Ensdorf (Saar)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Saarland | |
| Landkreis: | Saarlouis | |
| Höhe: | 200 m ü. NN | |
| Fläche: | 8,39 km² | |
| Einwohner: |
6525 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 778 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 66806 | |
| Vorwahl: | 06831 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SLS | |
| Gemeindeschlüssel: | 10 0 44 123 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Provinzialstr. 101a 66806 Ensdorf |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hartwin Faust (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Ensdorf im Landkreis Saarlouis | ||
Ensdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Saarlouis, Saarland. Ensdorf liegt am rechten Ufer der Saar.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte der Gemeinde Ensdorf[Bearbeiten]
Steinbeilfunde belegen, dass im Gebiet der heutigen Gemeinde Ensdorf schon etwa um 2000–1000 v. Chr. Menschen gelebt oder sich zumindest aufgehalten haben. Von den Historikern als nachweisbares Gründungsdatum der Gemeinde anerkannt und akzeptiert wird der 11. April 1179. Dieses Datum geht aus einem Schutzbrief des Papstes Alexander III mit gleichem Datum hervor. Darin bescheinigt er neben den Besitztümern des Klosters Wadgassen auch ein „Allodium Boemundi“, das in „Enstorff“ gelegen war. Unter Allodium ist ein Erbgut zu verstehen. Man geht davon aus, das ein Mann mit dem Namen Boemund der Abtei Wadgassen dieses Erbgut vererbt oder geschenkt hat. Erst ab dem 17. Jahrhundert ist der heutige Name Ensdorf einheitlich dokumentiert.
Reste von Heerstraßen, das ehemalige römische Kastell in Pachten und die fruchtbare Ebene mit der Lisdorfer Au zeugen von einer, zumindest in den ersten Jahrhunderten, starken Fluktuation. Gute Handwerker und fruchtbare Äcker sowie die Saar mit ihrem Fischreichtum und der Möglichkeit zur Lastenschifffahrt waren Gründe für eine Ansiedlung. Ende des 17. Jahrhunderts entwickelte sich das dörfliche Leben in der Gemeinde verstärkt auf die Landwirtschaft und das Handwerk hin. Der Bergbau, ein neuer aufstrebender Berufszweig neben den Hüttenbetrieben, bot der männlichen Bevölkerung Erwerbsquellen und Wohlstand,
Nachdem der Saarraum nach 1815 von Frankreich an Preußen abgetreten worden war, entwickelte sich die Gemeinde innerhalb kurzer Zeit vom reinen Agrardorf zum aufblühenden Handwerks-, Handels- und Industrieort. Ihre Bedeutung wird durch die ehemals leistungsfähigste Grube Europas, die Grube Duhamel, das Kraftwerk der VSE AG und die zahlreichen mittelständischen Betriebe unterstrichen.
Politik[Bearbeiten]
Bürgermeister[Bearbeiten]
- 1956–1960 Josef Becker †, CDU
- 1960–1974 Franz-Josef Schleimer †, SPD
- 1982–1996 Alfons Schorr †, CDU
- 1996–2012 Thomas Hartz, CDU
- 2012–heute: Hartwin Faust CDU
Gemeinderat[Bearbeiten]
Der Gemeinderat mit 27 (zwei Sitze unbesetzt) Sitzen setzt sich nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:
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41,4 % | (-8,0) | 12 Sitze |
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25,0 % | (-7,9) | 7 Sitze |
| 13,6 % | (neu) | 2 Sitze (ein Mitglied verzogen, ein Mitglied zurückgetreten) | |
| 10,2 % | (-1,7) | 2 Sitze | |
| 9,8 % | (+4,0) | 2 Sitze |
Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]
Ensdorf unterhält eine offizielle Partnerschaft mit den französischen Gemeinden Wizernes und Hallines sowie eine Freundschaft mit der bayerischen Gemeinde Ensdorf.
Wappen[Bearbeiten]
Das Wappen der Gemeinde Ensdorf zeigt über dem silbernen Wellenschildfluß in rotem Feld eine silberne heraldische Lilie, schwebend über goldenem Schlägel und Eisen, woraus nach links und rechts je ein silberner Blitz ausstrahlt. Die silberne Welle will andeuten, dass Ensdorf an der Saar liegt und mit ihr funktionell verbunden ist. Da auf dem Gemeindebann als wichtigstes Industrieunternehmen die Grube Ensdorf steht, die mit ihrer Leistung innerhalb des westeuropäischen Steinkohlenbergbaues an der Spitze liegt, nimmt das bergmännische Zeichen Schlägel und Eisen im Wappenschild eine zentrale Position ein; dass es in Gold erscheint, soll noch einmal in der farblichen Betonung die wirtschaftliche Bedeutung des Bergbaues für Ensdorf unterstreichen. Die Blitze weisen auf das Kraftwerk Ensdorf hin. Die silberne Lilie ist ein Mariensymbol und bezieht sich darauf, dass Ensdorf bis 1581 zum Kloster Wadgassen gehörte, dessen Kirche der Mutter Gottes geweiht war. Die Lilie ist auch ein Symbol der französischen Könige und verdeutlicht die historische Verbundenheit mit Frankreich durch die ehemalige Zugehörigkeit zum Bann Saarlouis. Da der Ort nach 1581 zum Herzogtum Lothringen kam, erscheinen im Wappen Silber, Rot und Gold als Farben der Herzöge von Lothringen. Das Wappen wurde am 22. November 1963 verliehen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Bauwerke[Bearbeiten]
siehe: Liste der Baudenkmäler in Ensdorf (Saar)
Tourismus[Bearbeiten]
Die Ensdorfer Bergehalde ist ein ~ 100 m (~380 m ü. NN) Aussichtspunkt mit einem Wanderrundweg. Mitte 2005 wurde an ihm das Kunstprojekt „Kunst auf der Halde“ verschiedener saarländischer Künstler ausgestellt.
Sport[Bearbeiten]
Der bekannteste Verein des Ortes ist der Fußballclub (FC) Ensdorf. In den 1970er und 1980er Jahren erlebte der Fußballclub – zeitweise in der Oberliga Südwest – seine größten Erfolge. In der Saison 1973/74 spielte der FC Ensdorf sogar für eine Spielzeit in der Regionalliga Südwest, der damals zweithöchsten Spielklasse im deutschen Fußball. Der Verein verfügt über einen Rasen- und Hartplatz.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Industrie: Steinkohlenbergbau, Kohlekraftwerk. Das Bergwerk Ensdorf war mit rund 4.000 Mitarbeitern eines der größten Deutschlands. Es förderte aus besonders günstig gelegenen Flözen etwa 3,5 Mio. Tonnen hochwertiger Kraftwerkskohle im Jahr. Seit 2005 verursachte der Kohleabbau jedoch immer wieder leichte bis mittelschwere Erdstöße, die zu wachsenden Protesten der betroffenen Bevölkerung führten. Am 23. Februar 2008 erfolgte ein Bergschlag [2] der Stärke 4,0 auf der Richter-Skala, der zu beträchtlichen Schäden an der Oberfläche um Saarwellingen führte. Der Kohleabbau wurde daraufhin vorübergehend eingestellt; mit einer Wiederaufnahme der Förderung aus den ergiebigen Flözen in der Primsmulde ist nicht zu rechnen. Bis 2012 wurde in kleineren Flözen (Grangeleisen, Wahlschied) noch etwa ein Drittel des früheren Fördervolumens erbracht; das Kohlezeitalter im Saarrevier ging Mitte 2012 endgültig zu Ende.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]
- Peter Altmaier (* 18. Juni 1958), Politiker (CDU)
- Herbert Martin (* 29. August 1925), Fußballnationalspieler (Saarland) 1950–1956
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Deutschlandradio 26. Februar 2008
Weblinks[Bearbeiten]
-
Commons: Ensdorf – Weitere Bilder - Gemeinde Ensdorf
- Geschichte der Gemeinde Ensdorf
- Literatur zu Ensdorf (Saar) in der Saarländischen Bibliographie
- Links zum Thema Ensdorf/Saar im Open Directory Project
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