Fliegerhorst Wittmundhafen

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Wittmundhafen
F-86 - F-104 Wittmundhaven.JPEG
Kenndaten
ICAO-Code ETNT
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 6 km südwestlich von Wittmund
Straße B 210
Basisdaten
Eröffnung 1963
Betreiber Luftwaffe
Start- und Lande-Bahn
08/26 2440 m × 30 m Asphalt

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Der Fliegerhorst Wittmundhafen ist ein deutscher Militärflugplatz zwischen Wittmund und Aurich bei Webershausen. Er ist Sitz der mit Mehrzweckkampfflugzeugen vom Typ Eurofighter Typhoon ausgerüsteten Taktischen Luftwaffengruppe „Richthofen“. Hinzu kommen zivil registrierte A-4 eines externen Dienstleisters, für das Luftkampftraining, bis 2014 BAE Systems und ab 2015 für fünf Jahre die Firma Discovery Air Defence Services.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1911 wurde bei Wittmund südlich der Auricher Chaussee (heute Bundesstraße 210) mit dem Bau eines Landeplatzes für Luftschiffe begonnen. Ursprünglich war der Lufthafen für die Heeresluftschiffe gedacht, jedoch waren bis auf den LZ 90 (LZ 60), den LZ 97 (LZ 67) sowie das Schütte-Lanz-Luftschiff SL 13 hier nur kurzzeitig Heeresluftschiffe stationiert. Mit Einstellung der Heeresluftschiffahrt wurde der Lufthafen im Frühjahr 1917 von der Kaiserlichen Marine bzw. von Marineluftschiff-Abteilung übernommen.

Da die Marine Betreiber des Landeplatzes war, wurde dieser Wittmundhaven genannt, geschrieben mit v so wie alle Anlagen unter Verwaltung der Marine. Mit der Übernahme des Geländes durch die Luftwaffe im Jahre 1938 wurde die noch heute gültige Schreibweise Wittmundhafen eingeführt.

Am Nachmittag des 7. November 1916 landete als erstes Luftschiff in Wittmundhafen das Heeresluftschiff LZ 90. Ein heraufziehender Sturm riss das Luftschiff jedoch in der darauffolgenden Nacht los, und es war für immer verloren (es gab keine Toten).

Im April 1917 wurden drei weitere Luftschiffe nach Wittmundhaven verlegt, L 13 (LZ 45), L 22 (LZ 64) und L 40 (LZ 88). Bis zum Frühsommer 1917 waren L 22 und L 40 bereits zerstört. L 22 wurde auf Feindfahrt abgeschossen und L 40 zerschellte bei einem Landemanöver. Nach der Fertigstellung zweier Hallen, in denen jeweils zwei Luftschiffe Platz fanden, wurden (nacheinander) die Marineluftschiffe L 49 (LZ 96), L 52 (LZ 98), L 54 (LZ 99) und L 56 (LZ 103) nach Wittmundhaven verlegt, von wo aus sie bis Kriegsende auf Feindfahrt gingen. Bei Ende des Ersten Weltkrieges lagen in Wittmundhaven noch die zwei Marineluftschiffe L 52 und L 56. Diese wurden am 23. Juni 1919 nach dem Tag von Scapa Flow von den Wachmannschaften zerstört, um sie den Siegermächten zu entziehen (siehe auch: Liste aller Zeppeline).

Nach Auflösung der Luftschifftruppen im Jahre 1920 wurden die Hallen wieder abgerissen und das Gelände in Ackerland verwandelt. Jedoch bereits 1938 vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde erneut mit dem Aufbau eines Flugplatzes begonnen, der Ende des Jahres 1940 abgeschlossen war. Es wurden drei Bahnen mit je 1.200 m Länge in Form einer Triangel angelegt. Bis 1943 starteten Heinkel He 111, um in Südengland Bombenangriffe zu fliegen. Ab 1943 wurden Nachtjäger des Typs Bf 110 in Wittmundhafen stationiert, um die Marineanlagen in Wilhelmshaven vor den vermehrten schweren Bombenangriffen der Alliierten zu schützen. Anfang 1944 lag hier, zur Durchführung des Unternehmens Steinbock, die II. /Kampfgeschwader 54. Ab dem Frühjahr des Jahres wurden auf dem Fliegerhorst Wittmundhafen Raketenjäger des Typs Me 163 eingesetzt. Bis zum März 1945 wurden Einsätze geflogen, bis der Flugbetrieb aufgrund eines Bombenangriffes und den damit einhergehenden Zerstörungen unmöglich wurde.

Nach Kriegsende ist der Flugplatz zum zweiten Mal vollständig zerstört worden und die Landwirtschaft hielt wieder Einzug auf dem Gelände. Bereits 1950 begannen die Engländer mit dem erneuten Bau eines Flugplatzes. Dieser besteht bis heute und ist seit dem 26. April 1963 Heimat des Jagdgeschwaders 71 „Richthofen“. Zeitweise waren hier parallel privat betriebene Flugzeuge zur Zieldarstellung für Bundeswehr-Kampfflugzeuge stationiert, u. a. Super Sabres.

Nach Außerdienststellung der Phantom II am 30. Juni 2013, die letzten flugfähigen Exemplare verließen die Basis in den folgenden Tagen, ist Wittmund vierter Eurofighterstützpunkt mit voraussichtlich zunächst nur 20 Exemplaren. Dies entspricht weniger als einem vollen Geschwader. Am 1. Oktober 2013 wurde der Verband als Taktische Luftwaffengruppe „Richthofen“ dem Taktischen Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ unterstellt. Für den Umbau des Fliegerhorstes sind 120 Millionen Euro veranschlagt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]