Brandis

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Brandis (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Brandis
Brandis
Deutschlandkarte, Position der Stadt Brandis hervorgehoben
51.33472222222212.608888888889137Koordinaten: 51° 20′ N, 12° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Höhe: 137 m ü. NHN
Fläche: 34,81 km²
Einwohner: 9357 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 269 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 04821,
04824 (Beucha)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 034292
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 070
Stadtgliederung: 4 Ortschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 3
04821 Brandis
Webpräsenz: www.stadt-brandis.de
Bürgermeister: Arno Jesse (SPD)
Lage der Stadt Brandis im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Frohburg Grimma Groitzsch Großpösna Kitzscher Kohren-Sahlis Lossatal Machern Markkleeberg Markranstädt Neukieritzsch Thallwitz Trebsen/Mulde Bad Lausick Otterwisch Geithain Narsdorf Belgershain Naunhof Parthenstein Elstertrebnitz Pegau Pegau Deutzen Regis-Breitingen Espenhain Wurzen Zwenkau RöthaKarte
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Brandis ist eine Stadt im sächsischen Landkreis Leipzig, etwa 20 km östlich von Leipzig. Sie erstreckt sich im Osten der Leipziger Tieflandsbucht und entstand aus dem Zusammenschluss von Beucha und der Stadt Brandis am 1. Januar 1999.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Brandis auf einer Karte von Hermann Oberreit (1836/39)

Brandis liegt südlich der B 6 und nördlich der A 14. Diese ist über die Abfahrt Naunhof (ca. 4 km) erreichbar. Leipzig liegt ca. 18 km westlich und die Stadt Wurzen ca. 15 km östlich der Gemeinde. Die Bahnstrecke (Leipzig–)Borsdorf–Döbeln–Coswig(–Dresden) verläuft durch Beucha. 1898 und 1911 wurde in zwei Abschnitten die 2006 für den Personenverkehr eingestellte Bahnstrecke Beucha–Trebsen eröffnet.

Die Landschaft wird geprägt durch den 179 m hohen Kohlenberg mit seiner waldreichen Umgebung. Der Ortsteil Waldsteinberg liegt mitten in dieser waldreichen hügeligen Landschaft. Die Gemeinde Beucha wird durch die weithin sichtbare Bergkirche geprägt. Im Stadtgebiet befinden sich auch mehrere Granitporphyrsteinbrüche. In diesem wurden unter anderem auch die Steine für das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig gebrochen.

Ortsteile[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Silber drei rote Rosen mit grünen Kelchblättern und goldenem Butzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Brandis

Die Stadt Brandis wurde erstmals 1121 urkundlich erwähnt. Im Jahr 1150 bekam die Siedlung Marktrechte. Seit dem 13. Jahrhundert werden in der Gegend Steine abgebaut. Die Bergkirche in Beucha wird 1280 erstmals erwähnt. Unter dem Dreißigjährigen Krieg hatte die Stadt sehr zu leiden. Über die Hälfte der Bevölkerung verlor ihr Leben.

Das von 1700 bis 1727 gebaute barocke Stadtschloss war der Nachfolgebau des Schlosses, das 1696 beim größten Stadtbrand teilweise zerstört wurde. 1938 wurde im Ortsteil Polenz ein Militärflugplatz gebaut. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 1. Januar 1999 aus der Stadt Brandis und der Gemeinde Beucha die neue Stadt Brandis gebildet.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Beucha[2] 1. Januar 1999 Beucha hat sich mit Brandis zusammengeschlossen, wurde nicht eingemeindet.
Cämmerei (Waldsteinberg) [3] 15. November 1929
Kleinsteinberg[3] 1. April 1938 Eingemeindung nach Beucha
Polenz [2] 1. Juni 1992
Wolfshain[3] 1. April 1938 Eingemeindung nach Beucha

Stadtrat nach der Kommunalwahl 2009[Bearbeiten]

Rathaus

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Sowjetischer Ehrenhain auf dem Alten Friedhof mit Sammel- und Einzelgrabstätten für 147 sowjetische Kriegsgefangene, vier Kriegsgefangene aus Beucha und Borsdorf sowie 90 Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit in Wurzen und Zschadraß wurden

Wirtschaft[Bearbeiten]

Solarkraftwerk Waldpolenz[Bearbeiten]

Solarkraftwerk Waldpolenz, 2008

Auf einer 142 Hektar (258 Fußballfelder) großen Fläche des ehemaligen sowjetischen Militärflugplatzes entstand von April 2007 bis Ende 2009 sowie 2011 das Photovoltaikkraftwerk „Waldpolenz“. Die Anlage aus Dünnschicht-Modulen des Herstellers First Solar sowie Wechselrichtern von SMA Solar und Power-One Inc. war zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme im August 2009 die größte deutsche Photovoltaik-Anlage und die zweitgrößte Anlage weltweit.[4] In der Liste aller Solaranlagen weltweit stand sie selbst neun Monate später noch auf dem achten Platz.[5].

Das Kraftwerk, das von dem rheinland-pfälzischen Projektentwickler juwi Solar gebaut wurde, hat eine Spitzenleistung von 52 MW und produziert jährlich 51 Millionen Kilowattstunden Strom aus Sonnenlicht. Mit der gewonnenen Energie können rund 15.000 Haushalte versorgt werden. Das Solarkraftwerk spart damit jährlich rund 33.000 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ein. Der Bau des Solarkraftwerks kostete rund 180 Millionen Euro und wurde über einen Solarfonds sowie von der Sachsen LB finanziert.[6]

Der Netzanschluss erfolgt auf der 20-kV-Mittelspannungsebene in das Stromnetz des Verteilnetzbetreibers Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH.[7]

Fachklinikum[Bearbeiten]

Das Fachklinikum Brandis ist eine Rehabilitationsklinik für Orthopädie, Rheumatologie, Psychosomatik und Neurologie. Die Hyperbare Sauerstofftherapie kann in einer der modernsten Druckkammern Deutschlands durchgeführt werden. Die Ganzkörperkältekammer stellt eine wesentliche Bereicherung des umfangreichen Therapiespektrums dar.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

evangelische Stadtkirche
Westbruch am Kohlenberg
  • Barockschloss Brandis
  • Evangelische Stadtkirche mit barocker Ausstattung
  • Donat-Orgel in der Stadtkirche von 1703[8]
  • Bürgerschule, heute Gymnasium (1905–1906[9], späthistoristisch)
  • Parkschlösschen, heute Parkschlösschen Café - ehemals Restaurant mit Saal
  • Ost- und Westbruch am Kohlenberg, beide Steinbrüche bieten Möglichkeiten zum Felsklettern[10]
  • Bergkirche Beucha
  • Katholische Kirche Beucha
  • Schloss Polenz, heute Seniorenresidenz

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Brandis: Brandis. Geschichte einer sächsischen Kleinstadt. Beucha 1996, ISBN 3-930076-38-1.
  • Stadt Brandis (Hrsg.): 875 Jahre Brandis. Brandis 1996.
  • Pädagogischer Rat der Mittelschule Brandis, Rat der Stadt Brandis, Ortsausschuß der Nationalen Front (Hrsg.): Festschrift zum Schul- und Heimatfest in Brandis - 29. Juni bis 1. Juli 1956 (anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Schule Brandis). 48 Seiten, Format A5, mit 10 Schwarz-Weiß-Fotos und zahlreichen Anzeigen von Geschäften und Unternehmen aus Brandis. Wurzen 1956[11]
  • Cornelius Gurlitt: Brandis. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 19. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1897, S. 23.
  • Brandis. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band, Zwickau 1814, S. 477 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brandis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  3. a b c Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  4. Strom von 210 Fußballfeldern Artikel in der Märkische Oderzeitung vom 20. August 2009
  5. Large-scale photovoltaic power plants ranking 1 - 50 auf pvresources.com (in Englisch), abgerufen am 9. April 2010
  6. www.markenpost.de: Sachsen-LB will Geschäft mit Öko-Energie ausbauen
  7. Kraftwerksliste Bundesnetzagentur (bundesweit; alle Netz- und Umspannebenen) Stand 02.07.2012. Abgerufen am 21. Juli 2012 (Microsoft-Excel-Datei, 1,6 MiB).
  8. http://www.stadtkirche-brandis.de/main.php?id=NULL&sub=29
  9. Pädagogischer Rat der Mittelschule Brandis, Rat der Stadt Brandis, Ortsausschuß der Nationalen Front (Hrsg.): Festschrift zum Schul- und Heimatfest in Brandis - 29. Juni bis 1. Juli 1956 (anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Schule Brandis). 48 Seiten, Format A5, mit 10 Schwarz-Weiß-Fotos und zahlreichen Anzeigen von Geschäften und Unternehmen aus Brandis. Wurzen 1956
  10. Kletterinformationen
  11. http://d-nb.info/573336172