Gardone Riviera

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Gardone Riviera
Wappen
Gardone Riviera (Italien)
Gardone Riviera
Staat: Italien
Region: Lombardei
Provinz: Brescia (BS)
Koordinaten: 45° 37′ N, 10° 34′ O45.61666666666710.566666666667Koordinaten: 45° 37′ 0″ N, 10° 34′ 0″ O
Fläche: 20 km²
Einwohner: 2.693 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einw./km²
Postleitzahl: 25083
Vorwahl: 0365
ISTAT-Nummer: 017074
Website: Gardone Riviera

Gardone Riviera ist eine Gemeinde am Westufer des Gardasees mit 2693 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) nahe Salò.

Gardone besteht aus den Ortsteilen Gardone Sotto und Gardone Sopra. Die Hügel, die das Dorf umschließen, sorgen für ein mildes Mikroklima, in dem sich mitteleuropäische und mediterrane Vegetation wie beispielsweise Zitruspflanzen, Zypressen und Agaven abwechseln. In der Gemeinde gibt es zahlreiche Parks und Gärten.

Lage[Bearbeiten]

Gardone liegt auf der westlichen Seite des Gardasees. Die acht Gemeinden Limone sul Garda, Tremosine, Tignale, Gargnano, Toscolano-Maderno, Magasa, Gardone und Salò bilden die „Riviera dei limoni“ – die „Zitronenriviera“.

Geschichte[Bearbeiten]

Von 1337 bis 1797 gehörte Gardone Riviera zur „Magnifica Patria“ mit dem Regierungssitz Salò.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Gardone Riviera ein Kurort. Deutsche Ärzte empfohlen den Ort wegen der therapeutischen Eigenschaften seines Klimas besonders für längere Aufenthalte. Aus diesem Grund wollte der Österreicher Ludwig Wimmer das erste größere Hotel am See bauen. Als er im Jahr 1881 Bürgermeister Gardones wurde, fing er an, für die Gemeinde erfolgreich zu werben. Innerhalb von wenigen Jahren wurde es zu einem Kurort.

1900 erhielt Gardone Bahnanschluss an der Straßenbahnstrecke Brescia–Salò–Gargnano. Bereits 1934 wurde die Strecke endgültig stillgelegt.

Von 1921 bis 1938 lebte Gabriele d'Annunzio hier. Während der Zeit der Republik von Salò wurden die großen Hotels und Villen Sitz von Kommandostellen, Botschaften und Lazaretten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Il Vittoriale degli Italiani in Gardone Riviera

Il Vittoriale degli Italiani[Bearbeiten]

Der Vittoriale degli italiani (übersetzt etwa: „Siegerdenkmal der Italiener“) war das Anwesen des italienischen Dichters Gabriele D'Annunzio, das er von 1921 bis 1938 bewohnte. Heute ist der Komplex ein weiträumiges Museum auf einer Fläche von neun Hektar.

Ein eigenes Freilichttheater befindet sich ebenfalls auf dem Gelände. Es wurde 1930 entworfen, aber erst am 8. August 1953 mit einem Konzert der Mailänder Scala eröffnet. Es bietet Platz für 1500 Besucher. Die hinteren Sitzreihen grenzen direkt an die Trakte des Wohnhauses.

Das mehrteilige Wohnhaus ist ganz in Weiß, Ockergelb und Dunkelrot gehalten. D’Annunzio hat diese Villa nicht vollständig neu gebaut: Er übernahm sie 1921, nachdem sie vorher dem deutschen Kunsthistoriker Henry Thode gehörte. Der Besitz war nach dem Weltkrieg enteignet worden.

D’Annunzio ließ die Anlage vom Architekten Gian Carlo Maroni nach und nach umbauen und erweitern und hinterließ schließlich 1938, im Jahr seines Todes das nunmehr „Vittoriale“ genannte Anwesen dem italienischen Volk.

Mit ungefähr 200.000 Besuchern im Jahr zählt der Vittoriale zu den bestbesuchten Museen Italiens.

Der botanische Garten[Bearbeiten]

Der 10.000 m² große Garten (Giardino Botanico A. Hruska) wurde im Jahr 1910 von dem Naturforscher und Arzt Professor Arthur Hruska angelegt. Bis 1971 hat er hier mehr als 2000 Pflanzenarten angesiedelt.

Der Künstler André Heller hat das Grundstück 1988 erworben und hat einen Wohnsitz in der Villa.

„Eine Florasammlung von Weltgegenden ist es, Afrika und Südamerika, Asien, Europa und Australien ineinander verwoben. Edelweiß inmitten von Orchideen wiesen, meterhohe Baumfarne neben Granatapfelwundern. Bäche und Wasserfälle, Teiche mit heiligen Koi-Karpfen, Forellen und Spiegelungen des Libellenfluges, Hügel aus Dolomitgestein neben Kakteen und Efeutürmen. Indische und marokkanische Skulpturen in Harmonie mit Installationen von Roy Lichtenstein, Susanne Schmögner, Mimmo Paladino und Keith Haring. [2]

Villa Alba[Bearbeiten]

Die Villa Alba wurde im Auftrag von dem Fabrikanten Richard Langensiepen erbaut. Es war gedacht, die Sommermonate in Gardone zu verbringen. Das Monumentalgebäude war reiner Privatbesitz der Familie.

Das Königreich Italien war per Dreibund mit dem Deutschen Kaiserreich und Österreich-Ungarn verbündet. Italien betrieb aber eine expansionistische Politik und trat auf der Seite der Entente 1915 in den Krieg ein, nachdem deren Mitglieder Italien im Londoner Vertrag (1915) erhebliche Landgewinne im Falle eines Sieges versprochen hatten. Dadurch wurden Deutsche und Österreicher in Italien zu "feindlichen Ausländern"; 1915 musste die Familie deshalb fliehen und wohnte vorerst in Zürich. In den 1970er Jahren erwarb die Gemeinde die Villa; heute ist sie ein Kongresszentrum.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. www.hellergarden.com

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gardone Riviera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien