Fielmann

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Fielmann AG
Logo der Fielmann AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005772206
Gründung 1972
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Günther Fielmann, Vorstandsvorsitzender

Mark K. Binz, Aufsichtsratsvorsitzender

Mitarbeiter 16.158[1]
Umsatz 1,35 Mrd. EUR
Gewinn 199,1 Mio. EUR vor SteuernVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Branche Einzelhandel, Optiker
Website www.fielmann.com
Stand: 31. Dezember 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013
Fielmann-Hauptverwaltung in Hamburg-Barmbek
Fielmann-Niederlassung in Berlin, Alexanderplatz
Schloss Plön, Sitz der Fielmann-Akademie

Die Fielmann AG ist ein Unternehmen mit Schwerpunkt Augenoptik für Verbraucher. Mit 578 Niederlassungen (etwa fünf Prozent der Optikfachgeschäfte in Deutschland) erzielte Fielmann 2013 einen Absatzmarktanteil von 51 Prozent und einen Umsatzmarktanteil von 20 Prozent und gilt in der Branche als Marktführer.

Europaweit erwirtschaftete die Fielmann AG 2013 mit 679 Niederlassungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Luxemburg und den Niederlanden einen Außenumsatz (inklusive Franchisern und Industrie) von 1,35 Milliarden Euro und einen Absatz von 7,3 Millionen Brillen.[2] Die Fielmann-Aktie ist dem MDAX zugeordnet.

Günther Fielmann, staatlich geprüfter Augenoptikermeister, ist Gründer, Mehrheitsaktionär und Vorstandsvorsitzender der Fielmann AG.

Geschichte[Bearbeiten]

1972 gründete Günther Fielmann in Cuxhaven ein Augenoptik-Fachgeschäft. Fielmann erkannte eine Marktlücke im Geschäft mit Kassenbrillen, die mangels Auswahl wenig beliebt waren. Es gab damals lediglich sechs Kunststoff-Fassungen für Erwachsene und zwei für Kinder. 1981 schloss Fielmann mit der AOK Esens einen Sondervertrag und schuf 90 Modelle aus Metall und Kunststoff in 640 Varianten. Damit endete die Ära der Einheitskassenbrille. 1984 startete Fielmann eine Fernsehwerbekampagne mit dem Slogan „Mein Papi hat keinen Pfennig dazu bezahlt!“. Von 1987 bis 1990 weitete Fielmann seinen Stückzahlmarktanteil von 11 auf 16 Prozent aus und besaß zu dieser Zeit drei Prozent aller Geschäfte.

Seit 1994 ist Fielmann börsennotiert. Im selben Jahr kam das Unternehmen mit 294 Niederlassungen und 4986 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 868 Millionen DM (444 Millionen Euro) und einen Gewinn vor Steuern von 80,5 Millionen D-Mark (41,2 Millionen Euro). 1995 übernahm Fielmann die Pro-Optik AG in Basel mit sechs Niederlassungen in der Schweiz. Das Fielmann-Geschäft in der Bahnhofstrasse von Zürich erzielte jährlich einen Umsatz von 16 Millionen Euro. Fielmann erhöhte mit vier Prozent aller augenoptischen Fachgeschäfte seinen Marktanteil in den Jahren 1995 bis 1998 von 32 auf 38 Prozent. 1999 erfolgte der Markteintritt in Österreich und bis 2007 entstanden dort 24 Niederlassungen.

2001 erfolgte die Gründung der gemeinnützigen Fielmann-Akademie, die im Januar 2002 das Schloss Plön vom Land Schleswig-Holstein erwarb und dort ein Ausbildungszentrum für Augenoptiker errichtete. Nach mehrjährigen Baumaßnahmen wurde das Schloss im Herbst 2006 wieder eröffnet. Im Januar 2002 wurde ein neues Produktions- und Logistikzentrum in Rathenow (Brandenburg) eingeweiht, das jährlich rund fünf Millionen Brillenfassungen versendet. Nach dem weitgehenden Wegfall der gesetzlichen Leistungen konzipierte das Unternehmen gemeinsam mit der HanseMerkur eine Nulltarif-Versicherung.

Im Juni 2007 eröffnete Fielmann zwei Niederlassungen in Luxemburg. Damit ist Fielmann neben Deutschland in fünf europäischen Ländern vertreten. Zum 6. Januar 2009 rückte Fielmann an der Börse vom SDAX in den MDAX auf.[3] 2013 erhöhte sich der Außenumsatz um 4,7 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn wuchs um 10,2 Prozent auf 199,1 Millionen Euro, der Gewinn nach Steuern um 9,5 Prozent auf 142 Millionen Euro.[4] Fielmann betrieb zum 31. Dezember 2013 679 Niederlassungen und beschäftigte 16.158 Mitarbeiter.

Besitzverhältnisse[Bearbeiten]

Die Familie Fielmann kontrolliert über die Holding KORVA SE, die Fielmann Familienstiftung und über direkte Anteile mehr als 71% der Aktien der Fielmann AG.[5]

Besitzverhältnisse[6]
5,88 % Günther Fielmann
55,00 % KORVA SE
8,78 % Marc Fielmann
1,98 % Sophie Luise Fielmann
28,36 % Streubesitz

Produkte[Bearbeiten]

Die Fielmann AG deckt als Hersteller, Großhändler und Einzelhändler die komplette Wertschöpfungskette der augenoptischen Branche ab. Künftig sollen neben Brillen, Sonnenbrillen und Kontaktlinsen auch verstärkt Hörgeräte angeboten werden.

Aus- und Weiterbildung[Bearbeiten]

Mit fünf Prozent der Fachgeschäfte stellt Fielmann in Deutschland 38 Prozent aller Auszubildenden im augenoptischen Handwerk. Derzeit absolvieren über 2.800 Auszubildende ihre Lehre bei Fielmann.[7]

Auf Schloss Plön schult die gemeinnützige Fielmann-Akademie als Bildungsstätte für Augenoptik jedes Jahr 6.000 Fachkräfte, die Einrichtung kann auch von externen Augenoptikern besucht werden.[8][9] Neben Lehrlingsausbildung und Meisterschule bietet die Fielmann-Akademie auch Seminare für Fach- und Führungskräfte an, seit 2007 lädt sie regelmäßig zu fachwissenschaftlichen Kolloquien.[10][11]

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten]

Fielmann stiftet jährlich einen Baum pro Mitarbeiter des Unternehmens.[12] 2009 pflanzten Angela Merkel, Peter Harry Carstensen und Günther Fielmann den einmillionsten Baum in Büdelsdorf.[13] Fielmann engagiert sich außerdem im Natur- und Umweltschutz, in der Denkmalpflege und im Öko-Landbau. Günther Fielmann macht dies als Bio-Bauer und Öko-Landwirt auf Hof Lütjensee und Hof Ritzerau. Fielmann unterstützt Schulen, Gemeinden, Altenheime und fördert den Breitensport.

Kritik[Bearbeiten]

Die Filialen sind rechtlich selbständig. Nur wenige verfügen über einen Betriebsrat. Nach Auffassung von Kritikern hat dies den Zweck, sie dem Einflussbereich des Betriebsrats der Hauptverwaltung zu entziehen.[14] Mitarbeiter der Kieler Filiale, die 1994 einen Betriebsrat gründen wollten, wurden durch den Hamburger Detektiv Joachim Sippel ausspioniert. Nach internen Anweisungen droht Angestellten die Kündigung, wenn sie zu viele Brillen zum Nulltarif verkaufen. Die Wutanfälle Fielmanns, bei denen eine Schreibmaschine gegen das Fenster geschleudert wurde und etliche Diktiergeräte kaputt gingen, sind gefürchtet.[15]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2003 – Deutscher Handelspreis in der Kategorie Management-Leistung in einer Nische des Einzelhandels
  • 2011 – Corporate Excellence Award[16]
  • 2014 – Kundenchampion in der Kategorie Großkunden (Forum Marktforschung und die Deutsche Gesellschaft für Qualität)[17]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschäftsbericht 2013
  2. dpa: Fielmann bleibt auf Erfolgskurs: Neue Zahlen In: Zeit.de, 28. April 2014, abgerufen am 29. April 2014.
  3. Außerplanmäßige Änderungen in MDAX und SDAX – Fielmann ersetzt Altana zum 6. Januar 2009, www.deutsche-Boerse.com, 30. Dezember 2008, zuletzt abgerufen am 8. März 2012
  4. Fielmann Geschäftsbericht 2013 28. April 2014
  5. Fielmann AG: Fielmann Pflichtmeldung: Fielmann Familienstiftung sichert Führung für kommende Generationen. Fielmann.de, 19. November 2012, Abruf 3. November 2013.
  6. Besitzverhältnisse (PDF; 2,2 MB)
  7. Geschäftsbericht 2013. Abgerufen am 29. April 2014.
  8. Daniela Stürmlinger: Feinschliff im Schloss Plön für den richtigen Durchblick. In: Abendblatt.de, 3. Januar 2012, abgerufen am 12. September 2013.
  9. Geschäftsbericht 2013. In: fielmann.de, abgerufen am 29. April 2014.
  10. Die Fielmann Akademie Schloss Plön. In: fielmann-akademie.com, abgerufen am 12. September 2013.
  11. 91 Referenten von drei Kontinenten. In: SHZ.de, 19. Dezember 2012, abgerufen am 12. September 2013.
  12. Fielmann.de – Gesellschaftliches Engagement: Fielmann-Bäume
  13. Angela Merkels Stippvisite beim Brillenkönig 20. Mai 2009
  14. manager magazin vom 18. Januar 2005
  15. spiegel.de: Mensch, Höfti
  16. FAZ.net: Starke Eigentümer sorgen für Qualität im Unternehmen 16. Mai 2011
  17. Hamburger Abendblatt: Auszeichnung - Optiker-Kette Fielmann ist Deutschlands Kundenchampion 30. Mai 2014


53.58036388888910.029902777778Koordinaten: 53° 34′ 49″ N, 10° 1′ 48″ O