Markt Schwaben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Markt Schwaben
Markt Schwaben
Deutschlandkarte, Position des Marktes Markt Schwaben hervorgehoben
48.19166666666711.868055555556509Koordinaten: 48° 12′ N, 11° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Ebersberg
Höhe: 509 m ü. NHN
Fläche: 10,87 km²
Einwohner: 12.527 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1152 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85570
Vorwahl: 08121
Kfz-Kennzeichen: EBE
Gemeindeschlüssel: 09 1 75 127
Adresse der
Marktverwaltung:
Schloßplatz 2
85570 Markt Schwaben
Webpräsenz: www.markt-schwaben.de
Bürgermeister: Georg Hohmann (SPD)
Lage des Marktes Markt Schwaben im Landkreis Ebersberg
Pliening Poing Vaterstetten Zorneding Oberpframmern Egmating Markt Schwaben Forstinning Anzing Anzinger Forst Ebersberger Forst (gemeindefreies Gebiet) Eglhartinger Forst Hohenlinden Steinhöring Frauenneuharting Emmering (Landkreis Ebersberg) Aßling Baiern (Landkreis Ebersberg) Glonn Kirchseeon Ebersberg Grafing bei München Moosach Bruck (Oberbayern) Landkreis Erding Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Rosenheim München München Landkreis München Landkreis RosenheimKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Markt Schwaben ist eine Marktgemeinde im nördlichen Teil des oberbayerischen Landkreises Ebersberg.

Geographie[Bearbeiten]

Ebersberger Straße und St. Margaret

Markt Schwaben liegt im Alpenvorland nördlich des Ebersberger Forstes in der Münchner Schotterebene nicht weit vom Quellgebiet der Sempt und dem Ismaninger Speichersee entfernt. Die Gemeinde liegt verkehrsgünstig rund 25 km östlich der Landeshauptstadt München, 14 km südlich von Erding, 28 km westlich von Haag und 15 km nördlich der Kreisstadt Ebersberg. Zum Flughafen München sind es 30 km. Markt Schwaben verfügt über einen bedeutsamen Bahnhof mit Anschluss zur S-Bahn sowie über eine gute Anbindung an die A 94.

Durch den Ort fließt der Hennigbach, in den der Gigginger Bach südwestlich von Markt Schwaben einmündet. Ein großer Bereich des Ufers des Henningbachs wurde renaturiert und zu einem Naherholungs- und Überflutungsbereich ausgebaut. Östlich fließt die Sempt vorbei. Höchster Punkt des Ortes ist die Wittelsbacher Höhe am südlichen Ortsrand. Ebenfalls im Süden befindet sich das Sportzentrum mit dem Badeweiher. Nördlich der Bahngleise liegen das Neubaugebiet Burgerfeld mit Theaterhalle, weitere Wohnsiedlungen und zwei Gewerbegebiete. Der verbliebene Teil des ehemaligen Schlosses mit dem Rathaus, der Marktplatz und die katholische Pfarrkirche St. Margaret befinden sich im Ortszentrum, das Schulzentrum schließt sich südwestlich davon an.

Zudem finden sich im Osten entlang der Sempt einige Mühlen sowie zwei Fischereien.

Obwohl Markt Schwaben von der Einwohnerzahl her die fünftgrößte Gemeinde im Landkreis ist, ist sie flächenmäßig die kleinste der Ebersberger Gemeinden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Wappenbild aus dem Hauptstaatsarchiv München
Festbeflaggung zum 600. Wappenjubiläum

Im Jahre 1409 verlieh Herzog Stephan von Bayern-Ingolstadt dem Ort das Wappen der Ministeriale von Falkenberg. Das Geschlecht, das mit der Verwaltung Markt Schwabens beauftragt war, starb 1272 aus. Somit war deren Wappen „ledig“ und konnte uneingeschränkt weitergegeben werden.

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot auf schwarzem Dreiberg ein golden bewehrter silberner Falke. Der Falke hat aufgehende Flügel. Für den Schnabel und die Zunge sind allerdings zwei Farbvarianten im Gebrauch: Mal sind beide golden, mal beide weiß. Es gibt keine offizielle Vorgabe, welche Form richtig ist.

Vor dem Krieg soll eine Trikolore als Gemeindeflagge in den Farben Schwarz-Weiß-Rot geführt worden sein. Die Farben leiteten sich vom Wappen ab. Nach 1945 wurde bis 1953 keine Flagge geführt. In diesem Jahr beantragte der Marktgemeinderat bei der Regierung Oberbayern die Verleihung von Gemeindefarben. Im Gutachten vom 23. Dezember 1953 wurde festgestellt, dass durch die Verleihung des historischen Wappens bereits das Führen eines Wappenbanners möglich wäre. Als Gemeindefarben wurden Weiß-Rot vorgeschlagen. Der Marktgemeinderat beschloss am 20. Januar 1954 einstimmig:[2]

„Es ist dies eine Streifenfahne an deren Kopf das Ortswappen auf viereckigen weißen Feld angebracht ist.[2]

Die Urkunde des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren legte fest:[2]

„Die Fahne zeigt 2 Streifen in der Farbfolge Weiß (Silber) Rot. In den Oberteil (Kopf) kann – nach Wahl – das Wappen des Marktes aufgenommen werden.[2]

Allerdings haben die Flaggen, die heute im Gebrauch sind die Farbfolge Rot-Weiß, was der der Fahnengenehmigung und dem Beschluss des damaligen Marktgemeinderates widerspricht (vgl. Foto).[2] Im Gebrauch sind nur Bannerflaggen und Knatterflaggen. Eine Hissflagge, bei der die Streifen horizontal angeordnet sind, ist in Markt Schwaben nicht im Gebrauch.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte Markt Schwabens lässt sich bis in das 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Aus dieser Zeit stammt eine Urkunde, die von der Schenkung einer Mühle bei den Schwaben berichtet. Den Namen erhielt der Ort von Siedlern aus dem alemannischen Suaben.

Zunächst befand sich Schwaben im Besitz des Grafen von Ebersberg, dann im Besitz des Grafen von Limburg/Wasserburg, bis es schließlich 1247 Eigentum der Wittelsbacher wurde. Die Verwaltung übernahm das Amt Falkenberg bei Moosach. Als das Herren- und Ministerialengeschlecht 1272 ausstarb, fiel Schwaben wieder an die Wittelsbacher zurück.

1340 wurde Schwaben von Herzog Rudolf schließlich das Marktrecht verliehen. Durch Marktgerechtigkeit und Dorfgerichtsbarkeit blühte der Ort weiter auf und stellte schließlich den Sitz eines Landgerichts – im kurfürstlichen Schloss – dar. 1805 wurde das letzte Urteil eines Blutgerichts verhängt, woraufhin zwei Grafinger Mörder im „Galgenhölzl“ enthauptet wurden. Das Landgericht wurde 1811 nach Ebersberg verlegt, worunter der Ort litt und in der Bedeutungslosigkeit zu versinken drohte.

Bei der Bayerischen Landesteilung von 1392 kam Schwaben zum Teilherzogtum Bayern-Ingolstadt unter Herzog Stephan III.. 1394 plünderten die Münchner Schwaben. Dabei wurden alle Urkunden, die alle Privilegien und Rechte verbrieften, verbrannt. Für 5000 ungarische Gulden wird Schwaben 1397 an Viztum Konrad Preysinger, oberster Ministerialer von Oberbayern-München, verpfändet. Bereits sechs Jahre später ging Schwaben wieder zurück an den Herzog. In diesen Jahren versuchten die Schwabener Bürger mehrmals den Herzog dazu zu bewegen, dass er ihre alten Rechte neu in Urkunden bestätigt. Schließlich unterzeichnete Herzog Stephan III. am Freitag vor dem Weißen Sonntag in Wasserburg drei „Briefe“ mit fast gleich lautenden Text. In diesen wurden Schwaben das Marktrecht, das Recht auf die Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit und das Recht ein Ortswappen zu führen, bestätigt:

Urkunde von 1409

„… Ihre Rechte und die Gnade der Freiheit, die sie aus der Hand des Herrschers von Bayern erhalten hatten, verbrieft durch Urkunden, sind verbrannt… So haben wir uns ihrer Armut und Bitten angenommen.“

„Wir verleihen ihnen aus besonderer Gnade ein Siegel und Banner, was sie bis jetzt nicht hatten, Kraft dieses Briefes auf ewig. Die Freiheit, wie sie Ingolstadt und andere Städte und Märkte haben, sollen sie ungestört genießen… Das Wappen ist ein weißer Falke auf einem schwarzen Berg mit aufgehenden Flügeln in einem roten Felde.“

„…Damit es keine Rechtsstreitigkeiten gibt, gebiete ich allen meinen Amtleuten, Pflegern, Richter und Schergen … sie bei diesem Wappen zu schützen und zu schirmen… Meine Urkunde mit Meinem Siegel zur Bestätigung…“

Am 5. Mai 1749 kam es zu einem großen Brand, als ein Leutnant in französischen Diensten in der Wagner-Schmiede mit Feuerwerkskörpern herumspielte. Der halbe Marktplatz mit 33 Häusern und zwei Stadeln brannte nieder. Der Leutnant musste als Schadensersatz auf sein gesamtes Erbe verzichten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich viele Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in Markt Schwaben nieder. Straßennamen wie Königsberger, Neusatzer oder Ödenburger Straße im Südwesten Markt Schwabens erinnern daran.

Die Bevölkerung setzte sich in dieser Zeit hauptsächlich aus typisch bodenständigen Gewerbeschaffenden zusammen, die den Markt und die umliegenden Dörfer mit Produkten versorgten. Viele Straßen wurden in Erinnerung an sie bei der Straßennamenvergabe des Ortes in den frühen 1960er Jahren benannt (z. B. Weißgerberweg, Kupferschmiedberg, Nagelschmiedgasse).

Da die Gemeinde 1922 beschlossen hatte, die Bezeichnung Markt in den Ortsnamen aufzunehmen, lautet der offizielle Name der Gemeinde seit dem 7. Dezember 1922 Markt Markt Schwaben.[3] Unter Ministerpräsident Wilhelm Hoegner (SPD) wurden 1954 einige Märkte zu Städten erhoben, unter anderem Grafing und Ebersberg. Das Wort „Markt“ im Ortsnamen verhinderte damals die Erhebung zur Stadt.

In den 1960er-Jahren gab es in Markt Schwaben, wie allerorts im Münchner Einzugsgebiet, einen Bauboom, der zwei Hochhaussiedlungen (von-Kobell-Straße und Dr.-Hartlaub-Ring) hervorbrachte. Auf Postkarten aus der Zeit wird der Ort dementsprechend als „Wohngebiet im Münchener Osten“ betitelt. Der Anschluss an das Münchner Nahverkehrsnetz für die Olympischen Sommerspiele in München 1972 bescherte dem Ort eine gewisse Blütezeit, da ab jetzt neben der Regionalbahn zusätzlich eine schnelle Anbindung an die Großstadt München bestand. Seit Mitte der 1990er-Jahre besteht der 20-Minuten-Takt auf der S-Bahnlinie. 1990 wurde der Autobahnanschluss fertiggestellt.

1992/1993 wurde der Sportpark mit dem Badeweiher im Südosten des Marktes errichtet.

Mit der Erschließung des Burgerfelds im Nordwesten wurde in den 1990er-Jahren der Grundstein für einen neuen Ortsteil inklusive Erweiterung des Gewerbegebiets gelegt. Die Bebauung dauert aktuell noch an. Das Burgerfeld ist mit einer Fußgängerbrücke (mit einer Länge von über 50 Metern) über die Gleise westlich des Bahnhofs und drei Unterführungen mit dem Ortszentrum verbunden. Die offizielle Eröffnung fand am 17. Dezember 2007 statt.

Religionen[Bearbeiten]

In Markt Schwaben gibt es eine katholische und eine evangelisch-lutherische Kirche. Außerdem gibt es Gemeinderäume der Freien evangelischen Gemeinde und eine türkische Moschee.

Katholische Pfarrkirche St. Margaret und Mariahilf-Kapelle[Bearbeiten]

Im Sommer 1999 durften die Markt Schwabener Katholiken die bislang letzte Primiz des Ortes feiern.

Angeblich sitzen die Markt Schwabener Katholiken seit Beendigung der Bauarbeiten an der Pfarrkirche St. Margaret in der falschen Kirche, denn laut Erzählungen wurden die Baupläne des Architekten Georg Zwerger der Anzinger und der Schwabener Kirche vertauscht. Ein schlüssiges Indiz, dass die Geschichte wahr sein könnte ist, dass die Anzinger Marienkirche von jeher als Wallfahrtskirche geplant war. Wallfahrtskirchen haben in der Regel immer zwei große Portale, damit die Wallfahrer auf der einen Seite ein- und auf der Gegenüberliegenden wieder ausziehen können. Dies ist bei der Pfarrkirche St. Margaret Markt Schwaben der Fall, wohingegen bei der Anzinger Kirche ein großes Eingangsportal an der Stirnseite zu finden ist.

Die 1720 errichtete Mariahilf-Kapelle am Gerstlacher Weg erstrahlt nach aufwendiger Renovierung inklusive des Grundstücks nun wieder im alten Glanz.

Evangelische Philippuskirche[Bearbeiten]

Am 22. Mai 1955 wurde die evangelische Philippuskirche mit der Vikarwohnung eingeweiht. Sie liegt im Nordosten Markt Schwabens. 1962 wurde aus dem Pfarrvikariat eine eigenständige Pfarrei. 1967 bekam die Kirche eine Orgel. 1976 wurde noch ein Gemeindezentrum der Kirche angefügt. 1986 kamen die beiden kleinen Glocken (h' - gis') aus dem sehr niedrigen Glockenträger neben der Kirche in einen improvisierten, aufgesetzten Glockenstuhl. 2005 wurde die Kirche renoviert.

Türkische Moschee[Bearbeiten]

Ende der 1990er-Jahre begannen die Um- und Ausbauarbeiten der alten Güterhalle westlich des Bahnhofs Markt Schwaben in der Bahnhofstraße zu einem Gebetsraum, Büro- und Zusammenkunftsräumen der muslimischen Gemeinde DITIB Markt Schwaben Ulu Camii.

Freie evangelische Gemeinde[Bearbeiten]

Seit 2001 befindet sich am Ort eine Freie evangelische Gemeinde. Die Gemeinderäume befinden sich im Gewerbegebiet Burgerfeld am Wiegenfeldring. 2006 wurde die Gemeinde selbständig, im selben Jahr bekam sie einen eigenen Pastor. Seit Oktober 2012 ist Alexander Gimbel Pastor der Gemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister seit 1945
Name Amtszeit
Anton Haas (CSU) 1945–1948
Albert Jell (SPD) 1948–1960
Balthasar Strobl (CSU, BHE) 1960–1972
Wilhelm Haller (FW, CSU) 1972–1990
Richard Huber (CSU) 1990–2002
Bernhard Winter (SPD) 2002–2011[4]
Georg Hohmann (SPD) seit 2011
Wahlbeteiligung: 46,6 %
 %
40
30
20
10
0
32,5 %
(-1,3 %p)
24,9 %
(-5,7 %p)
22,6 %
(-1,7 %p)
11,2 %
(-0,1 %p)
1,2 %
(n. k.)
7,6 %
(n. k.)
2008

2014

Das Rathaus mit seinem modernen Teil und dem angeschlossenen Flügel des Schlosses

2011 trat Bürgermeister Bernhard Winter (SPD) überraschend vorzeitig von seinem Amt zurück.[4] Am 27. März 2011 wurde in einer Stichwahl Georg Hohmann (SPD) mit 61,6 Prozent zum neuen Bürgermeister gewählt. Zweiter Bürgermeister ist Bernd Romir (Freie Wähler), dritter Bürgermeister Albert Hones (CSU).

Neben dem Ersten Bürgermeister gehören dem Marktgemeinderat 24 weitere Mitglieder an. Davon entfallen acht Vertreter auf die SPD, sieben auf die CSU, sechs auf die Freien Wähler, zwei auf Bündnis 90/Die Grünen, ein Mitglied ist fraktionslos (ehemals CSU).

Bürgermeister Hohmann hatte sich entschieden, seine Amtszeit vorzeitig zu beenden, um bei den Kommunalwahlen in Bayern 2014 erneut anzutreten. Dadurch laufen in Markt Schwaben die Wahlen für den Bürgermeister und den Marktgemeinderat wieder parallel und Hohmann konnte für eine zweite Amtszeit kandidieren. 2017 hätte er die Altersgrenze für hauptamtliche Bürgermeister überschritten. SPD und Grüne unterstützten Hohmann bei der Wahl. Ein Gegenkandidat kam von der Wählervereinigung „Zukunft Markt Schwaben“ (ZMS). CSU und FW stellten keinen eigenen Kandidaten auf.

Der neue Marktgemeinderat wird nach den Ergebnissen der Wahl vom 17. März 2014 wieder acht CSU-Räte haben, die SPD verlor und bekommt nur noch sechs Sitze, die Freien Wähler haben nur noch fünf Sitze und die Grünen drei. Die ZMS gewann zwei Sitze, wobei einer vom bisher parteilosen, ehemaligen CSU-Marktgemeinderat besetzt wird.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 25. Oktober 2003 verbindet Markt Schwaben eine Städtepartnerschaft mit Ostra in Italien.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Markt Schwaben ist verkehrstechnisch gut angebunden. Über die Bundesautobahn 94 München–Passau erreicht man das Autobahnkreuz München-Ost (nach Salzburg, Nürnberg und Stuttgart) und die Münchner Stadtgrenze im Osten. Von Osten kommend ist die Markt Schwabener Anschlussstelle Forstinning, vom Westen her Anzing. Nach der Fertigstellung der Flughafentangente Ost (FTO), die die Autobahn mit dem Münchner Flughafen Franz-Josef-Strauß verbindet, ist Markt Schwaben auch von Westen über die neue A 94–Ausfahrt Markt Schwaben-Flughafentangente Ost–Geltinger Straße erreichbar. Sie bildet einen direkten Zugang zum Gewerbegebiet Burgerfeld. Die Abfahrt zur Ortsmitte bleibt Anzing.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Fußgängerbrücke über die Bahngleise westlich des Bahnhofs

Durch Markt Schwaben verlaufen die Bahnstrecken München–Mühldorf und Markt Schwaben–Erding. Die Bahnstrecke MünchenMühldorf wird im Kursbuch der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 940 geführt. Die Bahnstrecke nach Erding ist die Kursbuchstrecke 999.2. Im Westen der Ortsmitte befindet sich der Bahnhof Markt Schwaben. Dort zweigt die Bahnstrecke nach Erding von der Bahnstrecke München–Mühldorf ab. Die Bahnstrecke nach Erding und der erste Teil nach Markt Schwaben der Bahnstrecke München–Mühldorf ist in die S-Bahn München als S-Bahn-Linie S2 integriert. Der Bahnhof Markt Schwaben verfügt heute über vier Bahnsteiggleise, die an zwei Mittelbahnsteigen liegen. Beide Bahnsteige sind zwar behindertengerecht und 76 Zentimeter hoch, aber nur über Treppen zu erreichen. In die Unterführung gelangt man von außen auch per Fahrstuhl.. Der Bahnhof besitzt außerdem über zwei Abstellgleise, welche zum Abstellen von S-Bahn-Fahrzeugen genutzt werden. Ein Abstellgleis ist ein Stumpfgleis, das andere ein Durchfahrtsgleis gegenüber dem Empfangsgebäude. Das Empfangsgebäude ist bis heute erhalten und mit einer Unterführung mit den Bahnsteigen verbunden.[6]

Die Bahnstrecke München–Mühldorf wurde am 1. Mai 1871 in Betrieb genommen.[7] Daraufhin bemühte sich die Gemeinde Erding ebenfalls um einen Bahnanschluss, dieser konnte allerdings erst am 1. Juni 1890 eröffnet werden.[8] 1971 wurde die Bahnstrecke Markt Schwaben–Erding und Markt Schwaben–München elektrifiziert, um auf diesen Strecken ein S-Bahn-Betrieb möglich zu machen. 1972 nahm die Münchner S-Bahn den Betrieb auf, seitdem war Markt Schwaben unter anderem durch den Anschluss an den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) besser mit München verbunden.[9] Heute verkehren auf der Bahnstrecke München–Erding S-Bahn-Züge der Relation PetershausenDachau–München–HeimstettenPoing–Markt Schwaben–Ottenhofen–Erding im 20-Minutentakt nach München. Der Abschnitt Markt Schwaben–Erding wird nur im 20/40-Minutentakt bedient. Mit der S-Bahn kommt man in etwa 20 Minuten Fahrtzeit zum Münchner Ostbahnhof und in etwa 30 Minuten Fahrtzeit zum Marienplatz. Die Bahnstrecke München–Mühldorf, die nur bis Markt Schwaben im Münchner Tarif- und Verkehrsverbund ist, wird im Stundentakt von Regionalbahnen der Südostbayernbahn bedient. Im Bahnhof Markt Schwaben findet dabei die Zugkreuzung statt, da die Strecke zwischen Markt Schwaben und Mühldorf nur eingleisig ist.[7][8]

Im Rahmen des Erdinger Ringschlusses soll die Bahnstrecke nach Erding zum nordwestlich gelegenen Münchner Flughafen verlängert werden. Die S-Bahn-Linie S2 soll dabei bis Freising verlängert werden.[10]

Busverkehr[Bearbeiten]

In Markt Schwaben verkehren zehn Buslinien des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds. Die Linie 446 verkehrt nur von Montag bis Freitag circa im Zweistundentakt nach Ebersberg. An Samstagen und Sonntagen verkehrt statt der Linie 446 die Rufbuslinie 449, die jedoch ab Markt Schwaben weiter über Pliening nach Poing verkehrt. Die Buslinie 449 verkehrt im Zweistundentakt. Von Montag bis Freitag bedient die Buslinie 463 die Strecke von Markt Schwaben über Pliening nach Poing. Die Buslinie 469 bedient von Markt Schwaben aus die Gemeinden Forstern und Hohenlinden von Montag bis Freitag ungefähr im Zweistundentakt. Die Buslinie 505 verknüpft von Montag bis Freitag im Zweistundentakt Isen mit Markt Schwaben. An Samstagen und Sonntagen verkehrt das Ruftaxi 5050. Die Buslinie 507 verkehrt ebenfalls nur Montag bis Freitag von Markt Schwaben über Ottenhofen und Moosinning nach Erding. Erding wird von Markt Schwaben aus auch von der Buslinie 568 über Finsing ungefähr im Stundentakt mit Taktlücken angefahren. An Samstagen verkehrt das Ruftaxi 5680. Folgende Buslinien verkehren in Markt Schwaben:

  • 446: Markt Schwaben – AnzingForstinningEbersberg
  • 449: Poing – Pliening – Markt Schwaben – Anzing – Forstinning – Ebersberg (Rufbus)
  • 463: Markt Schwaben – Pliening – Poing – Pliening – Markt Schwaben
  • 469: Markt Schwaben – Forstinning – Forstern – Hohenlinden
  • 505: Markt Schwaben – Paststetten – Forstern – Buch am Buchrain – Isen
  • 507: Markt Schwaben – Ottenhofen – MoosinningOberding – Erding
  • 568: Markt Schwaben – Finsing – Moosinning – Erding
  • 4460: Poing – Pliening – Markt Schwaben – AnzingForstinning – Ebersberg (Ruftaxi, eine Fahrt)
  • 5050: Markt Schwaben – Paststetten – Forstern – Buch am Buchrain – Isen (Ruftaxi)
  • 5680: Markt Schwaben – Finsing – Moosinning – Erding (Ruftaxi)[11]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das große Gewerbegebiet im Nordwesten beheimatet einige größere Firmen, so der Fachgroßhandelsbetrieb Wilhelm Gienger und der Hauptsitz der Firma Seidenader, die Maschinen für die pharmazeutische Industrie baut. Ebenfalls nördlich der Bahnlinie ist das Betonwerk Schmitt beheimatet. Im Süden befindet sich an der Ebersberger Straße die Privatbrauerei Schweiger mit der dazugehörigen Brauereigaststätte. Außerdem verfügt die Marktgemeinde über ein Postamt, drei Tankstellen, drei Banken, fünf Supermärkte und vier Autohäuser. Dazu kommen Gaststätten mit regionaler und internationaler Küche, Handwerksbetriebe und Einzelhandelsgeschäfte. Seit 1907 gibt es in der Färbergasse das Ofenhaus Scheuerecker nunmehr in vierter Generation. Das Bauunternehmen Haydn wurde 1763 von Martin Haydn I. gegründet und besteht seitdem in achter Generation im Familienbesitz.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk unterhält in Markt Schwaben einen Ortsverband mit zwei Technischen Zügen und den Fachgruppen Elektroversorgung und Sprengen.

Im Jahr 2006 wurde die wissenschaftliche Abteilung der Zolltechnischen Prüfungs- und Lehranstalt (ZPLA) in Markt Schwaben angesiedelt. Sie ist eine Behörde der Bundeszollverwaltung.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Franz-Marc-Gymnasium

Markt Schwaben beherbergt vier Schulen:

  • Grundschule Markt Schwaben (Bau 1978)
  • Mittelschule Markt Schwaben (Bau 1971 mit Erweiterungsbauten bis 1972) seit 1. August 2011, vormals Hauptschule (Volksschule) Markt Schwaben
  • Lena Christ Realschule (Bau 1973/74)
  • Franz-Marc-Gymnasium (Bau 1973)

Ämter[Bearbeiten]

Die kommunalen Ämter befinden sich im Rathaus.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Sportanlagen:

  • Sportzentrum mit: Rasenspielfeld, Rundlaufbahnen, zwei Trainingsplätzen (ein Rasen, ein Kunstrasen), Übungs- und Gymnastikwiese, Tennisanlage, Sommerstockbahnen, vier Bundeskegelbahnen, Badeweiher und Sportgaststätte
  • Jahnsportplatz mit Allwetterplatz und Bolzwiese
  • BSG-Sportplatz mit Spielfeld und Werferplatz
  • Ausweichsportplatz
  • Tennisanlage am Hauser Weg (Vereinsheim im Dezember 2005 abgebrannt mit anschließender Schließung der Anlage)
  • Hallenschwimmbad mit Sauna und Solarium

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weiherspiele Markt Schwaben

Theater[Bearbeiten]

Die Markt Schwabener Weiherspiele (Freilichttheater) wurden 1984 von theaterbegeisterten Laien gegründet.

Eine weitere sehr aktive Theatergruppe ist die Junge Bühne Markt Schwaben, die ihr Stammhaus im Theater im Burgerfeld hat. Es handelt sich um eine Theatergruppe für junge Leute zwischen 15 und 25 Jahren, die 2003 gegründet wurde.

Museum[Bearbeiten]

An der Bahnhofsstraße liegt in der ehemaligen Schweiger-Villa das Heimatmuseum Markt Schwabens, das Exponate von der Steinzeit bis zur Gegenwart beherbergt und über zwei maßstabsgetreue Modelle der Burg, sowie des späteren kurfürstlichen Schlosses verfügt.

Das Schloss[Bearbeiten]

Der verbliebene Flügel des alten Schlosses von Markt Schwaben, heute Teil des Rathauses

1283 baute Herzog Ludwig der Strenge von Oberbayern auf einer leichten Anhöhe eine Burg, da hinter Schwaben im Nordosten die damalige Grenze zu Niederbayern verlief. An selber Stelle wurde 1650 nach mehrmaliger Zerstörung der strategisch gut platzierten Burg ein großes, vierflügeliges Schloss errichtet, dessen 1908 im neugotischen Stil renovierter Südflügel heute noch im Ortszentrum erhalten ist. Der Rest des Schlosses wurde 1812 (Ost- und Nordflügel mitsamt St. Magdalenenkapelle und Brückenhaus) und 1969 (Westflügel mit Südwestecke) wegen maroder Bausubstanz und aus Kostengründen abgebrochen. Erwerb des Schlosses inklusive Grundstück 1967 durch die Gemeinde mit anschließender Errichtung des neuen Gemeindezentrums/Rathauses, wobei der Schlossteil stark an die moderne Architektur angeglichen wurde, indem alle kunstvollen Kamine und Fensterläden entfernt wurden. Der ehemalige Burggraben ist im Süden und Westen heute noch erkennbar.

Weitere Bauwerke[Bearbeiten]

Das Pritzl-Haus

Am erhaltenen Schlossflügel wurde das moderne Ziegelgebäude des Rathauses angebaut. Auffällig ist der denkmalgeschützte und 2009 frisch restaurierte Wasserturm gegenüber mit seinen Zinnen, der trotz seines Aussehens nicht aus dem Mittelalter stammt, sondern von 1905. Bemerkenswert ist auch das Pritzl-Haus mit seiner seltenen Dachkonstruktion und dem Turm mit Kuppel. In dem aus dem Jahre 1890 stammenden Gebäude war früher eine Bäckerei untergebracht. Manche der über 30 Zimmer haben nur die Größe eines Kleiderschrankes. Außerdem ist die Haydn-Villa sehenswert; sie wird aufwändig saniert (Stand 2010).[12] Am Marktplatz steht das Wandlhaus mit seinen zwei Zwiebelecktürmen, die 1900 hinzugefügt wurden. Der Oberbräu wurde von 2009 bis zum Sommer 2010 renoviert und beherbergt eine Gaststätte.

Das älteste Gebäude des Ortes, der Unterbräu, wurde 2006 vollständig restauriert. Seine Geschichte geht zurück bis auf die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg. Hier sind unter anderem ein großer Veranstaltungssaal und Räumlichkeiten für das rege Markt Schwabener Vereinsleben entstanden. Das schräg gegenüber in der Erdinger Straße liegende alte Schulhaus wurde 2008 restauriert.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Über den Landkreis hinaus bekannt sind die Schwabener Sonntagsbegegnungen. Bei den seit 1994 mehrmals jährlich stattfindenden Dialogen zwischen jeweils zwei hochkarätigen Persönlichkeiten waren unter anderem zu Gast: Norbert Lammert, Johannes Rau, Joschka Fischer, Rita Süßmuth, Kurt Beck, Gerhard Polt, Alois Glück, Gesine Schwan, Peer Steinbrück, Reinhard Marx, Johannes Friedrich, Tadeusz Mazowiecki, Notker Wolf, Anselm Grün, Thomas Hitzlsperger, Dieter Hildebrandt und die türkische Familienministerin Güldal Aksit. Die Veranstaltung wird regelmäßig von mehreren hundert Zuhörern besucht. Schirmherr ist Hans-Jochen Vogel.

Darüber hinaus veranstaltet die Privatbrauerei Schweiger seit 1998 alle zwei Jahre ein Brauereifest mit traditionell-kulturellem Rahmenprogramm. Bis 1994 wurde jährlich ein Volksfest abgehalten.

Im November findet jährlich im Rathaus eine Ausstellung des Camera-Clubs Markt Schwaben statt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Jungstörche in Markt Schwaben 2009

Jedes Jahr brüten Störche in Markt Schwaben auf dem Dach des alten Schulhauses neben der Hauptschule am Gerstlacher Weg. Oft kann man die großen Vögel auf den Dächern stehen, über den Ort fliegen oder am Hennigbach nach Futter suchen sehen. Am Nest ist eine Webcam angebracht, mit der man die Storchenfamilie via Internet beobachten kann. Inzwischen ist der Storch ein Symbol für Markt Schwaben geworden.

Es ist eine durchaus angebrachte Spekulation, dass Papst Pius VI. im Jahr 1782 auf der Reise von Wien nach München im kurfürstlichen Schloss zu Markt Schwaben genächtigt hat, da Reisen mit Kutschen und Tross im Normalfall nie weiter als maximal 25 km an einem Tag gingen.

Eine kleine Sequenz des Filmes Gesprengte Ketten wurde in Markt Schwaben gedreht.

Im Mai 1962 kam es zum Absturz des Aufklärungsflugzeuges Navy 131390, große Teile des Flugzeuges schlugen bei der Löfflmühle bei Markt Schwaben auf einem Feld auf. Seit Mai 2012 erinnert eine Gedenktafel an das bis heute unaufgeklärte Unglück.


Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Markt Schwaben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Markt Schwaben – Reiseführer

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e Kommunalflaggen.de: Markt Markt Schwaben, abgerufen am 31. August 2012
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 454
  4. a b Jörg Domke: Bürgermeister Winter tritt zum 1. März 2011 zurück. In: merkur-online.de. 23. November 2010, abgerufen am 5. Februar 2014.
  5. http://wahlen.markt-schwaben.de/Gemeinderat2014/MGR%202014.html
  6. Gleisplan des Bahnhofs Markt Schwaben. In: sei.dbnetze.com. DB Netze. 14. März 2013. Abgerufen am 1. April 2013.
  7. a b  Reinhard Wanka, Wolfgang Wiesner: Die Hauptbahn München–Simbach und ihre Zweigbahnen. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1996, ISBN 3-922138-59-4.
  8. a b  Reinhard Pospischil, Ernst Rudolph: S-Bahn München. Alba, Düsseldorf 1997, ISBN 3-87094-358-0.
  9.  Nikolaus Wilhelm-Stempin: S-Bahnhöfe in und um München. BoD, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8391-0927-4.
  10. Artikel zum Thema Erdinger Ringschluss. In: sueddeutsche.de. Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 1. April 2013.
  11. Liniennetz vom Landkreis Ebersberg (PDF; 727 kB) In: mvv-muenchen.de. Münchner Verkehrs- und Tarifverbund. Abgerufen am 1. April 2013.
  12. Website über die Haydn-Villa, abgerufen am 28. Oktober 2010