Garrelt Duin

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Garrelt Duin, 2014

Garrelt Duin [ɡaʁəlt dyːn] (* 2. April 1968 in Leer) ist ein deutscher Politiker. Er war von 2005 bis 2010 Landesvorsitzender der SPD in Niedersachsen. Seit dem 21. Juni 2012 ist er Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1987 am Johannes-Althusius-Gymnasium in Emden begann Duin ein Studium der Rechtswissenschaft und der Evangelischen Theologie in Bielefeld und Göttingen, welches er 1995 mit dem ersten und 1998 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1998 wurde er als Rechtsanwalt zugelassen. Garrelt Duin ist verheiratet und hat einen Sohn.

Er ist nicht verwandt mit dem bayerischen FDP-Landesvorsitzenden Albert Duin.[1]

Partei[Bearbeiten]

Garrelt Duin trat während seiner Schulzeit in die SPD ein. Ab 1993 gehörte er dem Vorstand des SPD-Bezirks Weser-Ems an und war von 2002 bis zum Frühjahr 2010 dessen Vorsitzender. Dem SPD-Bundesvorstand gehört Duin seit 2001 an. Von November 2005 bis Mai 2010 war Duin Vorsitzender des SPD-Landesverbandes Niedersachsen.

Als der SPD-Vorstand im Februar 2008 über die Öffnung gegenüber der Linken abstimmte, kam von Duin die einzige Gegenstimme. Duin kündigte am 29. Januar 2010 an, ab Mai nicht mehr für die Posten als Landesvorsitzender und Bezirksvorsitzender zur Verfügung zu stehen, da er sich mehr auf seine Arbeit im Bundestag konzentrieren wolle.[2]

Abgeordneter[Bearbeiten]

Garrelt Duin bei der Aufstellung der SPD-Landesliste Niedersachsen zur Bundestagswahl 2009.

Von 1996 bis 2006 gehörte Duin dem Rat der Gemeinde Hinte an. Im Oktober 2000 rückte Duin für den verstorbenen Abgeordneten Günter Lüttge in das Europäische Parlament nach. Bei der Europawahl 2004 wurde er wiederum ins Europaparlament gewählt. Jedoch legte er das Mandat 2005 nieder, nachdem er 2005 in den Bundestag gewählt worden war. Für ihn rückte Matthias Groote ins EU-Parlament nach.

Von 2005 bis 2012 war Garrelt Duin als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Aurich – Emden Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er dort 58,3 % der Erststimmen, bei der Bundestagswahl 2009 44,4 %. Damit erzielte Duin das beste Erststimmenergebnis der niedersächsischen SPD. In der 17. Wahlperiode, d. h. ab 2009, war er wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und einer von drei Sprechern des konservativen Seeheimer Kreises.[3]

Am 21. Juni 2012 legte Duin sein Bundestagsmandat nieder, um Minister des Landes Nordrhein-Westfalen zu werden. Sein Mandat übernahm die Nachrückerin Gabriele Groneberg.[4]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Garrelt Duin wurde am 21. Juni 2012 von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zum Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt (Kabinett Kraft II).

Positionen[Bearbeiten]

Im Juli 2012 forderte das Land Nordrhein-Westfalen bzw. Duin als neuer Wirtschaftsminister einen bundesweiten Ausgleich für die Kosten der Energiewende. Kurz zuvor hatte das Land Bayern eine Klage gegen den Länderfinanzausgleich angekündigt (Gesamtvolumen in 2011: 7,3 Milliarden Euro).

Bundesländer wie Bayern haben in den vergangenen Jahren außergewöhnlich stark von den Subventionen für Solar- und Windkraftanlagen profitiert. Duin sagte: „Es kann nicht sein, dass die Haushalte in NRW die Flut der Solaranlagen auf den bayerischen Dächern fast alleine bezahlen müssen“. Über das EEG-Umlageverfahren wurden 2011 nach BDEW-Angaben rund 17 Milliarden Euro bewegt; nach Bayern flossen 2011 netto 1,1 Milliarden Euro aus dem EEG-System. [5]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Garrelt Duin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marion Luppen: Der neue Chef der bayerischen FDP heißt Duin. In: Ostfriesen-Zeitung, 27. November 2013.
  2. SPD: Niedersachsens Landeschef Garrelt Duin hört auf. In: Focus Online, 29. Januar 2010.
  3. Ehemalige Sprecher. In: Seeheimer-Kreis.de.
  4. Ausgeschiedene Abgeordnete und deren Nachfolger. In: Bundestag.de. Archivierte Version vom 12. Dezember 2013 für den 17. Bundestag.
  5. Thomas Reisener: Minister empört: NRW zahlt die Energiewende. In: Rheinische Post, 23. Juli 2012.