Agnesviertel

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Die Agneskirche in der Mitte des gleichnamigen Viertels
Ein Blick auf das Agnesviertel von oben

Das Agnesviertel (auf Kölsch Agnesveedel) ist ein zentrumsnaher Ortsteil von Köln in der Neustadt-Nord zwischen dem Ebertplatz und der Inneren Kanalstraße.

Namensgebung[Bearbeiten]

Der Name des Viertels leitet sich von der Kirche St. Agnes ab, deren Spatenstich am 20. November 1896 erfolgte. Bis dahin lagen hier lediglich einige Bauernhöfe und Kappesfelder vor dem Stadttor. Die Kirche verdankt ihren Namen Peter Joseph Roeckerath (1837–1905), Religionslehrer und Vater von zwölf Kindern.

Nach dem Tod seiner Ehefrau Agnes, einer reichen Tochter eines Kappesbauern, stiftete er die Kirche und benannte sie nach seiner verstorbenen Frau. Als Roeckerath 1905 starb, bewirkte der damalige Pfarrer mit Petitionen an Kirche und Stadt, dass er in einer westlichen Seitenkapelle der Agneskirche beigesetzt wurde, wo das Grab bis heute zu sehen ist.

Kultur und Straßen[Bearbeiten]

In der beliebten Wohngegend rund um die Agneskirche liegen unter anderem ein Weinmuseum, der Lentpark, das Sterne-Restaurant Le Moissonnier unter Chefkoch Eric Menchon sowie das Kulturzentrum „Alte Feuerwache“.[1] Am nordöstlichen Rand des Viertels befindet sich das Fort X, ein Teil des Kölner Festungsrings.

Inmitten des Agnesviertels befindet sich auch das Dreikönigenviertel: Hier sind die Straßen nach den Heiligen Drei Königen Kaspar, Melchior, Balthasar benannt.[2]

Bewohner[Bearbeiten]

Zu den prominentesten früheren Einwohnern des Agnesviertels zählt Heinrich Böll. Der Nobelpreisträger lebte von 1969 bis 1982 in der Hülchrather Straße 7. Dort verfasste er nicht nur Die verlorene Ehre der Katharina Blum, sondern bot auch Wolf Biermann nach dessen Ausbürgerung aus der DDR Unterschlupf.[3] Außerdem wurde in der Riehler Straße 23 die Schriftstellerin Hilde Domin geboren (Erinnerungsplakette am Haus). Nach ihr wurde deshalb auch ein Park im Agnesviertel benannt.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Agnesviertel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung des Agnesviertels auf Köln-Magazin.de
  2. http://www.tour-agentur.de
  3. Kölsche Veedel auf Koeln.de
  4. Artikel über eine Führung auf den Spuren von Hilde Domin durchs Agnesviertel auf www.kirche-koeln.de. Abgerufen am 21. Dezember 2012.

50.9540226.957154Koordinaten: 50° 57′ N, 6° 57′ O