Ventforet Kofu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ventforet Kofu
Logo
Basisdaten
Name Ventforet Kofu
(jap. ヴァンフォーレ甲府)
Sitz Kōfu
Gründung 1965
Farben blau-rot-weiß
Präsident JapanJapan Kazuyuki Umino
Website ventforet.co.jp
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer JapanJapan Yoshiyuki Shinoda
Spielstätte Yamanashi Chuo Bank Stadium,
Kōfu
Plätze 17.000
Liga J2 League
2023 8. Platz
Heim
Auswärts

Ventforet Kofu (japanisch ヴァンフォーレ甲府; Vanfōre Kōfu) ist ein japanischer Profi-Fußballverein, der vorwiegend in der J2 League um den Aufstieg mitspielt und diesen gelegentlich schaffte. Der bisher größte Erfolg konnte 2022 mit dem erstmaligen Gewinn des Kaiserpokals erreicht werden.

Der Name ist ein Konstrukt aus den französischen Wörter „vent“ (Wind) und „forêt“ (Wald) und leitet sich aus dem Zitat Fūrinkazan (風林火山) aus Sun Tzus Die Kunst des Krieges ab. Es bedeutet „Sei schnell wie der Wind, kompakt wie der Hain, greife an, wild wie ein Feuer, und verteidige standhaft wie ein Berg.“ Dies zierte zur Sengoku-Zeit die Kriegsflaggen des ansässigen Daimyō Takeda Shingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und Etablierung (1965–2001)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein aus Kōfu, der Hauptstadt der Präfektur Yamanashi in der Nähe von Tokio entstand im Jahr 1965 unter dem Namen Kofu Soccer Club auf Initiative ehemaliger Mitglieder einer High-School-Fußballmannschaft, die mit Hilfe von Spielern aus anderen High-Schools in die damalige Japan Soccer League aufsteigen wollten. Die Mannschaft erreichte die JSL 1972 und verblieb in ihr bis zu ihrer Auflösung 20 Jahre später. Als Sportverein im klassischen Sinne hatte der Klub eine Sonderstellung in der neu geformten Japan Football League. Bei den meisten anderen Teams handelte es sich um Werksmannschaften großer Firmen, die zum Teil massiv in ihre Mannschaften investierten.

Der Verein folgte dem Vorbild der meisten Konkurrenten und gab sich 1995 einen neuen, europäisch klingenden Namen. Ventforet zog 1999 als Gründungsmitglied in die neue J. League Division 2 ein, ohne zuvor in der JFL für viel Aufsehen gesorgt zu haben. In der zweiten Division schnitt die Mannschaft zunächst schlecht ab: drei Jahre in Folge belegte sie hier den letzten Platz und wurde schon als „Ballast der J2“ bezeichnet, ehe es 2002 aufwärts ging.

Zwischen den Ligen (2002 bis 2017)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die finanziellen Engpässe konnten durch eine Restrukturierung des Vereins und mit viel Unterstützung der Fans überwunden werden. Schließlich erreichte Ventforet in der Saison 2005 den dritten Platz, was sie zur Teilnahme an den Relegationsspielen gegen den 16. der ersten Division, Kashiwa Reysol, berechtigte. Nach einem glücklichen 2:1-Sieg im Hinspiel reiste Ventforet als Außenseiter zum entscheidenden Rückspiel nach Kashiwa – und gewann sensationell mit 6:2, durch zwei Hattricks des Brasilianers Baré. Somit spielte Kofu 2006 erstmals im Oberhaus des japanischen Fußballs, wenn auch als Mannschaft mit dem kleinsten Etat, dem kleinsten Stadion und der kleinsten Fanschar der Liga.

Nach zwei Jahren Oberhaus stand der Wiederabstieg in die Division 2. In der Saison 2010 konnte Ventforet Kofu mit Platz zwei den erneuten Aufstieg in die J. League Division 1 realisieren, die jedoch nach nur einem Jahr wieder verlassen werden musste. Der direkte Wiederaufstieg als Zweitligameister 2012 gelang aber. Diesmal spielte man einige Jahre erfolgreich gegen den Abstieg in der ersten Liga, konnte ihn aber in der Saison 2017 nicht verhindern und stieg wieder in die J2 ab. Während diesen Erstligajahren war das beste Ergebnis im Kaiserpokal ein Viertelfinale 2013.

Zweitligajahre während der COVID-19-Pandemie und erster Titel (2018 bis heute)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer durchwachsenen Saison nach dem Abstieg aus der ersten Liga spielte man erneut konstant um die Aufstiegsplätze mit. In den Jahren der COVID-19-Pandemie konnten die Plätze 4 (2020) und 3 (2021) erreicht werden, die für die sonst üblichen Aufstiegs-playoffs genügt hätten. Allerdings wurden diese playoffs während diesen beiden Jahren der Pandemie ausgesetzt, da aus den Profiligen in der Saison 2020 keine Vereine absteigen sollten. Zum Aufstieg berechtigt waren nur die ersten beiden der zweiten Liga, die damit für das Jahr 2021 die J1 auf 20 Vereine erhöhte, was durch 4 Absteiger aus der J1 2021 wieder kompensiert werden sollte. Ventforet wurde also durch diese Regelungen unglücklich die große Chance zum Wiederaufstieg zweimal verwehrt. Nach dem Abklingen dieser Regelung konnte der Verein in der Liga 2022 nicht an die guten Leistungen anknüpfen und verpasste das Rennen um die Aufstiegsplätze deutlich.

Umso erfolgreicher war man aber im Kaiserpokal 2022. Im Viertelfinale, bisher die beste Platzierung des Vereins im Pokal, setzte man sich gegen den Erstligisten Sagan Tosu durch, im Halbfinale konnte sogar Rekordmeister Kashima Antlers knapp besiegt werden. Durch die WM 2022 wurde der Spielkalender des Pokals angepasst, sodass das Finale nicht wie sonst üblich am Neuhjahrstag des Folgejahres im sonst angestammten Finalort im Tokyoter Olympiastadion ausgespielt wurde, sondern vorgezogen im Herbst im Nissan-Stadion in Yokohama. Dort konnte der Finalgegner Sanfrecce Hiroshima im Elfmeterschießen mit 5:4 besiegt werden, was den ersten großen Titelgewinn für den Verein bedeutete. Durch den Gewinn des Pokals qualifizierte sich Ventforet erstmals für die Gruppenphase der AFC Champions League.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sieger: 2022
Meister: 2012
Vizemeister: 2010
  • All Japan Senior Football Championship
Sieger: 1969
  • Kantō Soccer League
Sieger: 1969, 1970

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein trägt seine Heimspiele im Yamanashi Chūō Bank Stadium (jap. 山梨県小瀬スポーツ公園陸上競技場, „Leichtathletik-Stadion im Kose-Sportpark der Präfektur Yamanashi“) in Kōfu in der Präfektur Yamanashi aus. Das Stadion, dessen Eigentümer die Präfektur Yamanashi ist, hat ein Fassungsvermögen von 17.000 Zuschauern.

Yamanashi Chūō Bank Stadium

Koordinaten: 35° 37′ 20,6″ N, 138° 35′ 23,1″ O

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: April 2024[1]

Nr. Position Name
1 JapanJapan TW Kōhei Kawata
3 Korea Sud AB Taiga Son
4 JapanJapan AB Hideomi Yamamoto
5 JapanJapan AB Yūta Imazu
6 JapanJapan MF Iwana Kobayashi
7 JapanJapan MF Shō Araki
8 JapanJapan MF Kōsuke Taketomi
9 JapanJapan ST Kazushi Mitsuhira
10 JapanJapan MF Yoshiki Torikai
11 Kolumbien ST Fabián González
13 JapanJapan ST Yukito Murakami
14 JapanJapan MF Riku Nakayama
15 JapanJapan ST Riku Iijima
16 JapanJapan MF Koya Hayashida
18 JapanJapan MF Naoto Misawa
19 JapanJapan ST Jumma Miyazaki
21 Brasilien MF Renato Augusto
Nr. Position Name
23 JapanJapan AB Masahiro Sekiguchi (C)ein weißes C in blauem Kreis
24 JapanJapan AB Takahiro Iida
26 JapanJapan MF Kazuhiro Satō
28 JapanJapan ST Hayata Mizuno
29 JapanJapan AB Kaito Kamiya
30 JapanJapan ST Kotatsu Kumakura
31 JapanJapan TW Kakeru Miyashita
33 JapanJapan TW Kodai Yamauchi
34 JapanJapan MF Takuto Kimura
35 JapanJapan AB Taiju Ichinose
40 Brasilien AB Edu Mancha
41 JapanJapan MF Miki Inoue
44 JapanJapan ST Yamato Naito
51 Brasilien MF Adaílton
88 JapanJapan TW Tsubasa Shibuya
99 Nigeria ST Peter Utaka

Trainerchronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer Nation von bis
Susumu Katsumata Japan Japan 1. Januar 1994 31. Dezember 1994
Susumu Katsumata Japan Japan 1. Januar 1999 31. Dezember 1999
Yūji Tsukada Japan Japan 1. Februar 2000 31. Januar 2001
Luis dos Reis Brasilien Brasilien 1. Januar 2001 31. Dezember 2001
Takeshi Ōki Japan Japan 1. Februar 2002 31. Januar 2003
Hideki Matsunaga Japan Japan 1. Februar 2003 31. Januar 2005
Takeshi Ōki Japan Japan 1. Februar 2005 31. Januar 2008
Takayoshi Amma Japan Japan 1. Februar 2008 31. Januar 2010
Kazuo Uchida Japan Japan 1. Februar 2010 31. Januar 2011
Toshiya Miura Japan Japan 1. Februar 2011 7. August 2011
Satoru Sakuma Japan Japan 8. August 2011 31. Dezember 2011
Hiroshi Jōfuku Japan Japan 1. Februar 2012 31. Januar 2015
Yasuhiro Higuchi Japan Japan 1. Februar 2015 13. Mai 2015
Satoru Sakuma Japan Japan 13. Mai 2015 31. Dezember 2016
Tatsuma Yoshida Japan Japan 1. Februar 2017 30. April 2018
Nobuhiro Ueno Japan Japan 1. Mai 2018 31. Januar 2019
Akira Itō Japan Japan 1. Februar 2019 31. Januar 2022
Tatsuma Yoshida Japan Japan 1. Februar 2022 31. Januar 2023
Yoshiyuki Shinoda Japan Japan 1. Februar 2023 heute

Saisonplatzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Liga Teams Pos. Zuschauer J. League Cup Kaiserpokal
1992 alte
JFL
10 5 - - -
1993 10 9. - - -
1994 alte
JFL
16 14. - - -
1995 16 9. - - -
1996 16 11. - - -
1997 16 6. - - -
1998 16 4. - - -
1999 J2 10 10. 3.073 - -
2000 11 11. 3.550 - -
2001 12 12. 4.297 - -
2002 12 7. 5.396 - -
2003 12 5. 6.772 - -
2004 12 7. 6.642 - -
2005 12 3.   6.953 - -
2006 J1 18 15. 14.592 Gruppenphase -
2007 18 17.   14.843 Viertelfinale Achtelfinale
2008 J2 15 7. 8.045 - Vierte Runde
2009 18 4. 8.883 - Achtelfinale
2010 19 2.   9.896 - Achtelfinale
2011 J1 18 16.   12.693 1. Runde 3. Runde
2012 J2 22 1.   8.566 - 2. Runde
2013 J1 18 15. 13.766 Gruppenphase Viertelfinale
2014 18 13. 13.321 Gruppenphase Achtelfinale
2015 18 13. 13.316 Gruppenphase Achtelfinale
2016 18 14. 12.916 Gruppenphase 2. Runde
2017 18 16.   12.873 Gruppenphase 2. Runde
2018 J2 22 9. 7.102 Viertelfinale Viertelfinale
2019 22 5. 7.481 - Viertelfinale
2020 22 4. 2.518 - -
2021 22 3. 4.035 - 2. Runde
2022 22 18. 4.930 - Sieger
2023 22 8. 7.485 - Achtelfinale

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elf des Jahres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ventforet Kofu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kader Ventforet Kofu. In: transfermarkt.de. Abgerufen am 1. April 2024.