Terence Tao

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Terence Tao (2006)

Terence Tao (chinesisch 陶哲軒 / 陶哲轩, Pinyin Táo Zhéxuān; * 17. Juli 1975 in Adelaide) ist ein australischer Mathematiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Erdös und Terence Tao (1985)

Tao wurde als mathematisches Wunderkind bekannt. Er erreichte mit acht Jahren ein SAT-Testresultat im mathematischen Teil, das einem überdurchschnittlichen Studienanfänger entspricht (760 Punkte). Im Alter von zwölf Jahren war er der damals jüngste Teilnehmer und jüngste Goldmedaillengewinner bei der Mathematikolympiade.

Er studierte von 1992 bis 1996 an der Princeton University (Promotion 1996 bei Elias Stein Three Regularity Results in Harmonic Analysis) und ist seit dem Jahr 2000 Professor an der UCLA.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tao ist ein sehr vielseitiger Mathematiker, der auf den unterschiedlichsten Gebieten (Analytische Zahlentheorie, Harmonische Analysis, Kombinatorik, Partielle Differentialgleichungen u.a.) bedeutende Fortschritte erzielte. Besondere Beachtung in der mathematischen Gemeinschaft fand sein Beweis, dass es beliebig lange arithmetische Folgen von Primzahlen gibt, den er 2004 zusammen mit Ben Green aufstellte (Green–Tao-Theorem). Die längste (2010) bekannte arithmetische Folge von Primzahlen hat die Länge 26.

Mit Emmanuel Candès begründete er 2004 das Forschungsgebiet des compressed sensing (Rekonstruktion von Signalen aus wenigen zufällig angeordneten Proben).

Mit Nets Katz zeigte er, dass die Minkowski-Dimension von Besicovich-Mengen (in denen Strecken von Einheitslänge in jeder beliebigen Orientierung liegen) in n-dimensionalen euklidischen Räumen (nach der Kakeya-Vermutung n) mindestens ist.[1] Sie verbesserten damit eine zuvor bewiesene untere Grenze von Thomas Wolff. Mit Katz und Izabella Laba fand er zuvor im dreidimensionalen Fall die bisher beste untere Grenze.

2014 veröffentlichte er einen Beweis, dass eine gemittelte Version der Navier-Stokes-Gleichung in drei Dimensionen glatte Lösungen mit Blowup in endlicher Zeit hat.[2][3] Er skizzierte auch ein Programm eines ähnlichen Vorgehens bei der vollen Navier-Stokes-Gleichungen in drei Dimensionen (eines der Millennium-Probleme).

Mit Van H. Vu veröffentlichte er 2006 und 2010 einen Beweis des Halbkreisgesetzes für die Verteilung der Eigenwerte von Zufallsmatrizen.[4]

2012 gelang ihm ein Fortschritt in Hinblick auf die Goldbachsche Vermutung indem er bewies, dass jede ungerade Zahl Summe von höchstens fünf Primzahlen ist.[5]

Er ist für einen mathematischen Blog bekannt, dessen Beiträge auch in mehreren Büchern veröffentlicht wurden.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist Fellow der Royal Society, der American Mathematical Society und der Australian Academy of Sciences.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Solving Mathematical Problems: A personal perspective. Deakin University Press, Geelong, Vic. 1992, ISBN 0-7300-1365-0.
  • spätere erheblich erweiterte Auflage: Solving Mathematical Problems. Oxford University Press 2006, ISBN 0199205604.

Aufsätze & Journalpublikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Terence Tao – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katz, Tao New bounds for Kakeya problems, J. Anal. Math. 87 (2002), 231–263
  2. Finite time blowup for an averaged three-dimensional Navier-Stokes equation, Arxiv, 2014. Erschienen in J. American Math. Soc., Band 29, 2016, S. 601-674
  3. Finite time blowup for an averaged three-dimensional Navier-Stokes equation, Blog von Tao 2014
  4. Tao, Vu, Random matrices: the circular law, Commun. Contemp. Math., Band 10, 2008, S. 261–307, Tao, Vu, Manjunath Krishnapur: Random matrices: Universality of ESD and the Circular Law, Annals of Probability, Band 38, 2010, S. 2023–2065, Arxiv
  5. Tao, Every odd number greater than 1 is the sum of at most five primes, Preprint, Arxiv 2012, Mathematics of Computation
  6. King Faisal Foundation, - eingesehen am 12. Januar 2010
  7. Nemmers Prize 2010
  8. Breakthrough Prize 2014