Grand-Teton-Nationalpark

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Grand-Teton-Nationalpark
Der Grand Teton ist der höchste Punkt im Park
Der Grand Teton ist der höchste Punkt im Park
Grand-Teton-Nationalpark (USA)
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43.905277777778-110.64472222222Koordinaten: 43° 54′ 19″ N, 110° 38′ 41″ W
Lage: Wyoming, Vereinigte Staaten
Nächste Stadt: Jackson (Wyoming)
Fläche: 1.255 km²
Gründung: 26. Februar, 1929
Besucher: 2.606.492 (2002)
Map of Grand Teton National Park.jpg
Die Teton-Bergkette
Die Teton-Bergkette
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Der Grand-Teton-Nationalpark liegt im Westen von Wyoming südlich des Yellowstone-Nationalparks. Er hat seinen Namen von der Teton-Kette, die sich in Nord/Süd-Richtung durch den Park zieht. Östlich der Berge liegt die weite Ebene mit dem Namen Jackson Hole und der große Bergsee Jackson Lake, außerdem die kleineren Seen Leigh Lake und Jenny Lake.

Als erster Weißer dürfte John Colter um 1808 diese Gegend zu Gesicht bekommen haben. Der Name der Berge kommt vom französischen Wort für Brust und bezieht sich auf deren Form. Die Gegend wurde am 26. Februar 1929 zum Nationalpark erklärt.

Geographie und Geologie[Bearbeiten]

Das zerklüftete Profil der Teton-Bergkette erhebt sich ohne Vorgebirge zweitausend Meter aus der Ebene. Die höchste Erhebung, der Grand Teton liegt 4.198 Meter über dem Meeresspiegel. In den Bergen befinden sich 12 Gletscher.

Plattentektonik war die Ursache der Gebirgsbildung. Im Rahmen der Entstehung der Basin and Range Province wirkte sich die Dehnungstektonik auch auf die heutige Teton-Region aus. Zu einem Zeitpunkt, der vor zwischen 13 und 9 Millionen Jahren datiert wird, entwickelte sich aufgrund der Dehnung des Gesteins eine Verwerfung in Nord-Süd-Richtung auf der Ostflanke des heutigen Gebirges. Es folgte eine Abschiebung, bei der der Block auf der Ostseite absank, wodurch die Ebene von Jackson Hole entstand. Der westliche Block wurde bei dieser Bewegung an der Verwerfung hochgedrückt, so dass die Tetons eine steile Ost- und eine sanfte Westflanke aufweisen.[1]

In den letzten 300.000 Jahren während der Eiszeitalter haben Gletscher die Landschaft stark überformt. Ausgehend von der Absaroka Range östlich des Yellowstone-Nationalparks entstand mindestens drei mal ein großflächiger Plateaugletscher, der nahezu das gesamte Gebiet beider Nationalparks bedeckte. Die Tetons waren bis auf die höchsten Spitzen vollständig vergletschert. Eine große Gletscherzunge erstreckte sich vom Yellowstone-Gebiet nach Süden. Die vorletzte Eiszeit, in der Region als Bull Lake Stage bezeichnet, erreichte die größte Ausdehnung. Sie hinterließ Endmoränen im Jackson Hole. Alle glazialen Ablagerungen südlich von Jackson Lake stammen aus dieser Epoche. In der letzten Eiszeit, in Nordamerika Wisconsin glaciation und in den Rocky Mountains Pinedale stage genannt, reichte die Gletscherzunge nicht ganz so weit. Sie endete mit dem Zungenbecken, in dem der Jackson Lake als Zungenbeckensee gebildet wurde. Ihre Endmoräne am Südende des Sees veranlasste den Snake River nach dem Abschmelzen der Gletscher sich einen neuen Abfluss im Südosten zu suchen. Kleinere Gletscher gingen aus den Tetons hervor und schürften die Trogtäler der Ostflanke aus. Ihre Endmoränen stauen die kleineren Seen unterhalb der Berge, wie den Jenny Lake, auf. Die Ebene des Jackson Hole ist mit glazialen Schottern bedeckt, in diesen liegen eine Vielzahl an kleiner Toteisseen.[2]

Am Fuß der Berge liegen weite Wiesen mit kleineren, teilweise bewaldeten Hügeln und mehrere Seen, die durch natürliche Zuflüsse aus den Bergen gespeist werden. Der größte See, der Jackson Lake, wurde durch einen Staudamm künstlich vergrößert, bevor der Nationalpark gegründet wurde.

In den tiefer gelegenen Einschnitten unterhalb der Wiesen sammelt sich das Wasser in Bächen. Der Fluss mit dem Namen Snake River verlässt das Hochland durch ein enges Tal im Süden.

Südlich des Nationalparks, bei der Ortschaft Jackson, liegt das National Elk Refuge. In dieses Rückzugsgebiet wandern im Winter Wapiti-Hirsche, um der Kälte der höher gelegenen Regionen zu entkommen.

Naturschutz[Bearbeiten]

Alle Gabelböcke und die meisten Maultierhirsche des Nationalparks und der umliegenden Bergketten ziehen im Winter über die Gros Ventre Range nach Süden in das Tal am Oberlauf des Green Rivers. Dies sind mit bis zu 260 km die weitesten bekannten Wanderbewegungen der beiden Arten.[3] Das dortige Winterquartier ist durch einen seit der Jahrtausendwende einsetzenden Boom in der Nutzung von Erdgasvorkommen bedroht. Hinzu kommen die Ausweisung von Baugebieten und neue Straßenerschließungen. Die Entwicklung gefährdete die Existenz der beiden Tierarten im Nationalpark.[4] 2003 vergab das Bureau of Land Management irrtümlich zwei Bohrlizenzen in einem Abschnitt des Tals, der als Flaschenhals der Wanderwege bekannt ist, durch den fast alle Gabelböcke und viele Maultierhirsche ziehen müssen. Die Vergabe wurde nach Protesten zurückgezogen.[5] Anfang 2010 konnte die Naturschutzorganisation „The Conservation Fund“ eine Vereinbarung mit Grundbesitzern schließen, nach der der kritische Abschnitt der Wanderroute dauerhaft gesichert wird.[6]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Im Park gibt es rund 300 km Wanderwege. Die Berge sind ein Paradies für Bergsteiger. Rafting ist auf dem Snake River möglich. Der National Park Service bietet lehrreiche Aktivitäten an.

Im Winter gibt es unter anderem die Möglichkeiten für Skilanglauf und Fahrten mit dem Schlittenhund.

Die meisten Besucher benutzen den Grand-Teton-Nationalpark als Durchgangsstation über den John D Rockefeller, Jr. Memorial Parkway zum Yellowstone-Nationalpark.

Einige Unternehmen bieten außerdem Ritte auf Mauleseln oder trittsicheren Gebirgspferden ins Tal hinab an.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grand-Teton-Nationalpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert B. Smith, Lee J. Siegel: Windows into the Earth – The Geologic Story of Yellowstone and Grand Teton National Parks. Oxford University Press, 2000, ISBN 0-19-510596-6, Seite 102 f.
  2. Robert B. Smith, Lee J. Siegel: Windows into the Earth – The Geologic Story of Yellowstone and Grand Teton National Parks. Oxford University Press, 2000, ISBN 0-19-510596-6, Seiten 111–131
  3. Hall Sawyer, Fred Lindzey, Doug McWhirter: Mule Deer and Pronghorn Migration in Western Wyoming. In: Wildlife Society Bulletin, Vol. 33, No. 4 (Winter, 2005), ISSN 0091-7648, pp. 1266-1273
  4. Jackson Hole News & Guide: Energy boom gives wildlife little room, 26. November 2003
  5. Casper Star Tribune: BLM withdraws Trapper's Point leases (PDF-Datei; 67 kB), 15. August 2003
  6. The Conservation Fund: The Conservation Fund Protects Funnel Bottleneck on the Path of the Pronghorn, 1. Februar 2010