Gebrüder Weiss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gebrüder Weiss GmbH
Firmenlogo Gebrüder Weiss
Rechtsform Ges.m.b.H.
Gründung 1823
Sitz Lauterach, Österreich
Mitarbeiter Rund 6.000[1]
Umsatz 1,24 Mrd. EUR (vorläufig)[1]
Branche Transport / Logistik / Spedition
Website www.gw-world.com
Stand: 31. Dezember 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014
Firmensitz Lauterach

Die Gebrüder Weiss GmbH ist das älteste österreichische Unternehmen im Bereich Transport und Logistik.

Der Konzern ist ein privates Speditionsunternehmen in Österreich und ist vollständig in Privatbesitz der Familien Senger-Weiss und Jerie. Der Firmensitz befindet sich in Lauterach in Vorarlberg. Weltweit ist das Unternehmen an 150 Standorten vertreten.[1] Seit der EU-Osterweiterung im Jahr 2004 ist sie auch in Ost- und Mitteleuropa verstärkt tätig. Für den Wiener Raum wurde 2006 in Maria Lanzendorf bei Schwechat, das bisher größte Logistikterminal von Gebrüder Weiss, eröffnet. Neben der Durchführung von Linienverkehren und Paketdiensten werden auch kundenspezifische Transport- und Logistiklösungen angeboten.

Geschichte der Gebrüder Weiss GmbH[Bearbeiten]

Gebrüder Weiss ist das älteste Speditionsunternehmen Österreichs. In seiner Entwicklung spiegelt sich auch die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Region. Folgerichtig ist Gebrüder Weiss heute ein global agierendes Unternehmen - mit starken Wurzeln in der Alpen-Donau-Region.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Der Lindauer Bote (Transportdienst zwischen Lindau und Mailand) wurde 1322 erstmals urkundlich erwähnt und die Wizze (Weiss) wurden 1330 in einer Steuerliste des Stiftes St. Gallen erstmals genannt.

Firmengründung 1823[Bearbeiten]

1823 wurde die Firma Gebrüder Weiss in Fußach gegründet und 1872 wurde der Firmensitz nach Bregenz verlegt.

Bis 1914 bauten die Gebrüder Weiss Filialen in der Donaumonarchie - unter anderem in Wien, Venedig, Genua und Triest, aber auch in Buchs (CH). Ferdinand Weiss übernahm 1921 die Geschäftsführung und in der Folge wurden Niederlassungen in Hamburg und Wels gegründet.

Ab 1950 kam es zur Expansionsphase in Österreich: Neue Niederlassungen in Innsbruck, Graz und Linz wurden eröffnet. Die Westeuropa-Verkehre und die Luftfrachtorganisation wurden aufgebaut.

Heidegunde und Paul Senger-Weiss übernahmen 1968 die Führung des Unternehmens und die Gebrüder Weiss OHG wurde 1972 in eine GmbH umgewandelt.

1974 wurden umfangreiche Investitionen in die Niederlassungen und die Internationalisierung des Geschäftes getätigt. Der GW-Konzern mit Holding wird 1980 geschaffen und die Organisation in der Schweiz sowie im deutschen Bodenseeraum ausgebaut. Im selben Jahr erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und darf seither das Bundeswappen im Geschäftsverkehr verwenden.

Der Paketdienst APS Austria Paket System wurde 1988 gegründet und es folgten Kooperations-/Franchisevereinbarungen mit dem DPD (Dynamic Parcel Distribution).

Ab 1989 Expansion nach Mittel- und Osteuropa[Bearbeiten]

Nach dem Fall des "Eisernen Vorhanges" expandierte Gebrüder Weiss 1989 in die benachbarten Mittel- und Osteuropäischen Länder (MOEL). Weiters wurde ein besonderes Augenmerk auf den Ausbau des Filialnetzes in den Nachbarländern (Budapest, Prag, Brünn, Bratislava, Maribor, Ljubljana) sowie in Fernost (Shanghai, Hongkong, Quingdao) gelegt.

Die Geschäftsleitung wurde 1997 um Meier Arnold und Peter Kloiber auf vier GL-Mitglieder erweitert und außerdem eine zentrale Logistikorganisation ins Leben gerufen. Mit der Entwicklung der Internet-Services ISIS/IWIS wurde Kunden und Partnern 1998 die Sendungsverfolgung und Lagerinformation per Mausklick angeboten und die Unternehmens-IT auf SAP/R3 umgestellt.

In Tschechien entstanden 1999 neue Filialen (Budweis, Hradec Králové, Ostrava), ebenso in Ungarn und China (Nanjing). Das Tochterunternehmen inet-logistics wurde gegründet. Ein Joint Venture verstärkt seit 2000 die Präsenz in Singapur und das Filialnetz in China (Ningbo, Beijing), in Kroatien (Zagreb, Osijek, Karlovac) und in Tschechien (Pilsen) wurde weiter ausgebaut. Das Tochterunternehmen x|vise - innovative logistics wurde gegründet. An den Speditionen Cargolog Bulgarien und Cargolog Rumänien wurden 2001 Mehrheitsbeteiligungen erworben. Der Express-Speditionsdienst „ORANGE on time“ startet in Österreich und in China wurden neue Standorte in Tianjin und Dalian eröffnet.

Gebrüder Weiss wurde 2002 von der Tageszeitung „WirtschaftsBlatt“ zum besten österreichischen Familienunternehmen gekürt. Heidi und Paul Senger-Weiss sind die WU-Manager des Jahres 2003. Ein Joint Venture mit Röhlig & Co verstärkte die Präsenz in den USA mit fünf neuen Standorten und Gebrüder Weiss erhielt die wichtige A-Lizenz für den Standort Shanghai. Gebrüder Weiss wurde nun auch operativ in Serbien-Montenegro tätig. Gemeinsam mit dem GW-Partner Röhlig & Co. wurde 2004 in Dubai eine Niederlassung eröffnet und das chinesische Filialnetz erweitert (Zhanjiang, Xiamen).

Wolfgang Niessner wurde Vorstandsvorsitzender der Gebrüder Weiss Holding AG und Gebrüder Weiss führte 2005 e-zoll ein. Mit 15 Partnern wurde das Stückgutnetzwerk System Alliance Europe gegründet. Das Filialnetz in der Slowakei (Banská Bystrica, Senec) und weitere internationale Umschlagplätze (Österreich, USA, Deutschland, Serbien, Rumänien) wurden ausgebaut. Das Tochter-Unternehmen x|vise eröffnete eine Filiale in Dubai.

Gebrüder Weiss Wien zog im Jahr 2006 mit 450 Mitarbeitern in das neue Terminal in Maria Lanzendorf um und der slowakische Speditions- und Expressdienst M&G wurde Teil des Gebrüder Weiss-Konzerns.[2] Die Transportkapazitäten auf der Schiene wurden bei Gebrüder Weiss weiter ausgebaut – mit dem Ziel, ab 2008 bis zu 16.500 Lkw weniger auf die Straße zu bringen.[3]

Im Jahr 2007 konnte mit 4328 Mitarbeitern der Umsatz um 9 Prozent auf 950 Mio. Euro erhöht werden.[4]

Seit dem 7. Jänner 2008 verkehrt der Güterzug Orange Combi Cargo (OCC, so genannt in Anlehnung an die Firmenfarbe) als exklusiver Ganzzug täglich zwischen Wien und Bludenz. Seit dem 22. September 2008 bedient ein OCC auch die Strecke Wien-Salzburg.

Am 3. August 2009 wurde in Maria Saal (Kärnten), nach einem Jahr Bauzeit, ein neues Logistikterminal in Betrieb genommen.[5] Im September 2009 wurde in Bukarest ein Logistik-Terminal eröffnet.[6] Im gleichen Monat stärkt GW sein globales Netzwerk mit 16 Standorten in Indien und treibt seine Expansion im Asien-Pazifik-Raum mit der Gründung von Weiss-Röhlig India weiter voran.[7]

Seit Oktober 2009 führt Gebrüder Weiss mit Inbetriebnahme des neuen Standortes in Mazedonien (Skopje)[8] eine nahtlose Transportabwicklung aus der und in die Balkanregion und übernahm zudem per 12. November 2009 mehr als 75 Prozent an der in Serbien tätigen internationalen Spedition Eurocargo.[9]

Im Jahr 2010 stieg Gebrüder Weiss mit 25 Prozent bei der internationalen Spedition Wilhelm Diehl aus Esslingen (Deutschland) ein.[10] Als offizieller Partner des Expo Office Austria übernahm Gebrüder Weiss sämtliche Transporte für den großen Österreich-Auftritt in Shanghai.[11] Im Juni 2010 erschien das neue WeissBuch³ von Dkfm. Heidi Senger-Weiss und Paul Senger-Weiss im Christian Brandstätter Verlag.[12]

Im Herbst 2010 veröffentlichte Gebrüder Weiss einen Nachhaltigkeitsbericht nach internationalem anerkanntem GRI-Standard.[13] Zudem wurde das neue Cross-Docking-Terminal im rumänischen Sibiu eröffnet.[14] Anhaltendes Wachstum verzeichnete Gebrüder Weiss im Geschäftsjahr 2010 und schließt dieses mit einem vorläufigen Umsatzplus von 17,8 Prozent (Nettoumsatz 978 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahr ab. [15]

2011 entstanden am Standort Wörgl durch den Bau der ersten klimaneutralen Logistikhalle in Österreich ein neuer Umschlagplatz sowie ein Kühllager.[16] Nach der Produkteinführung von „GW pro.line” im März 2011 bietet Gebrüder Weiss ergänzend zum Basisprodukt seit 1. Juni die Premiumservices „GW pro.line 16|12|10” an. Im gleichen Monat erwarb das Unternehmen einen Windpark in Norddeutschland.[17] Zudem erwirtschaftete das Unternehmen erstmals in der über 500-jährigen Geschichte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro. [18]

Im Jahr 2012 erzielte GW einen vorläufigen Nettoumsatz von 1,15 Mrd. Euro [19] und setzt weitere Meilensteine bei der Umsetzung seiner internationalen Wachstumsstrategie: Gründung eines Joint Ventures mit Tegeta Motors Ltd. in Tiflis (Georgien),[20] Im April 2012 übernahm Gebrüder Weiss die Spedition Diehl in Baden-Württemberg zu 100 %,[21] Beginn des operativen Geschäfts am Standort Montenegro. In Jeneč wurde eine neue wichtige Niederlassung in Tschechien in Betrieb genommen. In Asien übernahm Gebrüder Weiss den japanischen Logistikdienstleister JHB Express.

Im November des Jahres 2012 war der Baubeginn der neuen Firmenzentrale eingeleitet. Rund 28 Millionen Euro investierte das Unternehmen in umfassende Neu- und Umbauten am Hauptsitz in Vorarlberg. [22].

Mit dem Bau des neuen Logistikzentrums im georgischen Tiflis und der Übernahme der auf die GUS- und Kaukasus-Länder spezialisierten Spedition Far Freight erweitert Gebrüder Weiss im Jahre 2013 seine Kompetenzen in Zentralasien. [23] Neue Logistikhallen (Slowakei)[24] sowie weitere Standorte werden eröffnet (Ungarn[25], Tschechien[26]). Weiss-Röhlig richtet in Vietnam zwei neue Geschäftsstellen ein.

In 2014 investiert das Unternehmen weiter in den Ausbau seines weltweiten Netzwerks und eröffnet eine Niederlassung in Istanbul (Türkei)[27], bezieht am Firmenhauptsitz im vorarlbergischen Lauterach seine neue Konzernzentrale und expandiert an den Standorten Brünn (Tschechien)[28], Sofia (Bulgarien) sowie Wels (Österreich). In China gründet das Unternehmen mit der Jilin International Transport Corporation (JIT) ein Joint Venture mit Schwerpunkt Automobillogistik[29]. Unter dem Produktnamen GW pro.line home baut Gebrüder Weiss seine Services im Bereich Home Delivery in Österreich sowie in weiteren zentral- und osteuropäischen Ländern weiter aus[30]. Im deutschsprachigen Raum erinnern vier Sonderbriefmarken an den historischen Kurierdienst „Mailänder Bote“ und damit an die Frühgeschichte von Gebrüder Weiss (1474 bis 1826)[31]. Anfang 2015 wurde auch eine neue Niederlassung mit drei Filialen in Russland eröffnet.[32]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für den OCC erhielt der Vorarlberger Transport- und Logistikkonzern Gebrüder Weiss am 13. November 2008 den Österreichischen Staatspreis. Vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) in Wien erhielt Gebrüder Weiss am 12. Oktober 2010 das Bundeswappen „Staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb”.[33]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Kurzporträt von Gebrüder Weiss - gw-world.com abgerufen am 23. März 2015
  2. Geschichte
  3. Gebrüder Weiss transportieren 2008 mehr Güter auf der Schiene (12. November 2007)
  4. Gebrüder Weiss kratzen an Milliarden-Umsatzgrenze (12. März 2008)
  5. Gebrüder Weiss nimmt neuen Terminal Maria Saal in Betrieb (3. August 2009)
  6. Gebrüder Weiss: Logistik-Terminal in Bukarest (4. September 2009)
  7. Gebrüder Weiss erhöht Schlagkraft in Indien
  8. Gebrüder Weiss eröffnet in Mazedonien
  9. Gebrüder Weiss übernimmt serbische Eurocargo
  10. Gebrüder Weiss steigt bei der Spedition Diehl ein
  11. Gebrüder Weiss bringt Österreich zur Expo 2010 Shanghai
  12. WeissBuch³ erschienen
  13. Nachhaltige Berichterstattung basiert auf Transparenz
  14. GW Rumänien: Neuer Cross-Docking-Terminal in Sibiu eröffnet
  15. Anhaltendes Wachstum bei Gebrüder Weiss
  16. GW: Erste klimaneutrale Logistikhalle in Österreich errichtet
  17. Gebrüder Weiss kauft Windpark
  18. Eine Milliarde: Gebrüder Weiss erzielt Rekordumsatz
  19. Gebrüder Weiss weiter im Aufwärtstrend
  20. Gebrüder Weiss: Erster Schritt in den Kaukasus
  21. Gebrüder Weiss übernimmt Spedition Diehl vollständig
  22. Gebrüder Weiss feiert Spatenstich der neuen Zentrale
  23. Gebrüder Weiss baut Kompetenz in Zentralasien weiter aus
  24. Gebrüder Weiss: 20 Jahre erfolgreich in der Slowakei
  25. Gebrüder Weiss: Weitere Niederlassung in Ungarn
  26. Gebrüder Weiss wächst in Tschechien
  27. Türkische Niederlassung eröffnet
  28. Expansion in Tschechien
  29. Joint-Venture Automobillogistik
  30. GW pro.line home - Endkundenbelieferung
  31. Sonderbriefmarken
  32. Logistiker Gebrüder Weiss eröffnet neuen Standort in Moskau (13. Januar 2015)
  33. Auszeichnungen - gw-world.com

Weblinks[Bearbeiten]