Orțișoara

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Orțișoara
Orzydorf
Orczyfálva
Orțișoara führt kein Wappen
Orțișoara (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Timiș
Koordinaten: 45° 58′ N, 21° 12′ O45.96361111111121.198333333333128Koordinaten: 45° 57′ 49″ N, 21° 11′ 54″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 128 m
Fläche: 143,23 km²
Einwohner: 4.190 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km²
Postleitzahl: 307305
Telefonvorwahl: (+40) 02 56
Kfz-Kennzeichen: TM
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Orțișoara, Călacea, Cornești, Seceani
Bürgermeister: Gheorghe Aleodor Sobolu (PSD)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 209
loc. Orțișoara , jud. Timiș, RO–307305
Webpräsenz:
Lage von Orțișoara im Kreis Timiș

Orțișoara [or'tsiʃoara] (deutsch Orzydorf, ungarisch Orczyfálva) ist eine Gemeinde im Kreis Timiș, im rumänischen Banat, genau auf halber Strecke zwischen Timișoara und Arad, 25 km nördlich von Timișoara (Temeswar).

Nachbarorte[Bearbeiten]

Gelu Vinga Șagu
Satchinez Nachbargemeinden Fibiș
Hodoni Sânandrei Pișchia

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich wird ein Ort, der sich auf dem Gebiet des heutigen Orțișoara befindet, 1318 unter dem Namen „Kakat" erstmals in den päpstlichen Zehentregistern erwähnt. Auf der Mercy-Karte von 1723 bis 1725 ist an der Stelle, wo sich heute Orțișoara befindet, das „Praedium Kokot" mit einem Posthorn verzeichnet.

Angesiedelt wurde Orzydorf 1785 mit 200 Familien, die vorwiegend aus Lothringen, aus dem Saarland, aus Rheinland-Pfalz, Württemberg und Bayern kamen. Seinen Namen erhielt das Dorf nach Ladislaus Baron Orcy, welcher bei der Ansiedlung des Ortes Präsident der Temescher Kameraladministration war. In Orzydorf wird von den deutschstämmigen Bewohnern eine südwestrheinfränkische Mundart gesprochen. Orzydorf war von 1785 bis 1836 kameraler Besitz. 1836 erwarb Baron Georg Simon Sina von Hodos und Kizdia das Dorf. Nach der Revolution von 1848/49 wurde in Orzydorf die Patrimonialherrschaften abgeschafft.

Die erste Schule wurde 1785 errichtet, die erste Kirche 1809 erbaut. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Gottesdienst im Schulhaus abgehalten. 1867 wurde die heutige römisch-katholische Kirche erbaut.

Zu der Gemeinde Orțișoara gehören die Dörfer Călacea, Cornești und Seceani.

Erwähnenswert sind in Orțișoara drei Denkmäler: die Herz-Jesu-Statue, 1884 von den Familien Klemens, Leichnam und Weisz gestiftet, das Heldendenkmal, 1922 von der „Schwäbischen Volksgemeinschaft“ und das Dreifaltigkeitsdenkmal, 1905 von den Eheleuten Johann und Katharina Krepil gestiftet.

Im Ersten Weltkrieg hatte Orțișoara 75 Kriegsopfer zu beklagen. Im Zweiten Weltkrieg sind insgesamt 82 Soldaten gefallen. Am 15. Januar 1945 wurden 361 Männer und Frauen aus Orțișoara zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert worden, davon kamen 70 Personen nicht mehr zurück. 1945 fand auch in Orțișoara wie im gesamten Rumänien die Enteignung der Deutschen statt. 1948 wurden die Industrie- Handels- und Gewerbeunternehmen verstaatlicht. 1950 wurde in Orțișoara die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet. 1958 wurden den Deutschen ihre enteigneten Häuser zurückgegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterlag die demografische Struktur von Orțișoara, bedingt durch die Auswanderung der Deutschen, einem stetigen Wandel.

Demografie[Bearbeiten]

Volksgruppe 1910 Prozente
Rumänen 3.574 57,78 %
Ungarn 325 5,25 %
Deutsche 2259 36,52 %
Andere 28 0,45 %
Gesamt 6.186 100 %
Volksgruppe 1977 Prozente
Rumänen 3.893 75,30 %
Ungarn 325 6,28 %
Deutsche 903 17,47 %
Andere 49 0,95 %
Gesamt 5.170 100 %
Volksgruppe 2002 Prozente
Rumänen 3.887 95,27 %
Ungarn 119 2,91 %
Deutsche 47 1,16 %
Andere 27 0,66 %
Gesamt 4.080 100 %

Literatur[Bearbeiten]

  • Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber, Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben, Band 5: Städte und Dörfer, München 2011

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)