Fliegerhorst Schleswig

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Fliegerhorst Schleswig
Fliegerhorst Schleswig.JPG
Kenndaten
ICAO-Code ETNS
IATA-Code WBG
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 6,3 km südlich von SCHLESWIG
Basisdaten
Betreiber GAF (German Air Force → Deutsche Luftwaffe)
Start- und Landebahnen
05/23 2439 m × 30 m Asphalt
07/25 (geschlossen) 1998 m × 45 m Asphalt
16/20 (geschlossen / teilw. abgerissen) 1600 m × 45 m Asphalt

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Der Fliegerhorst Schleswig ist ein militärischer Flugplatz auf dem Gebiet der Gemeinden Jagel und Klein Rheide in der Nähe der Stadt Schleswig in Schleswig-Holstein. Er wird derzeit vom Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ der Luftwaffe der Bundeswehr genutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Fliegerhorst in Jagel wurde 1916 gegründet und wird seither militärisch genutzt.

Von Oktober 1944 bis Februar 1945 startete die III./Kampfgeschwader 53 hier ihre Angriffe gegen London und Manchester mit V1-Waffen.[1] Zum Ende des Zweiten Weltkrieges lag die I. Gruppe des Lehrgeschwaders 1 hier. Danach übernahm die British Air Force of Occupation den Platz am 6. Mai 1945, den die Alliierten zunächst als Airfield B.164 bezeichneten. Im Sommer 1945 lagen hier zunächst noch Typhoon IB-Jagdbomber des 121. Wing (Geschwader).

Im Februar 1948 wurde der Platz als RAF Schleswigland wieder aktiviert und diente zunächst als Trainingsplatz für Transportflieger anderer Stationen. Die Berliner Luftbrücke (RAF-Codename Operation Plainfare) fand ab Herbst 1948 auch ab Schleswigland statt. Während der Luftbrücke wurden ab dem 1. November 1948 in RAF Schleswigland Transportflugzeuge des Typs Handley Page Hastings des No.47 Sqr. stationiert, welche ab dem 11. November die Flüge nach Berlin aufnahmen. Später folgten auch das No.53 Sqr. und das No.297 Sqr. Auch zivile Betreiber operierten von RAF Schleswigland aus im Rahmen der Luftbrücke nach Berlin. Als erstes Lancashire Aircraft Corp. ab dem 24. November 1948 mit zum Transport von Treibstoff umgebauten Handley Page Halifax (H.P.70 Halton). Ab dem 25. Januar 1949 startete British American Air Services mit H.P.70 Halton, gefolgt von Scottish Airlines ab dem 19. Februar 1949 mit Consolidated B-24. Des Weiteren operierte auch Westminster Airways mit H.P.70 Halton. Der letzte Flug nach Berlin von RAF Schleswigland aus war am 6. Oktober 1949, welcher auch das Ende von Operation Plainfare markierte.

In den 1950er Jahren waren in RAF Schleswigland das 2. TTF mit Zielschleppflugzeugen vom Typ de Havilland Mosquito TT.35 (Towed Target) stationiert. Am 1. Mai 1958 schloss die Royal Air Force schließlich den Standort und übergab ihn völlig an das deutsche Militär.

Tornado am Eingang zum Fliegerhorst Schleswig

Im Kalten Krieg beheimatete der Fliegerhorst in Jagel das Marinefliegergeschwader 1, das jahrelang mit F-104 Starfighter und später mit Tornado IDS ausgestattet war. Am 1. Januar 1994 wurde das Geschwader als Aufklärungsgeschwader 51Immelmann“ in die Luftwaffe überführt. 2004 fand hier das jährliche NATO Tiger Meet statt.

Ausblick[Bearbeiten]

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Eine zivile Mitbenutzung des Flughafens ist frühestens ab dem Jahr 2011 geplant. Es soll zivil-gewerblicher Flugverkehr mit den Schwerpunkten Charter- und Billigflüge durchgeführt werden. In geringerem Umfang sind Linienflugverkehre und Bedarfsflugverkehre geplant. Dazu wurde im Oktober 2005 ein Vorvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der AIRGATE SH GmbH & Co. KG unterzeichnet.

Sonstiges[Bearbeiten]

Auf der nahe liegenden Bundesautobahn 7 befindet sich ein Autobahn-Behelfsflugplatz. Er ist dadurch zu erkennen, dass der Mittelstreifen nicht begrünt, sondern asphaltiert ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jagel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Dierich: Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945, Verlag Heinz Nickel, ISBN 3-925480-15-3, S. 126