Cream

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Cream
Auftritt im niederländischen Fernsehen 1968v. l. n. r.: Ginger Baker, Jack Bruce und Eric Clapton
Auftritt im niederländischen Fernsehen 1968
v. l. n. r.: Ginger Baker, Jack Bruce und Eric Clapton
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock, Blues, Psychedelic
Gründung Juni 1966
Auflösung November 1968
Letzte Besetzung
Jack Bruce
Gitarre, Gesang
Eric Clapton
Ginger Baker

Cream war eine englische Rockband in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre und gilt als die erste Supergroup und das erste Powertrio in der Geschichte der Rockmusik. Bandmitglieder waren Eric Clapton, Jack Bruce und Ginger Baker. Ihr Sound war eine Mischung aus Blues, Hard- und Psychedelic Rock.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Eric Clapton (1975)
Jack Bruce (1972)
Ginger Baker (1980)

Gründung[Bearbeiten]

Im April 1966 diskutierten Eric Clapton und Ginger Baker, die miteinander befreundet waren, jedoch in jeweils unterschiedlichen Bands spielten, die Möglichkeit, eine eigene Band zusammenzustellen. Clapton brachte als möglichen Bassisten Jack Bruce ins Gespräch. Obwohl es zwischen Bruce und Baker während ihrer gemeinsamen Zeit bei der Graham Bond Organisation zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen war, die darin gipfelten, dass Baker Bruce aus der Band feuerte, stimmte Baker gemeinsamen Sessions zu.[1] Trotz der einstigen Spannungen zwischen Bruce und Baker achteten beide die musikalischen Fähigkeiten des jeweils anderen. Während der ersten Sessions entstand ein Sound, der alle drei Musiker begeisterte. Sie beschrieben in späteren Interviews und Biografien eine „Magie“, die sich unmittelbar entfaltete, sobald Bruce, Baker und Clapton zusammen spielten. Dies war die Grundlage, die Band Cream in jener Zusammensetzung zu starten.

Schon bei der zweiten Session der Band waren Manager Robert Stigwood und Reporter des Melody Maker anwesend. Da jedes der drei Bandmitglieder zu jener Zeit zu den besten Instrumentalisten ihres Faches zählte, entstand in der Musikpresse der Begriff „Supergroup“. Der Sound von Cream entstand durch die Verschmelzung von hart gespieltem Blues und Jazz-Einflüssen, letztere eingebracht durch Bruce und Baker, was sich in ausladenden Improvisationen während ihrer Konzerte äußerte. Außerdem entwickelten Cream einen eigenen psychedelischen Sound.

Noch bevor Cream ihr erstes Konzert gab beziehungsweise Aufnahmen veröffentlichte, wurde der Zusammenschluss von Eric Clapton, Ginger Baker und Jack Bruce als Sensation in der Presse diskutiert. Das erste offizielle Konzert der Gruppe fand beim Windsor Jazz & Blues Festival im Juli 1966 statt.

Im Oktober 1966 wurde den Musikern von Cream der gerade aus den USA nach England eingereiste, noch völlig unbekannte Gitarrist Jimi Hendrix vorgestellt. Hendrix wurde von Chas Chandler, dem Bassisten der Animals, gemanagt. Chandler hatte Hendrix unter anderem mit der Aussicht auf ein Treffen mit dem von ihm bewunderten Eric Clapton davon überzeugt, nach England zu reisen. Cream stimmte einer gemeinsamen Jam-Session mit Hendrix nur widerwillig zu. Clapton beschrieb in seiner Biografie wie sie in den Song Killing Floor von Howlin’ Wolf einstiegen und Hendrix ihn quasi „an die Wand spielte“. Dennoch entwickelte sich zwischen den Musikern von Cream und Hendrix eine anhaltende Freundschaft. Clapton beschrieb, dass er stark von Hendrix’ Stil beeinflusst wurde, und Hendrix spielte bei Konzerten häufiger das Cream-Stück Sunshine of Your Love.

Erste Aufnahmen[Bearbeiten]

Stigwood veröffentlichte ihre erste Single Wrapping Paper 1966 bei seinem neu gegründeten Reaction Label. Mit der Veröffentlichung von Wrapping Paper wurde vor allem den Forderungen Stigwoods nachgegeben, mit einer kommerziell Erfolg versprechenden Eigenkomposition eine erste Single zu veröffentlichen, die am ehesten dem damals aktuellen Pop-Sound entsprach. Die Single brachte jedoch nicht den erhofften kommerziellen Erfolg und stand mit ihrem Popsound im krassen Gegensatz zu dem neuen und schweren Bluesrock, den Cream entwickelte. Nach Wrapping Paper wurde der erste Hit von Cream veröffentlicht, I Feel Free (Dezember 1966, zeitgleich mit dem ersten Album). Diese Single schaffte es im Januar 1967 bis auf Platz 11 in den britischen Charts.

Fresh Cream[Bearbeiten]

Das erste Album Fresh Cream wurde von Juli bis September 1966 in London aufgenommen und im Dezember 1966 in Großbritannien und im Januar 1967 in den USA veröffentlicht. Das Album schaffte es in die Top 10 in Großbritannien. Auf dem Album befinden sich Eigenkompositionen von Jack Bruce, der auch die meisten Stücke sang, sowie Coverversionen von Blues-Stücken. Außerdem enthielt das Album zwei Instrumental-Stücke, eines davon war Toad, das das Schlagzeugspiel von Ginger Baker herausstellt.

Auf Aufnahmen der damaligen Zeit, die auf Bootlegs erhalten sind, ist Cream mit einem viel „strafferen“ Sound als auf dem Original-Album zu hören, was unter anderem daran lag, dass die dortigen Stücke dem radiotauglichen Zeitmaß der Drei-Minuten-Songs entsprachen. Schon zwei Monate später begann Cream jedoch ausgeprägte Improvisationen ihrer Stücke zu spielen.

Disraeli Gears[Bearbeiten]

Im März 1967 gab Cream die ersten Konzerte in den USA. Sie kehrten im Mai des Jahres in die USA zurück, um vom 11. bis zum 15. Mai 1967 in New York ihr zweites Album Disraeli Gears aufzunehmen. Produzent war Felix Pappalardi, der später bei Mountain spielte. Disraeli Gears wurde im November 1967 veröffentlicht und schaffte es in die Top 5 in Großbritannien und den USA. Das Album sollte schon im Sommer 1967 veröffentlicht werden, die Plattenfirma entschied jedoch, ein zeitgemäßeres psychedelisches Cover zu verwenden, dessen Herstellung die Veröffentlichung um mehrere Monate verzögerte.

Disraeli Gears gilt als maßgeblicher Ausdruck des Psychedelic Rock. Die Stücke auf dem Album haben eine größere Bandbreite als Fresh Cream zu bieten, es gibt Bluesrock bei Strange Brew, Rock bei SWLABR, psychedelische Elemente bei We’re Going Wrong und das vom Folk beeinflusste Mother’s Lament. Clapton war außerdem zusammen mit Hendrix (der diesbezüglich von Frank Zappa inspiriert wurde) einer der ersten, die das Wah-Wah-Pedal als Gitarren-Effekt benutzten (bei Tales of Brave Ulysses). Bis auf wenige Ausnahmen waren die meisten Stücke Eigenkompositionen, wobei neben Bruce, Clapton und Baker Kollegen wie Pete Brown, Pappalardi und andere als Komponisten und Texter zeichnen.

Von Disraeli Gears wurden nur die Stücke Tales of Brave Ulysses, Sunshine of Your Love und We’re Going Wrong bei Konzerten der Gruppe gespielt. Der Grund dafür war einerseits, dass Cream es vorzog, live Stücke zu spielen, die einfacher als Grundlage für lange Improvisationen genutzt werden konnten, und zum anderen, dass die im Studio oft mit einer zweiten Gitarrenspur versehenen Stücke auf der Bühne nicht reproduziert werden konnten.

Nach den Aufnahmen im Mai 1967 begab sich Cream auf Tournee. Im August 1967 hatten sie ihre erste USA-Tournee als Headliner und spielten im Fillmore West in San Francisco. Live-Versionen mancher Stücke gingen nun über zwanzig Minuten. Diese Auftritte brachten der Gruppe großen Erfolg.

In diese Zeit fielen einige Veränderungen in der Rockmusik allgemein, die Cream mit prägte. Zum einen veränderte sich ein Rockkonzert rein äußerlich von kurzen, höchstens 30 Minuten dauernden Auftritten von Beat-Bands wie der Beatles und Rolling Stones zu mehrstündigen Veranstaltungen. Anstatt kleiner Gitarrenverstärker wurden nun große, oft mehrere Verstärkertürme umfassende Anlagen für Bass oder Gitarre allein aufgefahren, um den gewünschten Klang zu erzeugen. Clapton und Bruce hatten teilweise jeweils drei 100-Watt Marshall-Verstärkertürme auf der Bühne. Außerdem wurden nun PA-Anlagen eingesetzt. All dies war Folge der unzureichenden Lautstärke kleiner Verstärker in Hallen voll kreischender Jugendlicher, in der sich die Bands selbst nicht mehr hören konnten (ein Grund dafür, weshalb z. B. die Beatles aufhörten, live zu spielen) und dem neuen Anspruch der neueren Rockbands und deren Publikum an einen angemessenen Sound bei Konzerten.

Eine weitere maßgebliche kulturelle Veränderung jener Zeit war das Aufkommen der Hippies. Die seit den 1950er Jahren entstandene Jugendkultur, maßgeblich geprägt und entstanden durch den Rock ’n’ Roll, entwickelte sich ab den 1960er Jahren, nun erweitert um ideologische Standpunkte (Beatniks, Bob Dylan) und eine skeptische bis ablehnende Haltung gegenüber der etablierten Kultur der Erwachsenen zu einer eigenständigen Subkultur mit einer eigenen Ideologie. Rockmusik war dabei das wichtigste Medium, und die Konzerte waren Ausdruck, Demonstration, Stammestreffen und sinnliches Ereignis zugleich. Bei Musikern wie dem Publikum gehörten Cannabis und LSD zu den entsprechenden Drogen die zu der Musik und während der Konzerte genommen wurden. Eric Clapton berichtet in seiner Autobiografie, wie er unter LSD-Einfluss spürte, wie er mit den unterschiedlichen Akkorden auf der Gitarre die Stimmung des Publikums verändern konnte und sich mit ihm verbunden fühlte.[2]

Wheels of Fire[Bearbeiten]

Den größten kommerziellen Erfolg erreichte Cream mit ihrem dritten Album, der Doppel-LP Wheels of Fire, das die Schlüsselsongs White Room und Crossroads enthält. White Room wurde von Cream 1967 oder 1968 aufgenommen und ragt aus der Rockmusik der damaligen Zeit heraus, nicht nur wegen des Textes, der in surrealer Bildersprache ein sich auf mehreren Ebenen abspielendes Drama beschreibt. Vielmehr überrascht das Stück durch die wiederholten Wechsel vom 4/4- zum 5/4-Takt und ist – ebenso wie die auf dem Album enthaltenen Mike-Taylor-Songs Passing the Time und Pressed Rat and Warthog – ein Paradebeispiel für die Experimentierfreudigkeit der damaligen Rockmusik.

White Room zeigte einmal mehr Claptons Fähigkeiten als Gitarrist. Mit seinen Fill-ins übernahm Ginger Baker teilweise die Aufgaben eines Soloinstruments. Crossroads, im Original ein Blues-Klassiker von Robert Johnson, zeigt wie Cream es verstand, einen akustischen Bluessong in das Format der elektrisch verstärkten Rockband zu übersetzen. Diesmal übernahm Clapton den Gesang. In dieser Version lässt sich verfolgen, wie die Musiker mit der Dynamik zwischen Gesangs- und Soloparts umgingen. Der zweite Teil des Albums dokumentiert mit Konzertmitschnitten die damals für die Rockmusik revolutionären, durch den Jazz inspirierten, langen Improvisationspassagen der herausragenden Instrumentalisten. Cream brachte es damit auf Platz 1 der US-amerikanischen Charts und etablierte sie endgültig als Supergroup, deren Live-Auftritte jede Halle füllen konnten.

Seit Sommer 1966 war Cream ständig auf Tournee, und die Verpflichtungen wurden mit zunehmendem Erfolg nicht weniger. Die Gruppe war durch Konzerte, Aufnahmen im Studio und ständige Reisen einer großen Belastung ausgesetzt. Alle drei Musiker beschreiben in ihren Biografien, dass ihr Drogenkonsum bald nicht mehr allein zur Entspannung oder Bewusstseinserweiterung diente, sondern der Aufputschung, um das Pensum an Verpflichtungen zu erfüllen. Zudem begünstigte dieses Klima den andauernden Konflikt zwischen Jack Bruce und Ginger Baker, die sich in zunehmendem Maße Auseinandersetzungen lieferten, die nicht allein auf verbale Angriffe beschränkt waren. Clapton, der zu vermitteln suchte, kam letztlich gegen das Konfliktpotential zwischen Baker und Bruce nicht an und war selbst genervt von deren ständigen Auseinandersetzungen. Das interne Klima verschlechterte sich so stark, dass sich die Musiker 1968, im zweiten Jahr des Bestehens von Cream und auf dem Höhepunkt ihres Erfolges, während der Tourneen in verschiedenen Hotels einquartieren ließen und erst kurz vor den Auftritten vor Ort eintrafen, um sich aus dem Wege zu gehen. Ginger Baker beschrieb in einem späteren Interview (Cream: Classic artists), wie sich die Qualität ihrer Konzerte zunehmend verschlechterte. Gleiches sagte auch Clapton („wir haben nicht mehr aufeinander gehört“), der während eines Auftritts an einem Punkt einfach aufhörte zu spielen, ohne dass Bruce oder Baker davon Notiz nahmen. Clapton beschreibt, dass es vornehmlich darum ging, sich selbst zur Schau zu stellen. Inzwischen (1968) spielten Clapton wie Bruce mit mehreren Marshall-Verstärkertürmen auf der Bühne, wobei Ginger Baker mit seinem Schlagzeug Mühe hatte, sich überhaupt selbst zu hören. Er beklagte sich darüber, dass Jack Bruce absichtlich seine Verstärker aufdrehte, um Baker zu übertönen.

Goodbye und Auflösung der Band[Bearbeiten]

Schon im Sommer 1968 kündigte Cream die Auflösung an, doch es sollte noch eine Abschiedstournee durch die USA geben bevor im November 1968 die endgültig letzten Auftritte der Gruppe in London stattfinden sollten. Gleichzeitig begann Cream mit Aufnahmen zu ihrem letzten Album Goodbye. Im Oktober und November 1968 fand die Abschiedstournee durch die USA mit 22 Auftritten an 19 Orten statt. Im Vorprogramm für Cream spielte Deep Purple bei drei Konzerten, wurde danach aber aus dem Programm genommen, da sie für Cream ungünstige Kritiken erhielten und die Musiker der beiden Bands nicht miteinander klarkamen. Die weiteren Konzerte wurden von The Taste mit dem jungen irischen Gitarristen Rory Gallagher und der englischen Band Yes bestritten. Beide Bands bekamen ebenfalls gute Kritiken für ihre Auftritte.

In der offiziellen Begründung zur Auflösung von Cream hieß es, dass ihr Superstar-Dasein ihrer eigentlichen musikalischen Haltung und Ambition widersprach. Nach der Abschiedstournee gab es am 26. November 1968 das finale angekündigte Konzert in der Londoner Royal Albert Hall.

Goodbye Cream erschien Anfang 1969 und bestand wieder aus einer Mischung von Live- und Studioaufnahmen.

Nach der Auflösung[Bearbeiten]

Nach Goodbye wurden noch zwei Live-Alben veröffentlicht, Live Cream I & II, die aus Zusammenschnitten bisher unveröffentlichter Aufnahmen bestanden.

Eric Clapton konnte seinen Status als Superstar halten und sogar weiter ausbauen, während Ginger Baker und Jack Bruce – zumindest in kommerzieller Hinsicht – nie wieder derartigen Erfolg erreichen konnten.

Ginger Baker spielte 1969 bei Blind Faith (unter anderem mit Eric Clapton und Steve Winwood) und gründete 1970 die Afro-Rock-Bigband Ginger Baker’s Air Force, die schon im Frühjahr 1971 wieder aufgelöst wurde. Er ging nach Nigeria, wo er ein Musikstudio, ein Restaurant und einen Nachtclub betrieb. Er tat sich zusammen mit Fela Ransome Kuti; LP Live (1971). 1974 schloss er sich mit den Brüdern Adrian und Paul Gurvitz zur Baker-Gurvitz-Army zusammen.

Jack Bruce arbeitete nach der Auflösung von Cream mit verschiedenen Musikern zusammen, beispielsweise John McLaughlin, Larry Coryell, Michael Gibbs, Jon Hiseman, Dick Heckstall-Smith und Ian Carr, und gründete 1974 das Trio West, Bruce & Laing.

Reunion-Konzerte[Bearbeiten]

1993 traten Clapton, Baker und Bruce noch einmal als Cream auf, als sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurden[3], doch es blieb fürs erste bei dem einmaligen Ereignis. Bruce und Baker gründeten 1994 zusammen mit Gary Moore die Band BBM und veröffentlichten unter diesem Namen ein Studioalbum.

Am 2. Mai 2005 gab Cream das erste Konzert seit der Auflösung vor 36 Jahren. Der inzwischen 60-jährige Clapton soll der Reunion vor allem wegen des schlechten Gesundheitszustands seiner Kollegen zugestimmt haben: Jack Bruce, damals 62, hatte kurz zuvor eine Lebertransplantation überstanden und der inzwischen 66-jährige Baker litt an Arthritis. Es war der Auftakt zu vier Auftritten in der Londoner Royal Albert Hall. Von den vier Reunion Concerts gibt es einen repräsentativen filmischen Querschnitt mit aktuellen Interviews auf DVD. Vom 24. bis 26. Oktober 2005 gab die Gruppe zusätzlich drei Konzerte im Madison Square Garden in New York.

Laut Jack Bruce soll es finanziell sehr verführerische Angebote bezüglich möglicher Tourneen gegeben haben, die sie jedoch ausschlugen. Ginger Baker beschrieb in Interviews, wie er während einem der Reunion-Auftritte in New York von Jack Bruce auf der Bühne angeschrien und zurechtgewiesen wurde, woraufhin für Baker eine weitere Zusammenarbeit mit Bruce nicht mehr in Frage kam.

Stil und Einflüsse[Bearbeiten]

Bruce und Baker kamen ursprünglich aus dem Jazz und kannten sich bereits etwa aus dem Johnny Burch Octet, wo sie 1962 gemeinsam gespielt hatten. Später spielten beide bei der Graham Bond Organisation, die Bruce mit begründete. Dort wurde Blues und Jazz gespielt. Der erste Gitarrist dieser Band war John McLaughlin. In dieser Band waren Improvisationen üblicher Teil des musikalischen Ausdrucks (im völligen Gegensatz zu den kommerzielleren Beat-Bands jener Zeit).

Clapton hingegen hatte mit Blues begonnen. Schon im jungen Alter wurde er Mitglied der Yardbirds und als herausragender Gitarrist in London bekannt. Clapton war allerdings unter Musikern auch als Blues-Purist bekannt, der den kommerziellen Sound, den die Yardbirds bald einschlugen, ablehnte. 1965 wechselte er deshalb zu John Mayall’s Blues Breakers, bei denen auch Jack Bruce für einige Zeit spielte.

Jack Bruce begann mit Jazz, schottischer Folklore und Bach und lernte Cello. In seinen frühen Jazz-Jahren spielte er Kontrabass, wie in Jazz-Formationen jener Zeit üblich. Bei Cream spielte er einen roten Gibson EB-3-Bass über Marshall-Verstärker und etablierte den E-Bass als ebenbürtiges Soloinstrument neben der Lead-Gitarre.

Ginger Bakers erste Instrumente waren Klavier und Trompete, bevor er Mitte der 1950er Jahre zum Schlagzeug wechselte. Seine ersten Erfahrungen in Bands machte er in der Jazz-Szene Londons in eher traditionellen Jazz-Formationen. Ende der 1950er Jahre nahm er Kontakt zur Londoner Bluesszene auf und löste 1962 Charlie Watts bei Alexis Korner ab, der bei den Rolling Stones eingestiegen war. Bei Cream spielte Baker ein Schlagzeug von Ludwig mit zwei Bassdrums.

Eric Clapton brachte sich das Gitarre spielen selbst bei. Seine Vorbilder waren Robert Johnson und Chuck Berry, neben weiteren schwarzen Bluesmusikern. Bei Cream spielte Clapton zu Anfang meist eine Gibson Les Paul, dann eine bunte Gibson SG und in Filmaufnahmen kann man ihn ab 1968 mit einer roten Gibson ES-335 sehen. Live spielte er ebenfalls über Marshall-Verstärker.

Im Studio und bei Proben kamen allerdings eine Vielzahl weiterer Instrumente zum Einsatz. So spielte Jack Bruce beispielsweise bei einigen Aufnahmen das Klavier.

Der daraus resultierende Stil kam hauptsächlich bei ihren vielen Live-Auftritten zur Geltung, wo sie lange, ausladende Improvisationsteile einbauten, in denen die einzelnen Musiker brillierten. Erstmals in der Pop- und Rockgeschichte spielten alle beteiligten Instrumente – Gitarre, Bass, Schlagzeug – in bis dahin nicht gekannten Soli gleichberechtigt nebeneinander.

Diskografie[Bearbeiten]

  • Fresh Cream (1966)
  • Disraeli Gears (1967)
  • Wheels of Fire (Doppel-LP, davon eine LP Studioaufnahmen, eine LP live, 1968)
  • Goodbye (teilweise live, 1969)
  • Live Cream (1970)
  • Live Cream Volume II (1972)
    Live Cream Volume II ist die Fortsetzung des zwei Jahre zuvor veröffentlichten ersten Live Cream-Albums. Mit Live-Aufnahmen aus Oakland und San Francisco zeugt die Platte (wie bereits ihr Vorgänger) von der außerordentlichen Live-Qualität der Gruppe. Da Konzertaufnahmen der Band eher rar sind, gelten die beiden Live-Alben als die besten Beispiele ihres Musikrepertoires.
  • Those Were the Days (1997, 4-fach-CD)
  • BBC Sessions (2003)
  • Gold (Doppel-CD, davon eine CD Studioaufnahmen als Best Of, eine CD live, 2005)
  • Royal Albert Hall London May 2-3-5-6 2005 (CD/DVD 2005)

Quellen[Bearbeiten]

  1. Ginger Baker, Hellraiser 2009.
  2. Eric Clapton, The Autobiography 2008.
  3. Rock and Roll Hall of Fame Cream in der Rock and Roll Hall of Fame.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cream – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien