Bakum

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bakum
Bakum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bakum hervorgehoben
52.7427777777788.195833333333331Koordinaten: 52° 45′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Vechta
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 79 km²
Einwohner: 5908 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49456
Vorwahlen: 04446, 05438, 04441
Kfz-Kennzeichen: VEC
Gemeindeschlüssel: 03 4 60 001
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstr. 3
49456 Bakum
Webpräsenz: www.bakum.de
Bürgermeister: Tobias Averbeck (CDU)
Lage der Gemeinde Bakum im Landkreis Vechta
Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Oldenburg Landkreis Osnabrück Bakum Damme (Dümmer) Dinklage Goldenstedt Holdorf (Niedersachsen) Lohne (Oldenburg) Neuenkirchen-Vörden Steinfeld (Oldenburg) Vechta VisbekKarte
Über dieses Bild

Bakum ist die kleinste Gemeinde im Landkreis Vechta in Niedersachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bakum besteht aus dem Hauptort Bakum, den zur Gemeinde gehörenden Bauerschaften Märschendorf, Harme, Molkenstraße, Daren, Elmelage, Lohe, Schledehausen, Büschel und Westerbakum sowie den Dörfern Carum, Lüsche, Vestrup und Hausstette.

Geologie und Hydrogeologie[Bearbeiten]

Bakum liegt in der Norddeutschen Tiefebene. Das Gebiet um Bakum besteht hauptsächlich aus glazio-fluviatilen Ablagerungen, die in erster Linie aus lehmigen und sandigen Ablagerungen des Pleistozäns bestehen. Bohrungen zeigten, dass die oberste Bodenschicht eine Stärke von 5–7 m hat. Diese Schicht ist unterlagert von einer etwa 10 m starken lehmigen und marligen Sedimentschicht. Sandige Schichten in einer Tiefe von 25–30 m bilden einen ertragreiche Aquifer für Grundwasserförderung. Der oberste Grundwasserleiter befindet sich in einer Tiefe von 2–6 m.

Klima[Bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Bakum 8,5–9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem ab 780 n. Chr. von Karl dem Großen (* wahrscheinlich 2. April 747 oder 748; † 28. Januar 814 in Aachen) neun Missionssprengel zur Christianisierung der unterworfenen Sachsen errichtet worden waren, wurden von der Missionszelle Visbek aus durch Abt Gerbert Castus - den Apostel des Oldenburger Münsterlandes - die ersten Kirchengemeinden in der Umgebung gegründet.[2] Zu diesen zählte im Lerigau die Pfarrkirche Bakum. [3]

Epitaph der ausgestorbenen Familie von Voß in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist

Die ersten urkundlich erwähnten Bauernhöfe befanden sich im Jahre 890 im heutigen Elmelage und Hausstette und um 970 im heutigen Carum. Im 11. Jahrhundert taucht dann zum ersten Mal der Name Becheim auf, der sich dann über Bachum, was als latinisierte Namensform gelten kann, zu Bakum wandelte.

In der Gemeinde Bakum gab es bis zum 13. Jahrhundert neun Adelssitze. Danach reduzierte sich die Zahl der Sitze bis auf einen, das Gut Daren. Die Feste Lohburg in Lohe, eine von einer sumpfigen und unwegsamen Niederung umgebene Raubritterburg, wurde wegen ihres zweifelhaften Rufes im Jahre 1374 durch Truppen des münsterschen Bischofs Florenz von Wevelinghoven zerstört. Durch das Aussterben des Adelsgeschlechts von Voß in der männlichen Linie ging das Gut Bakum in nicht-adelige Hände über. Ein Epitaph der Familie von Voß ist im Eingang zur Pfarrkirche St. Johannes Baptist heute noch zu besichtigen.

Das „Lagerbuch Amt Vechta“ aus dem Jahr 1769 erwähnt im Kirchspiel Bakum sieben „Rittersitze“ (aufgeführt in der damaligen Rechtschreibung):

  • den Rittersitz Backum (Eigentümer: die Familie von Ascheberg)
  • den Rittersitz Dahren (Eigentümer: die Familie von Frydag)
  • die Rittersitze Harme und Norberding (Eigentümer: die Familie von Galen)
  • den Rittersitz Lohe (Eigentümer: die Familie von Busch)
  • den Rittersitz Sudholt (Eigentümer: die Familie von Plettenberg) und
  • den Rittersitz Sudholt Raden (Eigentümer: die katholische Kirche)[4]

Religionen[Bearbeiten]

  • Die überwiegende Mehrheit der Einwohner in der Gemeinde ist römisch-katholisch und bildet die Pfarrgemeinde St. Johannes Batist in Bakum. Die Kirchen St. Vitus in Vestrup, St. Josef in Lüsche und St. Johannes Ev. in Carum werden als Filialkirchen genutzt. Die Kirchengemeinde gehört zum Dekanat Vechta.
  • Die evangelischen Christen bilden eine eigene Kirchengemeinde und nutzen die Gethsemane-Kirche welche zum Kirchenkreis Oldenburger Münsterland gehört.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im April 2005 lebten rund 5.800 Einwohner in der Gemeinde Bakum. Die Einwohnerzahl ist in den letzten Jahren langsam aber stetig gewachsen. Neue Wohngebiete wurden nicht nur in Bakum, sondern vor allem auch in Lüsche und Vestrup ausgewiesen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In der Gemeinde Bakum gibt es drei Kindergärten, zwei Grundschulen und eine Haupt- und Realschule. Außerdem ist in Bakum eine Außenstelle der Tierärztlichen Hochschule Hannover angesiedelt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011
Wahlbeteiligung: 69,62 % (2006: 68,11 %)
 %
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
87,08 %
10,49 %
2,41 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+1,71 %p
-0,98 %p
+1,47 %p
-2,20 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Bakum setzt sich aus 16 Abgeordneten zusammen.[5]

CDU SPD Gesamt
2006 14 2 16 Sitze
2011 14 2 16 Sitze

Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011

Eine Besonderheit in dieser Gemeinde ist der hohe Anteil an CDU-Wählern. So sank hier bei Kommunalwahlen die Marke bislang nie unter 80 %. Bei der Europawahl im Jahre 2004 gewann die CDU 83,17 % aller abgegebenen Stimmen. Die Grünen konnten bei der Kommunalwahl 2011 mit 233 Stimmen keinen Sitz gewinnen.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 wurde der seit 1987 amtierende Gemeindedirektor Hans Lehmann (CDU) als erster hauptamtlicher Bürgermeister gewählt. Am 22. September 2013 wurde zeitgleich zur Bundestagswahl in der Gemeinde Bakum Tobias Averbeck (CDU) mit 79,40 Prozent der abgegebenen Stimmen als neuer Bürgermeister gewählt. [7] Er ist seit dem 1. Dezember 2013 im Amt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die polnische Stadt Skarszewy hat an die Gemeinde Bakum eine Anfrage gerichtet, ob ein Interesse an einer Partnerschaft besteht. Delegationen beider Gemeinden besuchten sich bereits gegenseitig. Die Beziehungen beider Gemeinden sollen vertieft werden. Über eine Städtepartnerschaft ist bislang noch nicht endgültig entschieden worden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Staatsforsten Open-Air[Bearbeiten]

Seit 2002 findet das „UMSONST & DRAUSSEN“ Staatsforsten Open-Air in Bakum / Büschel statt. Das seit 1986 erstmals in Staatsforsten veranstaltete Festival hat sich auf die Fahnen geschrieben umsonst zu sein und Newcomerband und Bands aus der Region eine Möglichkeit zu geben vor einem größeren Publikum aufzutreten. Das jährlich Anfang August veranstaltete Festival zieht bis zu 5000 Besucher an.

Vereine[Bearbeiten]

Das kulturelle Leben in der Gemeinde Bakum wird stark geprägt durch die rund 40 Vereine. In Bakum gibt es drei Sportvereine, zwei Heimatvereine, drei Musikvereine und mehrere Chorgemeinschaften.

Bauwerke[Bearbeiten]

Besonders sehenswert sind die Kirchen von Bakum, Vestrup, Carum und Lüsche. Im Zentrum von Bakum befindet sich die katholische Kirche St. Johannes Baptist.[8] Katholische Kirchen in der Gemeinde Bakum sind ferner die Kirche St. Vitus in Vestrup, St. Josef in Lüsche und St. Johannes Evangelist in Carum. Die evangelische Kirchengemeinde, die zuvor in einer Gastwirtschaft ihre Gottesdienste gefeiert hatte, erhielt im Jahr 1951 eine Bartning-Notkirche, die noch heute an ihrem ersten Standort als Gemeindezentrum steht.[9] Seit 2001 heißt die Kirche „Gethsemane-Kirche“.

Weiterhin sehenswert sind eine alte Kornbrennerei in Bakum sowie ein wieder vom Heimatverein Bakum errichtetes historisches Backhaus im Ort Bakum sowie der Ortskern des Dorfes Vestrup mit vielen Fachwerkbauten, einer alten Kopfsteinstraße und alten Bäumen. Im September 2001 gewann Vestrup im Bundesentscheid für „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ die Silbermedaille.

Als einziges Bauwerk von früher neun Adelssitzen in Bakum ist bis heute das Haus Daren in der Bauerschaft Daren erhalten geblieben, welches im privaten Besitz der Familie der Freiherren von Frydag ist.[10] In seiner jetzigen Form wurde das Gutshaus im Jahr 1752 von Georg Freiherr von Frydag errichtet.[11] Es wird erzählt, sein Schwager, der "Lügenbaron" Hieronymus von Münchhausen habe auf der Freitreppe des Hauses Daren seine Reiterkunststücke vorgeführt. Auf dem Gelände des Guts Daren befindet sich ein Ziegeleimuseum.[12]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Naturschutzgebiet „Lüscher Polder

In der Gemeinde Bakum liegt das rund 40 ha große NaturschutzgebietLüscher Polder“ zwischen den Orten Carum und Lüsche. In dem Gebiet ist ein Polder mit einer Wasserfläche von etwa 30 ha. In dem Naturschutzgebiet leben zahlreiche Fisch- und Vogelarten.

Sport[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bakum bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Radwandern und Wandern. Rad- und Wanderwege sind gut ausgewiesen. Zwei Wälder und mehrere Binnengewässer sind im Gemeindegebiet. Wichtig für den lokalen Sport sind auch die oben genannten drei Sportvereine (SC Bakum, SV Carum und BW Lüsche).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Landwirtschaft spielt trotz des Strukturwandels in den vergangenen Jahren eine dominante Rolle in der Gemeinde (so wie im gesamten Oldenburger Münsterland). Die landwirtschaftlichen Betriebe bilden die Grundlage für die Weiterverarbeitung der regionalen Nahrungsmittelindustrie im Oldenburger Münsterland

Des Weiteren gibt es kleine und mittelständische Betriebe, die die lokale Wirtschaft ausmachen.

Bakum liegt direkt an der A 1, was eine sehr gute Anbindung an das Ruhrgebiet und die Nordsee mit sich bringt. Auch die internationalen Flughäfen Bremen und Münster/Osnabrück sind sehr schnell zu erreichen. Für internationale Flüge sind vor allem die Flughäfen Hannover und Hamburg zu nennen, die beide mit dem Auto in knapp zwei Stunden zu erreichen sind.

Der öffentliche Nahverkehr ist sehr schlecht ausgebaut. Bis auf die beiden Buslinien 611 und 694 der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Vechta, die allerdings komplett an die Schulzeiten der Schulen in Vechta und Bakum angepasst sind, existieren keine Busverbindungen. Allerdings erarbeitet der Landkreis Vechta zurzeit ein Konzept zur Verbesserung des Busverkehrs zu einem 60-Minuten-Takt, mit dem Bakum und Vechta verbunden wird.

An der seit 1965 stillgelegten Bahnlinie Vechta-Cloppenburg gab es einen Bahnhof in Bakum. Die Gleise sind mittlerweile abgebaut.

Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Vechta und Lohne. Der Fahrkartenverkauf findet in der benachbarten Stadt Lohne in einer DB-Agentur in der Fußgängerzone statt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Lüsche hat die Suding Beton- & Kunststoffwerk GmbH ihren Hauptsitz. Suding beschäftigt über 200 Mitarbeiter an mehreren Standorten.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Kuper: Aus Becheim wurde Bakum. In: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 1991. Vechta 1990, S. 5–26
  • Clemens Arkenstette: Das mittelalterliche Kirchspiel Bakum. Bakum 1992
  • Franz-Josef Göttke: Die Straßen in Bakum: Ihre Namen und deren Deutung; ein Beitrag zur Heimatgeschichte der Gemeinde Bakum. Bakum 2002

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bakum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Michael Bönte: Abt Gerbert Castus - Ein Missionar aus zweiter Reihe. Kirchensite (Online-Zeitung des Bistums Münster). 29. Oktober 2004. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  3. Offizialatsbezirk Oldenburg. Abgerufen am 11. Oktober 2013.
  4. Genwiki: Bakum (Landkreis Vechta)
  5. http://wahl.kdo.de.
  6. http://wahl.kdo.de.
  7. Oldenburgische Volkszeitung vom 23. September 2013, S. 9
  8. Homepage der Katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Bakum
  9. Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Bakum
  10. Franz Hellbernd: Münsterländische Burgen und Schlösser und adelige Häuser. 1963
  11. Sabine Grimm: Adelslinien. Die Herren von Frydag. Norderstedt 2011. S. 120
  12. Heimatverein Oythe: Besuch im Ziegeleimuseum Gut Daren. 23. Juni 2006