Nienhagen (Landkreis Rostock)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nienhagen
Nienhagen (Landkreis Rostock)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nienhagen hervorgehoben
54.16111111111111.9522222222228Koordinaten: 54° 10′ N, 11° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Amt: Bad Doberan-Land
Höhe: 8 m ü. NHN
Fläche: 5,9 km²
Einwohner: 1852 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 314 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18211
Vorwahl: 038203
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 075
Adresse der Amtsverwaltung: Kammerhof 3
18209 Bad Doberan
Webpräsenz: Ostseebad Nienhagen
Bürgermeister: Uwe Kahl
Lage der Gemeinde Nienhagen im Landkreis Rostock
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Steilküste in Nienhagen

Das Ostseebad Nienhagen ist eine Gemeinde im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Bad Doberan-Land mit Sitz in Bad Doberan verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Steilküste am Gespensterwald

Die Gemeinde liegt an der Ostseeküste zwischen Heiligendamm und Warnemünde. Große Teile des Gemeindegebietes sind bewaldet. Westlich des Ortes liegt unmittelbar an der etwa zwölf Meter hohen Steilküste das Nienhäger Holz. Der Mischwald ist zirka 180 Hektar groß und wird im Volksmund „Gespensterwald“ genannt. Die Herkunft dieser Bezeichnung ist nicht genauer belegt, jedoch vermutlich auf den 1,25 Kilometer langen und rund 100 Meter breiten Küstenabschnitt des Waldes zurückzuführen, der vorrangig mit Buchen und einigen Eichen bestanden ist. Vor allem die Buchen sind durch den Seewind verformt, haben häufig einen einseitigen Wuchs und ein schlangenhaft verdrehtes Geäst, was dem Wald insbesondere in der Dämmerung und bei Nebel ein gespenstisches Aussehen gibt.

Unmittelbar hinter der Steilküste verläuft der landschaftlich sehr reizvolle Wanderweg nach Börgerende. Unterhalb des Steilufers befinden sich zum Baden geeignete Strandabschnitte mit feinem Sand, interessanten Geröllablagerungen und einigen großen Findlingen. Anderthalb Kilometer vor der Küste befindet sich in der Ostsee das Forschungszwecken dienende künstliche Riff Nienhagen.

Geschichte[Bearbeiten]

Nienhagen wurde erstmals 1264 in einer Urkunde erwähnt. Ritter Gherhardus de Snakenborg (Gerhard von Schnakenburg) gab seinen hier gelegenen Lehnshof zurück an das Zisterzienserkloster Doberan. Weitere Urkunden aus dem 13., 14., und 15. Jahrhundert belegen den Ackerbau. Mit der Säkularisation der Klostergüter nach der Reformation wurde das Gebiet Domäne des herzoglichen Haushaltes im Herzogtum Mecklenburg. 1670 wird dieser „Meierhof“ detailliert beschriebenen.

Die Bildung einer „Gemeinde“ Nienhagen erfolgte erst zum Ende des 19. Jahrhunderts durch Zusammenschluss der drei Hufen der früheren Domäne mit den im angrenzenden kleinen Dorf entstandenen 4 Erbpachthöfen, 5 Büdnern und 15 Häuslern.

Die profitable Entwicklung des Badewesens an der Küste veranlasste 1906 den damaligen Dorfschulzen, Teile seines Ackers am Waldrand zur Ansiedlung von Pensionen zu parzellieren. Die Bebauung erfolgte umgehend mit einem Hotel und mehreren Pensionen. 1906 ist somit das Jahr in dem sich das Bauerndorf Nienhagen zum Ostseebad entwickelte. Die Badewirte gründeten 1909 einen Badeverein, 1929 erhielt Nienhagen die Konzession zur „Ausübung des Seebadebetriebes“ und 1936 erfolgte eine offizielle staatliche Anerkennung als Ostseebad. Eine Seebrücke (1912 bis 1929) und ein Aussichtsturm (1912 bis ca. 1922) erhöhten die Attraktivität des Ortes. Die weitere Entwicklung wurde beeinträchtigt durch Kriege und Inflation.

Dennoch erhöhte sich die Einwohnerzahl stetig: Um 1900: 100, 1920: 300, 1990: 770. In den darauf folgenden Jahren bis 2000 stieg die Zahl der Einwohner durch den Bau vieler Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser auf 1800. Hinzu kam eine größere Anlage mit Ferienhäusern. Durch eine gute städtebauliche Planung wurde der intime Charakter des Badeortes jedoch gewahrt.[2][3][4]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. November 1971 von der Gemeindevertretung angenommen und unter der Nr. 100 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Blau über zwei erniedrigten silbernen Wellenfäden eine fliegende silberne Möwe mit aufgerichtetem Flug.“

Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick neu gezeichnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zwischen 1909 und 1917 verbrachte Lovis Corinth hier längere Aufenthalte und schuf mehrere Grafiken und Bilder mit regionalem Bezug. Das impressionistische Gemälde Fischerkind aus Nienhagen aus dem Jahre 1916 zeigt die dreijährige Tochter seiner Vermieter, Erika Juerß.[5]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde führt die Landstraße von Bad Doberan nach Warnemünde. Warnemünde liegt zirka zehn Kilometer östlich der Gemeinde und Bad Doberan zirka acht Kilometer südwestlich. Die nächstliegenden Bahnanschlüsse befinden sich in den beiden genannten Orten.

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kreisarchiv Bad Doberan
  3. Prospekte vom Ostseebad Nienhagen 1935–1998
  4. Ostseebad Nienhagen, Geschichte eines Seebades in Mecklenburg
  5. Volker Altwasser: Corinth malte Nienhäger Mädchen. Ostseezeitung, 19./20. April 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nienhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien