Alex Tagliani

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Alex Tagliani (2010)

Alexandre „Alex“ Tagliani (* 18. Oktober 1972 in Montreal) ist ein kanadischer Automobilrennfahrer. Er trat von 2000 bis 2007 in der Champ-Car-Serie an. Er war von 2008 bis 2013 in der IndyCar Series aktiv.

Karriere[Bearbeiten]

Anfänge im Motorsport[Bearbeiten]

Tagliani, dessen Vater aus Italien stammte, kam im Alter von zehn Jahren zum ersten Mal bei einem Besuch seines Großvaters in Italien mit dem Kartsport in Kontakt. Nachdem Tagliani einige Jahre im Kartsport aktiv war, begann er 1994 seine Formelsportkarriere in der kanadischen Formel Ford, in der er in der Saison 1995 den vierten Platz der Gesamtwertung belegte.

1996 wechselte Tagliani in die Atlantic Championship zu P-1 Racing. Während sein Teamkollege Lee Bentham Vizemeister wurde, beendete Tagliani seine Debütsaison auf dem siebten Gesamtrang. Ein dritter Platz war sein bestes Ergebnis. 1997 bestritt Tagliani seine zweite Saison in der Atlantic Championship für Forsythe Racing. Er gewann zwei Rennen und wurde Dritter in der Meisterschaft. Teamintern setzte er sich mit 123 zu 121 Punkten gegen Bertrand Godin durch. 1998 blieb Tagliani bei Forsythe Racing und erreichte mit zwei Siegen den fünften Platz der Fahrerwertung. Bentham, sein Teamkollege, wurde in diesem Jahr Meister. 1999 absolvierte Tagliani seine vierte Saison der Atlantic Championship und startete abermals für Forsythe Racing. Er gewann wie in den Vorsaisons zwei Rennen und wurde Vierter in der Meisterschaft. Damit setzte er sich in dieser Saison gegen Bentham, der erneut sein Teamkollege war und die Saison auf dem sechsten Rang beendete, durch.

Champ Car[Bearbeiten]

2000 wechselte Tagliani in die CART-Serie und blieb bei Forsythe Racing. In seiner Debütsaison holte Tagliani bei einigen Rennen Punkte und belegte zum Saisonende den 16. Gesamtrang. Seine beste Platzierung erzielte Tagliani bereits beim zweiten Saisonrennen in Long Beach, bei dem er den vierten Platz belegte. 2001 bestritt Tagliani für Forsythe Racing seine zweite CART-Saison. Am Lausitzring kollidierte Tagliani unglücklich mit dem sich drehenden Alessandro Zanardi, der bei dem Unfall schwer verletzt wurde und beide Beine verlor. Tagliani erreichte 2001 drei Podestplatzierungen und wurde in der Gesamtwertung Elfter, direkt hinter seinem Teamkollegen Patrick Carpentier. 2002 absolvierte Tagliani seine dritte Saison in der CART-Serie und blieb zusammen mit Carpentier bei Forsythe Racing. Ihm gelangen zwei zweite Plätze und in der Gesamtwertung belegte Tagliani den achten Gesamtrang. 2003 wechselte Tagliani zu Rocketsports Racing, nachdem er bei Forsythe Racing durch den späteren Gesamtsieger Paul Tracy ersetzt wurde. Tagliani fuhr in der Saison dreimal auf das Podium und wurde Zehnter im Gesamtklassement. 2004 blieb Tagliani bei Rocketsport. Bei dem Rennen in Elkhart Lake gewann Tagliani sein erstes Rennen. Am Saisonende lag Tagliani auf dem siebten Platz in der Gesamtwertung.

2005 wechselte Tagliani zum Team Australia und wurde erneut Siebter im Gesamtklassement. Außerdem absolvierte er zwei Rennen in der V8 Supercar Championship Series. 2005 belegte Tagliani, der seinem Team treu geblieben war, den achten Gesamtrang. 2007 kehrte Tagliani zu Rocketsport zurück und belegte am Saisonende den zehnten Platz in der Gesamtwertung. Tagliani war 2007 zum ersten Mal der beste Pilot aus Kanada. Außerdem debütierte er in der NASCAR Canadian Tire Series und nahm dort an zwei Rennen teil. Für 2008 plante Tagliani in der Champ Car Serie für KV Racing Technologie an den Start zu gehen. Auf Grund der Wiedervereinigung der Champ Car und der IndyCar Series kam es allerdings nicht mehr zu diesem Engagement. Bei dem letzten Rennen der Champ Car Serie in Long Beach startete Tagliani für Walker Racing.

Tagliani bestritt in der Champ Car Serie insgesamt 132 Rennen.

IndyCar Series[Bearbeiten]

Auf Grund einer Verletzung von Enrique Bernoldi bestritt Tagliani die letzten drei Saisonrennen der IndyCar-Series-Saison 2008 für Conquest Racing. Darüber hinaus trat er zu neun Rennen der NASCAR Canadian Tire Series an und gewann dabei ein Rennen. Für die Saison 2009 wurde Tagliani von Conquest Racing verpflichtet. Er nahm nur an sechs Rennen der Saison teil und belegte am Saisonende den 22. Platz im Gesamtklassement. Außerdem absolvierte er je zwei Rennen in der NASCAR Canadian Tire Series sowie der NASCAR Nationwide Series. 2010 nahm der Tagliani für das neue FAZZT Race Team an der IndyCar Series teil.[1] Beim ersten Rennen schied er, nachdem er vom zweiten Startplatz ins Rennen gegangen war, nach einer Kollision aus.[2] Im weiteren Verlauf der Saison folgte ein vierter Platz als bestes Resultat. Am Saisonende belegte er den 13. Platz in der Gesamtwertung. Außerdem absolvierte er zwei Gaststarts in der V8 Supercar Championship Series.

Sam Schmidt (links) und Alex Tagliani (rechts) im Rahmen des Indianapolis 500 (2011)

2011 sollte Tagliani seine zweite Saison für das FAZZT Race Team absolvieren. Kurz vor Beginn der Saison wurde der Rennstall von Sam Schmidt Motorsports übernommen. Taglianis Vertrag blieb bestehen.[3] Beim Indianapolis 500 fuhr Tagliani auf die Pole-Position. Im Rennen schied er jedoch auf dem 28. Platz aus. Da er in den ersten zehn Veranstaltungen durch zwei von ihm verursachte Kollisionen aufgefallen war, fuhr er bis zum Ende der Saison auf Bewährung.[4] Zwei Rennen vor Saisonende wurde er durch Dan Wheldon, der beim Saisonfinale tödlich verunglückte, ersetzt und erhielt im Gegenzug beim Saisonfinale Wheldons-Cockpit bei Bryan Herta Autosport. Am Saisonende belegte er mit zwei vierten Plätzen als beste Resultate den 15. Gesamtrang. Darüber hinaus nahm Tagliani 2011 an je zwei Rennen der V8 Supercar Championship Series sowie der NASCAR Canadian Tire Series teil und trat zu einem NASCAR-Nationwide-Rennen an, das er auf dem zweiten Platz beendete.

2012 ging Tagliani für das Bryan Herta Autosport in der IndyCar Series an den Start. Tagliani und sein Team wurden zunächst werksseitig vom Motorenhersteller Lotus unterstützt.[5] Nach dem dritten Rennen beendete sein Rennstall die Zusammenarbeit mit Lotus[6] und wechselte zu Honda.[7] Auf eine Teilnahme beim vierten Rennen in São Paulo verzichtete das Team. Da Tagliani zu diesem Zeitpunkt nicht innerhalb der Top 22 lag, hätte die Serie die Reisekosten nicht übernommen.[8] Im Qualifying zum sechsten Rennen in Detroit qualifizierte er sich für den dritten Platz, hatte jedoch Probleme in der Startphase, sodass er vom letzten Platz dem Feld hinterher fuhr. Im Rennen erreichte er dennoch als Zehnter seine erste Top-10-Platzierung der Saison. Ein Rennen später in Fort Worth startete er von der Pole-Position und kam auf dem neunten Platz ins Ziel. Beim Edmonton Indy lag er die meisten Runden in Führung, schaffte es aber nicht, diese bis zum Rennende zu behaupten. Er erzielte schließlich mit einem fünften Platz seine beste Saisonplatzierung. Tagliani schloss die Saison auf dem 17. Platz ab. Außerdem trat er zu einem Rennen der NASCAR Nationwide Series an. Dabei erzielte er die Pole-Position. Darüber hinaus nahm Tagliani an zwei Rennen der Rolex Sports Car Series teil. 2013 blieb Tagliani in der IndyCar Series zunächst bei Bryan Herta Autosport.[9] Nachdem er bei den ersten 13 Rennen zweimal Zehnter geworden war, wurde er für die restlichen sechs Saisonrennen durch Luca Filippi und J. R. Hildebrand, die sich das Cockpit teilten, ersetzt. Für das letzte Rennen in Fontana erhielt Tagliani kurzfristig einen Platz bei Chip Ganassi Racing. Er vertrat dort Dario Franchitti, der verletzungsbedingt ausfiel. In der Fahrerwertung lag Tagliani am Saisonende auf dem 24. Platz.

Privates[Bearbeiten]

Seit 2003 ist Alex Tagliani mit Bronte Tagliani, einem australischen Modell, verheiratet. Er wohnt in Las Vegas und Lachenaie.

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

  • 1987–1994: Kartsport
  • 1994: Kanadische Formel Ford
  • 1995: Kanadische Formel Ford (Platz 4)
  • 1996: Atlantic Championship (Platz 7)
  • 1997: Atlantic Championship (Platz 3)
  • 1998: Atlantic Championship (Platz 5)
  • 1999: Atlantic Championship (Platz 4)
  • 2000: Champ Car (Platz 16)
  • 2001: Champ Car (Platz 11)
  • 2002: Champ Car (Platz 8)
  • 2003: Champ Car (Platz 10)
  • 2010: IndyCar Series (Platz 13)
  • 2011: IndyCar Series (Platz 15)
  • 2011: NASCAR Nationwide Series (Platz 64)
  • 2011: NASCAR Canadian Tire Series (Platz 37)
  • 2011: V8 Supercar Championship Series (Platz 68)
  • 2012: IndyCar Series (Platz 17)
  • 2012: Rolex Sports Car Series, DP
  • 2012: NASCAR Nationwide Series (Platz 77)
  • 2013: IndyCar Series (Platz 24)

Einzelergebnisse in der IndyCar Series[Bearbeiten]

Saison Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Punkte Rang
2008 Walker Racing HMS
 
STP
 
MOT1
 
LBH1
 
KAN
 
INDY
7
MIL
 
TXS
 
IOW
 
RIR
 
WGL
 
NSH
 
MDO
 
EDM
 
KTY
 
SNM
 
56 32.
Conquest Racing DET
22
CHI
12
SRF2
4
2009 Conquest Racing STP
10
LBH
10
KAN
 
INDY
11
MIL
 
TXS
14
IOW
 
RIR
 
WGL
 
TOR
9
EDM
13
KTY
 
MDO
 
SNM
 
CHI
 
MOT
 
HMS
 
114 22.
2010 FAZZT Race Team SAO
19
STP
6
ALA
10
LBH
21
KAN
8
INDY
10
TXS
18
IOW
12
WGL
17
TOR
17
EDM
23
MDO
4*
SNM
14
CHI
25
KTY
15
MOT
13
HMS
14
302 13.
2011 Sam Schmidt Motorsport STP
6
ALA
15
LBH
5
SAO
19
INDY
28
TXS1
4
TXS2
14
MIL
18
IOW
16
TOR
23
EDM
17
MDO
6
NHA
19
SNM
20
BAL
7
MOT
4
KTY
 
    296 15.
Bryan Herta Autosport                                 LSV
C
2012 Bryan Herta Autosport w/Curb-Agajanian STP
15
ALA
26
LBH
21
SAO
 
INDY
12
DET
10
TXS
9
MIL
7
IOW
16
TOR
10
EDM
5*
MDO
10
SNM
9
BAL
8
FON
20
        272 17.
2013 Bryan Herta Autosport w/Curb-Agajanian STP
10
ALA
11
LBH
19
SAO
12
INDY
24°
DE1
23
DE2
21
TXS
22
MIL
23
IOW
24
POC
17
TO1
17
TO2
10
MDO
 
SNM
 
BAL
 
HO1
 
HO2
 
  180 24.
Target Chip Ganassi Racing                           FON
14°

(Legende)

1 Die Rennen fanden am selben Tag statt.
2 Es wurden keine Punkte vergeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „IndyCar-Cockpits 2010: Wer fährt wo?“ (Motorsport-Total.com am 12. Januar 2010)
  2. „FAZZT und Tagliani: Große Enttäuschung und doch Freude“ (Motorsport-Total.com am 14. März 2010)
  3. „Sam Schmidt kauft das FAZZT-Team“ (Motorsport-Total.com am 2. März 2011)
  4. „Drei IndyCar-Piloten auf Bewährung“ (Motorsport-Total.com am 3. August 2011)
  5. „Tagliani: Volle Saison mit Bryan Herta“ (Motorsport-Total.com am 9. Januar 2012)
  6. „Offiziell: Lotus trennt sich von zwei Teams“ (Motorsport-Total.com am 24. April 2012)
  7. Glenn Freeman: “Bryan Herta Autosport confirms Honda switch for Indianapolis 500”. autosport.com, 10. Mai 2012, abgerufen am 10. Mai 2012 (englisch).
  8. „Tagliani nicht in Brasilien“ (Motorsport-Total.com am 20. April 2012)
  9. Matt Beer: “Alex Tagliani retains Bryan Herta Autosport IndyCar drive for 2013”. autosport.com, 24. Januar 2013, abgerufen am 29. Januar 2013 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alex Tagliani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien