Dominic Grieve

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Dominic Grieve (2007)

Dominic Charles Roberts Grieve QC (* 24. Mai 1956 in Lambeth, England) ist ein britischer Politiker der Conservative Party und seit Mai 2010 Generalstaatsanwalt (Attorney General) für England und Wales sowie Generaladvokat (Advocate General) für Nordirland.

Biografie[Bearbeiten]

Der Sohn des langjährigen Unterhausabgeordneten Percy Grieve studierte nach dem Besuch der Westminster School Moderne Geschichte am Magdalen College der Universität Oxford. Während seines Studiums war er 1977 Vorsitzender der Konservativen Vereinigung an der Oxford University. Nach einem anschließenden postgradualem Studium der Rechtswissenschaft an der Polytechnic of Central London (PLC) erhielt er 1980 die Zulassung als Rechtsanwalt.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Anwalt begann er seine politische Laufbahn in der Kommunalpolitik als Ratsherr im London Borough of Hammersmith and Fulham. Darüber hinaus war er nicht nur von 1992 bis 1995 Vorsitzender des Forschungsausschusses der Gesellschaft der konservativen Anwälte (Society of Conservative Lawyers), sondern engagierte sich auch in der Church of England als Mitglied der Synode der Diözese London von 1994 bis 2000. Daneben war er Mitglied des Französisch-Britischen Rates und Gouverneur der Ditchley Foundation, einer Organisation zur Förderung der außenpolitischen Beziehungen, insbesondere zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten.

Bei den Wahlen 1997 wurde er als Kandidat der Conservative Party erstmals zum Mitglied des Unterhauses (House of Commons) gewählt und vertritt in diesem seitdem den Wahlkreis Beaconsfield. Während seiner Parlamentsmitgliedschaft befasste er sich mit den Themen Recht und Ordnung, Verfassungsrecht, Europäische Union, Verteidigungs-, Umwelt- und Außenpolitik.

Im Juni 1999 wurde er zum Sprecher der Konservativen für Schottland ernannt, ehe er im September 2001 Sprecher für Strafjustiz und Zusammenhalt des Gemeinwesens innerhalb des innenpolitischen Teams im Schattenkabinett. Im Anschluss war er von 2003 bis 2009 war er Generalstaatsanwalt des Schattenkabinetts und wurde zugleich vom Oppositionsführer David Cameron im Juni 2008 zum Schatten-Innenminister (Shadow Home Secretary) ernannt. Danach war er von Januar 2009 bis Mai 2010 Justizminister in Camerons Schattenkabinett und setzte damit seine Rolle innerhalb der konservativen Fraktion in den Politikfeldern Strafjustiz, Verfassungsangelegenheiten und ethnische Vielfalt weiter fort.

Nach seiner Wiederwahl zum Unterhausabgeordneten bei den Unterhauswahlen am 6. Mai 2010 mit 61 Prozent der Wählerstimmen wurde er am 11. Mai 2010 von Premierminister David Cameron zum Generalstaatsanwalt für England und Wales sowie Generaladvokat für Nordirland in dessen Regierung berufen und nimmt als solcher bei Bedarf an den Kabinettssitzungen teil. Grieve ist damit der Chefberater der Regierung in Rechtsfragen.

Grieves Ernennung war überraschend, zumal nicht er, sondern der ehemalige Schatzkanzler Kenneth Clarke Justizminister sowie Lordkanzler wurde. Allerdings wird Grieve als Vertreter der konservativen Traditionalisten in der Regierung angesehen, der insbesondere großes Ansehen bei Rechtsanwälten genießt.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Afua Hirsch: Profile: Dominic Grieve. Attorney general is a parliamentary „star“ who retains respect of lawyers despite Tory plan to repeal human rights act. In: The Guardian vom 12. Mai 2010.