Anzing

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Anzing
Anzing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Anzing hervorgehoben

Koordinaten: 48° 9′ N, 11° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Ebersberg
Höhe: 519 m ü. NHN
Fläche: 16,18 km2
Einwohner: 4429 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 274 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 85646, 85570
Vorwahl: 08121
Kfz-Kennzeichen: EBE
Gemeindeschlüssel: 09 1 75 111
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 1
85646 Anzing
Website: www.anzing.de
Bürgermeister: Franz Finauer (Unabh.Bürgergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Anzing im Landkreis Ebersberg
PlieningPoingVaterstettenZornedingOberpframmernEgmatingMarkt SchwabenForstinningAnzingAnzinger ForstEbersberger Forst (gemeindefreies Gebiet)Eglhartinger ForstHohenlindenSteinhöringFrauenneuhartingEmmering (Landkreis Ebersberg)AßlingBaiern (Landkreis Ebersberg)GlonnKirchseeonEbersbergGrafing bei MünchenMoosachBruck (Oberbayern)Landkreis ErdingLandkreis Mühldorf am InnLandkreis RosenheimMünchenMünchenLandkreis MünchenLandkreis RosenheimKarte
Über dieses Bild

Anzing ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Ebersberg.

Geographie[edit | edit source]

Lage[edit | edit source]

Die Gemeinde befindet sich im Norden des Landkreises Ebersberg, rund 22 Kilometer östlich der Landeshauptstadt München, 18 Kilometer südlich von Erding und 14 Kilometer von Ebersberg entfernt.

Die Marktgemeinde Markt Schwaben liegt im Norden, im Westen die Gemeinden Poing und Vaterstetten, Forstinning liegt östlich. Im Südosten befindet sich der Ebersberger Forst, dessen nördlicher Teil wird als Anzinger Forst bezeichnet.

Gemeindegliederung[edit | edit source]

Ortsteile sind Anzing, Auhofen, Boden, Froschkern, Frotzhofen, Garkofen, Heilig Kreuz, Höggerloh, Kaisersberg, Köppelmühle, Lindach, Mauerstetten, Obelfing, Oberasbach, Ranharting, Ried, Staudach, Unterasbach und Ziegelstadel.[2]

Mindestens bis 1970 war auch die Anzinger Sauschütt ein Ortsteil der Gemeinde. Sie war als Exklave vom gemeindefreien Gebiet Anzinger Forst umgeben. Danach wurde das Gebiet des inzwischen abgerissenen Forsthauses dem Anzinger Forst zugeschlagen.

Geschichte[edit | edit source]

Kirche von Anzing

Ein Hammer aus der Jungsteinzeit ist einer der ältesten Funde auf dem Gebiet von Anzing, der auf eine Besiedlung schließen lässt. 2012 fand man ein Skelett, das auf die Zeit um 2000 vor Christus datiert wurde.

Am 23. April 812 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung „in loco anzinga“. Die Urkunde ist das Testament des Kirchendieners Suuidhart in dem er eine Schenkung an das Freisinger Hochstift tätigt:

„Da ich, der Diakon Suuidhart, im Namen Gottes nachdenke und auf mein zukünftiges Leben bedacht bin, auf daß meine Seele im ewigen Leben ein wenig Trost verdiente, habe ich deswegen an die allzeit selige Jungfrau Maria mein persönliches Erbgut im Orte Anzing, welches mir meine Mutter Kerlind als mir zugehöriges Erbteil hinterlassen hat, übergeben, das ist: einen Hof mit Haus und allen Gebäulichkeiten sowie den häuslichen Gerätschaften und die Hälfte der abgegrenzten Grundstücke, welche zu ebendiesem Hause dazugehörigen, und auch sechs unfreie im Hause und vier gut zur Dienstleistung ausgestattete Hofstätten.“

Zwei Adelsgeschlechter spielten in Anzing eine Rolle: Die Sonderndorfer und die Höger. Erstmals wurden die Sonderndorfer/Sunderndorfer 1180 in einer Schenkungsurkunde an Ebersberg erwähnt. „Sunderndorf“ bedeutet in etwa „südliches Dorf“ und eben im südlichen Teil Anzings hatten sie vermutlich bis 1621 ihren Sitz. Entsprechend wird der Ortsteil noch heute teilweise als „Unterdorf“ bezeichnet. Die Sunderndorfer gelten als die Bauherrn der ersten Marienkirche Anzings.

1676 wurden die aus einer Münchner Handelsfamilie stammenden Franz Benedikt und Hans Benno Höger vom Kurfürsten Ferdinand Maria in den Adelsstand erhoben. Von 1633 bis 1783 hatte die Familie ihren Sitz in Anzing. Das Högerische Schloss mit Graben und Brücke stand am heutigen Westrand des Ortes. Daneben wurden die Höger-Kapelle errichtet und ein Schlößl am Kaisersberg.[3]

Die heutige katholische Pfarrkirche Mariä Geburt wurde von 1677 bis 1681 erbaut und beherbergt im Turm ein fünfstimmiges Bronzegeläute in Tonfolge cis' - e' - fis' - gis' - h'.

Der Ort gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schwaben. Im Zuge der Verwaltungsreformen wurde Anzing 1818 eine selbständige politische Gemeinde im Königreich Bayern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen auch nach Anzing zahlreiche Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Ihre Unterbringung gestaltete sich als schwierig. Die alliierten Besatzungskräfte organisierten die Verteilung der Flüchtlinge auf die einheimischen Familien.

Einwohnerentwicklung[edit | edit source]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3.102 auf 4.429 um 1.327 Einwohner bzw. um 42,8 %.

Politik[edit | edit source]

Das Rathaus

Gemeinderat[edit | edit source]

Der aktuelle Gemeinderat besteht aus 16 Gemeinderäten aus 6 Gruppierungen:

  • 4 Gemeinderäte zzgl. dem ersten Bürgermeister stellt die UBA (Unabhängige Bürgergemeinschaft Anzing),
  • 7 Gemeinderäte stellt die CSU,
  • 3 Gemeinderäte stellt die SPD,
  • 2 Gemeinderäte stellt Bündnis 90/Die Grünen

Bürgermeister[edit | edit source]

  • Erster Bürgermeister: Franz Finauer (UBA)
  • Zweiter Bürgermeister: Florian Alte (CSU)
  • Dritter Bürgermeister: Reinhardt Friedrich (SPD)

Wappen[edit | edit source]

Das Wappen wurde erst am 15. März 1967 nach einem Entwurf des Heraldikers C. Blessing vom Bayerischen Innenministerium genehmigt. Die offizielle Beschreibung des Wappens lautet:

„Das Wappen zeigt auf goldenem Grund einen aus dem unteren Schildrand wachsenden, rot bewehrten, schwarzen Löwen, darüber zwei schräg gekreuzte blaue Lilienstäbe.“

Das Anzinger Wappen ist eine Kombination der Wappen der alten Adelsgeschlechter Anzings. Die Lilienstäbe stammen vom Sunderndorfer Wappen, der schwarz-rote Löwe vom Wappen der Höger.[3]

Baudenkmäler[edit | edit source]

Verkehr[edit | edit source]

Die A 94 führt durch den Norden des Gemeindegebiets mit der Anschlussstelle AS10 Anzing. Die Kreisstraße EBE 5 (ehemals Bundesstraße 12) führt als Münchener Straße nach Westen über den Neufarner Berg zum Vaterstettener Ortsteil Neufarn. Der Flughafen München liegt etwa 34 Kilometer nördlich.

Persönlichkeiten[edit | edit source]

  • Ernst Klinger (1900–1962), Maler von Porträts, Stillleben und Landschaften, in den 1930er Jahren im Stil der Neuen Sachlichkeit[4]
  • Sepp Maier (* 1944), ehemaliger Torwart des FC Bayern München und Torhüter der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, lebte früher in Anzing („die Katze von Anzing“).
  • Bärbel Narnhammer (* 1948), ehemalige Bayerische Landtagsabgeordnete (SPD), Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, des Bayerischen Verdienstordens, der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber sowie der Willy-Brandt-Medaille

Weblinks[edit | edit source]

Commons: Anzing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Anzing in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 27. Dezember 2017.
  3. a b 1200 Jahre Anzing: Wappen
  4. zeller.de: Künstlerindex