Giulvăz

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Giulvăz
Djulwes
Torontálgyülvész
Đulvez’
Giulvăz führt kein Wappen
Giulvăz (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Timiș
Koordinaten: 45° 33′ N, 20° 59′ O45.54888888888920.98444444444482Koordinaten: 45° 32′ 56″ N, 20° 59′ 4″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 82 m
Fläche: 10.296 km²
Einwohner: 3.075 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 0 Einwohner je km²
Postleitzahl: 307225
Telefonvorwahl: (+40) 02 56
Kfz-Kennzeichen: TM
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Gemeinde,
Gliederung: Giulvăz, Crai Nou, Ivanda, Rudna.
Bürgermeister: Cristeţi Florentin Gheorghe (USL)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 172
loc. Giulvăz, jud. Timiș, RO–307225
Website:
Lage von Giulvăz im Kreis Timiș

Giulvăz (deutsch Djulwes, Giulwess, Djulves, Giulweß, ungarisch Torontálgyülvész, kroatisch Đulvez, serbisch-kyrillisch Джулвез) ist eine Gemeinde im Kreis Timiș, Banat, Rumänien. Zur Gemeinde Giulvăz gehören die Dörfer Crai Nou, Ivanda und Rudna.

Lage[Bearbeiten]

Giulvăz liegt im Kreis Timiș, etwa 30 Kilometer südwestlich von Timișoara (Temeswar), an der Eisenbahnstrecke Timișoara–Módos. Auch die Landstraße, die den Ort durchquert, führt in den einstigen Distriktsitz, der heute Jaša Tomić heißt.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Ivanda Sânmartinu Sârbesc Peciu Nou
Međa (RS) Nachbargemeinden Cebza
Foeni Rudna Ciacova

Etymologie[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1335 unter der Bezeichnung Pußta Guhlues und 1433 als Pußta Gyülvész urkundlich erwähnt. Im Jahr 1462 erschien der Name Gywlwez. 1497 wurde das Prädium Gyurwcz und 1723 auf der Landkarte von Graf Claudius Florimund Mercy ein bewohnter Ort Iulves erwähnt. In den Jahren 1717 bis 1782 war Dyulwes unter kameraler Verwaltung. 1782 kauften die Brüder Naum und Konstantin Dadán das Gut und erhielten das Adelsprädikat „de Gyülvész“.

Verwaltung und Geschichte[Bearbeiten]

Im Mittelalter gehörte der Ort zum Temescher Komitat, in den Jahren 1717 bis 1775 zum Temescher Banat, Tschakowaer Verwaltungsamt. Von 1779 bis 1849 und von 1867 bis 1918 war die Ortschaft Teil des Königreichs Ungarn, Torontaler Komitat. Von 1849 bis 1867 war Dyulwes Teil der Woiwodschaft Serbien und Temeser Banat. Von 1918 bis 1944 gehörte das Dorf zum Königreich Rumänien und seit 1945 zu Rumänien.

Am 4. Juni 1920 wurde das Banat infolge des Vertrags von Trianon dreigeteilt. Der größte, östliche Teil, zu dem auch Giulweß gehörte, fiel an Rumänien.

1939 wurde die römisch-katholische Kirche erbaut und am 11. Oktober desselben Jahres von Bischof Augustin Pacha geweiht. Djulwes war immer eine Filiale von Ulmbach-Neupetsch.

Infolge des Waffen-SS Abkommens vom 12. Mai 1943 zwischen der Antonescu-Regierung und Hitler-Deutschland wurden alle deutschstämmigen wehrpflichtigen Männer in die deutsche Armee eingezogen. Noch vor Kriegsende, im Januar 1945, fand die Deportation aller volksdeutschen Frauen zwischen 18 und 30 Jahren und Männer im Alter von 16 bis 45 Jahren zur Aufbauarbeit in die Sowjetunion verschleppt statt. Das Bodenreformgesetz vom 23. März 1945, das die Enteignung der deutschen Bauern in Rumänien vorsah, entzog der ländlichen Bevölkerung die Lebensgrundlage.

Am 18. Juni 1951 fand die Deportation in die Bărăgan-Steppe unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit statt. Zu diesem Zweck wurde von der rumänischen Regierung ein Plan zur Säuberung des Grenzgebiets zu Jugoslawien „von politisch unzuverlässlichen Elementen" entworfen. Als die Bărăganverschleppten 1956 heimkehrten, bekamen sie die 1945 enteigneten Häuser und Höfe zurück, der Feldbesitz wurde jedoch kollektiviert.

Demografie[Bearbeiten]

Volkszählung[2] Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Serben
1880 3759 1067 321 528 1843
1910 4672 1212 480 888 2092
1930 5048 1990 219 868 1971
1977 3667 2369 121 211 966
2002 3022 2523 50 33 416
2011[1] 3075 2459 50 32 198

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber, Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben, Band 5: Städte und Dörfer, München 2011

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. kia.hu (PDF; 982 kB), E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Timiș laut Volkszählungen von 1880–2002