Fliegerhorst Wunstorf

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Fliegerhorst Wunstorf
NASA World Wind - Wunstorf.jpg
Kenndaten
ICAO-Code ETNW
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 5 km nördlich von Wunstorf
Basisdaten
Betreiber Deutsche Luftwaffe
Fläche 455 ha
Start- und Landebahnen
03/21 1699 m × 48 m Asphalt
08/26 2499 m × 45 m Beton
08R/26L 1088 m × 40 m Gras

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Der Flugplatz Wunstorf, auch Fliegerhorst Wunstorf genannt, ist ein deutscher Militärflugplatz der Luftwaffe in der Nähe von Wunstorf (Niedersachsen). Auf ihm ist das Lufttransportgeschwader 62 stationiert und es werden Fluggerätmechaniker sowie Elektroniker ausgebildet.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der erfolgten Grundsteinlegung auf der Gemarkung Klein Heidorn im Frühjahr 1934, wurde der Fliegerhorst für die Luftwaffe der Wehrmacht hier angelegt.[1]

Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe der Wehrmacht die hier zwischen 1939 und 1945 stationiert waren.

Von Bis Einheit[2]
April 1936 März 1937 II./KG 154 (II. Gruppe des Kampfgeschwaders 154)
April 1937 April 1937 II./KG 157
Mai 1939 August 1939 II./KG 27
Oktober 1939 Mai 1940 III./KG 27
November 1939 April 1940 III./LG 1 (III. Gruppe des Lehrgeschwaders 1)
Juni 1940 Juli 1940 Teile der II./JG 27 (II. Gruppe des Jagdgeschwaders 27)
März 1941 Mai 1941 Stab, I./KG 3
November 1941 August 1944 III./NJG 3 (III. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 3)
Juli 1943 August 1943 I./ZG 1 (I. Gruppe des Zerstörergeschwaders 1)
Oktober 1943 März 1944 Stab, III./ZG 26
Juni 1944 Juli 1944 III./JG 1
Juni 1944 Juli 1944 I./JG 3
Juli 1944 August 1944 Stab/JG 53
August 1944 Oktober 1944 I./JG 5
September 1944 November 1944 I./LG 1
Oktober 1944 Dezember 1944 Stab, II./JG 11

Im April 1945 übernahm die Royal Air Force den Fliegerhorst, den die Alliierten zunächst als Airfield B.116 bezeichneten. Die British Air Force of Occupation stationierte hier besonders Jagdbombergeschwader zum Beispiel das 123. Wing. Dies bestand im Sommer 1945 aus Typhoon IB und Spitfire XIV/XVI Staffeln, letztere der Royal Canadian Air Force (zwei) sowie mit Freiwilligen aus Belgien und den Niederlanden (zwei bzw. eine Staffel, die übrigens noch heute (2011) existieren und F-16 fliegen). RAF Wunstorf blieb als einer der wenigen noch unmittelbar nach Kriegsende genutzten Flugplätze längerfristig eine Flying Station der RAF, ab Ende März 1946 unterstanden dem 123. Geschwader jedoch lediglich noch zwei (britische) Staffeln Tempest V. Ein Jahr später sank der Klarstand dieser bereits im Krieg eingesetzten Maschinen bedenklich. Im Januar 1948 begann daher bei der ersten der beiden Staffeln, der 80. Squadron, die Umrüstung auf die letzte Baureihe der Spitfire (F.24), während die zweite Einheit, die 3. Squadron, Mitte April 1948 mit Zulauf der Vampire F1 das Jet-Zeitalter bei der BAFO einläutete.

Im Sommer des Jahres verlegten beide Staffeln nach RAF Gütersloh um Platz für die bei der Berliner Luftbrücke eingesetzten Frachtmaschinen zu schaffen. Während der auch von Wunstorf aus betriebenen Luftbrücke nach Berlin starteten hier vom Juni 1948 bis Mai 1949 Transportflugzeuge, meist vom Flugzeugmuster Avro York.

Nach dem Ende der Luftbrücke Mitte 1949 wurde die Station wieder Heimat des 123. Wing, das zunächst u.a. auch noch Spitfires einsetzte. Ab Mitte 1950 startete auf Grund des Koreakrieges eine weltweite Aufrüstung und zwei weitere Staffeln Vampire verlegten nach Wunstorf. Im August 1952 trafen die ersten Venom FB1 bei 2. Tactical Air Force ein, Wunstorf fiel die Rolle der Einsatzerprobung dieses neuen Typs zu. Später in den 1950er Jahren betrieb die 2. Tactical Air Force dann nur noch Jets der Typen Swift FR.5 und Meteor PR.10.

Im März 1958 übernahm die Luftwaffe der Bundeswehr den Fliegerhorst. Dieser wurde kurz darauf Standort der Flugzeugführerschule „S“, die hier vor allen Dingen die Ausbildung mit der Noratlas N2501, später der Transall C-160 durchführte.

Am 12. Oktober 1963 wurde Konrad Adenauer hier durch die Bundeswehr mit einer Feldparade verabschiedet.[3][4]

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Durch Umgliederung im Oktober 1978 aus der FFS „S“ entstanden, ist das Lufttransportgeschwader 62 seitdem mit seinen Transall C-160 hier stationiert.

Vor der Wache im Westen des Fliegerhorsts bei Großenheidorn befindet sich das durch einen Verein getragene Ju-52-Museum mit Ausstellungshalle, in der unter anderem eine Junkers Ju 52 ausgestellt ist. Auf dem angrenzenden Freigelände sind weitere Flugzeuge und Hubschrauber zu besichtigen.

Zwei zivile Vereine nutzen den Platz vorwiegend an Wochenenden und Feiertagen. Die Sportfluggruppe Wunstorf e.V. betreibt zwei Motorflugzeuge, der Aeroclub Steinhuder Meer e.V. einen Motorsegler.

Zukünftige Nutzung[Bearbeiten]

Wunstorf wird deutscher Typstützpunkt für den Flugzeugtyp Airbus A400M. Im Vorgriff auf den Zulauf von 40 Maschinen dieses Typs ab 2014 wird der Platz derzeit für 500 Millionen Euro modernisiert und erweitert. Unter anderem wurde bereits die Bahn 08/26 Richtung Osten verlängert. Zukünftig werden die Außenabstellflächen erweitert sowie die Hallen und ein Ausbildungszentrum errichtet. Analog der Tiger-Ausbildung werden Deutschland und Frankreich die Ausbildung der A400M gemeinsam betreiben. Das Herz der Ausbildung in Wunstorf sind zwei "Full Flight" Simulatoren. Deutschland übernimmt im Rahmen der Übereinkunft mit Frankreich die Grundausbildung gemäß JAR-FCL. Die anschließende Taktikausbildung der Einsatz-Besatzungen erfolgt am französischen Typstützpunkt Orléans-Bricy. In einer Übergangsphase erfolgen die Schulungen bei Airbus Military in Sevilla.

Motorsport[Bearbeiten]

DTM-Strecke des Fliegerhorst Wunstorf

Zwischen 1984 und DTM-Saison 1993 wurden insgesamt neun Rennen der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft in Wunstorf ausgetragen[5].

Die 5050 m lange Strecke zählt zu den längsten in der Geschichte der DTM. Den Rundenrekord hält der Italiener Nicola Larini, der die Strecke mit seinem Alfa Romeo 155 V6 TI in 1:44,45 Minuten umfuhr. Die Bestzeit wurde 1993 im Qualifying zum bisher letzten DTM-Rennen auf dem Fliegerhorst aufgestellt[6].

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Standortältester und Kommodore LTG 62 - Oberst Henrich: LTG 62 - Standortinformationen - Chronik Flieghorst Wunstorf. 2013, S. 4-6.
  2. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 Germany (1937 Borders), abgerufen am 29. August 2014
  3. Wochenschaubilder unter http://www.youtube.com/watch?v=gTZwshEVeXo
  4. [1] Adenauers Rede über seinen Abschied
  5. Rennstatistik auf DTM.com
  6. DeAgostini-Magazin: AMG Mercedes C-Klasse DTM 2008 - Ausgabe 47

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wunstorf Air Base – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien