Friedrich Middelhauve

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Friedrich Middelhauve (* 17. November 1896 in Siegen, Westfalen; † 14. Juli 1966 in Bad Mergentheim, Baden-Württemberg) war ein deutscher Verleger und Politiker der FDP.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

1921 promovierte Middelhauve zum Dr. phil. an der Universität zu Köln. Er arbeitete nach Studium und Promotion zunächst als selbständiger Buchhändler in Leverkusen und ab 1922 als Verleger.

Friedrich Middelhauve war 1947 Gründer und Inhaber des gleichnamigen schöngeistigen Verlages, der als Erster die Werke von Heinrich Böll veröffentlichte. Diesen Verlag führte später seine Tochter Gertraud unter ihrem Namen. Mit dem Westdeutschen Verlag gründete Middelhauve außerdem einen der führenden sozialwissenschaftlichen Verlage Deutschlands.

Er war verheiratet mit Bertha Middelhauve und hatte drei Kinder: Friedrich Middelhauve jun., Gertraud Middelhauve und Mechthild Ruf geb. Middelhauve.

Parteitätigkeit[Bearbeiten]

Friedrich Middelhauve war in der Weimarer Republik Mitglied der Deutschen Staatspartei. Während des Nationalsozialismus war er nicht politisch aktiv.

1945 gründete er zuerst die Deutsche Aufbaupartei in Opladen. Er überführte diese jedoch bald in die FDP und gehörte schnell mit Franz Blücher, Hermann Höpker-Aschoff und Erich Mende zu deren Führungsfiguren im Rheinland. Von 1947 bis 1956 war er als Nachfolger von Gustav Altenhain Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen.[1] Von 1952 bis 1956 war er zudem stv. Bundesvorsitzender.

Middelhauve hatte über Ernst Achenbach engen Kontakt zum rechtsextremen Naumann-Kreis, der einen innerparteilichen Umsturz plante, aber von den Briten Anfang 1953 ausgehoben wurde. Mit Achenbach und diversen ehemaligen Nationalsozialisten entwarf Middelhauve auch das Deutsche Programm, dem die Landesverbände Hamburg, Bremen und Baden-Württemberg auf dem Bundesparteitag 1952 in Bad Ems das Liberale Manifest der FDP gegenüberstellten und es durchsetzten.

Nach dem Coup der sogenannten Jungtürken (Wolfgang Döring, Erich Mende, Walter Scheel, Willi Weyer und Hans Wolfgang Rubin) im Jahr 1956, die nach Absprache mit Thomas Dehler den CDU-Ministerpräsidenten Karl Arnold mit konstruktivem Misstrauensvotum ablösten und durch den SPD-Politiker Fritz Steinhoff ersetzten, legte Middelhauve, der innerparteilich als Ziehvater der Jungtürken galt, sein Amt als Landesvorsitzender nieder und zog sich mit Auslaufen seines Landtagsmandates zwei Jahre später aus der Politik zurück.

Im Gegensatz zum sogenannten Ministerflügel um August-Martin Euler blieb er jedoch bis zu seinem Tode Parteimitglied.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Von 1946 bis 1958 war Middelhauve Landtagsabgeordneter. 1946/47 war er auch Stadtrat in Leverkusen. Von 1949 bis zum 17. Oktober 1950 und von 1953 bis zum 10. September 1954 gehörte Middelhauve auch dem Deutschen Bundestag an.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Von 1954 bis 1956 war Middelhauve stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft und Verkehr in Nordrhein-Westfalen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Kabinett Arnold III

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christof Brauers, Die FDP in Hamburg 1945 bis 1953, Martin Meidenbauer Verlagsbuchhandlung, München 2007, ISBN 978-3-89975-569-5, Seite 281.

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]