Präfektur Yamanashi

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Yamanashi-ken
山梨県
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz: Kōfu
Region: Chūbu
Hauptinsel: Honshū
Fläche: 4.465,37 km²
Wasseranteil: 1,3 %
Einwohner: 829.884
(1. Oktober 2016)
Bevölkerungsdichte: 186 Einw. pro km²
Landkreise: 5
Gemeinden: 27
ISO 3166-2: JP-19
Gouverneur: Hitoshi Gotō
Website: www.pref.yamanashi.jp
Symbole
Präfekturflagge:
Flagge der Präfektur Yamanashi
Präfekturbaum: Ahorn
Präfekturblume: Prunus incisa
Präfekturvogel: Japanbuschsänger
Präfektursäugetier: Japanischer Serau
Präfekturlied: Yamanashi-ken no uta
(„Lied der Präfektur Yamanashi“)
Tag der Bürger: 20. November

Die Präfektur Yamanashi (jap. 山梨県, Yamanashi-ken) ist eine der Präfekturen Japans. Die Präfektur liegt in der Region Chūbu auf der Insel Honshū. Der Sitz der Präfekturverwaltung ist Kōfu.

Der Name bedeutet wörtlich Bergbirne und bezeichnet die Pyrus pyrifolia var. pyrifolia.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Präfektur ist territorial der Nachfolger der antiken Provinz Kai, bestehend aus den vier Kreisen Yamanashi, Yatsushiro, Koma und Tsuru. Diese war in der Zeit der Streitenden Reiche das Herrschaftsgebiet von Takeda Shingen. Außerdem befinden sich in Yamanashi auch die Kai Hyakuhachi Reijō, die 108 spirituellen Orte von Kai.

In der Edo-Zeit lag hier zunächst das Fürstentum (-han) Kōfu und zeitweise auch weitere kleinere Fürstentümer; aber Kōfu fiel 1724 an das Shōgunat, als die Yanagisawa nach Kōriyama in der Provinz Yamato versetzt wurden. Seitdem gehörte die Provinz Kai im Wesentlichen (ohne geistlichen Besitz und ähnliche Kleinterritorien) zur Shōgunatsdomäne (bakuryō) und wurde durch verschiedene Verwalter/Vögte (daikan) verwaltet, ein Teil der Provinz Kai war zum Ende der Edo-Zeit unter Kontrolle des Gosankyō-Familienzweigs der Tayasu[-Tokugawa].

Die Präfektur Kai (甲斐府, Kai-fu) entstand in der Meiji-Restauration 1868 durch die Zusammenlegung der Präfekturen (-ken) Fuchū (府中), Isawa (石和) und Ichikawa (市川), die aus den Shōgunatsverwaltungen/Vogteien (daikan-sho) in der Provinz Kai hervorgegangen waren. 1869 wurde die Präfektur Kai in Präfektur Kōfu (甲府県, Kōfu-ken) umbenannt. Dieser wurde 1870 das von den Tayasu gehaltene Land zugeschlagen. 1871 wurden bisher von der Präfektur Nirayama (eine weitere Präfektur aus ehemaligem Shōgunatsland, anschließend zur Präfektur Ashigara, heute Kanagawa, Shizuoka und Tokio) verwaltete Gebiete in Kai an Kōfu transferiert, damit umfasste die Präfektur die gesamte Provinz Kai. Zum (gregorianischen) 31. Dezember 1871 (im damals noch geltenden Lunisolarkalender der 20.11.) wurde Kōfu in Yamanashi umbenannt. Heute ist der gregorianische 20. November in Yamanashi der „Tag der Präfekturbürger“ (kenmin no hi, 県民の日).[1]

Das erste Präfekturparlament (damals kenkai, „Präfekturversammlung“) von Yamanashi mit 30 Mitgliedern wurde im März 1879 gewählt und kam im April zusammen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yamanashi liegt am Südteil der Japanischen Alpen und teilt sich mit der Präfektur Shizuoka den Berg Fuji, zu dem sie als Ausgangspunkt dient.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraktionen im Präfekturparlament (Stand: 20. Juni 2016)[3]
        
Von 37 Sitzen entfallen auf:
  • LDP: 9
  • Jiyūminshutō・山親会 („Liberaldemokratische Partei, Sanshinkai (?)“): 11
  • Team Yamanashi: 7
  • Liberal Yamanashi: 5
  • Sōzankai: 2
  • Kōmeitō: 1
  • KPJ: 1
  • Fraktionslos: 1
Hauptgebäude der Präfekturverwaltung im Stadtteil Marunouchi von Kōfu.

Gouverneur von Yamanashi ist in erster Amtszeit Hitoshi Gotō, ein ehemaliger demokratischer Unterhausabgeordneter, der im Januar 2015 mit Unterstützung beider großer Parteien zum Nachfolger von Shōmei Yokouchi gewählt wurde. Die 38 Abgeordneten im Parlament von Yamanashi wurden zuletzt bei den einheitlichen Wahlen im April 2015 gewählt. Einzige nennenswert vertretene Partei ist die Liberaldemokratische Partei mit zwölf Mandaten, die Mehrheit stellen 23 Unabhängige, je einen Sitz gewannen Demokraten, Kōmeitō und KPJ.

Für das Unterhaus des nationalen Parlaments gehört Yamanashi, obwohl geographisch meist nicht zu Kantō gerechnet, gemeinsam mit den stark urbanisierten Präfekturen Chiba und Kanagawa zum Verhältniswahlblock Süd-Kantō. Bei der Mehrheitswahl zum Unterhaus wählt Yamanashi seit 2014 nur noch zwei Abgeordnete, 2014 verloren LDP-Kandidaten beide Wahlkreise, gewählt wurden der Demokrat Katsuhito Nakajima (2. Amtszeit, vor der Wahl 2014 Mitglied der aufgelösten Minna no Tō) und der parteilose Kōtarō Nagasaki (3. Amtszeit). Im Oberhaus wird Yamanashi nach den Wahlen 2010 und 2013 vom Demokraten Azuma Koshiishi und dem Liberaldemokraten Hiroshi Moriya vertreten.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 gibt es noch 27 Gemeinden in Yamanashi: 13 [kreisfreie] Städte (-shi), davon nur die Hauptstadt Kōfu in einer Sonderform für Großstädte, 8 [kreisangehörige] Städte (-chō/machi) und sechs Dörfer (-mura). Nach der Einführung der heutigen Gemeindeformen 1889 waren es fast 250 Gemeinden, 1945 noch rund 200 und 1999 vor der großen Heisei-Gebietsreform noch 64.

Anmerkungen:

  • Es gibt Gebiete mit ungeklärtem Verlauf der Gemeindegrenzen, darunter der Motosu-See mit 4,70 km², der in der Aufstellung keiner Gemeinde zugerechnet wurde aber in der Präfekturfläche enthalten ist, und ungeklärte Präfekturaußengrenzen zu Shizuoka.[4]
  • Im Sinne der Lesbarkeit wurden mehrteilige Orts- und Kreisnamen (Doppelorte, zur Unterscheidung vorangestellte Berg-/Provinz-/Präfektur-/Kreisnamen, Himmelsrichtungen u.ä.) hier durch Bindestrich getrennt, die sonstige Romanisierungspraxis ist uneinheitlich.
Liste der Gemeinden in Yamanashi
Gemeinde Typ Kreis (-gun) Fläche
(1. Oktober 2014)[4]
Einwohner­zahl
(1. Oktober 2016)
Kōfu
(Sitz der Präfekturverwaltung)
-shi („Ausnahmestadt“) 212,47 km² 192.325
Fuji-Yoshida -shi 121,74 km² 48.639
Tsuru -shi 161,63 km² 31.593
Yamanashi -shi 289,80 km² 34.663
Ōtsuki -shi 280,25 km² 24.902
Nirasaki -shi 143,69 km² 30.449
Minami-Alps -shi 264,14 km² 70.512
Hokuto -shi 602,48 km² 44.841
Kai -shi 71,95 km² 74.803
Fuefuki -shi 201,92 km² 69.300
Uenohara -shi 170,57 km² 24.261
Kōshū -shi 264,11 km² 31.324
Chūō -shi 31,69 km² 31.045
Ichikawa-Misato -chō Nishi-Yatsushiro 75,18 km² 15.397
Hayakawa -chō Minami-Koma 369,96 km² 1069
Minobu -chō Minami-Koma 301,98 km² 12.256
Nambu -chō Minami-Koma 200,87 km² 7874
Fujikawa -chō Minami-Koma 112,00 km² 15.062
Shōwa -chō Naka-Koma 9,08 km² 19.693
Dōshi -mura Minami-Tsuru 79,68 km² 1704
Nishi-Katsura -machi Minami-Tsuru 15,22 km² 4293
Oshino -mura Minami-Tsuru 25,05 km² 9102
Yamanakako -mura Minami-Tsuru 52,77 km² 5167
Narusawa -mura Minami-Tsuru 89,58 km² 2947
Fuji-Kawaguchiko -machi Minami-Tsuru 158,40 km² 25.374
Kosuge -mura Kita-Tsuru 52,78 km² 725
Nabayama -mura Kita-Tsuru 101,30 km² 564
Summe Yamanashi-ken 27 Gemeinden 5 Kreise 4.464,99 km² 829.884

Literarische Bearbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bekannte Autor Haruki Murakami lässt große Teile seiner Romane Kafka am Strand (erschienen 2002) und 1Q84 (erschienen 2009) in der Präfektur Yamanashi spielen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Präfektur Yamanashi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Präfekturverwaltung Yamanashi: 県民の日とは?
  2. Präfekturverwaltung Yamanashi: Geschichte der Präfektur Yamanashi, 1879–1889 (japanisch)
  3. Präfekturparlament Yamanashi: Abgeordnete nach Fraktion
  4. a b Kokudo Chiriin: 平成26年全国都道府県市区町村別面積調, S. 45: 山梨県

Koordinaten: 36° N, 139° O