Karl Ravens

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Karl Ravens, 1978

Karl Ravens (* 29. Juni 1927 in Achim) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war von 1974 bis 1978 Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Ravens ab 1941 eine Ausbildung zum Metallflugzeugbauer und legte 1944 vorzeitig die Facharbeiterprüfung ab. Von 1944 bis 1945 leistete er zunächst den Reichsarbeitsdienst und anschließend den Wehrdienst bei der Luftwaffe ab. Nach dem Krieg ließ er sich von 1946 bis 1948 zum Kraftfahrzeugschlosser umschulen. Von 1952 bis 1961 war er Lehrlingsausbilder bei Borgward. Ravens lebt in Achim, ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

Wirken[Bearbeiten]

Seit 1950 ist Ravens Mitglied der SPD. Von 1961 bis zur Niederlegung seines Mandates am 15. Juni 1978 war Ravens Mitglied des Deutschen Bundestages und gehörte dort von 1968 bis 1969 dem Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion an. Karl Ravens ist 1965 über die Landesliste Niedersachsen und sonst stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Verden - Rotenburg - Osterholz (1961) bzw. des Wahlkreises Verden in den Bundestag eingezogen. Von 1969 bis 1972 war er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Städtebau und Wohnungswesen und von 1972 bis 1974 beim Bundeskanzler.

Am 16. Mai 1974 wurde er als Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau in die von Bundeskanzler Helmut Schmidt geführte Bundesregierung berufen. Am 16. Februar 1978 trat er von seinem Amt zurück.

Im Januar 1976 trat der niedersächsische Ministerpräsident Alfred Kubel aus Altersgründen zurück. Die sozialliberale Koalition einigte sich auf Finanzminister Helmut Kasimier als Nachfolger, der jedoch überraschend in den ersten zwei Wahlgängen durchfiel und sogar weniger Stimmen erhalten hatte als CDU-Fraktionschef Ernst Albrecht. Für den dritten Wahlgang am 12. Februar 1976 kandidierte Ravens als Ersatzkandidat für Kasimier, unterlag aber ebenso Ernst Albrecht, der damit Ministerpräsident wurde. Die Abweichler aus der Koalition sind bis heute unbekannt geblieben, das Ergebnis war jedoch das Ende der Koalition und die Etablierung einer CDU-Minderheitsregierung.

Bei den Landtagswahlen 1978 und 1982 war er Spitzenkandidat der SPD für das Amt des Ministerpräsidenten von Niedersachsen, konnte sich jedoch gegen Albrecht nicht durchsetzen. Mit der Landtagswahl 1978 schied er aus dem Bundestag aus und wurde in den Landtag von Niedersachsen gewählt, dem er bis 1990 angehörte. Dort war er von 1978 bis 1986 Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und Oppositionsführer. Während dieser Zeit war er von 1979 bis 1984 Landesvorsitzender der SPD Niedersachsen und von 1976 bis 1984 Mitglied im SPD-Parteivorstand.

Nach der Landtagswahl 1986 übergab er den Fraktionsvorsitz an Gerhard Schröder und wurde selbst Vizepräsident des niedersächsischen Landtages. Mit Aufgabe des Landtagsmandats 1990 schied er auch aus diesem Amt aus.

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

Von 1979 bis 1991 war er Mitglied der Synode der EKD und von 1980 bis 2003 Präsident des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumplanung.

Ehrungen[Bearbeiten]

Für seine Verdienste bekam Ravens das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1978 das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland[1] verliehen. Außerdem ist er Träger der höchsten Auszeichnung des Bundeslandes Niedersachsen, der Niedersächsischen Landesmedaille.

Kabinette[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karl Ravens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 30, Nr. 172, 13. September 1978.