Ewa Kopacz

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Ewa Kopacz (2013)

Ewa Bożena Kopacz [ˈɛva bɔˈʐɛna ˈkɔpat͡ʂ] anhören?/i (* 3. Dezember 1956 in Skaryszew) ist eine polnische Ärztin, Politikerin und seit 2014 Ministerpräsidentin der Republik Polen. Zuvor war sie 2007 bis 2011 Gesundheitsministerin sowie 2011 bis 2014 Parlamentspräsidentin.

Herkunft[Bearbeiten]

Kopacz, geborene Lis, wuchs in Radom als Tochter eines Schlossers und einer Schneiderin auf.[1] 1981 absolvierte sie ein Studium der Allgemeinmedizin und der Kinderheilkunde an der früheren Medizinischen Akademie Lublin. Anschließend leitete sie bis 2001 ein unabhängiges Ärztehaus in Szydłowiec. Zugleich war sie 1998 bis 2001 als Beraterin im Woiwodschaftsparlament Masowiens tätig.

Politische Karriere[Bearbeiten]

1994 bis 2001 gehörte Kopacz der liberalen Partei Freiheitsunion (poln. Unia Wolności) von Tadeusz Mazowiecki an, in der sie unter anderem Vorsitzende des Kreisverbandes in Radom war. Im Vorfeld der Parlamentswahlen 2001 trat sie der liberal-konservativen Bürgerplattform (poln. Platforma Obywatelska) bei.[2] Als Kandidatin dieser gelang ihr anschließend der Einzug in den Sejm, das polnische Parlament. Bei den Parlamentswahlen 2005 errang sie erneut das Abgeordnetenmandat. In der Folge wurde sie Leiterin der parlamentarischen Gesundheitskommission und ab 2006 Vorsitzende des Woiwodschaftsverbandes der Bürgerplattform in Masowien. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen 2007 erhielt sie in ihrem Wahlkreis in Radom schließlich erneut die meisten Stimmen und wurde unter Ministerpräsident Donald Tusk als Gesundheitsministerin vereidigt.[3] Als solche brachte sie noch im selben Jahr die in Polen kontrovers diskutierte Unterstützung für In-Vitro-Fertilisation ins Gespräch,[4] was ihr scharfe Kritik vonseiten des polnischen Klerus einbrachte.[5]

Nach den Parlamentswahlen 2011 wurde Kopacz zur ersten weiblichen Parlamentspräsidentin gewählt.[6] 2013 wurde sie Nachfolgerin von Grzegorz Schetyna als stellvertretende Vorsitzende der Bürgerplattform. Im Zuge der Wahl Tusks zum zukünftigen Präsidenten des Europäischen Rates[7] wurde sie als dessen Nachfolgerin vorgeschlagen.[8] Am 15. September 2014 wurde sie von Präsident Bronisław Komorowski offiziell mit der Bildung eines Kabinetts beauftragt. Zur endgültigen Amtsübernahme musste sie sich noch einer Vertrauensabstimmung im Sejm stellen.[9] Am 22. September 2014 wurde Kopacz als zweite Frau nach Hanna Suchocka im Amt der polnischen Ministerpräsidentin vereidigt. Das vakante Amt des Parlamentspräsidenten wurde am 24. September 2014 von Radek Sikorski übernommen.

Privates[Bearbeiten]

Kopacz war bis 2008 mit dem Staatsanwalt und Sportfunktionär Marek Kopacz verheiratet.[10] Ihre aus dieser Ehe stammende Tochter Katarzyna Kopacz absolvierte ebenfalls eine medizinische Ausbildung und arbeitet als Gynäkologin an der Klinik der Medizinischen Universität Danzig.[11]

Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ewa Kopacz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FAZ.net, Tusks getreue Nachfolgerin, 11. September 2014
  2. TVN24.pl, Ewa Kopacz prowadzi Ministerstwo Zdrowia, 13. November 2007
  3. Sejm.pl, Posłowie szóstej kadencji, 21. Oktober 2007
  4. Dziennik.pl, Zapłodnienie in vitro jest warte wsparcia, 27. November 2007
  5. Gazeta.ie, In vitro to rodzaj niegodziwej aborcji, 18. Dezember 2007
  6. PolskaTimes.pl, Ewa Kopacz marszałkiem Sejmu. Wybór poprzedziły pytania o Smoleńsk, 8. November 2011
  7. Welt.de, Mogherini wird Chefdiplomatin, Tusk Ratspräsident, 30. August 2014
  8. Wyborcza.pl, Prezydentowi podoba się kandydatura, 31. August 2014
  9. Tagesschau.de, Kopacz wird polnische Regierungschefin, 15. September 2014
  10. Dziennik.pl, Jak się rozwiodła Ewa Kopacz, 9. Juli 2008
  11. SE,pl, Oto córka premier Kopacz, 17. September 2014