Jack Bruce

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Jack Bruce 1972 in Hamburg

John Symon Asher „Jack“ Bruce (* 14. Mai 1943 in Bishopbriggs, Schottland) ist ein schottischer Rock-, Blues- und Jazzmusiker. Er spielt hauptsächlich E-Bass, aber auch Cello, Piano und Mundharmonika, singt und schreibt Songs. Bekannt wurde er als Gründungsmitglied von Cream.

Leben[Bearbeiten]

Bruce erhielt als 17-jähriger ein Stipendium für Cello und Komposition an der Royal Scottish Academy Of Music. Seine frühen Interessen galten der schottischen Folklore, dem Jazz und Bach. Auf Grund der Tatsache, dass man als Cellist in einer Jazzband weniger gefragt ist, wechselte er zum Kontrabass. Er spielte dieses Instrument dann in der Scotstoun Jazzband. Seine Art, Bass zu spielen, profitiert von seiner (abgebrochenen) klassischen Ausbildung auf dem Cello. Von ihm stammt der Ausspruch, Johann Sebastian Bach habe die besten Bassläufe aller Zeiten geschrieben.

Bruce suchte Anfang der 60er Jahre Kontakt zur britischen Bluesszene. Er spielte bei Mike Taylor, in Alexis Korners Blues Incorporated, der Graham Bond Organization, zu der er bereits eigene Songs beisteuerte, John Mayalls Bluesbreakers und der Manfred Mann Combo, bevor er 1966 zusammen mit Eric Clapton und Ginger Baker Cream bildete. Er hatte in der damals neuartigen Power-Trio-Besetzung die zentrale Rolle des Bassisten und Leadsängers und zudem des Komponisten der meisten Songs. Texte steuerte der englische Beat-Dichter (und später auch Rockmusiker) Pete Brown bei.[1] Die Zeit mit Cream war es auch, die den Ruf von Jack Bruce als außerordentlichem Musiker begründete. Ähnlich wie zur selben Zeit auch sein Kollege John Entwistle (The Who) arbeitete er darauf hin, den Bass innerhalb des Bandgefüges der Lead-Gitarre gleichzustellen. Der Jack-Bruce-Sound ist knurrig und aggressiv. Sein Markenzeichen waren lange, auf seiner Gibson EB-3 vorgetragene Improvisationen in Interaktion mit den anderen Musikern, bei denen gelegentlich kaum noch zu unterscheiden war, welche Teile von Bruce und welche vom Gitarristen Clapton stammten. Bruce hat später scherzhaft behauptet, sie hätten damals so lange improvisiert, dass er am Ende des Solos Schwierigkeiten hatte, sich zu erinnern, welchen Song sie gerade spielten („... we’d get to the end of a long improv and I’d be wracking my brain to remember what the song was!“).

Nach der Auflösung von Cream Ende 1968 spielte Bruce mit dem New Jazz Orchestra, Tony WilliamsLifetime, Mike Gibbs, Dick Heckstall-Smith, Larry Coryell und weiteren Kollegen aus dem Jazzbereich, so mit Carla Bley im Jazz-Oratorium Escalator over the Hill und für einige Konzerte auch mit Ian Carrs Nucleus. Von 1972 bis 1973 spielte er gemeinsam mit den Ex-Mountain-Musikern Leslie West (Gitarre) und „Corky“ Laurence Gordon Laing (Schlagzeug) in der Hardrock-Gruppe West, Bruce & Laing, die drei Alben veröffentlichte. Er brachte einige Soloalben heraus, darunter Songs For A Tailor (mit Mitspielern wie Chris Spedding, Jon Hiseman, Dick Heckstall-Smith, Harry Beckett und George Harrison), Harmony Row und Out Of The Storm. Anfang 1977 stellte er mit Tony Hymas, Simon Phillips und Hughie Burnd die Jack Bruce Band zusammen und brachte mit dieser Formation das Album How's Tricks heraus. 1980 versuchte Keith Emerson, eine Band mit Bruce und dem südafrikanischen Sänger und Gitarristen Trevor Rabin zusammenzubringen, der Versuch scheiterte allerdings, da Rabin sich für ein Projekt mit dem Bassisten Chris Squire und dem Schlagzeuger Alan White entschied, aus dem später eine neue Yes-Besetzung entstand.

Für die zwei Alben B.L.T. und Truce spielte Bruce 1981 mit Robin Trower zusammen. 1994 erschien das Album Around The Next Dream unter der Bandbezeichnung BBM, das er zusammen mit Ginger Baker und Gary Moore eingespielt hatte. Später war er an unterschiedlichen Projekten von Kip Hanrahan beteiligt und spielte auch in der Charlie Watts Bigband und in Ringo Starr's All-Starr Band.

Jack Bruce 2006 in Frankfurt/Main

Im Sommer 2003 wurde bei Bruce Leberkrebs diagnostiziert. Im September verstarb er beinahe bei einer Lebertransplantation, da er sich in seinem erschöpften Zustand noch eine Lungenentzündung zugezogen hatte. Im Oktober war er auf dem Wege der Besserung. Im Jahre 2005 war die Gesundheit des Musikers so stabil, dass er im Mai an mehreren Reunion Concerts in der Londoner Royal Albert Hall teilnehmen konnte, bei denen er zusammen mit Eric Clapton und Ginger Baker in der Originalbesetzung von Cream die Klassiker des seiner Zeit als erste Supergroup des Rock gefeierten Trios spielte. Von diesen Konzerten gibt es einen repräsentativen Querschnitt auf DVD (mit aktuellen Interviews). 2006 sang er auf dem Jazzfestival in Frankfurt am Main seine Songs mit der hr-Bigband.

Er ist mit seiner Managerin Margrit Bruce, welche aus Schwaben stammt, verheiratet. Die beiden haben zwei Töchter und einen Sohn und leben in der Nähe von London auf einem großen Anwesen.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • Songs for a Tailor (1969)
  • Things We Like (1970)
  • Harmony Row (1971)
  • Out of the Storm (1974)
  • The Jack Bruce Band Live '75 (mit Carla Bley, Mick Taylor u. a., veröffentlicht 2003)[2]
  • How's Tricks (1977)
  • Jet Set Jewel (aufgenommen 1978, veröffentlicht 2003)
  • I’ve Always Wanted to Do This (1980)
  • B.L.T. (1981) – mit Robin Trower
  • Truce (1982) – mit Robin Trower
  • Automatic (1982)
  • Inazuma (1987)
  • Willpower (1989)
  • A Question of Time (1989)
  • Somethin else (1992)
  • Cities of the Heart (1993)
  • Around the Next Dream (1994) – mit BBM
  • Monkjack (1995)
  • The Cream of Cream (1998) – VHS/DVD
  • Shadows in the Air (2001)
  • Rope Ladder to the Moon (2003) – Sampler
  • More Jack Than God (2003)
  • Seven Moons (2008) – mit Robin Trower
  • Spirit – Live at the BBC 1971-1978 [Box-Set] (2008)
  • Can You Follow (2008) – Anthology [6-CD Box-Set]
  • Live 2012 (2012) – erschienen unter Jack Bruce & His Big Blues Band
  • Silver Rails (2014)

DVD[Bearbeiten]

  • Cream – Farewell Concert (2001)
  • Jack Bruce & Friends – Live (2003)
  • Live at Canterbury Fayre (2003)
  • Cream – Strange Brew (2003)
  • Cream – The DVD (2005)
  • Cream – Inside 1966-1969 (2005)
  • Cream – Royal Albert Hall (2005)
  • At Rockpalast (2005)
  • Rope Ladder To The Moon 1969 – Tony Palmer's film about Jack Bruce (2010)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Brigitte Tast, Hans-Jürgen Tast: be bop - Die Wilhelmshöhe rockt. Disco und Konzerte in der Hölle. Verlag Gebrüder Gerstenberg GmbH & Co. KG, Hildesheim, ISBN 978-3-8067-8589-0.
  • Christian Graf: Rockmusik-Lexikon Europa. Taurus Press, Hamburg 1986, ISBN 3-922542-22-0
  • Dick Heckstall-Smith: The Safest Place In The World. With a Preface by Jack Bruce. Quartet Books, London, 1989.
  • Steven Myatt: Jack: The Biography Of Jack Bruce. Aureus Publishing, 2005.
  • Harry Shapiro: Jack Bruce. Composing Himself. The Authorised Biography. Backbeat Books, London, 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jack Bruce – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Pete Brown, geb. 1940, London. Schrieb die Texte für die Jack Bruce Songs I Feel Free, Sunshine of Your Love, White Room, Politician u. a.. Frank König, Pete Brown. In: Rock Session, Nr. 3, Rowohlt, Reinbek, 1979, S. 400ff..
  2. Rezensionen zu The Jack Bruce Band Live '75 auf den Babyblauen Seiten