Wörgl

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Wörgl
Wappen von Wörgl
Wörgl (Österreich)
Wörgl
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kufstein
Kfz-Kennzeichen: KU
Fläche: 19,73 km²
Koordinaten: 47° 29′ N, 12° 4′ O47.48305555555612.066388888889511Koordinaten: 47° 28′ 59″ N, 12° 3′ 59″ O
Höhe: 511 m ü. A.
Einwohner: 12.980 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 6300,
6302 (Postfiliale/nicht adressierbar)
Vorwahl: 05332
Gemeindekennziffer: 7 05 31
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 15
6300 Wörgl
Website: www.woergl.at
Politik
Bürgermeister: Hedwig Wechner (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
7
4
3
3
2
2
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Wörgl im Bezirk Kufstein
Alpbach Angath Angerberg Bad Häring Brandenberg Breitenbach am Inn Brixlegg Ebbs Ellmau Erl Kirchbichl Kramsach Kufstein Kundl Langkampfen Mariastein Münster Niederndorf Niederndorferberg Radfeld Rattenberg Reith im Alpbachtal Rettenschöss Scheffau am Wilden Kaiser Schwoich Söll Thiersee Walchsee Wildschönau Wörgl Tirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Wörgl im Bezirk Kufstein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Die Stadt Wörgl vom Grattenbergl aus gesehen.
Die Stadt Wörgl vom Grattenbergl aus gesehen.
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Wörgl ist eine Stadt mit 12.980 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Inntal des Bezirks Kufstein in Tirol, etwa 55 Kilometer (Luftlinie) östlich der Landeshauptstadt Innsbruck gelegen. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kufstein. Der Großraum Wörgl beheimatet etwa 31.000 Einwohner.

Wörgl wurde mit dem Namen „Uuergile“ 1116 erstmals urkundlich erwähnt, es befand sich jedoch schon in der Römerzeit eine Siedlung in diesem Gebiet. 1416 wurde das Gemeindegebiet in zwei Landgerichte aufgeteilt, 1815 wurden die Gemeinden Wörgl-Kufstein und Wörgl-Rattenberg politisch eigenständig.

1911 erfolgte nach der Gemeindevereinigung die Erhebung zur Marktgemeinde, 1951 wurde Wörgl zur Stadtgemeinde erklärt.

Während des Tiroler Freiheitskampfes 1809 wurde in Wörgl eine entscheidende Schlacht geführt. In den 1930er Jahren wurde Wörgl durch sein Freigeldexperiment weltweit bekannt, im Zweiten Weltkrieg erlitt der Ort eine starke Zerstörung. Wirtschaftlich nimmt Wörgl im Dienstleistungssektor eine in Tirol herausragende Stellung ein.

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Wörgl schmiegt sich in einem sanften Bogen an die südlichen Talseiten des Inntals und Brixentals und liegt am Schnittpunkt von Brixental, Sölllandl, Inntal und dem Hochtal Wildschönau bzw. am Zusammenfluss der Brixentaler Ache mit dem Inn. Die Stadt befindet sich auf dem breiten Schwemmkegel des Wörgler Baches, der Brixentaler Ache und einiger kleinerer Bergbäche. Wörgl ist bezogen auf die Einwohnerzahl die sechstgrößte Gemeinde Tirols[1], liegt flächenmäßig mit 19,73 Quadratkilometern aber nur auf dem 171. Rang.

Gemeindegliederung und Stadtumgebung[Bearbeiten]

Von den 1.973,28 Hektar Gemeindegebiet entfallen 1.181,71 ha auf die Katastralgemeinde Wörgl-Kufstein (KG-Nr. 83020) und 791,57 ha auf die Katastralgemeinde Wörgl-Rattenberg (KG-Nr. 83021).

Zählsprengel in Wörgl
Name Zählsprengel Ein-
wohner
Woh-
nungen
Ge-
bäude
000 Wörgl-Zentrum 825 381 144
001 Zentrum-Umgebung-West 1117 501 268
002 Zentrum-Umgebung-Nord 1312 572 151
003 Bahnhofsviertel 2412 1096 182
004 Zentrum-Umgebung-Nordost 1267 644 208
005 Zentrum-Umgebung-Südost 2489 1017 374
006 Wörgl-Ost 729 303 213
007 Wörgl-West 734 317 208
Einwohner Stand: 2001[2]

Wörgl wird in folgende Stadtteile eingeteilt:
Lahntal, Mayrhofen, Söcking und Wörgler Boden; zudem befinden sich noch die Siedlungen Bodensiedlung, Egerndorf, Einöden, Friedensiedlung, Gießen, Haus, Mühlstatt, Pinnersdorf und Winkl im Gemeindegebiet.

Das Gemeindegebiet wird im Westen zu Kundl hin durch den Lahnbach, im Norden gen Angerberg vom Inn und im Osten zu Kirchbichl von der Brixentaler Ache begrenzt. Die Grenze zu Wildschönau im Süden von Wörgl verläuft über die Bergkämme des 1109 m hohen Möslalmkogels und des 1108 m hohen Eissteins.

Südlich des Stadtzentrums werden steilere Abhänge von den vier Klammen Müllnertal, Latreinbach-, Aubach- und Gschießklamm durchschnitten. Nördlich des Stadtzentrums befinden sich der Hauptbahnhof und der Autobahnverteilerknoten Wörgl-Ost. Im Osten erstreckt sich die Gemeinde in das Brixental mit dem Ortsteil Wörgler Boden, der Ruine Wehrburg, einem kleinen Wasserkraftwerk sowie der neuen Unterflurtrasse Bruckhäusl der Loferer Straße. Westlich des Zentrums senkt sich die Talsohle teilweise auf unter 500 m. ü. A. zum sogenannten Wörgler Becken ab, das zuletzt beim Hochwasser 2005 vollständig überschwemmt wurde.

Flächennutzung[Bearbeiten]

Von der 19,73 km² großen Gemeindefläche sind (Stand 2011, Tirol Atlas):[3]

55,4 % der Fläche Wörgls (das sind 10,94 km²) gelten als Dauersiedlungsraum.

Die Länge aller Gemeindestraßen Wörgls zusammen beträgt etwa 72 km, die Länge aller Bundes- und Landesstraßen (Tiroler Straße B 171, Brixentalstraße B 170 und L 3) 12,2 km. Im Gemeindegebiet befinden sich 19 Straßenbrücken und 6 Bahnbrücken bzw. Überführungen[4].

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Wörgler Nachbargemeinden

Trotz seiner geringen Größe grenzt Wörgl an acht Gemeinden, von denen sich zwei Gemeinden (Hopfgarten im Brixental und Itter) bereits im Bezirk Kitzbühel befinden. Die etwa zehn Kilometer langen Grenzverläufe zu Breitenbach am Inn, Angerberg, Angath, Kirchbichl und teilweise Itter folgen ausschließlich den Verläufen des Inn und der Brixentaler Ache, während die Grenze zu Kundl entlang einer Klamm und der Grenzverlauf zu Wildschönau, Hopfgarten und Itter den südlichen Bergkämmen folgt.

Stadtregion Wörgl[Bearbeiten]

Der Tiroler Planungsverband 29 Wörgl und Umgebung besteht aus den acht Gemeinden Angath, Angerberg, Bad Häring, Breitenbach am Inn, Kirchbichl, Kundl, Mariastein und Wörgl mit insgesamt etwa 31.000 Einwohner, womit die Region etwa so viele Einwohner wie das gesamte Zillertal aufzuweisen hat. Die Stadtregion zeichnet sich als einer der dynamischsten Wachstumsräume Tirols aus. Im breiten Talboden des Inntales ist die Region im Bereich der Gemeinden Kirchbichl, Kundl und Wörgl stärker bebaut, während am nördlich gelegenen Mittelgebirgsrücken des Angerberges eine weitgehend agrarisch geprägte Landschaft erhalten blieb. Mit Bad Häring befindet sich auch ein Kur- und Rehabilitationsort in der Region, im Mittel ist der Tourismus jedoch nur gering ausgeprägt.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Die Flora und Fauna rings um Wörgl wurde im Laufe des letzten Jahrhunderts durch die expandierende Stadt stark beeinflusst. Es gibt im Gemeindegebiet nur kleine Rückzugsgebiete für die Tier- und Pflanzenwelt, unberührte Landschaftsteile sind nur mehr selten auffindbar. Die Gewässer bieten jedoch ideale Bedingungen für Wasseramseln (Cinclus cinclus), Bachstelzen (Montacilla alba), Eiderenten (Somateria mollissima) und seltener Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) sowie Alpenstrandläufer (Calidris alpina). Ebenso zurückgedrängt sind die Freiräume für Feldhasen (Lepus europaeus) und Wiesel (Mustela erminea) in den wenigen Feldern der Talebene. Lediglich die Wälder bieten abseits der Forst- und Wanderwege größere Lebensräume für Füchse (Vulpes vulpes), Waldgämse (am ehesten im Bereich des Hennersberges auffindbar), Spechte (Dendrocopos major) und Eichhörnchen (Sciurus vulgaris).[5]

Die Mischwälder der Bergkette im Süden der Gemeinde – Wörgler Berg, Eisstein, Möslalmkogel und Riederkogel – setzen sich aus Tannen (Abies), Fichten (Picea), Buchen (Fagus), Bergahorn (Acer pseudoplatanus) und Lärchen (Larix) zusammen. An den steilen Abhängen der Schluchten finden sich weiters noch die hier seltenen Eiben (Taxus) und Stechpalmen (Ilex Aquifolium). Auf dem Schwemmkegel des Lahnbaches im äußersten Westen der Gemeinde wächst ein in Tirol sehr selten gewordener Edellaub-Mischwald. Hier dominieren Baumarten wie der Bergahorn, Sommerlinde (Tilia platyphyllos), Gemeine Esche (Fraxinus excelsior), Stieleiche (Quercus robur), Winterlinde (Tilia cordata) und Bergulme (Ulmus glabra). Der Borstgrasrasen und Kalkmagerrasen des Möslalmkogels stellt eine artenreiche kalkliebende Flora dar. Von den einst sehr ausgedehnten Auwäldern entlang der Brixentaler Ache und besonders des Inn ist heute aufgrund der Regulierungen, der Ausdehnung des Weidelandes und der Errichtung der Autobahn nur mehr wenig erhalten geblieben. Einige Arten der Weide (Salix) und Erle (Alnus) säumen heute die schmalen und teils steilen Ufer. Am entlang der Bahnstrecke gelegenen Entwässerungsgraben Gießen befindet sich heute ein hinsichtlich des Arten- und Pflanzenreichtums schützenswerter Landschaftsteil, der jedoch aufgrund diverser Hochwasserschutzbauten ebenfalls Einbußen erleiden musste. Als Bahnknotenpunkt besitzt Wörgl auch eine artenreiche Bahnkörperflora, welche aufgrund der dort vorherrschenden mageren und nährstoffarmen Böden eine ökologische Nische für teils gefährdete Pflanzenarten darstellt.[6]

Schutzgebiet Filz und Naturdenkmal Kaiserlinde[Bearbeiten]

Am Westrand des Stadtgebietes befindet sich ein nach dem Tiroler Naturschutzgesetz 2005 geschützter Feuchtgebietskomplex aus Hoch-, Übergangsmooren, Kleinseggenrieden, Nasswiesen und Hochstaudenfluren. Aufgrund der Lage inmitten des dicht besiedelten Talbodens zwischen Wörgl und Kundl stellt die Filz mit ihrem großen Artenreichtum ein wertvolles Relikt der in der Inntalniederung ehemals großflächig verbreiteten Feuchtgebietsvegetation dar. Auch das Vorkommen zahlreicher geschützter und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, davon sind elf Pflanzenarten in Tirol regional und zwei Arten in Tirol stark gefährdet, unterstreicht die Schutzbedürftigkeit dieses Moores. Das Feuchtgebiet dürfte ein Überbleibsel eines früheren Innarmes sein, an dem bei Hochwässern toniges, wasserundurchlässiges Material abgelagert wurde. Durch die Innregulierungen entstand ein isoliertes Biotop, das jetzt nur noch von Hangwässern gespeist wird. Das Feuchtgebiet besitzt eine Torfauflage von 10 bis 30 cm Mächtigkeit. Nach in den 1960er Jahren eingeleiteten Entwässerungsmaßnahmen, die sich sehr negativ auf den Feuchtigkeitskomplex ausgewirkt hatten, pachtete die Stadt 1986 den östlichen Biotopbereich zu Schutzzwecken, 1992 kamen weitere Teile hinzu. 1994 richtete die Ökologiegruppe Wörgl einen Schaupfad mit Schautafeln ein. Das Schutzgebiet leidet noch an den Entwässerungsmaßnahmen und ist durch das umliegende intensiv genutzte Grünland sowie das angrenzende Gewerbegebiet gefährdet. Das Schutzgebiet hat gegenwärtig eine Fläche von 5,22 Hektar.[7]

Im Stadtzentrum, zwischen Pfarrkirche und Musikschule (ehemalige Volksschule), befindet sich die Kaiserjubiläumslinde. Anlässlich des fünfzigjährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. pflanzte der Wörgler Verschönerungsverein zwanzig Winterlinden zu einer Allee, von denen eine im Stadtzentrum als Jubiläumslinde gesetzt werden sollte, um bei den Feierlichkeiten enthüllt zu werden. Doch der Jungbaum wurde zerstört, stattdessen pflanzte der Direktor der Volksschule eine Linde vor dem Schulgebäude. Auf dem Baumstamm erinnert eine Tafel an das Thronjubiläum und das Setzjahr 1898.[8]

Karte des Gemeindegebietes mit Verkehrsnetz, Siedlungen, Gewässern und Nachbargemeinden

Gewässer im Gemeindegebiet[Bearbeiten]

Das Hauptgewässer im Wörgler Gemeindegebiet ist der Fluss Inn, der im Norden die Grenze zu den Gemeinden Breitenbach am Inn, Angerberg und Angath bildet. Der Fluss entwässert bis hierhin etwa 9.000 km² und besitzt eine Breite von rund 120 m (Innsteg), der Durchfluss-Tagesmittelwert liegt zwischen 100 m³/s im Winter und 600 m³/s im Sommer. Bei Hochwassersituationen tritt der Inn selbst nicht über die Ufer, jedoch kann es aufgrund von Rückstauungen der in den Fluss mündenden Gewässer zu Überbordungen kommen. Für die Stadt hatten der Inn und die bis ins 20. Jahrhundert andauernde Innschifffahrt kaum Bedeutung, an Stelle des heutigen Innsteges befand sich bis zu dessen Errichtung 1982 die letzte Innfähre in Tirol.

Die Brixentaler Ache passiert auf ihren letzten Flusskilometern die Stadt. Die Ache erreicht dabei im Südosten, nachdem sie die Itterschlucht verlassen hat und von der Wehranlage des Kraftwerkes Bruckhäusl aufgestaut wird, das Gemeindegebiet und fungiert bis zur Mündung in den Inn als Gemeindegrenze zu Itter, Kirchbichl und Angath. Mehrere seit den 1950er Jahren errichtete Uferbefestigungen schützen das Achenbett vor Erosionen bei hohem Wasserstand, Hochwässer mit Überbordungen sind entlang der Ache bis auf den Mündungsbereich sehr selten.

Das drittgrößte Gewässer in der Gemeinde ist der Wörgler Bach, der mit einer Entwässerungsfläche von etwa 20 km² die Niederau (Gemeinde Wildschönau) entwässert und durch das Müllnertal auf Wörgl trifft. Der den Ort von Süden nach Norden durchquerende Bach hat seit jeher eine wesentliche Bedeutung für die Stadt, in der Vergangenheit sowohl als ehemalige Gemeindegrenze, als Wasserquelle für das erste Schwimmbad sowie als Standort für Hammerschmiedbetriebe und aktuell als Kraftwerksstandort und Katastralgemeindegrenze. Der Bach überflutete immer wieder das Stadtgebiet, weshalb seit den Anfängen des 20. Jahrhunderts ständige Regulierungen und Uferverbauungen einen heute guten Hochwasserschutz schafften.

Im Westen durchqueren ebenfalls von Süden nach Norden der Latreinbach, der Aubach und der Lahnbach das Gemeindegebiet, bis sie in den Gießenbach münden. Dieser sammelt das anfallende Grundwasser, das insbesondere vom Wasserstand des Inn abhängt, sowie die genannten Gebirgsbäche entlang der Bahnstrecke westlich des Hauptbahnhofs. Durch das Pumpwerk Gießen wird er in den Inn geführt. In Wörgl Boden (Brixental) gibt es nur kleinere Bäche mit kaum nennenswerten Wassermengen, die in regulierter Form in die Brixentaler Ache münden. Sonstige kleinere Bäche erreichen die Vorfluter nur nach stärkeren Regengüssen bzw. Unwettern, können dann jedoch erhebliche Schäden verursachen. Nach einem verheerenden Unwetter im Jahr 1956, bei dem sämtliche Bäche im Stadtgebiet ein außerordentliches Hochwasser führten, begannen umfangreiche Schutzmaßnahmen. Dabei wurden an den Schluchtausgängen Geschieberückhaltemauern errichtet und die Bäche in steinerne Gerinne geleitet.

Bis auf einen etwa 8.200 m² großen Anglersee im Westen des Schutzgebietes „Filz“ und kleinere Sumpftümpel befinden sich keine weiteren Seen im Gemeindegebiet.

Die Gewässer im Westen der Stadt mit deren Verbauungen. Blau hinterlegt ist die im Hochwasser 2005 aufgrund eines Dammbruchs überflutete Fläche

Klima[Bearbeiten]

Da sich die Stadt im Gebiet der Nordstaulage befindet, sind die Jahresniederschläge entsprechend hoch. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge belief sich im Beobachtungszeitraum von 1971 bis 2000 auf 1.135,2 mm. Die Hauptniederschlagszeit liegt zwischen April und Oktober mit Höchstwerten in den Monaten Juni, Juli und August. In dieser Zeit ziehen häufig Starkregen- oder Gewitterwolken, die bis zu Unwettern mit starkem Hagelschlag und Sturmfronten heranwachsen können, hauptsächlich von Westen kommend über Wörgl. Dabei können sogar heftige Sturmböen mit Tornadoerscheinungen entstehen. Die Niederschläge konzentrieren sich jedoch meist nördlich der Stadt und ziehen weiter nach Nordosten. Wörgl liegt kaum mehr im Föhngebiet wodurch es zu stärkeren Schadstoffbelastungen und im Sommer zu höheren Temperaturen kommen kann. Die Winter sind aufgrund der Nordstaulage niederschlagsreich, doch die Temperaturen liegen meist ungünstig für stärkere Schneefälle.

Wörgl
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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-4
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Klima.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Wörgl
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1 4 11 16 20 24 25 23 20 15 8 2 Ø 14,1
Min. Temperatur (°C) -7 -5 1 4 8 11 13 12 10 5 0 -4 Ø 4
Niederschlag (mm) 73,9 62,0 76,3 72,7 95,7 140,3 158,0 142,4 90,8 64,5 81,0 77,6 Σ 1.135,2
Sonnenstunden (h/d) 3 4 5 6 7 6 7 6 6 5 3 2 Ø 5
Regentage (d) 13 13 11 14 15 19 19 17 14 12 12 13 Σ 172
T
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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c
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l
a
g
73,9
62,0
76,3
72,7
95,7
140,3
158,0
142,4
90,8
64,5
81,0
77,6
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Klima.org

Geologie[Bearbeiten]

In der letzten Eiszeit schob sich der etwa 1400 m dicke, größte und längste ostalpine Eisstrom über das heutige Wörgler Becken. Nach dem Gletscherrückzug füllte sich das Inntal im Laufe mehrerer Jahrmillionen auf. Die Schuttsohle des Inntales bei Wörgl ist in etwa zwei Kilometer breit. Die feste Talsohle befindet sich laut Bohraufschlüssen in circa 90 bis 150 m Tiefe. Dazwischen befinden sich unterschiedliche Materialien, wie Sand, Ton, Zementmergel, bituminöser Mergel und Stinksteinschichten. Im Gemeindegebiet findet man u. a. Dolomit, Buntsandstein, Kalk und Schiefer.[9]

Etymologie[Bearbeiten]

Woher der Name Wörgl kommt, ist immer noch nicht lückenlos geklärt. Es sind weder Namen der um 800 v. Chr. in diesem Bereich gelegenen vorgeschichtlichen Siedlung noch der römerzeitlichen Ortschaft überliefert. Vermutlich stammt der eher ungewöhnliche Ortsname von „twerch“ (zwerch, = quer) vom den Inntalboden querenden Wörgler Bach. Dennoch muss angenommen werden, dass hier die bayrische Landnahme derart gewaltsam und rasch erfolgt war, dass eine Weitergabe des vorbayrischen Ortsnamens durch die Altbewohner nicht mehr stattfinden konnte. Die erste Nennung erfolgte als „Uuergile“ in Zusammenhang eines „Hartwich de Uuergile“ zwischen 1104 und 1116.[10] Weitere Namensnennungen waren „Wergel“ (1196–1214),[10] „Wergell“ (1385), „Twergel“ (1390),[11] „Wergl“ (1397), „Zwergl“ (1470, könnte eine Abkürzung für "zu Wergel" bedeuten)[12] und gelegentlich auch „Wirgl“ (1468 und in Leopold Mozarts Brief 1769).[13] Hauptsächlich durchgesetzt hat sich jedoch „Wergl“ (vermutlich ab 1515), woraus sich dann im Laufe der Zeit „Wörgl“ entwickelte.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Alterspyramide von Wörgl, Stand: 1. Jänner 2014

Demografie[Bearbeiten]

Von den 12.980 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2014) zählten rund 15 % zur Altersgruppe unter 15 Jahren, etwa gleich viele waren älter als 65, der größte Bevölkerungsanteil war zwischen 45 und 49 Jahre alt. 17,1 % waren keine österreichischen Staatsbürger, wovon 4,9 % bzw. 109 Einwohner (im Vergleich zur Gesamtbevölkerung 0,8 %) nicht aus Europa stammten. Die Verteilung zwischen der weiblichen und männlichen Bevölkerung in der Stadt ist nahezu ausgewogen.[14]

Familien[Bearbeiten]

Die Registerzählung vom 31. Oktober 2011 ermittelte etwa 3600 Familien, wovon der Großteil dem Typ „Ehepaar“ entsprach. Die Anzahl der Familien mit keinem oder einem Kind war beinahe gleich hoch, etwa 20 % meldeten zwei Kinder in der Familie. Die rund 5600 Haushalte bestanden hauptsächlich aus Ein-Personen-Haushalten. Durchschnittlich bildeten 2,8 Personen eine Wörgler Familie, die durchschnittliche Kinderanzahl lag bei 1,6 Kindern in Familien[15].

Während sich der Anteil an ledigen und verheirateten Personen in der Wörgler Bevölkerung 2001 mit 45,1 % zu 42,2 % annähernd die Waage hielt, vergrößerte sich der Abstand zur Registerzählung 2011 auf 44,9 % zu 40,8 % was einen Unterschied von 530 Einwohnern entsprach.

Religion[Bearbeiten]

In der Stadtgemeinde Wörgl wurden bei der Volkszählung 2001 10.855 Einwohner registriert, davon bekannten sich rund 78 % der Einwohner zur römisch-katholischen Kirche, etwa 8 % zum Islam, und etwa 2 % waren ohne religiöses Bekenntnis.[16]

Bildung[Bearbeiten]

Von den 10.676 Bewohnern Wörgls, die am 31. Oktober 2011 älter als 15 Jahre waren, hatten 16,6 % eine Matura absolviert, wobei 6 % noch zusätzlich eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen haben. Etwa die Hälfte der in Frage kommenden Bevölkerungsgruppe verfügte über einen Lehrabschluss oder den Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule. 35 % hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss. Von den etwa 2100 Schülern und Studenten besuchte der Großteil eine Pflichtschule, ein Sechstel wurde in Schulen mit Maturaabschluss unterrichtet. Der Anteil an Schülern einer BMS, Polytechnischen Schule oder Sonderschule lag jeweils unter 5 %, Studenten an einer Universität, Fachhochschule oder Akademie machten knapp über 10 % aus.[17]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Wörgl war bis zur Errichtung der Giselabahn ein einfaches Bauerndorf, das größtenteils von der Landwirtschaft und den durchfahrenden Reisenden lebte. Nach dem Bau der Eisenbahn durch das Inntal und dem ein wenig später erfolgten Anschluss ins Brixental erlebte Wörgl als Eisenbahnknotenpunkt einen gewaltigen Aufschwung. So hatte die damalige Dorfgemeinde im Jahr 1900 bereits über 3000 Einwohner, alleine zwischen 1880 und 1890 erhöhte sich die Bevölkerungszahl um 56,2 %. In den 1920er und 1930er Jahren blieb die Bevölkerungsentwicklung beinahe stehen, im Jahr der Stadterhebung 1951 folgte wieder ein stärkerer Anstieg der Einwohnerzahl (+33,2 %). Bei der Volkszählung 1991 durchbrach die Stadtgemeinde erstmals die 10.000-Einwohner-Grenze. Der stärkste Anstieg innerhalb eines Jahrzehnts wurde zwischen 2001 und 2011 mit 1760 neuen Einwohnern registriert. Wörgl zählt zu den am schnellsten wachsenden Gemeinden Tirols. So hat sich die Bevölkerung von 1869 bis 2014 mehr als verzwölftfacht, während die Bevölkerung in Tirol bzw. im Bezirk etwa ein Viertel dieser Entwicklung aufweisen kann.[18]


Geschichte[Bearbeiten]

Wörgl vor der ersten Namensnennung[Bearbeiten]

Die Grundmauern der römischen „Villa Rustica“, welche 1949 im Wörgler Stadtzentrum entdeckt wurden

Das Gebiet von Wörgl war nach dem Befund von Ausgrabungen schon seit der frühen Eisenzeit (1000 v. Chr.) besiedelt;[19] auch reger Handel wurde damals bereits getrieben. So befinden sich beim Grattenbergl, dem Egerndorfer Feld und der Wimpissinger Schottergrube die umfassendsten prähistorischen Grabungsplätze Nordtirols. Ein Anziehungspunkt waren vorhandene Möglichkeiten zum Erzabbau des hier ausstreichenden Schwazer Dolomits; mit Sicherheit gab auch die Verkehrslage (Weg von den Kupfergruben um Kitzbühel zum Inntal) Anreize zum Entstehen von Siedlungen. Bereits damals führte eine römische Hauptstraße von Veldidena nach Iuvavum durch Wörgl, welche später als „Landtstraße Ordinarii“, „Wörgler Gassen“, „Kriegsstrassen“ oder „Salzburger Reichsstraße“ denselben Verlauf durch den Ort wie die heutige Tiroler Straße B 171 als „Innsbrucker Straße“, „Andreas-Hofer-Platz“ und „Salzburger Straße“ beschrieb.

Bei der Ausgrabungsstätte im Egerndorfer Feld wurden etwa 500 rund 2500 Jahre alte Urnengräber freigelegt und detailliert untersucht.

Auch eine römerzeitliche Siedlung im heutigen Stadtgebiet ist nachweisbar. 1842 kamen im Anger des Unterkrumbacherhofes die Reste eines römischen Landhauses des 2. Jahrhunderts n. Chr. zum Vorschein, bei der eine Terra sigillata-Schale und bemalte Mauerteile gefunden wurden, die heute in Vitrinen der Neuen Mittelschule Wörgl 1 zu sehen sind. Die aus Geröllsteinen errichteten Wände hatten eine Mächtigkeit von etwa 70 cm. Die Ausstattung der Villa war durchaus luxuriös, der Fußboden bestand aus festem Estrich, in fünf Räumen wurden Wandmalereien gefunden. Ein Raum besaß eine Fußbodenheizung (Hypokaustum), die benötigte Warmluft wurde auch innerhalb der Wände zur Beheizung hochgeführt. Möglicherweise wurde die Heizung auch für ein Warmwasserbad (Caldarium) verwendet.[20]

St. Laurentius, der Pfarrpatron, weist auf eine vorgermanische Christianisierung hin und selbst noch in den Flurkarten der Jahre vor dem Bahnbau zeigen die Grundstücke an der damaligen Reichsstraße jene Quadratform und Größe, wie sie vom römischen Ackermaß her bekannt sind. Heute befinden sich am südlichen Stadtrand der Dallnhof, der städtische Bauhof, eine Busgarage und der neue Friedhof Süd innerhalb eines im heutigen Kataster erkennbaren römischen Ackermaßes (230 x 230 m).

Im späten 6. Jahrhundert drangen die Bajuwaren in den Raum Wörgl vor.

12. Jahrhundert bis Tiroler Freiheitskampf[Bearbeiten]

Mauerreste der Wehrburg
Der von Mozart in Wörgl geschriebene Brief an seine Schwester, in der ersten Zeile ist der Ortsname („Wirgel“) unterstrichen

Die erste Nennung Wörgls als Uuergile findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1116, in der von einem Hartwich de Uuergile (Hartwich von Uuergile) die Rede ist.[10]

1255 wird in der Wiltener Urkunde erstmals die Wehrburg als ein castellum (lateinisch für „Festung“) erwähnt. Heute sind von ihr nur noch spärliche Mauerreste vorhanden. Sie befindet sich oberhalb des Ortsteiles Haus, rund 5 km östlich des Ortskerns. Ab 1310 wurde die Burg immer wieder als wichtiger Stützpunkt der herzoglich-bayrischen Herrschaft im Unterinntal erwähnt. Auch im Laufe des 14. Jahrhunderts taucht sie immer wieder in Urkunden und Dokumenten auf, bis 1363 das Haus Österreich die gefürsteten Grafen von Tirol stellte. Man konzentrierte sich von nun an auf die Burg Rattenberg und die Festung Kufstein. Die 1892 noch als „Burgstätten am Pfaffenberg“ bezeichnete Ruine wurde nicht mehr besetzt und geriet in Vergessenheit.[21] Heute erinnert noch das Wörgler Stadtwappen an die einstige regionale Bedeutung der Wehrburg.

1416 erfolgte eine administrative Aufteilung des Raumes Wörgl auf zwei Landgerichte. Die Grenzlinie des Wörgler Bachs soll auf die beiden Siedlungskerne – Wörgl-Kufstein besitzt einen germanischen (verkehrswegorientiert), Wörgl-Rattenberg einen romanischen (gewässerorientiert) – zurückgehen.

Erst 1504 fiel das Land unterhalb der Zillermündung mit der Eroberung der Festung Kufstein durch den deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I. endgültig an die Gefürstete Grafschaft Tirol.

Trotz der Zweiteilung des Orts waren ältere Gemeinsamkeiten weiterhin lebendig geblieben. Es gab wohl zwei „Dorfmeister“ (gewählte Dorfvorsteher, entspricht den heutigen Bürgermeistern) und zwei „Trüchl“ (Gemeindekassen), doch einen Namen, eine gemeinsame Kirche und eine einheitliche Wirtschaftsgemeinde, die Flur und Wald gemeinsam nutzte und miteinander die Lasten trug, wie der Dorfbrief von 1609 beweist, der ein aufschlussreiches Rechtsdokument über die Lebensumstände dieser Zeit darstellt.[22] Der Wörgler Dorfbrief erklärt gleich zu Beginn die Gemeindeordnung und die Stellung der zwei Dorfmeister:

„Anfenglichen und zwar vor allen alldieweilen wir gemelt das Torf abgethailt und under zweierlei Botmäsigkeit Jurisdiction ist, also sollen auch ein ganz Gemain und Dorfschaft alda zu Wörgl auß und unter ihr selbst, gleich wie es von alters her alwögen beshero geschehn, zwen Dorfmaister gesetzt werden.“

Der Wörgler Dorfbrief von 1609 im Wortlaut (Ausschnitt)

Die Wahl der Dorfmeister fand jedes Jahr um den Martinstag (11. November) statt, die Gemeindeversammlungen wurden abwechselnd in den drei Gaststätten Kögltafern (heute Hotel Alte Post), Gratltafern (heute Neue Post) - beide in Wörgl-Kufstein - und Lamplhof (heute Gasthof zum Weißen Lamm) in Wörgl-Rattenberg abgehalten.

1786 wurde die erste Wörgler Poststation in der Kögltafern eingerichtet, der erste Postmeister war der Wirt des Gasthauses. Bis dahin musste die Post stets in Kundl abgegeben bzw. geholt werden. 60 Jahre später besaß die Poststation acht Pferde und zwei Kutschen mit Postillionen, die das Gebiet von Kirchbichl bis Westendorf versorgten. Die „Post im Kögl“ (Alte Post) war bis 1891 in Betrieb, bis die Station über den Kirchplatz zur Gradltafern (Neue Post) übersiedelte.[23]

1815 wurden die beiden Ortschaften Wörgl-Kufstein und Wörgl-Rattenberg zu zwei eigenständigen politischen Gemeinden erklärt.

Mehrere namhafte Persönlichkeiten wählten in dieser Zeit die Gasthöfe von Wörgl als Übernächtigungsstätte während einer Durchreise. Beispielsweise nächtigten Kaiser Ferdinand II. und seine Gemahlin Eleonora am 4. und 10. Februar 1622 auf der Hin- und Rückreise von Innsbruck im Ort. Auch Leopold Mozart und sein Sohn Wolfgang Amadeus Mozart quartierten sich auf ihrer Reise von Salzburg nach Italien am 17. Dezember 1769 in einem Wörgler Hof ein. Von hier aus verfasste der junge Wolfgang seinen ersten Brief an seine Schwester Nannerl. Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart besuchten Wörgl auch in den Jahren 1771, 1772 und 1773.

Weiters reisten Kaiser Maximilian I. (1514 und 1515 je zweimal sowie 1518 „todkrank“),[24] Kaiser Leopold I. (1665), Herzog Karl von Lothringen-Commercy (mehrmals 1681/90), Prinz Eugen von Savoyen (1701 und 1717), Kaiserin Maria Theresia (1739 und 1765) und Kaiser Josef II. (1765 und 1777) u. a. entlang der Hauptstraße durch den Ort.[25]

Wörgl im Tiroler Freiheitskampf[Bearbeiten]

Der Tiroler Freiheitskampf im Wörgler Becken 13. Mai 1809

Am 13. Mai 1809 fand die entscheidende „Schlacht bei Wörgl“ im Tiroler Freiheitskampf unter Andreas Hofer statt. Um vier Uhr morgens brach Generalfeldmarschall Carl Philipp von Wrede von Ellmau aus mit seiner von Napoleon entsandten Truppe von über 10.000 Mann, die vor allem aus bayrischen und sächsischen Soldaten bestand, zur Rückeroberung Tirols in Richtung Wörgl auf. Die Tiroler Truppen unter Führung von General Chasteler waren bald umstellt und konnten nur durch das rasche Eingreifen einer verbündeten Kompanie befreit werden; die napoleonischen Truppen von Wredes wägten sich bereits in Siegeslaune. Um etwa 10 Uhr überschritten die österreichischen und bayerischen Truppen die Brixentaler Ache, und es begannen heftige Abwehrkämpfe am Grattenbergl, in Egerndorf und an der Grattenbrücke, der bei Wörgl einzigen Straßenbrücke über die Ache. Nachdem die Österreicher es geschafft hatten, die verrammelte Brücke zu überschreiten, begann eine weitere Schlacht in den östlichen Feldern vor Wörgl gegen die Bayern. Von Wredes Reiter konnten jedoch die österreichischen überrennen, und die bayerische Artillerie begann den Ort zu beschießen. Nachdem von Wrede das Dorf nördlich (zwischen Söcking und Kirche) umgangen hatte und die österreichische Linie von Westen her beschoss, waren die Österreicher um Mittag genötigt, den brennenden Ort zu räumen. Der Rückzug artete in eine Hetzjagd rings um Wörgl aus, bei der hohe Verluste zu beklagen waren. Am südlichen Bergrand waren heimische Schützen aufgestellt, um Truppen, welche den Ort südlich zu umgehen versuchten, aufzuhalten. Sie konnten den schwachen Truppen nicht mehr zu Hilfe eilen. Das Aufeinandertreffen kostete den Österreichern 38 Offiziere, etwa 1.000 Mann wurden verwundet, von denen 655 starben. Die Höhe der Verluste des napoleonischen Lagers ist nicht bekannt, es dürften aber insgesamt etwa 1.000 Soldaten gefallen sein. Das Dorf erlitt etliche Brände und Plünderungen.[26] Die Bayern, Sachsen und Franzosen zogen daraufhin brandschatzend und mordend durch das Unterinntal gegen Innsbruck, wo daraufhin die Zweite Bergiselschlacht stattfand. Das von Christian Plattner gestaltete und zum 100-jährigen Jubiläum 1909 eingeweihte Denkmal „Wörgler Reara“ vor der Stadtpfarrkirche erinnert an diesen Tag.

Aufstieg Wörgls während der Zeit Kaiser Franz Josephs I.[Bearbeiten]

Der Raum Wörgl im Jahr 1870 (Franzisco-Josephinische Landesaufnahme), zu sehen ist die Position des alten Bahnhofes, sowie die noch geringe Ausbreitung des besiedelten Gebietes im Talboden
Der alte Wörgler Bahnhof vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
1909 besuchte Kaiser Franz Joseph I. Wörgl

1842 starben mehr als 40 Menschen in Wörgl an einer Choleraepidemie. Immer wieder kursierten in Wörgl schwere Krankheiten, die von durchreisenden Menschen in den kleinen Ort verschleppt wurden, 1896 litt das Dorf unter einer Typhusepidemie.

In den Jahren 1863/64 wurde das Siedlungsgebiet Wörgl zu zwei selbstständigen Gemeinden erhoben, Wörgl-Rattenberg und Wörgl-Kufstein, nachdem diese 1815 politisch eigenständig und 1854 als unselbstständige Fraktionen den Nachbargemeinden Kundl bzw. Kirchbichl angeschlossen worden waren.[27] Der Wörgler Bach bildete die Grenze zwischen den beiden Gemeinden und gleichzeitig zwischen den Gerichtsbezirken Rattenberg und Kufstein. Bis heute erinnert an diese bis 1910 bestehende Teilung, dass Wörgl aus zwei Katastralgemeinden besteht und daher zwei Grundbücher, die den alten Gemeindegebieten und -namen entsprechen, besitzt.

Der wirtschaftliche Aufstieg Wörgls begann mit dem Bau der Giselabahn in den Jahren 1873 bis 1875 und deren Anbindung an die 1858 gebaute Unterinntalbahn, wodurch Wörgl noch vor Innsbruck zum ersten Tiroler Eisenbahnknoten wurde. Der Wörgler Hauptbahnhof ist aus diesem Grund heute nach dem Innsbrucker Hauptbahnhof der meistfrequentierte in Tirol. Kaiser Franz Joseph I. dürfte etwa zehnmal mit der Eisenbahn Wörgl passiert haben, wobei er mit seiner Gemahlin Kaiserin Elisabeth dem Ort und der Dorfkirche auch einen Besuch abstattete. Nach der Ermordung der Kaiserin in Genf hielt der „Hofleichenzug“ am 24. November 1898 im Wörgler Bahnhof für eine Trauerfeier. Kaiser Karl I. passierte ebenfalls mehrmals per Bahn den Markt, am 5. Juli 1917 wurde er mit seiner Gattin Kaiserin Zita am Bahnhof empfangen. Auch Königin Victoria von England und Kaiser Wilhelm II. passierten den Ort mit der Eisenbahn. Adolf Hitler wurde bei einem Zwischenstopp in Wörgl am 6. April 1938 von zahlreichen Anhängern am Bahnhof begeistert begrüßt.

1891 erhielt Wörgl ein Pfarramt, als durch Order Kaiser Franz Josephs alle Vikariate der Monarchie zu Pfarren befördert wurden. In diese Zeit fällt auch ein erheblicher Bevölkerungszuwachs, so dass 1912 die Pfarrkirche erweitert wurde.

Am 31. Dezember 1910 wurden die Gemeinden Wörgl-Kufstein und Wörgl-Rattenberg („entern und herentern Bach“) vereinigt. Dabei gab es Schwierigkeiten, die Gemeinde Wörgl-Rattenberg vom Zusammenschluss zu überzeugen, da diese in der größeren Nachbargemeinde Wörgl-Kufstein aufgehen sollte. 1910 gelang es dem Wörgl-Rattenberger Dorfvorsteher Franz Gruber seinen Gemeinderat zu überzeugen, woraufhin dieser am 4. Juli der Fusion zustimmte. Wörgl-Kufsteins Zustimmung erfolgte bereits am 23. Juni 1910. Am 10. September tagten die beiden Gemeindevorstände gemeinsam zur Erklärung der Rechtsgültigkeit, der Tiroler Landtag stimmte am 3. November 1910 zu,[28] und einen Tag später willigte das k.k. Ministerium des Inneren ein.[29] Zum Zeitpunkt der Ortsvereinigung hatte Wörgl 4.232 Einwohner, von denen nur 1.280 Wörgler (etwa 30 %) waren, etwa 1.200 Bewohner kamen aus allen Teilen Tirols und Vorarlbergs, etwa 800 waren Bürger verschiedener österreich-ungarischer Kronländer, und weitere 700 stammten aus anderen Gemeinden im Bezirk. Bemerkenswert ist, dass schon damals etwa 200 ausländische Staatsbürger in Wörgl lebten. Am 28. März 1911 wurden die beiden vereinigten Dorfgemeinden Wörgl-Kufstein und Wörgl-Rattenberg unter Anwesenheit des Kaisers zum Markt erhoben. Zwischen Bahnhof und Dorfkern bot sich damals das Bild einer Pioniersiedlung im hitzigen Fortschrittsoptimismus der Gründerzeit. Im Zuge der Markterhebung übersiedelte der Gemeindevorstand in das erste Gemeindehaus, welches ein umgebauter Bauernhof war und an Stelle des heutigen Raiffeisenplatzes im Stadtzentrum stand.

Das Wörgler Notgeld[Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Scheidemünzen immer rarer, das Staatsamt für Finanzen (das heutige Finanzministerium) erließ eine Erlaubnis, dass Gemeinden bei herrschendem Mangel ihr Kleingeld selber drucken durften. Ab 1919 geschah dies in steigendem Ausmaß, in Tirol wurde von Innsbruck ausgehend damit begonnen, Notgeld zu drucken. Auch die Marktgemeinde Wörgl begann 1919 mit der Ausgabe des Wörgler Notgeldes im Wert von 10, 20, 30, 50, 75 und 90 Heller, das bis Ende 1920 Gültigkeit hatte. Den Betrag, der bis dahin nicht eingelöst worden war, konnte die Gemeinde als Gewinn verbuchen, die Höhe dieses Gewinnes ist jedoch nicht mehr bekannt. In Wörgl waren aufgrund des großen Erfolges sogar mehrere Auflagen nötig.

Das Wörgler Schwundgeld (Freigeld)[Bearbeiten]

In Wörgl war um 1932 die örtliche Zement- und Zellulosefabrikation stark zurückgegangen und die Arbeitslosenquote bedrohlich angestiegen.[30] Die Gemeinde hatte einerseits beträchtliche Steuerausfälle, andererseits hohe Lasten durch Unterstützungsleistungen an Arbeitslose. Die Kasse war leer, und ein Ende war nicht abzusehen. So wurde ein Wohlfahrtsausschuss gebildet, der die Ausgabe des Notgeldes organisierte. Ab Ende Juli 1932 gab die Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Michael Unterguggenberger als Lohn der Gemeindeangestellten eigene sogenannte Arbeitswertscheine aus, den Wörgler Schilling. Die Scheine gab es in Nennwerten von 1, 2 und 5 Schilling. Insgesamt wurden 32.000 Not-Schilling aufgelegt, die Gemeinde, welche das Schwundgeld ausgab, hat allerdings nur insgesamt 8.500 Notschilling vom Ausschuss gekauft, wovon wiederum nur durchschnittlich rund 6.000 Schilling im Umlauf waren. Es wird angenommen, dass der tatsächliche Geldumlauf innerhalb der vierzehn Monate über 400 Mal stattfand.[31]

Die Arbeitswertscheine waren umlaufgesichertes Freigeld. Ideenlieferant war dabei die Freiwirtschaftslehre Silvio Gesells. Monatlich musste eine Marke zu einem Prozent des Nennwertes der Note gekauft und in ein dafür vorgesehenes Feld auf der Vorderseite des Geldscheins geklebt werden, um ihn gültig zu erhalten. Das Geld war durch Hinterlegung von Schillingen der Gemeinde bei der Wörgler Raiffeisenkasse gedeckt und gleichwertig an den Schilling gekoppelt. Mit diesen Scheinen konnten Gemeindesteuern bezahlt werden. Einheimische Geschäftsleute nahmen Freigeld in Zahlung.

Das Experiment war erfolgreich. Geldkreislauf und Wirtschaftstätigkeit wurden wiederbelebt, während das übrige Land tief in der Wirtschaftskrise steckte. Die Erfolge des Projektes konnten sich sehen lassen: Der Einnahmenrückstand wurde um 34 % verringert, der Abgabenrückstand konnte um über 60 % abgebaut werden. Weiters konnte eine Zunahme des Ertrages an Gemeindesteuern um 34 % und eine Zunahme der Investitionsausgaben der Gemeinde von etwa 220 % verzeichnet werden. Bis in die 1980er zeugte unter anderem die Aufschrift „mit Freigeld erbaut“ auf einer Straßenbrücke davon. In den vierzehn Monaten des Experiments sank die Arbeitslosenquote in Wörgl von 21 auf 15 % ab, während sie im übrigen Land weiter anstieg.

Die positiven Auswirkungen führten dazu, dass der Modellversuch in der Presse als das „Wunder von Wörgl“ gepriesen wurde. Das Interesse daran stieg derart, dass über hundert weitere Gemeinden im Umkreis von Wörgl dem Beispiel folgen wollten. Auch im Ausland und in Übersee fand die Aktion starke Beachtung und Nachahmer. Aus Frankreich reiste der Finanzminister und spätere Ministerpräsident Édouard Daladier nach Wörgl, und in den USA schlug der Wirtschaftswissenschaftler Irving Fisher der amerikanischen Regierung – wenn auch vergeblich – vor, ein Wörgl-ähnliches Geld mit dem Namen Stamp Scrip zur Überwindung der Wirtschaftskrise einzuführen.

Allerdings erhob die Oesterreichische Nationalbank gegen die Wörgler Freigeld-Aktion vor Gericht erfolgreich Einspruch, weil allein ihr das Recht auf Ausgabe von Münzen und Banknoten zustand. Das Experiment von Wörgl und alle weiteren Planungen wurden verboten. Nach Androhung von Armeeeinsatz beendete Wörgl das Experiment im September 1933.

Der Verein „Unterguggenberger-Institut“ unter der Obfrau Veronika Spielbichler[32] hält das Erbe des Wörgler Geld-Experimentes wach und bringt historische Erfahrungen mit aktuellen Projekten zusammen. Gemeinsam mit dem Heimatmuseum und dem Stadtarchiv wird eine Ausstellung bereitgehalten. Zeitgemäße Lösungen rund um das Thema Komplementärwährung werden umfassend zusammengetragen und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

In den Jahren 1951 und 1983 erinnerten Freiwirtschaftskongresse in Wörgl an das Währungsexperiment, ebenso eine Tagung 1996. Das Jahr 2007 wurde von der Stadt Wörgl offiziell zum „Wörgler Freigeldjahr“ erklärt.[33] Ende März 2009 schlug Bürgermeister Abler wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise die Einführung einer Komplementärwährung nach historischem Vorbild vor.

Zwischenkriegszeit[Bearbeiten]

Am 12. Februar 1934 griffen in Wörgl wie auch in anderen Städten Österreichs junge Sozialdemokraten zur Waffe, da sie nach der Machtergreifung Hitlers nicht mehr an eine friedliche Umgestaltung Österreichs glaubten. Wörgl war somit der westlichste Kampfschauplatz im österreichischen Bürgerkrieg. Im Bereich des Bahnhofes und der ehemaligen Zellulosefabrik kam es zu heftigen Schusswechseln zwischen dem sozialdemokratischen Republikanischen Schutzbund und der Heimwehr. Bürgermeister Michael Unterguggenberger und ein Kooperator konnten vom Landesgendarmeriekommandanten eine Verschiebung des Standrechtes auf 90 min erreichen. In dieser Zeit konnten die Schutzbundleute zur Aufgabe bewegt werden, wodurch es auf beiden Seiten zu zwei verletzten Männern, jedoch keinen Todesopfern kam. Das eintreffende Bundesheer konnte restliche Widerstände einstellen. Zwölf „Radelsführer“ wurden vom Landesgericht zur Strafe des schweren Kerkers verurteilt, Bundespräsident Miklas stellte jedoch 1935 das Strafverfahren gegen die 77 Arbeiter, die an den Kämpfen im Raum Wörgl beteiligt waren, ein.[34]

Bereits am 12. März 1938 rückten deutsche Soldaten, gefolgt von der SS-Standarte „Deutschland“, in Wörgl ein, wobei die SS-Männer bereits am 17. März wieder nach München abzogen. Nach zuerst einigen positiven Veränderungen wie dem Bau von Volkswohnungen und dem großen Arbeitsangebot durch weitere Projekte sowie aufblühenden Fremdenverkehr folgten rasch besorgniserregende Umstände wie der Ausbau des Garnisonsstandortes in Wörgl, die Auflösung einiger Vereine oder die Inhaftierung politischer Funktionäre.

Der Zweite Weltkrieg in Wörgl[Bearbeiten]

Wörgl wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben besonders stark getroffen.

Durch den Zweiten Weltkrieg wurde Wörgl schwer gezeichnet. Ab Ende 1943 war Wörgl im Luftkrieg alliierten Bombardements ausgesetzt, welche in den Wörgler Bombentagen am 22. und 23. Februar 1945 gipfelten. Im Rahmen der Operation Clarion (deutsch: „Fanfarenstoß“) starteten zahlreiche Luftangriffe ins Tiroler Unterland, welche am 22. Februar Wörgl erreichten. Die Alliierten beabsichtigten, den Bahnhof zu zerstören, doch aufgrund des dichten Nebels und der damit verbundenen schlechten Sicht verursachten 16,5 Tonnen abgeworfene Bomben eine großflächige Zerstörung, der anvisierte Bahnhofsbereich hingegen wurde kaum getroffen. Am darauffolgenden Tag fielen weitere 390 Tonnen in Form von über 1000 Bomben auf den Bahnhof, der dadurch vernichtet wurde. Die Bombardements dieser beiden Tage veränderten das Stadtbild Wörgls für immer und forderten 69 Menschenleben, davon 46 in Wörgl wohnhafte Menschen und 23 Fremde. 43 Häuser wurden gänzlich zerstört, 105 Häuser und auch die Pfarrkirche erheblich beschädigt.[35] Noch heute werden bei Bauarbeiten, insbesondere in der Bahnhofsumgebung, immer wieder Fliegerbombenblindgänger gefunden.

Mindestens zwölf Wörglerinnen und Wörgler starben in Konzentrationslagern und sonstigen Gefängnissen. Während des Zweiten Weltkrieges starben von 1939 bis 1945 an den Kriegsschauplätzen 236 Wörgler, 46 Soldaten gelten als vermisst.[36]

Wörgl nach der Stadterhebung[Bearbeiten]

Die Stadterhebungsfeier von Wörgl vom 17. bis 19. August 1951
Das überflutete Gewerbegebiet West im Jahr 2005

Nur zehn Tage nach dem Antrag der Gemeinde auf Erhebung zur Stadt erfolgte am 16. Februar 1951 auf Initiative des damaligen Wörgler Bürgermeisters und Vizepräsidenten des Tiroler Landtages, Kommerzialrat Martin Pichler, die Zustimmung des Tiroler Landtags. Der Meilenstein wurde mit einem dreitägigem Festakt (17. bis 19. August) gefeiert. Am 19. August wurde Bundespräsident Theodor Körner am Bahnhof empfangen, es folgte ein Festgottesdienst mit Fürsterzbischof Andreas Rohracher und ein Festumzug durch die Stadt mit 112 beteiligten Gruppen und etwa 30.000 Zuschauern.[37]

Am Dienstag, den 23. August 2005 wurde Wörgl durch ein Jahrhunderthochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen. Um etwa 16:00 Uhr brach hochwasserbedingt am Pumphebewerk Aubach – bei welchem das mitgeführte Wasser einiger Bäche auf das etwas höher gelegene Fließniveau des Inn hochgepumpt wird – der Trenndamm, welcher das Wörgler Becken vom Inn trennte, auf einer Länge von etwa zehn Metern auf. Daraufhin wurde im westlichen Stadtbereich massiver Wassereinbruch registriert. Durch den Dammbruch wurde eine Fläche von etwa 80 ha von geschätzten 1,4 Mio. m³ an schlammigem Wasser aus dem Inn rund zwei Meter hoch überflutet. Die Evakuierung wurde mittels Feuerwehrbooten bewerkstelligt, in den darauffolgenden Stunden eilten Feuerwehren von Südtirol bis Niederösterreich nach Wörgl, um der Wassermassen Herr zu werden. Geplatzte Öltanks erschwerten die Arbeiten. Durch dieses Jahrhundertereignis wurden etwa 200 Gebäude, zwei Einkaufszentren und mehrere Lagerhäuser überschwemmt, einige Gebäude wurden unbewohnbar. Im neuen Erlebnisschwimmbad „WAVE“ im Westen der Stadt wurde die 2.500 m² große Saunalandschaft etwa sechs Meter hoch überflutet. Die Inntal Autobahn musste zwischen den Abfahrten Wörgl West und Wörgl Ost aufgrund Unterspülungen gesperrt werden. Ohne diesen Dammbruch wäre auch Kufstein ein Opfer des Hochwassers geworden, da dort der Innpegel in diesem Zeitraum bereits kritische Höhen erreichte. In Wörgl traten zudem auch die Brixentaler Ache sowie der Wörgler Bach an deren Mündungsbereichen in den Inn über die Ufer. Die Reinigungs- und Wiederaufbauarbeiten nahmen mehrere Wochen in Anspruch. In Folge bemühte sich die Gemeinde, den Hochwasserschutz zu verbessern, beispielsweise wurde der Damm durch mehrere Pumprohre in den Inn ersetzt.[38]

2010 wurde der Bau des lange Zeit geplanten Tyrol Tower ad acta gelegt.

Heute ist die Schulstadt Wörgl die zweitgrößte Stadt im Bezirk Kufstein und eines der wichtigsten Wirtschaftszentren in Westösterreich sowie in Bezug auf Einzelhandelsumsätze die wichtigste Stadt im Tiroler Unterland. Seit 1992 ist die Stadt Mitglied im Klimabündnis Tirol.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Josef Steinbacher war letzter Vorsteher der Gemeinde Wörgl-Kufstein (1905–1911) und erster Bürgermeister der Marktgemeinde Wörgl (1911–1912)

In den 40 Jahren des Bestehens als Marktgemeinde wurden elf Amtsperioden von acht verschiedenen Bürgermeistern bestritten.

Die acht Bürgermeister der Marktgemeinde Wörgl
(1911–1951)
Name Amtszeit Tätigkeit
Josef Steinbacher 1911–1912 E-Werk-Besitzer
Franz Hörhager 1912–1919 Kaufmann
Josef Loinger 1919–1922 Mechanikermeister
Anton von Avanzini 1922–1928 Rechtsanwalt
Josef Gollner 1928–1931 Kaufmann
Michael Unterguggenberger 1931–1934 Bundesbahn Revident
KR Martin Pichler 1934–1935 Schneidermeister
KR Martin Pichler 1935–1938 Schneidermeister
Josef Gollner 1938–1939 Kaufmann
Johann Gschöpf 1939–1945 Angestellter
KR Martin Pichler 1945–1951 Schneidermeister

Acht Bürgermeister standen bis dato an der Spitze der Stadtgemeinde, wovon Fritz Aztl mit 17 Jahren Amtszeit am längsten die Geschicke der Stadt führte. Kommerzialrat Martin Pichler gilt als Gründer der Stadtgemeinde Wörgl und war dreimal Bürgermeister, wobei er der letzte Bürgermeister der Marktgemeinde war und 1951 erstes Stadtoberhaupt Wörgls wurde. Die derzeitige Bürgermeisterin Hedwig Wechner von der SPÖ gewann am 28. März 2010 per Stichwahl gegen ihren Vorgänger Abler mit 2326 zu 2192 Stimmen. Somit steht erstmals in der Geschichte des Bezirkes Kufstein eine Frau an der Spitze einer Gemeinde.

Die Bürgermeister der Stadtgemeinde Wörgl
(seit 1951)
Name Amtszeit Tätigkeit
KR Martin Pichler 1951–1953 Schneidermeister
NR Johann Astl 1953–1959 Elektriker
Ferdinand Mayr 1959–1962 Baumeister
Rupert Hagleitner 1962–1974 Meldeamtsleiter
Herbert Strobl 1974–1980 Stadtamtsleiter
Fritz Atzl 1980–1997 Angestellter
Arno Abler 1997–2010 Steuerberater
Hedwig Wechner seit 2010 Hauptschullehrerin

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
40
30
20
10
0
31,93 %
(-4,43 %p)
16,17 %
(-6,86 %p)
9,31 %
(-1,80 %p)
9,33 %
(-1,70 %p)
18,99 %
(+10,56 %p)
14,28 %
(n. k.)
keine
(-10,05 %p)
2004

2010


Der Stadtgemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern. Seit der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 besteht folgende Mandatsverteilung:

  • 7 Bürgermeisterliste Arno Abler
  • 3 Sozialdemokratische Wörgler Liste (SPÖ)
  • 2 Unabhängiges Forum Wörgl – Liste Emil Dander
  • 2 Wörgler Grüne (Grüne)
  • 4 Freiheitliche Wörgler Liste (FPÖ)
  • 3 Team Wörgl

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus fünf Mitgliedern und setzt sich aus folgenden Stadträten zusammen:

  • Hedwig Wechner – Bürgermeisterin, Sozialdemokratische Wörgler Liste[39]
  • Evelin Treichl – 1. Vizebürgermeisterin, Bürgermeisterliste Arno Abler (Vorsitz im Ausschuss für Soziales und Senioren)[40]
  • Andreas Taxacher – 2. Vizebürgermeister, Team Wörgl (Vorsitz im Ausschuss für Stadtentwicklung)[41]
  • Daniel Wibmer – Stadtrat, Bürgermeisterliste Arno Abler (Vorsitz im Ausschuss für Finanzen)[42]
  • Mario Wiechenthaler – Stadtrat, Freiheitliche Wörgler Liste (Vorsitz im Ausschuss für Wirtschaft und Landwirtschaft)[43]

Wappen[Bearbeiten]

Das von Kaiser Franz Joseph I. verliehene Wörgler Wappen

Die roten Dachsparren verweisen auf die Wehrburg (47° 28′ 25″ N, 12° 7′ 23″ O47.47361111111112.123055555556), die zerstört wurde, und das gleichnamige Adelsgeschlecht. Die goldenen, ineinandergreifenden Ringe im Wappen der Stadt Wörgl erinnern daran, dass Wörgl aus der Vereinigung der zwei Gemeinden Wörgl-Kufstein und Wörgl-Rattenberg entstanden ist. Die Flügel symbolisieren den wirtschaftlichen Aufschwung.

Die Verleihung des Wappens erfolgte am 20. Juli 1911 durch Kaiser Franz Joseph I. im Zuge der Zusammenlegung der beiden ursprünglichen Dorfgemeinden und der darauffolgenden Erhebung zur Marktgemeinde durch „Allerhöchste Kaiserliche Entschließung“, da es nach altösterreichischer Art nur in Markt- und Stadtgemeinden üblich war, ein Gemeindewappen zu führen.[44] Das Kaiserliche Patent mit der erstmaligen Blasonierung des Wappens lautet:

„Kaiserl. u. königl. Marktverleihungs-Dekret für Wörgl:
Viribus Unitis.
Wir Franz Josef der Erste
Von Gottes Gnaden Kaiser von Oesterreich, apostolischer König von Ungarn, König von Böhmen, vom Dalmatien, Croatien, Slavonien, Galizien, Lodomerien und Illirien; Erzherzog von Oesterreich; Großherzog von Krakau; Herzog von Lothringen, Salzburg, Steier, Kärnten, Krain, Bukowina, Ober- u. Niederschlesien; Großfürst von Siebenbürgen, Markgraf von Mähren, gefürsteter Graf von Habsburg und Tirol etc. etc.
haben Uns in Unserer kaiserlichen und königlichen Machtvollkommenheit bewogen befunden, mit Unserer Entschließung vom 28. März 1911 Unsere getreue Ortschaft Wörgl, in Unserer gefürsteten Grafschaft Tirol, in huldvollster Würdigung ihres geregelten Gemeindewesens und ihres gedeihlichen Aufschwunges, über die Bitte der Gemeindevertretung zu einem Markte zu erheben. Des weiteren haben Wir Unserem getreuen Markte Wörgl die Führung des nachstehend beschriebenen und in Farbendruck gestellten Marktwappens bewilligt als
ein von Silber, Schwarz und Rot quer geteilter Schild: Das oberste Feld ist von zwei gestürzten, seitlich aneinander geschobenen roten Sparren durchzogen, in der mittleren Feldung erscheinen zwei ineinandergreifende geflügelte goldene Ringe, das unterste Feld zeigt kein Bild
Zur Beurkundung dessen haben Wir gegenwärtiges Diplom mit Unserem kaiserlichen Namen Eigenhändig unterzeichnet und Unserer Kaiserlichen Majestäts Siegel beifügen lassen. […]
Reichshaupt- u. Residenzstadt Wien am zwanzigsten Juli des Jahres Eintausendneunhundertundelf“

Kaiserliches Patent zur Markterhebung im Wortlaut – 20. Juli 1911

Das Wappen wurde 1951 anlässlich der Stadterhebung Wörgls von der Tiroler Landesregierung bestätigt, das untere rote Drittel des Wappenschildes wurde den beiden verheerenden Weltkriegen und deren Opfern zugesprochen. Der Flaggenhintergrund ist vertikal mit den Wappenfarben Rot, Schwarz und Weiß dreigeteilt.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wörgl

Stadtpfarrkirche Hl. Laurentius[Bearbeiten]

Stadtpfarrkirche Wörgl
Innenansicht der größten Wörgler Kapelle, der Herz-Jesu-Kapelle in Haus

Die Pfarrkirche von Wörgl wurde in der römischen Zeit als kleine Kapelle auf einer Anhöhe, welche unter dem heutigen Bau kaum bemerkbar ist, errichtet. Im frühen Mittelalter entstand erstmals ein gemauerter Bau. Die einfachen Mauern schlossen eine Fläche von rund 6x10 m ein. Im Jahre 1479 wurde eine neue Kirche im gotischen Stil errichtet. Die Annahme, dass sich der Kirchturm an der Südseite des Baus befand, wurde durch Ausgrabungen im Jahr 1961 bestätigt. Von einem Kufsteiner Maler wurden vier Altäre geschaffen, von denen nur mehr die Wörgler Madonna erhalten blieb. Sie wird auf 1500 bis 1510 datiert, steht im Querschiff und ist der wertvollste Besitz der Kirche.

1607 wurde Wörgl zum Vikariat erhoben, 1748 beschloss man aufgrund der steigenden Dorfbevölkerung, die Kirche im barocken Stil umzubauen und zu vergrößern. 1836 wurde das Dorfzentrum von Wörgl in Brand gesteckt. Die Flammen griffen schnell auf das Kirchendach über, und in kurzer Zeit stand auch der Turm in Flammen. Dabei verbrannte der Glockenstuhl, und die herabstürzenden Glocken spalteten das Turmgemäuer. Nach dem Flammeninferno war die Kirche eine Ruine, und wenige Tage später stürzte auch das Gewölbe ein und zerstörte die gesamte Kircheneinrichtung. Binnen kurzer Zeit begann man mit dem Wiederaufbau der barocken Kirche im Ingenieurstil. Das Gotteshaus wurde nach hinten (Westen) verlängert und der Kirchturm im Norden an der Straße errichtet. Zum Bau wurden Steine aus der Umgebung, Ziegel aus Hopfgarten, Buntsandstein und Schaftenauer Tuffstein verwendet. Aufgrund der Straßenverbreiterung zwischen den beiden Weltkriegen verschwand der rund um die Kirche angelegte Friedhof, von dem noch die übrig gebliebenen Gedenktafeln an der Kirchenwand zeugen. Im Zweiten Weltkrieg entstand durch den Bombenhagel im Bahnhofsbereich auch an der Kirche beträchtlicher Schaden. Die alten Glocken mitsamt der großen Kaiserglocke verschwanden in den Schmelzöfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ein neuer Dachstuhl und neue Fenster eingebaut. Dabei errichtete man auch das Querschiff. Damit ist die Wörgler Kirche eines der größten Gotteshäuser im Tiroler Unterland. Das beachtliche Glockengeläute, bestehend aus fünf Kirchenglocken (mit einem Gesamtgewicht von 8781 kg) wurde von der Glockengießerei Oberascher in Salzburg gegossen. Mit einem Gewicht von über 3600 kg besitzt die Kirche auch die größte Glocke des Bezirks.

Nach dem 2. Vatikanischen Konzil 1961 wurden der wertvolle Hochaltar, sämtliche Kircheneinrichtungen sowie Gemälde und Fresken entfernt. 1976 bedurfte es einer Ausmalung, doch schon im Jahr 2000 musste das Kircheninnere erneut renoviert werden. Die heutige Kirche ist etwa 50 m lang und etwa 25 m breit; der Turm hat eine Höhe von 45 m. Neben der Kirche steht die ehemalige Totenkapelle oder Friedhofskapelle, die heute als Taufkapelle dient.

Kapellen[Bearbeiten]

  • Taufkapelle (seit 1962, von 1620 bis 1962 Friedhofskapelle, seit 1912 mit Pfarrkirche verbunden)[45]
  • Kapelle zum Hl. Kreuz (auch Gradlkapelle, erbaut 1777, 2004 durch Bau des Einkaufszentrums M4 abgerissen, Ersatz durch kunstvolles Kreuz an der Hauptstraße und Andachtsraum im EKZ (seit 2011 nicht mehr existent))[46]
  • Kapelle St. Maria (auch Toaglkapelle, 1800 erbaut)[47]
  • Pinnersdorfer Kapelle (erbaut 1831)[48]
  • Dallnkapelle (1889 bis 1890 an Wildschönauer Straße errichtet)[49]
  • Herz-Jesu-Kapelle (auch Hauser Kapelle, größte Wörgler Wegkapelle, von 1896 bis 1898 errichtet)[50]
  • Riedhartkapelle (erbaut 1900, Innsbrucker Straße)[51]
  • Waldfriedhofkapelle (erbaut 1925)[52]
  • Spitalskirche (erbaut 1930, 1946 nach völliger Zerstörung wieder errichtet, 1996 durch Bau des Gesundheitszentrums entfernt)[53]
  • Kapelle Friedhof Süd[54]
  • Andachts- und Gebetsraum im Seniorenheim Wörgl

Historische Bauernhöfe im Zentrum der Stadt[Bearbeiten]

Die Kanzler Biener Straße mit ihren historischen Höfen

Bis vor wenigen Jahrzehnten bestand Wörgl noch aus zahlreichen Bauernhöfen. Im Zentrum (Bahnhofstraße, Josef-Speckbacher-Straße und insbesondere Kanzler-Biener-Straße u. a.) befinden sich noch einige in Betrieb befindliche Höfe mit hohem Alter und bilden einen starken Kontrast zu den modernen Bauwerken. Die Kanzler-Biener-Straße am Wörgler Bach, südlich der Innsbrucker Straße, bietet aufgrund der Fülle von Bauernhöfen einen Einblick in die Wörgler Vergangenheit. Zahlreiche Höfe fielen den beiden Weltkriegen und dem starken Wachstum seit der Stadterhebung 1951 zum Opfer.

Aus manchen Bauernhöfen entstanden beliebte Kutschenstationen, die sich zu den heutigen Gasthöfen der Stadt entwickelten. Auch das ehemalige Marktgemeindeamt und die Dorfbank befanden sich in einem Bauernhof, der auf dem heutigen zentralen Platz vor der Kirche stand. Im Stadtgebiet befinden sich noch manche Felder und Anger von alten Bauernhöfen, wie der bei kleineren Feierlichkeiten recht beliebt gewesene Gradlanger hinter der Landesmusikschule. Am 5. Dezember 2013 fiel diese traditionsreiche Wörgler Grünfläche, die etwa ein Jahrhundert lang ein wichtiger Ort der Begegnung war, einem Wohnbauprojekt zum Opfer. Sämtliche Obstbäume wurden dabei trotz langer Kritik aus der Bevölkerung gemeinsam mit dem Musikpavillon entfernt.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Seit 2003 gibt es Tirols größtes Erlebnisbad mit Saunalandschaft Wörgler Wasserwelt WAVE. Es wurde im August 2005 durch ein Hochwasser schwer beschädigt.[55]

Am 23. Juni 2006 wurden die Wörgler Meilensteine eröffnet, welche eingelegt in die Gehsteige der Innenstadt, maßstabsgetreu auf etwa 1480 Metern (der Länge einer altrömischen Meile) einen Einblick in 304 der wichtigsten historischen Ereignisse der letzten 2000 Jahre geben. Beginn und Ende der Meile ist vor dem Eingang zum Hauptbahnhof.[56]

Bildung[Bearbeiten]

Pflichtschulen[Bearbeiten]

  • Volksschule 1
  • Volksschule 2
  • Neue Mittelschule 1
  • Neue Mittelschule 2 für Schüler aus Wörgl, Angath und Angerberg

Weiterführende Schulen[Bearbeiten]

  • Bundeshandelsschule (HAS)
  • Bundeshandelsakademie (HAK)
  • Bundesrealgymnasium (BRG)
  • Tiroler Fachberufsschule Wörgl-Rotholz
  • Fachschule für wirtschaftliche Berufe mit Haushaltungsschule

Sonstige Schulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Polytechnische Schule
  • Sonderpädagogisches Zentrum
  • Landesmusikschule
  • Volkshochschule
  • Tagungshaus der Erzdiözese Salzburg
  • Lernwerkstatt
  • LEA Produktionsschule Unterland
  • Schule für Erwachsenenbildung

Aufgrund dieser Fülle an Bildungseinrichtungen gilt Wörgl als Bildungsstadt im Tiroler Unterland.

Sport[Bearbeiten]

Das 1933 errichtete Sprungzentrum

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden im Raum Wörgl verschiedene volkstümliche Wettkämpfe wie Ranggeln, Kegeln, Eisstockschießen, Pferderennen und Schießveranstaltungen durchgeführt. Mit Aufkommen des Deutschen Turnvereines wurden allerlei sportliche Disziplinen mit und ohne Gerät modern, besonders im Rahmen des Vereinsturnens wurden verschiedene neue Sportarten ausgeübt. Populär wurden im Sommer Schwimmen, Faustball, Fußball und Leichtathletik, im Winter Skifahren, Skispringen, Rodeln und Eislaufen. Außerhalb von Sportvereinen vergnügte sich die Bevölkerung zunehmend an Wandern, Skifahren, Schwimmen und Radfahren, wodurch in zahlreichen Tiroler Orten – so auch in Wörgl – die Anzahl der Touristen anstieg.

Bekannt wurde Wörgl als Winter- und Sommersportort durch ein 1909 erstelltes Werbeplakat, welches einen Skispringer über dem Ort zeigt und an zahlreichen Bahnhöfen Österreichs ausgehängt wurde. Am 10. Januar 1909 fand in Wörgl das erste Wintersportfest mit Rodel-, Sprunglauf- und Skibewerben statt.

Trotz des Zusammenbruches der sportlichen Bestrebungen während des Ersten Weltkrieges erholten sich die Vereine schnell, und die Mitgliederanzahl stieg um ein Vielfaches. Aufgrund von Geldmangel mussten während der Weltwirtschaftskrise mehrere Vereine verboten und aufgelöst werden. Erneut erlangte die Wörgler Sportwelt während des Zweiten Weltkrieges einen Zusammenbruch, in den darauffolgenden Jahren lebte sie durch den Bau neuer Anlagen wieder auf.[57]

Sportstätten
  • Schwimmbäder: Schwimmbad Wildschönauer Straße (1908–1927), Schwimmbad Augasse (1927–1967), Freibad Madersbacherweg (1967–2003), Hallenbad BRG Wörgl (1973–2001), Hallenbad und Freibecken Wörgler Wasserwelten (seit 2003)
  • Sprungzentrum Wörgl (errichtet 1933, 1959, 1974/75, 1982/83 und 2006–2009 umgebaut bzw. erweitert)
  • Sportanlage Madersbacherweg (errichtet 1963, Sanierung und Erweiterung mit einer Tribüne mit 600 Sitzplätzen und zwei Fußballfeldern sowie einer 400m-Laufbahn 1992–1994) mit einem der modernsten Boxtrainingszentren Österreichs, Stadion des SV Wörgl
  • 8 Turnhallen (Dreifeldhalle im Pflichtschulzentrum, Zweifeldhalle im Bundesschulzentrum, Einfeldhalle in der Bundesfachschule, Gymnastikräume im Sonderpädagogischen Zentrum, in der Volksschule sowie in den drei Kindergärten der Stadt)

Im Stadtgebiet befinden sich weiters u. a. zehn Tennisspielfelder, drei Schießstände, eine Inline-Speedskating Anlage (auch Austragungsort internationaler Wettkämpfe des SC Wörgl), fünf Kegelbahnen und vierzehn Bowlingbahnen.[58]

Die Sportvereine Wörgls sind auf der Homepage der Stadtgemeinde aufgelistet.[59]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Bahnhofstraße in Wörgl ist die zweitlängste Einkaufsstraße in Tirol

Wörgl ist das wichtigste Handelszentrum im Tiroler Unterland, der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt ist der regionale Einzelhandel, in dem zahlreiche wichtige Handelsketten und Branchen vertreten sind. Die Wörgler Bahnhofstraße ist die zweitlängste Einkaufsstraße Tirols und war lange Zeit das Zentrum der Wörgler Wirtschaft bis sich ab Ende der 1960er Jahre am Westrand der Stadt die ersten Einkaufszentren entwickelten, eine Entwicklung, die mit der Eröffnung des Einkaufszentrums „M4“ östlich des Stadtzentrums seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte.

Zwischen 1991 und 2011 stieg die Anzahl der Arbeitsstätten in Wörgl von 574 auf 1.102 und die Zahl der Beschäftigten von 6.295 auf 8.236,[60] womit Wörgl eines der am schnellsten wachsenden Gewerbezentren Westösterreichs ist.

Mit 31. Oktober 2011 waren 381 Einwohner arbeitslos, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 3 %[61].Der Planungsverband „Wörgl und Umgebung“ liegt mit seiner Anzahl an Nahversorgungsbetrieben (31) in Tirol an vierter Stelle, die Verkaufsfläche erreicht mit 19.825 m² Platz zwei hinter der von Innsbruck. Die Verkaufsfläche je 1.000 Einwohner ist entsprechend hoch und beträgt 645 m² (Stand: 2011).[62]

Der Gewerbepark vor den Toren der Stadt liegt unmittelbar an der Autobahn und wird im Endausbau auf rund 35 Hektar eine Heimat für klein- und mittelständische Unternehmen im Bereich von Produktion, Technologie und Logistik bieten. Wörgl ist auch Standort holzverarbeitender Industrie, so betreibt etwa einer der größten österreichischen Spanplattenhersteller, die Fritz Egger GmbH & Co. OG, ein Werk am Stadtrand. Der größte Tiroler Milchproduzent Tirol Milch verlagerte zwischen 2007 und 2010 die Gesamtproduktion sowie den Unternehmenssitz von Innsbruck nach Wörgl. Der Ausbau des Werkes in Wörgl kostete 30 Mio. Euro.

Energieversorgung[Bearbeiten]

Der Umbau der Wehranlage Bruckhäusl zu einem Schlauchwehr mit Entsandungskammern und Dotierkraftwerk

Bereits 1898 wurde das erste Kraftwerk am Schluchtausgang des Müllnertales errichtet (heute KW Müllnertal). Das Wörgler Stromnetz setzt sich heute aus 59 km Mittelspannungs- und 129 km Niederspannungsnetz zusammen. Die Verteilung von jährlich etwa 60 GWh erfolgt mit fünf Umspannwerken und 59 Netzstationen. Derzeit erzeugen drei Kraftwerke 20.369 MWh und decken damit 36,1 % der elektrischen Energie ab. Die Differenz auf den Gesamtverbrauch beträgt 36.192 MWh (63,9 %) und wird von der TIWAG zugekauft.[63]

Wörgl verfolgt seit 2007 gemeinsam mit den Wörgler Stadtwerken das Ziel, bis 2025 bis auf den öffentlichen Verkehr energieautark zu werden. Ende 2010 wurden in der Stadt über 40 Photovoltaikanlagen mit einer Modulfläche von etwa 2.400 m² und einer Gesamtleistung von rund 300.000 kWh gezählt. Dies entsprach rund 10 % der gesamten in Tirol installierten Kapazität. Seit 2008 werden auf öffentlichen Bauten (Kindergarten, Kompostieranlage, Volksschule, Umspannwerk, etc.) CO2 einsparende Anlagen errichtet. Aus der Bundesförderung 2009 flossen 165.000 Euro für 14 Neuanlagen nach Wörgl. Für 2010 konnten 20 Anträge mit einem Fördervolumen von rund 120.000 Euro eingebracht und zwischenzeitlich eine Förderzusage erreicht werden. Somit gab es im privaten Bereich bis Ende 2010 rund 40 Anlagen mit 1.250 m² PV-Fläche. Derzeit werden durch die Anlagen über 260 Tonnen CO2 eingespart.

In Wörgl gibt es folgende Energieanlagen:[64]

  • Kraftwerk Müllnertal: Im Müllnertal wird der Wörgler Bach durch eine 18 m hohe Talsperre mit einem Fassungsvermögen von etwa 22.000 m³ gestaut und mittels einer Druckrohrleitung (Ausbaufallhöhe 102 m, Ausbauwassermenge 950 l/s) in die am Schluchtausgang befindliche, 1898 als das erste Wörgler Kraftwerk errichtete und 1957 umgebaute Anlage eingespeist. Die Leistung des Speicherkraftwerks entspricht etwa 900 kW. Pro Jahr werden etwa 3,2 GWh erzeugt, womit in etwa 850 Haushalte versorgt und rund 3.000 Tonnen CO2 eingespart werden können.
  • Kraftwerk Kelchsau-Zwiesel: 1967 wurde in der Kelchsau (Marktgemeinde Hopfgarten im Brixental) ein Laufkraftwerk mit Tiroler Wehr (Wassereinzug über einen Sommer- bzw. Wintereinlauf) eröffnet. Die Ausbaufallhöhe beträgt 217 m, die Ausbauwassermenge 1.400 l/s und die Kraftwerksleistung 2.230 kW. Die jährlich erzeugte Energie von etwa 16,4 GWh reicht für rund 4.400 Haushalte und ermöglicht eine CO2-Einsparung von rund 14.100 Tonnen. Der Anteil der Anlage an der Eigenstromerzeugung beträgt derzeit etwa 85 %.
  • Kraftwerk Kelchsau-Ehreit: Das erst 2005 eröffnete Laufkraftwerk besitzt eine Ausbaufallhöhe von 98 m und eine Ausbauwassermenge von 2.200 l/s, die Kraftwerksleistung beträgt 1.680 kW. Durch die pro Jahr erzeugten rund 11,3 GWh können rund 3.000 Wörgler Haushalte versorgt und weitere 10.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
  • Trinkwasserkraftwerke Hennersberg: Kraftwerk 1 wurde 1990 eröffnet, Kraftwerk 2 folgte im Juni 2010. Beide Kraftwerke erzeugen ihre Energie über das Gefälle der Trinkwasserleitung und sind auf eine Wassermenge von etwa 20 bis 30 l/s ausgelegt. Zusammen erzeugen sie jährlich etwa 420.000 kWh, können mehr als 100 Haushalte versorgen und vermeiden eine CO2-Emission von 360 Tonnen.
  • Photovoltaikanlage Mitterhoferweg: Im Oktober 2008 wurde diese Anlage mit einer Leistung von 5,15 kWp auf dem Dach des umgebauten Kindergartens errichtet und spart mit seiner jährlich erzeugten Energie von 5.150 kWh etwa 4 Tonnen an CO2-Emissionen ein.
  • Photovoltaikanlage Kreisverkehr Werlberger: Ebenfalls im Oktober 2008 wurde das „Wahrzeichen der Energiemetropole Wörgl“ im Kreisverkehr am Ostausgang der Stadt errichtet. Die der Sonne folgende Anlage besitzt eine Leistung von 7,6 kWp und spart somit jährlich durch die Erzeugung von etwa 10.600 kWh rund 9 Tonnen CO2 ein.
  • Sonnenkraftwerkspark: Durch eine sogenannte „Wörgler Sonnenscheinaktion“ der Stadtwerke kann sich die Bevölkerung mit dem Kauf von Sonnenscheinen an „Sonnenkraftwerkparks“ beteiligen. Der im Oktober 2010 eröffnete Kraftwerkspark I ist ein aus drei Photovoltaikanlagen bestehendes Solarkraftwerk und schafft eine Leistung von 87 kWp. Derzeit entsteht ein zweiter Kraftwerkspark, der ebenfalls aus drei PV-Anlagen besteht und eine Leistung von 94 kWp vorzuweisen hat. Aufgrund des großen Erfolges der Aktion ist ein dritter Park in Planung.[65]
  • TIWAG-Ökostromkraftwerk Bruckhäusl: 2011 wurden an der Brixentaler Ache zwei über 100 Jahre alte Kraftwerke durch eine neue Kraftwerksstufe ersetzt. Das neue Kraftwerk verdoppelt mit 15,8 GWh die bisherige erzeugte Energiemenge der beiden alten Anlagen. Um die Kaplanturbine in Bruckhäusl versorgen zu können, wurde eine 2,2 km lange Druckrohrleitung mit einem Durchmesser von 2,4 m von der Wehranlage bis zum Kraftwerk verlegt. Die Hauptturbine besitzt eine Bruttofallhöhe von 29 m und eine Ausbauwassermenge von 12.000 l/s. Die mit einem Schlauchwehr ausgestattete Wehranlage besitzt drei Entsandungskammern und ein eigens für die Restwassermenge (etwa 5.000 l/s) konzipiertes Dotierkraftwerk. Mit dem Kraftwerk können etwa 4.000 Haushalte versorgt werden. Das Einzugsgebiet des Kraftwerkes beträgt 296,7 km².[66]
  • Derzeit ist ein weiteres Kraftwerk an der Brixentaler Ache im Bereich Egerndorf geplant. Dabei soll am Westrand von Bruckhäusl eine neue Wehranlage mit zwei im Hochwasserfall einklappbaren Stauklappen, vier Entsandungskammern und einem öffentlich zugänglichen Steg errichtet werden. Auch hier ist für das Wasser, welches vom Wehr wieder in das Flussbett rückgeführt wird (etwa 4.000 l/s), eine Dotationsturbine vorgesehen. Vom Wehr aus führt eine 1,43 km lange Druckrohrleitung mit einem Durchmesser von 2,8 m bis zum Maschinenhaus mit dessen Kaplan-Rohrturbine. Dort ist ein öffentliches „Schaukraftwerk“ vorgesehen, die Wasserrückgabe in die Ache erfolgt über einen rund 60 m langen naturnahen Wasserlauf. Das Kraftwerk soll jährlich insgesamt etwa 9 GWh erzeugen, die Ausbauwassermenge der Hauptturbine liegt bei 13.000 l/s. Durch das Einspeisen der erzeugten elektrischen Energie in das Wörgler Stromnetz werden etwa 3.700 Tonnen an CO2 gegenüber der Einspeisung von EU-Strom eingespart. Die Bruttofallhöhe der Hauptturbine soll 17 m, die der Dotationsturbine 4,2 m betragen. Das Einzugsgebiet des geplanten Kraftwerkes soll 322,3 km² betragen.[67]

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Die Wörgler Bevölkerung wird seit 1899 durch ein öffentliches Netz versorgt. Zusätzlich zu den Sonnbergquellen kamen 1927 die Oberauer Quellen (Gemeinde Wildschönau) zum Hochbehälter Hennersberg 1 und 1954 die Quelle Pinnersdorf (Wörgl Boden) zum neuen Hochbehälter Hennersberg 2 hinzu. In den 1970er Jahren erfolgte die Errichtung des Trinkwasserpumpwerkes Lahntal mit einer Fördermenge von maximal 100 l/s, welcher zwei Drittel der Versorgung sicherstellen konnte. Aufgrund des am Pumpwerk befindlichen und wachsenden Gewerbegebietes folgte 1998 und 2000 eine Neuerrichtung von zwei Tiefbrunnen in Lahntal, welche seither den Großteil des Trinkwasserbedarfes abdecken.

Um den durchschnittlichen Tagesverbrauch von rund 4.000 m³ im Winter und 5.000 m³ im Sommer bereitstellen zu können, werden jährlich rund 1,3 Millionen m³ gefördert. Dazu dienen je drei Quellfassungen, Tiefbrunnenanlagen und Hochbehälter – mit einem Speichervolumen von etwa 2.700 m³ – und zwei Druckerhöhungsanlagen. Die Verteilung des 9 bis 10 °C kalten Wassers erfolgt über ein etwa 60 km langes Leitungsnetz mit einem Betriebsdruck von 5 bis 6 Bar.[68]

Wasserentsorgung[Bearbeiten]

Das Abwassernetz setzt sich aus rund 55 km Sammelkanälen und rund 10 km Hausanschlusskanälen sowie vier Kanalpumpwerken und drei Regenüberlaufbecken zusammen; die Anschlussdichte beträgt 96 %. Die gesammelten Abwässer werden der Verbandkläranlage Wörgl – Kirchbichl und Umgebung zugeleitet.[69]

Abfallentsorgung[Bearbeiten]

Der Bevölkerung steht ein hinter der Stadtfeuerwehr gelegener öffentlicher Recyclinghof zur Verfügung. Die Sammelstelle öffnet dienstags, freitags und an jedem ersten Samstag im Monat. Nördlich der Stadt befindet sich eine Kompostieranlage, wo Bioabfälle, Sträucher und Baumschnitt abgegeben werden können.[70]

Gasversorgung[Bearbeiten]

Im Norden der Stadt teilt sich die Hauptleitung (DIN 400) aus dem Brixental in eine Hauptleitung in Richtung Kufstein und eine Hauptleitung in Richtung Innsbruck/Oberland. Dadurch kann Wörgl als Drehscheibe der Tiroler Erdgasversorgung angesehen werden. Die Stadt selbst wird von drei Reduzierstationen mit einer das Stadtgebiet durchquerenden Stichleitung (DIN 200) versorgt. Zudem befindet sich auch eine Erdgastankstelle in der Stadt.[71]

Tourismus[Bearbeiten]

Tourismus ist in Wörgl im Gegensatz zu den touristisch sehr stark ausgeprägten Nachbarorten Söll, Hopfgarten oder Wildschönau kaum vorhanden. Die Nächtigungszahlen im Winter 2011/2012 entsprachen weniger als einem Neuntel derer von Söll bzw. ein Elftel derer von Wildschönau, auch die Anzahl an Hotels und Pensionen ist geringer als die der genannten Gemeinden. Im Winter 2011/2012 war die Übernachtungszahl im Vergleich zum Vorjahr um 3 % rückläufig.[72] Vor dem Ersten Weltkrieg warb Wörgl hauptsächlich als „Luftkurort“, auch die schnelle Erreichbarkeit mit der Eisenbahn wirkte begünstigend. Der Markt konnte auch etliche Wandertruppen mit der nahe gelegenen Hohen Salve oder dem damals noch touristisch unberührten Hochtal der Wildschönau locken. Die Errichtung der Schipiste am Hennersberg sowie der Sprungschanze lockte weitere Gäste. Mit dem Aufkommen des Tourismus im Brixental, Sölllandl und Wildschönau sank die touristische Attraktivität der Stadt. Heute erfreut sich Wörgl bei den Wintertouristen der Beliebtheit als Einkaufsstadt.

Feuerwehr[Bearbeiten]

50-jähriges Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr (1926)

Aufgrund der großen Brandkatastrophen von 1836 und 1851 wurde der Ruf in den beiden Wörgler Gemeinden nach einer gemeinsamen Feuerwehr laut. Daher wurde am 5. Oktober 1876 die Freiwillige Feuerwehr gegründet, womit sie die fünftälteste Feuerwehr im Bezirk ist. Die erste Drehleiter mit Feuerlöschern wurde um 1943 angeschafft, des erste Tanklöschfahrzeug kam 1963 dazu, diese blieben sehr lange im Einsatz. 1994 kam ein Tanklöschfahrzeug TLFA-3000 dazu, welches 2007 zu einem Tunnellöschfahrzeug umgebaut wurde. 1998 hatte das Rüstlöschfahrzeug den ersten Einsatz. Danach kamen weitere Fahrzeuge hinzu, schweres Rüstfahrzeug (2001), Kleinlöschfahrzeug (2001), Großtanklöschfahrzeug (2004), Versorgungsfahrzeug (2006), Kommandowagen (2007), Mannschaftstransportfahrzeug (2007), zuletzt (2011) kam die Drehleiter mit 32 Metern Rettungshöhe dazu. Nachdem sich das Feuerwehrhaus (vormals „Spritzhütte“) seit 1855 an der Bahnhofstraße befand, wurde mit dem Neubau des heutigen Feuerwehrhauses in der Michael-Pacher-Straße 1974 begonnen, die Einweihung erfolgte am 29. Juni 1975. Die Freiwillige Feuerwehr Wörgl besteht aus etwa 110 Einsatzkräften, 25 Reserve- und 6 Jungfeuerwehrmitglieder.[73]

Rotes Kreuz Wörgl[Bearbeiten]

Neben der Wörgler Schützengilde gilt das Rote Kreuz Wörgl als einer der ältesten Vereine der Stadt. Unter Mithilfe des damaligen Bürgermeisters Steinbacher und des Pfarrers wurde 1905 der „Männer- und Frauenzweigverein vom Roten Kreuz“ mit 24 Mitgliedern gegründet. Mit der Verleihung des Öffentlichkeitsrechts an das Krankenhaus Wörgl bekam die freiwillige Rettungsorganisation 1909 eine überörtliche Funktion. 1913 wurde das erste Rettungsfahrzeug seiner Bestimmung übergeben. Nach dem Ersten Weltkrieg erlitt das Rettungswesen einen starken Zusammenbruch, es bestand zudem nur mehr aus drei Mitgliedern. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein verhängtes Nachtfahrverbot nicht akzeptiert, wodurch es zur Auflösung der Ortsstellung und der Gründung zur „Freiwilligen Rettungsgesellschaft Wörgl“ kam. 1980 bestand sie aus sechs Freiwilligen und einem Rettungsfahrzeug, am 1.Juli 1985 wurde sie nach jahrzehntelangem Bemühen der Bezirksstelle Kufstein unterstellt. Die Ortsstelle Wörgl umfasst heute die Bereiche Rettungsdienst, betreuter Fahrdienst, Schnelleinsatzgruppe bei Großunfällen und Katastrophen (SEG), Krisenintervention, Besuchsdienst, Mediatoren, Tafel (Lebensmittelausgabe an Bedürftige), Kleiderladen und Warenhaus. Die Ortsstelle Wörgl besteht somit aus neun Bereichen und etwa 140 ehrenamtlichen Mitgliedern.[74]

Verkehr[Bearbeiten]

Als Schnittpunkt des Unterinntals mit dem Brixental war Wörgl bereits seit Urzeiten ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt, der sich mit dem Bau der Eisenbahnen noch verstärkte. Reisende kamen auf dem Weg nach Italien oder Bayern entlang der Hauptstraße im Tiroler Inntal durch den Ort. Es wurden regelmäßige Kutschenfahrten nach Kufstein, Innsbruck oder Schwaz angeboten, die Reisezeit nach Innsbruck lag damals jedoch aufgrund der langen Aufenthaltszeiten in den Stationsorten noch bei etwa 10 Stunden.

Eisenbahnknotenpunkt[Bearbeiten]

Wörgl Hauptbahnhof, Aufnahmegebäude; Ansicht von der Stadt
Wörgl Südbahnhof (HSt Wörgl Süd – Bruckhäusl); Bahnsteige

Siehe auch Unterartikel → Wörgl Hauptbahnhof

Mit der Eröffnung der Nordtyroler Bahn (Eisenbahnstrecke Kufstein – Wörgl – Innsbruck), durch die mittels Staatsvertrag die eisenbahnmäßige Verbindung zum Osten Österreichs hergestellt wurde, am 24. November 1858 unter Seiner Majestät Kaiser Franz Joseph I. verkürzte sich die Reisezeit in die Landeshauptstadt auf „nur mehr“ vier Stunden. Mit der Eröffnung der Salzburg-Tiroler-Bahn, auch Gisela- oder Brixentalbahn (Salzburg – Bischofshofen – Zell am See – Kitzbühel – Wörgl) genannt, im Jahre 1875 wurde Wörgl der erste Eisenbahnknoten Westösterreichs. Wörgl Hauptbahnhof ist ein Schnellzug-, ICE- und ÖBB-Rail-Jet-Halt an der Westbahn (Teilstück Unterinntalbahn) und der Salzburg-Tiroler-Bahn. Weiters ist die Stadt über die Linien  S1  und  S2  der S-Bahn Tirol an die Landeshauptstadt angebunden (Reisezeit 30 bis 60 Minuten); die Linie  S6  führt ab Wörgl Hbf über Wörgl Süd und Kitzbühel sowie St. Johann in Tirol nach Saalfelden.

Am Bahnhof Wörgl Terminal Nord, einem reinen Frachtenbahnhof, befindet sich neben einem Stückgutterminal und Hallen- sowie Freiladegleisen eine stark frequentierte LKW-Verladestelle für die Rollende Landstraße (RoLa); dort soll auch mittelfristig die neue S-Bahn-Haltestelle Wörgl West – Terminal für den Personenverkehr errichtet werden. Wörgl Terminal Nord wurde stetig wesentlich vergrößert, um den gestiegenen Anforderungen insbesondere des RoLa-Verkehrs nachkommen zu können. Nach Fertigstellung des Terminals West wird u. a. die Holzverladung dorthin ausgelagert.

Wörgl Terminal West ist derzeit noch eine fiktive Betriebstelle zwischen Wörgl Terminal Nord und Wörgl Kundl; ab 2014 sollte hier eine ausgedehnte Ver-/Entlade- und Anschlußgleisanlage u. a. in einen großen holzverarbeitenden Betrieb (im Kundler Gewerbegebiet „Luna“) errichtet werden; es handelt sich ebenfalls um einen ausschließlichen Frachtenbahnhof ohne Personenverkehr. Die Planungen sind abgeschlossen, der Baubeginn verzögert sich, weil einige Eigentümer notwendige Grundstücke nicht verkaufen wollen.

Wörgl Terminal Süd ist ein reiner Lokomotivwechsel-, Verschub- und Abstellbahnhof ohne Personenverkehr oder Güterverlademöglichkeiten.

Eine weitere Eisenbahnstation für den Personenverkehr auf Wörgler Stadtgebiet ist Wörgl Süd – Bruckhäusl, in den innerstädtischen Fahrplänen des Stadtverkehrs als „Südbahnhof“ bezeichnet und an der Salzburg-Tiroler-Bahn gelegen; die Station hieß vormals Bruckhäusl bzw. noch früher Söll – Leukental.

Der Bahnhof Wörgl Kundl, der ebenfalls in den Stellbereich von Wörgl Hbf eingegliedert ist, liegt auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Kundl, die dortige Personenhaltestelle heißt „Kundl“.

Angesichts dieser Stationen, die alle den Namen Wörgl tragen, wurde 2006 der Bahnhof Wörgl in „Wörgl Hauptbahnhof“ umbenannt, um eine auch nach außen hin sichtbare Kennzeichnung zu haben.

Im Jahr 2008 wurde unter dem Motto „150 Jahre Eisenbahn in Wörgl“ ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm absolviert und im August ein großes Eisenbahnfest gefeiert.

Mit 1. Juni 2009 wurde die Wörgler Stellwerksanlage Teil der Betriebsführungszentrale West der ÖBB. Östlich von Innsbruck hat in Tirol nur noch in Wörgl Hauptbahnhof ein „echter“ Fahrdienstleiter mit seiner roten Dienstkappe seinen Sitz.

Straßenknotenpunkt[Bearbeiten]

Wörgl ist nicht nur für den Schienen-, sondern auch für den Straßenverkehr ein äußerst wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Im Zentrum der Stadt treffen die Tiroler Straße B 171, welche von Innsbruck über Schwaz und Rattenberg nach Kufstein verläuft, auf die Wildschönauer Straße L 3, welche in das Hochtal der Nachbargemeinde führt.

Die Brixentalstraße B 170 begann früher ebenfalls im Ortszentrum, bis die Umfahrung Bruckhäusl am 26. November 2007 eröffnet wurde. Heute führt sie vom Ende der Umfahrung Bruckhäusl in Wörgl Boden durch das Brixental nach Kitzbühel.

Die Bauarbeiten an der seit mehreren Jahren vorgesehenen Nordtangente Wörgl, welche als Entlastung der Stadt mit der zusätzlichen Autobahnanschlussstelle Wörgl Mitte dienen sollte, sind aus Geldmangel vorübergehend eingestellt gewesen[75], werden aber ab Juni 2014 fortgesetzt; zumindest der westliche Teil vom Anschluss Wörgl West bis Wörgl Mitte soll bis Frühjahr 2015 fertiggestellt sein.

Der überregionale Verkehr führt seit 1972 über die Inntalautobahn A 12 von Innsbruck nach Kufstein auch an Wörgl vorbei. Dabei wurde der größte Verteilerknoten der A 12 Wörgl Ost errichtet, welcher jedoch erst 2007 mit der Umlegung der Loferer Straße B 178 über die Umfahrung Bruckhäusl voll ausgebaut wurde. Somit wurde wiederum ein Knotenpunkt für den überregionalen Verkehr geschaffen.

Weiters befindet sich noch die Autobahnanschlussstelle Wörgl West am Westrand der Stadt, welche auch die Gemeinden Kundl und Breitenbach am Inn versorgt.

Innerstädtischer und regionaler ÖPNV[Bearbeiten]

Citybus[Bearbeiten]

Das Projekt startete 1993 testweise mit einer Linie und wurde 1994 auf drei Linien erweitert. Heute wird der innerstädtische öffentliche Personennahverkehr mit fünf Citybuslinien bedient, die ausgenommen der Linie 4 im Halbstundentakt verkehren:[76]

  • Linie 1 versorgt den östlichen Stadtbereich (Wörgl Hauptbahnhof – Riederkogel).
  • Linie 2 versorgt den süd-östlichen Bereich (Wörgl Hauptbahnhof – Bodensiedlung).
  • Linie 3 bedient den westlichen Stadtbereich (Wörgl Hauptbahnhof – Lahntal).
  • Linie 4 bedient das Stadtgebiet im Osten, Süden und Westen und verkehrt als einzige Linie im Stundentakt.
  • Linie 5 versorgt seit 2009 das zentrale und nördliche Stadtgebiet (Söcking bis Pflichtschulzentrum).

Regiobus[Bearbeiten]

  • Die Regiobuslinie 8311 führt von Wörgl in die Nachbargemeinden Kundl, Breitenbach und Kirchbichl.
  • Linie 4026 führt über Kirchbichl, Bad Häring und Schwoich nach Kufstein.
  • Linie 4055 führt über Kirchbichl, Niederbreitenbach und Schaftenau nach Kufstein.
  • Linie 4068 führt über Mariastein, Niederbreitenbach und Schaftenau nach Kufstein.[77]
Die Stadt liegt eingebettet im Inntal bei der Einmündung des Brixentales

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Wörgler Persönlichkeiten sind bzw. waren:

Panorama[Bearbeiten]

Blick auf Wörgl vom Hennersberg

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter Baumgart: Kein Wunder in Wörgl. In: Provokant, Nummer 1, 2008, ISSN 1868-0321
  • Adriane Gamper, Hannes Dabernig, Arno Abler: Wörgl. Die Stadt im Portrait, Eigenverlag, Wörgl 2007
  • Gerhard Oberkofler: Februar 1934. Die historische Entwicklung am Beispiel Tirols, Sozialistische Partei Österreichs – Landesorganisation Tirol, Innsbruck 1974
  • Josef Zangerl (Hrsg.): Wörgl. Ein Heimatbuch, Eigenverlag, Wörgl 1998, ISBN 3-9500531-0-7
  • H. Federer (Hrsg.): Wörgler Heimatschriftchen, 5 Bände, 1948–1957
  • Paul Weitlaner: Stadt Wörgl, Festschrift zur Stadterhebung, 1951
  • S. Mitterer und andere: Wörgl – 25 Jahre Stadt, 1976
Wörgler Freigeldexperiment
  • Gebhard Ottacher: Der Welt ein Zeichen geben. Das Freigeldexperiment von Wörgl/Tirol 1932/33, Verlag für Sozialökonomie Gauke, Kiel 2007, ISBN 978-3-87998-450-3
  • Fritz Schwarz: Das Experiment von Wörgl, Genossenschaft Verlag Freiwirtschaftlicher Schriften, Bern 1951 (Überarbeitete Neuauflage: Synergia, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-9810894-5-5)
  • Michael Unterguggenberger: The End Results of the Woergl Experiment. In: Annals of Collective Economy, (= Anales de la Economia Colectiva und Annalen der Gemeinwirtschaft), Bd. 10, Nr. 1, 1934, S. 60–63, (online)
  • Andreas Wehrheim, Peter Zimmermann: Der Schatz von Wörgl. Michael Unterguggenberger und das Freigeldexperiment, Holzhof-Verlag, Dresden 2009, ISBN 978-3-939509-94-3 (Comic)
  • Thomas Wendel: Der Geldzauberer. Geschichte des Wörgler Geldexperiments. In: brand eins, Nr. 9, 2003, ISSN 1438-9339

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wörgl – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDie Tiroler Bevölkerung. Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Landesstatistik und tiris, Juni 2014, S. 154, abgerufen am 23. Juli 2014 (PDF, deutsch, Ergebnisse Registerzählung 2011).
  2. Ortsverzeichnis 2001 – Tirol. Statistik Austria, S. 111, abgerufen am 18. Dezember 2012 (PDF).
  3. Flächennutzung der Stadt Wörgl nach Berechnung der Corine Landbedeckung. Tirol Atlas, abgerufen am 29. Oktober 2012.
  4. Zahlen und Fakten der Stadt Wörgl. Abgerufen am 26. Mai 2011.
  5. Johann Laiminger: Die Tierwelt von Wörgl. In: Wörgl. Ein Heimatbuch, 1998, S. 203 ff.
  6. Paul Vergörer: Die Flora unserer Heimat. In: Wörgl. Ein Heimatbuch, 1998, S. 211 ff.
  7. Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Umweltschutz: Biotopnummer 3627-102/56. In: Biotopinventar des Landes Tirol, 1993.
  8. Adriane Gamper, Hannes Dabernig, Arno Abler: Die unechte Zweite. In: Wörgl. Die Stadt im Portrait, 2007, S. 72–73.
  9. Georg Mutschlechner: Die Gegend von Wörgl. Geologisch betrachtet. In: Die Wörgler Rundschau, Ausgabe vom 25. August 1976; Georg Mutschlechner: Die Gegend von Wörgl geologisch betrachtet. In: Wörgl. Ein Heimatbuch, 1998, S. 37 ff.
  10. a b c Willibald Hauthaler: Salzburger Urkundenbuch, Band 1, Salzburg 1910, n. 150.
  11. Emil von Ottenthal, Oswald Redlich: Archiv Berichte aus Tirol, Band 4, Wien 1912, S. 159, 338 (Kirchenarchiv Bad Häring).
  12. Staatsarchiv München: Ergänzungsrepertorium zum Herrschaftsarchiv Hohenaschau, Reg.a. 3044.
  13. Karl Finsterwalder: Die Orts- und Flurnamen Wörgl. In: Österreichische Namensforschung, Band 4, Wien 1977, S. 3 ff.
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  21. Hans Gwiggner: Vom Landmarchbachl bis Grueb im Lahntal. Eine Haus- und Höfechronik. In: Wörgl. Ein Heimatbuch, 1998, S. 70.
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  24. Robert von Srbik: Maximilian I. und Gregor Reisch, (= Archiv für österreichische Geschichte, Band 122/2), Wien 1961, S. 43.
  25. Wilhelm A. Bauer, Otto Erich Deutsch (Hrsg.): Mozart. Briefe und Aufzeichnungen, 7 Bände, Kassel u. a. 1962 ff., n. 147, 238, 240, 241, 264, 282.
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  27. Kundmachung der k. k. Statthalterei vom 28.November 1863. in Betreff Lostrennung mehrerer Gemeindefraktionen von den bezüglichen Hauptgemeinden. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für die gefürstete Grafschaft Tirol und das Land Vorarlberg. k. k. Statthalterei, 28. November 1863, S. 76, abgerufen am 16. August 2013 (deutsch, Die Verordnung befindet sich unter Punkt 13). Kundmachung der k. k. Statthalterei vom 9.Oktober 1864. in Betreff Lostrennung mehrerer Gemeindefraktionen von den bezüglichen Hauptgemeinden und Konstituierung derselben als selbstständige Ortsgemeinden. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für die gefürstete Grafschaft Tirol und das Land Vorarlberg. k. k. Statthalterei, 9. Oktober 1864, S. 206, abgerufen am 16. August 2013 (deutsch, Die Verordnung befindet sich unter Punkt 3).
  28. Kundmachung der k. k. Statthalters von Tirol und Vorarlberg vom 12.Jänner 1911. Zl. 89/1/XII, betreffend die Vereinigung der Gemeinden Kufstein-Wörgl und Rattenberg-Wörgl zu einer Ortsgemeinde, mit dem Namen „Wörgl“. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für die gefürstete Grafschaft Tirol und das Land Vorarlberg. k. k. Statthalterei, 12. Januar 1911, S. 49, abgerufen am 16. August 2013 (deutsch).
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Dieser Artikel wurde am 29. August 2013 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.