Tadten

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Tadten
Wappen von Tadten
Tadten (Österreich)
Tadten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Neusiedl am See
Kfz-Kennzeichen: ND
Fläche: 36,02 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 16° 59′ OKoordinaten: 47° 45′ 54″ N, 16° 59′ 12″ O
Höhe: 122 m ü. A.
Einwohner: 1.207 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 34 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7162
Gemeindekennziffer: 1 07 20
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Hauptstraße 1
7162 Tadten
Website: http://www.tadten.eu
Politik
Bürgermeister: Johann Maar (SPÖ)
Gemeinderat: (2012)
(19 Mitglieder)
10
8
1
10 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Tadten im Bezirk Neusiedl am See
Andau Apetlon Bruckneudorf Deutsch Jahrndorf Edelstal Frauenkirchen Gattendorf Gols Halbturn Illmitz Jois Kittsee Mönchhof Neudorf bei Parndorf Neusiedl am See Neusiedl am See Nickelsdorf Pama Pamhagen Parndorf Podersdorf am See Potzneusiedl Sankt Andrä am Zicksee Tadten Wallern im Burgenland Weiden am See Winden am See Zurndorf Bezirk Neusiedl am SeeLage der Gemeinde Tadten im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Tadten ist eine Gemeinde mit 1207 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland in Österreich.

Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Téteny.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tadten ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Tetény verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Ortsnamen im Burgenland können von Ortsnamenforschern einer Sprache zugeordnet werden. Forscher sind der Meinung, dass der Name Tadten („Teteny“) der ungarischen Sprache entstammt.

Die Regierungsform der landnehmenden Ungarn basierte auf einem politisch regierenden Großfürsten und einem sakralen Herrscher, dem so genannten „Kende“. Die Herrschaftsbereich der ungarischen Fürsten wurden entlang der Flussläufe aufgeteilt. Das rechte Donauufer zwischen Budapest und dem Neusiedlersee, wurde dem Kende Kurszan zugesprochen. Er richtete einen Sommersitz in der Tiefebene östlich des Neusiedlersees ein. Im Jahr 904 wurde Kurszan nach einem Treffen mit den Bayern ermordet. Dadurch fiel der Uferstreifen östlich des Neusiedlersees wieder an den zu dieser Zeit regierenden Fürsten Árpád zurück. Nach dessen Tod und der Machtübernahme durch den dann regierenden Fürsten Fajzs um 950, wurde ein neuer Kende für das Gebiet östlich des Neusiedlersees bestimmt. Sein Name war „Teteny“. Der Name des heutigen Orts Tadten kann daher auf den sakralen Herrscher Teteny aus dem 10. Jahrhundert zurückgeführt werden.

Das Dorf Tadten wurde im Jahr 1357 erstmals urkundlich als „Tetun“ erwähnt. Dies geschah vor dem Domkapitel in Raab (heutiges Győr), als es um die Enteignung eines Mannes aus „Tetun“ und um die Enteignung eines anderen Mannes aus dem Komitat Moson ging. Es ist sicher, dass es sich hierbei um Tadten handelt, weil Tetun auch im Komitat Moson lag.

Der Name der Ortschaft Tadten wurde mit der Zeit immer wieder verschieden geschrieben. Der Hauptgrund für die unterschiedlichen Schreibweisen war die Sprachzugehörigkeit. Es muss unterschieden werden, ob der Schreiber ungarisch- oder deutschsprachig war. Die folgenden Varianten sind belegt:[1]

  • Tetun 1357
  • Titin 1360
  • Theten 1451
  • Thaton 1550
  • Taton 1570
  • Teten 1659
  • Teteny 1680
  • Taden 1786
  • Taaden 1808
  • Taaden 1857
  • Tadten 1857
  • Mosontétény 1909
  • Tadten 1922

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tadten/Tétteny (Mitte unten) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
  • Bürgermeister ist Johann Maar von der SPÖ.
  • Die Mandatsverteilung (19 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 10, ÖVP 8, FPÖ 1, Grüne 0 und andere Listen 0 Mandate.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Tadten

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Volker Toth: Evangelische Kirchen im Burgenland, sichtbar - erlebbar. Salzburg (Edition Tandem) 2011, S. 28–29.
  • Österreichische Kunsttopographie, Band LIX: Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Neusiedl am See (Bearbeitet von Henny Liebhart-Ulm). Horn (Berger) 2012, S. 677–689.
  • Gemeinde Tadten (Hrsg.): Chronik Tadten – Menschen und Geschichten. 2006, „Ur- und Frühgeschichte“.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tadten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Tadten (Hrsg.): Chronik Tadten – Menschen und Geschichten. 2006, „Ur- und Frühgeschichte“.