Peter Körte: Der Mann, der auf dem Hudson landete. In: Feuilleton. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. November 2016, abgerufen am 1. Dezember 2016.
  10. Sully mit Tom Hanks lässt im Kino alle Konkurrenten hinter sich moviepilot, 19. September 2016.
  11. Einspielergebnis auf Box Mojo Office, abgerufen am 9. Januar 2017.