Nickelsdorf

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Nickelsdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Nickelsdorf
Nickelsdorf (Österreich)
Nickelsdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Neusiedl am See
Kfz-Kennzeichen: ND
Fläche: 60,67 km²
Koordinaten: 47° 56′ N, 17° 4′ OKoordinaten: 47° 56′ 26″ N, 17° 4′ 8″ O
Einwohner: 1.773 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 29 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2425
Gemeindekennziffer: 1 07 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Hauptstraße 3
2425 Nickelsdorf
Website: www.nickelsdorf.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Zapfl (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(21 Mitglieder)
11
8
2
11 
Insgesamt 21 Sitze
Lage der Gemeinde Nickelsdorf im Bezirk Neusiedl am See
AndauApetlonBruckneudorfDeutsch JahrndorfEdelstalFrauenkirchenGattendorfGolsHalbturnIllmitzJoisKittseeMönchhofNeudorf bei ParndorfNeusiedl am SeeNeusiedl am SeeNickelsdorfPamaPamhagenParndorfPodersdorf am SeePotzneusiedlSankt Andrä am ZickseeTadtenWallern im BurgenlandWeiden am SeeWinden am SeeZurndorfBezirk Neusiedl am SeeLage der Gemeinde Nickelsdorf im Bezirk Neusiedl am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortszentrum mit röm.-kath. Pfarrkirche. Davor eine Grünanlage mit dem Kriegerdenkmal
Ortszentrum mit röm.-kath. Pfarrkirche. Davor eine Grünanlage mit dem Kriegerdenkmal
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Nickelsdorf ist eine Gemeinde mit 1773 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Neusiedl am See im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname ist Miklóshalma.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nickelsdorf ist eine der am östlichsten gelegenen Gemeinden von Österreich. Östlich von Nickelsdorf liegt der bedeutende Straßen- und Bahn-Grenzübergang nach Hegyeshalom (deutsch Straß-Sommerein) in Ungarn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem ungarischen Landnahme wurden hier Petschenegen angesiedelt. Die Petschenegen lebten hier als Grenzwächter des ung. Königtums. Die Gemeinde hieß in dieser Zeit Turdemech (Turdemicz, Thurdamesz, Tordamez). 1532 ist sie als Miklósfalu erwähnt. Der Ort gehörte bis 1921 zu Ungarn im Komitat Moson.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,48 %
(-8,73 %p)
37,20 %
(+4,62 %p)
9,10 %
(+0,89 %p)
3,22 %
(n. k.)
2012

2017


Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 19 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[1] 2012[2] 2007[3] 2002[4] 1997[4]
Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M.
SPÖ 627 50,48 11 656 59,21 12 570 52,63 11 540 48,13 10 536 48,24 10
ÖVP 462 37,20 8 361 32,58 6 258 23,82 4 134 11,94 2 123 11,07 2
FPÖ 113 9,10 2 91 8,21 1 68 6,28 1 76 6,77 1 104 9,36 1
Grüne 40 3,22 0 nicht kandidiert 187 17,27 3 101 9,00 1 nicht kandidiert
BGL nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 271 24,15 5 348 31,32 6
Wahlberechtigte 1619 1496 1444 1360 1319
Wahlbeteiligung 81,53 % 81,08 % 82,55 % 87,72 % 91,13 %

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeindevorstand gehören neben Bürgermeister Gerhard Zapfl (SPÖ) und Vizebürgermeister Helmut Pecher (ÖVP) weiters Michael Eder (ÖVP), Roman Nitschinger (SPÖ), Ilse Pahr (SPÖ), Denise Pecher (ÖVP) und Erich Weisz (SPÖ)an.[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1996 Gerhard Zapfl (SPÖ).[6] Vizebürgermeister ist Helmut Pecher (ÖVP).[7] Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2017 kam Zapfl auf 52,41 % und Pecher auf 47,59 % der Stimmen.[1]

Amtsleiter ist Paul Haider.[8]

Chronik der Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ab 8. April 1945 Rudolf Juno
  • ab Mai 1945 Matthias Lang
  • 1947–1950 Andreas Roth (SPÖ)
  • 1950–1954 Franz Scherhaufer (ÖVP)
  • 1954–1966 Andreas Roth (SPÖ)
  • 1966–1972 Johann Weiss (SPÖ)
  • 1972–1982 Alfred Nachnebel (ÖVP)
  • 1982–1996 Gerhard Jocham (SPÖ)
  • seit 1996 Gerhard Zapfl (SPÖ)

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Drei weiße lilienähnliche Blüten mit grünen lanzettförmigen Blättern entspringen einem roten Herzen auf einem goldenen (gelben) Wappenschild.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Nickelsdorf
  • Evangelische Pfarrkirche Nickelsdorf: Die Kirche bzw. das Bethaus wurde 1787 errichtet und im selben Jahr am 11. Oktober geweiht. Nachdem ab 1791 evangelische Kirchen auch einen Turm und ein Geläute haben durften, wurde 1797 die erste Glocke angekauft und in einem Holzgerüst aufgezogen. 1823 erfolgte an der Nordwestfassade der Anbau eines achteckigen Turmes mit Glockenstube und Spitzhelm.[9] 1975 wurden die Gebäude vor der Kirche abgerissen, so dass ein großer Kirchenvorplatz entstand.[10]
  • Katholische Pfarrkirche Nickelsdorf hl. Nikolaus: Die Vorgängerkirche wurde im Zuge der Reformation von den Protestanten genutzt. Am 24. August 1673 wird sie durch den Bischof Graf Kolonitsch mithilfe von 40 Soldaten der katholischen Bevölkerung wieder übergeben.[9] Ab 1904 wird anstelle der zu kleinen und baufälligen Vorgängerkirche unmittelbar nördlich eine neue errichtet und am 15. Oktober 1905 geweiht.[11] Sie hat ein einschiffiges Langhaus mit Strebpfeilern, einen Ostturm, einen Treppenturm und einen eingezogenen Chor. Das vierjochige Langhaus ist kreuzrippengewölbt, die Empore dreiachsig mit vorgebauter Brüstung. Die drei neogotischen Schnitzaltäre stammen aus der Bauzeit.[12] Die Vorgängerkirche wurde während des Neubaus abgerissen und das Baumaterial teilweise für den Neubau verwendet. Auf der freiwerdenden Fläche richtete man einen Pfarrgarten ein und von 1972 bis 1974 wurde darauf die Aufbahrungshalle errichtet.
Regelmäßige Veranstaltungen
  • Nova Rock: Das Nova Rock ist ein Rockmusik-Festival, findet seit 2005 jährlich im Juni in Nickelsdorf auf den Pannonia-Fields statt
  • Konfrontationen: Die internationale Jazzveranstaltung wurde mit der Jazzgalerie Nickelsdorf 1976 gegründet. Seit 1979 ist die Jazzgalerie der Veranstalter.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Sylvester (1897–1939), österreichischer Agrarfachmann, Politiker und NS-Opfer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burgenländische Landesregierung (Hg.): Allgemeine Landestopographie des Burgenlandes. Erster Band: Der Verwaltungsbezirk Neusiedl am See. Eisenstadt 1954. Nickelsdorf: Seiten 302–309.
  • Ludwig Volker Toth: Evangelische Kirchen im Burgenland, sichtbar – erlebbar. Salzburg (Edition Tandem) 2011, S. 18–21.
  • Österreichische Kunsttopographie, Band LIX: Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Neusiedl am See (Bearbeitet von Henny Liebhart-Ulm). Horn (Berger) 2012, S. 543–559.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nickelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Nickelsdorf 2017 (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  2. Land Burgenland: Wahlergebnis Nickelsdorf 2012 (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  3. Land Burgenland: Wahlergebnis Nickelsdorf 2007 (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  4. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Nickelsdorf 2002 (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  5. Gemeinde Nickelsdorf: Gemeinderat (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  6. Gemeinde Nickelsdorf: Bürgermeister (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  7. Gemeinde Nickelsdorf: Vizebürgermeister (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  8. Gemeinde Nickelsdorf: Gemeindeverwaltung (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  9. a b Evangelische Kirchengemeinde A.B. Nickelsdorf: 225-jähriges Jubiläum 1787–2012; abgerufen am 29. Nov. 2016
  10. Evangelische Kirche A.B. Burgenland: Nickelsdorf; abgerufen am 29. Nov. 2016
  11. Freizeitinfo.at: Katholische Kirche Nickelsdorf; abgerufen am 30. Nov. 2016
  12. Dehio Burgenland 1976: Nickelsdorf, Kath. Pfarrkirche hl. Nikolaus, S. 215