Denta

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Denta
Дента
Denta führt kein Wappen
Denta (Rumänien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Timiș
Koordinaten: 45° 21′ N, 21° 15′ O45.35388888888921.24888888888993Koordinaten: 45° 21′ 14″ N, 21° 14′ 56″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 93 m
Fläche: 91,40 km²
Einwohner: 2.982 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²
Postleitzahl: 307145
Telefonvorwahl: (+40) 02 56
Kfz-Kennzeichen: TM
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Denta, Breștea, Rovinița Mare, Rovinița Mică
Bürgermeister: Iacob Slavoliub (PSD)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 224
loc. Denta, jud. Timiș, RO–307145
Webpräsenz:
Lage von Denta im Kreis Timiș

Denta (selten Tenta; deutsch und ungarisch Denta, serbisch-kyrillisch Дента) ist eine Gemeinde im Kreis Timiș, Banat, Rumänien. Zur Gemeinde Denta gehören die Dörfer Breștea, Rovinița Mare und Rovinița Mică.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Denta liegt im Süden des Kreises Timiș, an der Europastraße 70, zwischen der Staatsgrenze zu Serbien und der Stadt Deta.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Ofsenița Voiteg Rovinița Mare
Partoș Nachbargemeinden Sângeorge
Soca Stamora Germană Breștea

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde belegen, dass Denta schon seit alters her besiedelt war. Eine Steintafel mit lateinischer Inschrift bezeugt, dass die römische Gebietshauptstadt Malva sich auf dem Territorium des heutigen Denta befand. Von der Römerschanze, die östlich von Denta vorbeiführt, sind noch Überreste vorhanden. Aus der Zeit der Völkerwanderung stammen wertvolle Gold- und Silbermünzen. Kriegergräber bezeugen die Anwesenheit der Magyaren in der Nachbarschaft von Denta. Urkundlich wurde der Ort 1332 zum ersten Mal unter der Bezeichnung Dench erwähnt. Das Dorf gehörte 1370 der Familie Omor. Während der Türkenherrschaft (1552–1716) war Denta eine osmanische Festung. 1660 wurde der Ort von dem Reisenden Evliya Çelebi beschrieben.

Nachdem das Banat von Prinz Eugen von Savoyen erobert wurde, richtete die kaiserliche Militärverwaltung ein kamerales Rentamt in Denta ein, das in diesem Gebiet die geplanten Ansiedlungen durchführte. 1724 wurden die ersten Deutschen in Denta angesiedelt. Nördlich der Bârzava siedelte man Deutsche an und südlich des Flusses Rumänen. Neben dem Rentamt wurden eine Präfektur, ein Postamt, ein Pfarramt und eine Garnison eingerichtet. 1769 erhielt Denta das Recht Wochenmärkte abzuhalten. Während der darauffolgenden Türkenkriege wurde die deutsche Siedlung zerstört und viele verließen den Ort. Danach wurden vorwiegend Serben und Bulgaren hier angesiedelt. Deutsche kamen erst wieder im 19. Jahrhundert aus anderen Dörfern des Banats durch Binnenwanderung.

In Denta gab es schon immer drei Kirchen: eine römisch-katholische (1890), eine rumänisch-orthodoxe (1889) und eine serbisch-orthodoxe (1795). Zur katholischen Glaubensgemeinschaft gehörten neben den Deutschen auch Bulgaren und Ungarn. Die heutige katholische Kirche wurde 1891 eingeweiht.

Am 4. Juni 1920 wurde das Banat infolge des Vertrags von Trianon dreigeteilt. Der größte, östliche Teil, zu dem auch Denta gehörte, fiel an Rumänien.

Infolge des Waffen-SS Abkommens vom 12. Mai 1943 zwischen der Antonescu-Regierung und Hitler-Deutschland wurden alle deutschstämmigen wehrpflichtigen Männer in die deutsche Armee eingezogen. Noch vor Kriegsende, im Januar 1945, fand die Deportation aller volksdeutschen Frauen zwischen 18 und 30 Jahren und Männer im Alter von 16 bis 45 Jahrennzur Aufbauarbeit in die Sowjetunion verschleppt statt. Das Bodenreformgesetz vom 23. März 1945, das die Enteignung der deutschen Bauern in Rumänien vorsah, entzog der ländlichen Bevölkerung die Lebensgrundlage.

Am 18. Juni 1951 fand die Deportation in die Bărăgan-Steppe unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit statt. Zu diesem Zweck wurde von der rumänischen Regierung ein Plan zur Säuberung des Grenzgebiets zu Jugoslawien „von politisch unzuverlässlichen Elementen" entworfen. Als die Bărăganverschleppten 1956 heimkehrten, bekamen sie die 1945 enteigneten Häuser und Höfe zurück, der Feldbesitz wurde jedoch kollektiviert.

Demographie[Bearbeiten]

Volkszählung[2] Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Bulgaren
Serben
1880 4906 1396 708 432 2370
1910 5991 1623 1048 1205 2115
1930 5116 1518 786 1021 1791
1977 3899 1820 521 94 1464
2002 3187 2020 293 19 855
2011[1] 2982 1885 257 30 479/127

Literatur[Bearbeiten]

  • Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber, Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben, Band 5: Städte und Dörfer, München 2011

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. kia.hu (PDF; 982 kB), E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Timiș laut Volkszählungen von 1880 - 2002