Bodenhausen (Adelsgeschlecht)

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Wappen der von Bodenhausen

Bodenhausen ist der Name eines alten ursprünglich niedersächsischen Adelsgeschlechts. Später gelangten die Herren von Bodenhausen auch in Hessen, Braunschweig, Anhalt, Sachsen und Preußen zu Besitz und Ansehen. Zweige der Familie bestehen bis heute. Die früher in Hessen landsässige Linie ist dort noch heute Mitglied in der Althessischen Ritterschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Das Geschlecht erscheint erstmals mit Teginhardus de Bodenhusen, der von 1135 bis 1150 in Urkunden genannt wird.[1] Mit ihm beginnt auch die Stammreihe. Ein weiterer früher Namensträger war nach Johann Georg Leuckfeld der Ritter Heinrich von Bodenhausen, der als Zeuge in einem Diplom, das Herzog Albrecht von Braunschweig 1297 dem Kloster Pöhlde ausstellte, auftritt.[2] Cyriacus Spangenberg nennt Johann von Bodenhausen 1360 als „Derectorum Doctor“ und Domherren zu Erfurt.

Ursprünglicher Stammsitz der Familie ist wahrscheinlich die gleichnamige Burg Bodenhausen bei Ballenhausen, heute Ortsteil der Gemeinde Friedland im Landkreis Göttingen. In älterer Literatur wird auch ein Hof Bodenhausen bei Ehlen, heute Ortsteil der Gemeinde Habichtswald, genannt.

Ausbreitung und Besitzungen[Bearbeiten]

Herrenhaus Niedergandern, Niedersachsen
Herrenhaus Reckershausen, Niedersachsen
Rittergut Burgkemnitz, Sachsen-Anhalt
Gut Helpt, Mecklenburg

Bruno von Bodenhausen wurde 1318 durch Herzog Otto den Milden unter anderem mit der Vogtei in Niedergandern belehnt; das dortige Rittergut mit seinem Nebengut Reckershausen ist bis heute im Besitz der Familie geblieben. 1373 war Heiligenstadt in Thüringen im Besitz bzw. Teilbesitz der Familie. In Niederhessen breitete sich das Geschlecht stark aus und erlangte 1560 Schloss Arnstein bei Witzenhausen und 1614 Mühltroff im Vogtland. Während des 18. Jahrhunderts kamen weitere Besitzungen in Kursachsen hinzu. Im Anhaltischen war die Familie im 17. und 18. Jahrhundert begütert und wurde noch Mitte des 19. Jahrhunderts mit Trebbichau belehnt. Vorübergehend waren Angehörige auch in der Altmark, in Westfalen und in Schlesien besitzlich, später hauptsächlich in Kurhessen.

Melchior von Bodenhausen, Herr auf Arnstein und Niedergandern und Enkel von Heinrich von Bodenhausen und Catharina von Kerstlingerode, war 1521 landgräflich hessischer Rat auf dem Reichstag zu Worms. Seine Söhne Otto Heinrich und Wilke setzten den Stamm fort. Der Sohn Otto Heinrichs, Herr unter anderem auf Arnstein und Wülfingerode, Krafft von Bodenhausen, wurde kurmainzischer und kursächsischer Rat, Beisitzer des Landgerichts auf dem Eichsfeld, Oberst zu Ross und Hauptmann der Ämter Torgau und Liebenwerda. Cuno Odomar von Bodenhausen, Enkel von Otto Heinrich, wurde Mitglied in der Fruchtbringenden Gesellschaft unter dem Namen „der Bequeme“.

Ein Hans von Bodenhausen war Mitte des 17. Jahrhunderts kursächsischer Oberhofmarschall und Otto von Bodenhausen um dieselbe Zeit fürstlich brandenburgisch-culmbacher Geheimrat. Melchior Otto von Bodenhausen, Herr auf Mühltroff im Vogtland, heiratete eine Tochter aus dem schlesischen Adelsgeschlecht von Reiswitz und erlangte dadurch das Rittergut Grabowka bei Ratibor in Oberschlesien.

Standeserhebungen[Bearbeiten]

Am 2. August 1669 zu Wien erhielt Franz Wilke von Bodenhausen auf Arnstein, Mühltroff und Leibnitz den Reichsfreiherrenstand.

Hans von Bodenhausen, Fideikommissherr auf Degenershausen, und der jeweiligen Besitzer des Fideikommiss und Nachkomme seiner Eltern, erhielt am 6. Juni 1859 zu Berlin die preußische Genehmigung zur Führung des Namens von Bodenhausen genannt Degener. Er und seine Brüder Julius und Bodo von Bodenhausen erhielten am 15. Dezember 1869 zu Berlin, Conrad von Bodenhausen (zu Abtsdorf), der spätere Vizeadmiral, am 28. Mai 1870 zu Berlin und die übrigen Angehörigen des Hauses Radis am 10. Juni 1874 zu Berlin die preußische Genehmigung zur Führung des Freiherrentitels.

Eine anhaltische Genehmigung zur Führung des Freiherrentitels für Bodo von Bodenhausen auf Radis, herzoglich anhaltischer Kammerherr, erfolgte am 1. Mai 1875.

Arthur von Bodenhausen, Fideikommissherr auf Reckershausen, erlangte am 12. Juli 1891 zu London eine preußische Genehmigung zur Fortführung des Freiherrentitels.

Am 2. Oktober 1912 erfolgte für Arthur Freiherr von Bodenhausen, königlich sächsischer Oberstleutnant, und Gustav Freiherr von Bodenhausen, königlich sächsischer Major und nachmaliger Fideikommissherr auf Niedergandern, eine Eintragung in das königlich sächsische Adelsbuch unter der Nummer 416.

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber drei (2:1) zunehmende rote Halbmonde. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken steht eine mit drei roten und zwei silbernen Hahnenfedern besteckte silberne Säule, die von zwei auswärts gekehrten roten Halbmonden beseitet ist.

Aufgrund der Wappenähnlichkeit ist eine Stammesverwandtschaft mit den von Hanstein aus dem benachbarten Eichsfeld wahrscheinlich.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bodenhausen family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stammtafeln der Familie von Bodenhausen, Göttingen 1865
  2. Johann Georg Leuckfeld: Anitiquit. Poeldens. Seite 90